Ausgabe 
7.6.1877
 
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1877.

Vonnerstag den 7. Juni.

N 65.

Oberhessischer Anzeiger.

b Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Artis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Wien den Voranschlag des allgemeinen evangelischen Kirchenfonds für 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die evangelischen Kirchenvorstände des Kreises.

Nachstehend theilen wir Ihnen in Abdruck Auszug über die repartirten Gelder für 1877 unter dem Auftrage mit, sofort die einzelnen Beträge zur directen Zablung an den Rechner des evangelischen Centralkirchenfonds F. Lauteschläger in Darmstadt anzuweisen und dafür zu

sorgen, daß baldige Abführung erfolgt.

Auszug aus der Zusammenstellung der auf die evangelischen Kirchen- und Stiftungsfonds für das

Büdesheim 188 M. 97 Pf.

628 M. 24 Pf. Griedel 3 M. 31 Pf. Groß⸗Karven 63 M. 79 Pf. Klein-Karben[ Rendel 348 M. 49 Pf. 4 M. 88 Pf. Langenhain 28 M. 37 Pf. Melbach 3 M. 36 Pf. Münzenberg Sta en 189 M. 87 Pf. 4 M. 94 Pf. Bad⸗Nauheim 5 M. 59 Pf. Nieder, Erlenbach 147 M. 88 Pf. Nieder-] Weckesheim 11 M. 49 Pf.

g Butzbach, Kugelhausfonds, 1975 M. 27 Pf. Fauerbach v. d. H. 21 M. 96 Pf. Florstadt 745 M. 57 Pf.

Beiträge für kirchliche und geistliche Zwecke.

Eschbach 52 M. 67 Pf.

Friedberg, pia corpora,

Nieder⸗Weisel 28 M. Ober⸗Rosbach 51 M. 50 Pf.

Trais-Münzenberg 23 M. 13 Pf.

Friedberg am 4. Juni 1877.

Dr. Braden.

Jahr 1877 ausgeschlagenen

11 Pf. Ober⸗Eschbach 30 M. 96 Pf. 54 Pf. Neichelsheim 176 M. 81 Pf. Pf. Schwalheim 242 M. 80 Pf. Vilbel 3 M. 31 Pf.

11 M. M. 4

Ostheim Rodheim 5

Wohnbach 134 M. 31 Pf.

Deutsches Reich. Darmstadt, 5. Juni. niederschmetternde Trauerkunde durchfliegt unsere Residenz: Se. Königliche Hoheit der Großherzog

soll heute Nacht in Seebeim so bedenklich erkrankt sein, daß das Schlimmste zu befürchten stehe. Der Minister des Großh. Hauses, Frhr. v. Starck, dieErml. und Cabinetsdirector Winter sind beute früb so⸗

fort nach Seeheim beordert worden, woselbst die Mitglieder des Großh. Hauses versammelt sind. In dem vom Leibarzte ausgegebenen Bulletin beißt es: daß nach leichtem Unwohlsein gestern eine wesentliche Verschlimmerung und ein hoher Grad von Schwäche eingetreten sei. Darmstadt. Das Großherzogliche Regiet- ungsblatt Nr. 26 enthält: i I. Bekanntmachung, den Erlaß eines neuen Schulden tilgungs⸗Statuts für das Fürstlich Leiningische Haus betr. II. Concurrenz⸗Eröffnungen. Erledigt sind: die 2. Schulstelle zu Stadecken, Gehalt 771 M. 43 Pf.; eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bingen, Gehalt 1114 M. 28 Pf., der sich bis auf 2057 M. 15 Pf. steigert.

Das Gr. Regierungsblatt Nr. 27 enthält:

I. Bekanntmachung über die Niederschlagung der Hälfte der Umlagen der Gemeinde Airlenbach für 1876.

II. und III. Uebersicht der für 1877 genehmigten Umlagen in den Gemeinden des Kreises Heppenheim und in den istaelitischen Religionsgemeinden des Kreises Alzey.

IV. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines sremden Ordens.

V. Namens veränderungen.

VI. Ertheilung von Erfindungspatenten.

VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 25. April dem Schullehrer Gremm zu Haarhausen die Schulstelle zu Melbach, am 1. Mai dem Schullehrer Combecher zu Hatterode die 1. Schulstelle zu Groß⸗Felda, am 2. Mai der Schulamtsaspirantin Wörner aus Fürth und der Schulamisaspirantin Leonhard aus Darmstadt Lehrerinnen⸗ stellen zu Darmstadt, am 3. Mai dem Schullehrer Hitzel zu Münster eine Lehrerstelle zu Bingen zu übertragen.

VIII. Nußhestandsversetzungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 11. April den Lehrer Ebner zu Horchheim auf Nachsuchen, am 28. April den Lehrer Andel zu Wöllstein auf Nach⸗ suchen, am 3. Mai den Lehrer Hinneschiedt zu Heßloch auf Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.

IX. Concurrenz⸗Eu öffnung. Erledigt ist: die 2. Schul⸗ stelle zu Münster im Kreise Dieburg, Gehalt 771 M. 43 Pf. Dem Fürsten zu Isenburg⸗Birstein steyr das Piräsentationsrecht zu.

X. Sterbefälle. Geslorben sind: am 30. Jan. der Lehrer Roßmann zu Darmstadt; am 10. April der Lehrer Rausch zu Reichelsheim i. d. W.; am 11. April der Pfarrer Eser zu Mainz; am 13. April der Bezirksstras⸗ gerichtsdirtctor Wirth zu Darmstadt; an dems. Tage der Pfandmeister Babel zu Langen.. 1 55

Berlin. DieKreuzzeitung erwäbnt ein in diplomatischen Kreisen circulirendes Gerücht, wo- nach angeblich ein Besuch des britischen Botschafters Lord Russell bei dem Fürsten Bismarck zu Kissingen in naher Aussicht stünde. Zuverlässiges darüber sei der, Zeitung bisher nicht bekannt geworden.

Eine schwere und

5. Juni. Der Kaiser ist mit dem Kron- prinzen und dem Prinzen Albrecht heute zur Jubel feier des Königs-Grenadier-Regiments nach Liegnitz abgereist. Die Reise nach Ems ist nunmehr definitiv auf den 14. d. M. festgesetzt.

Königsberg. Bischof Krementz hat, wie Zig. berichtet, am 24. Mai die Rückreise von Rom angetreten. Das Gerücht, daß er nicht mehr in seine Dibcese zurückkehren, sondern seinen bleibenden Aufenthalt in Rom nehmen werde, bestätigt sich also nicht.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 5. Juni. Die Garnison von Orsowa ist durch Honveds verstärkt worden.

Prag, 4. Juni. Die Alt- und Jung ⸗Tschechen errichteten heute Nacht Scheiterhaufen am Ziska⸗ Berge, verbrannten das Bildniß des Papstes und dessen anti-russische Allocution unter dem Absingen von National- Liedern. Es wurden bei dieser Gelegenheit mehrere tschechische Studenten verhaftet.

Frankreich. Paris. Der Ministerprä⸗ sident Herzog von Broglie wird beim Zusammen⸗ treten der Kammern am 16. Juni die sofortige Berathung des Budgets beantragen. Für den Fall, daß diese abgelehnt würde, wird das Ministerium dem Vernehmen nach vom Senat die Beschluß⸗ fassung bezüglich Auflösung der Deputirtenkammer fordern.

Decazes stattete dem russischen Botschafter Fürsten Orloff einen Besuch ab, um sein Bedauern über die Angriffe auszudrücken, welche die gou- vernementalen Journale wegen seines angeblichen Zusammentreffens mit Gambetta bei Thiers gegen ihn richteten.

Belgien. Brüssel, 5. Juni. In der Repräsentantenkammer erklärte heute der Minister des Auswärtigen auf die Interpellation Frere- Orban's, der päpstliche Nuntius habe niemals die Sprache geführt, welche die klerikalen Blätter ihm zugeschrieben. Seine Worte hätten weder den Sinn, noch die Absicht gehabt, zu den Waffen aufzurufen.

Lüttich, 5. Juni. Der König empfing unter Andern Deputirte und den Provinzialrath. Er betonte dabei wiederholt die schwierige Lage Belgiens. Die früheren Garantien des europäischen Gleich gewichts seien weggefallen. Belgien müsse selbst seine Unabhängigkeit und seine Nationalität sichern und sei die Regierung daher genöthigt, neue Credite zu Vertheidigungszwecken zu verlangen.

Holland. Haag, 3. Juni. Die Königin

ist heute Vormittag gestorben; sämmtliche Familien-

Mitglieder waren hier versammelt.

Großbritannien. London. Ein der Admiralität zugegangenes Telegramm von dem Befehlshaber der englischen Flottenabtheilung in den peruanischen Gewässern aus Jquique vom 1. Juni meldet: Das Thurmschiff der peruanischen AufständischenHuascar hat Piraterie gegen englische Unterthanen begangen. Die englischen KriegeschiffeSchab undAmethyst haben in Folge dessen denHuaecar angegriffen, welcher zwar bei der hereinbrechenden Dunkelheit entkam, jedoch stark beschädigt wurde. ATðtalien. Rom, 3. Juni. Der König empfing beute aus Anlaß der Feier des 30 jährigen Bestehens der Verfassung die Großwürdenträger und erklärte gelegentlich seiner Danksagung für die überreichte Adresse, daß er zur Vertheidigung der Freiheit und Größe Italiens stets bereit sein werde. Der Papst empfing behufs Entgegennahme der Glückwünsche zu seinem Bischofs⸗ Jubiläum viele, zumeist italienische, Pilger und sodann in besonderer Audienz den außerordentlichen Abge- sandten des Kaisers von Oesterreich Grafen Larisch.

4. Juni. Gestern Abend bewegten sich aufgeregte Volkshaufen gegen das Quirinal, zogen sich indeß auf das Einschreiten der Sicherheits- Wache unter dem Rufe:Es lebe der König! Es lebe die Verfassung! zurück und begaben sich vor das Ministerium des Innern unter Hochrufen auf den König und Nicotera. Auch von hier wurden sie von der Polizei fortgewiesen.

Türkei. Constantinopel, 2. Juai. Der ehemalige Großvezir Mehemed Ruschdi Pascha hat, zum Sultan berusen, diesem die Wieder⸗Einsetzung Midhat Pascha's als einziges Auskunstsmittel in der gegenwärtigen Lage anempfohlen.

3. Juni.(Amtlich). Die Meldung don der Wiedereinnahme Ardahan's durch die Türken beruht auf einem Irrthum. In Folge einer Bewegung der Montenegriner, welche Zlaslop, Piva und Touzra angegriffen haben, marschirt Suleiman Pascha auf Gacko.

Aus Syra meldet man: Unter den türkischen Beamten herrsche große Entmuthigung; man sehe ein, daß die Türkei nicht im Stande sei, Rußland zu widerstehen. Die Hoffnung, daß die Einnahme von Suchum⸗Kale zur Insurgirung des Kaukasus führen könne, sei aufgegeben, da die Tscherkessen von allzugroßer Furcht vor den Russen erfüllt seien und die Waffen wieder niederlegten. Die Türkei befinde sich in einem Zustand materieller Ohnmacht; eine Verlängerung des Widerstandes sei ohne Alliirte äußerst schwierig. Die moralische Schwäche der Türkei zeige sich in dem Mangel an guten Truppenführern, in der Langsamkeit der Kriegs⸗Operationen und dem Zwiespalt im Innern.