Münzverwaltung, Staatsdruckerei und Gestütsver⸗ waltung unverändert. Sodann genehmigte das Haus den Antrag des Abgeordneten Schellwitz, wonach den Mitgliedern der Special-Commissionen für Auseinandersetzungs Sachen wegen des Ver⸗ lustes ibrer bisherigen Diätenbezüge eine Ent⸗ schädigung zugebilligt werden soll. Im weiteren Verlauf der Debatte wurde Seitens des Ministers Friedenthal die Zusicherung gegeben, daß der Plan für die definitive Organisation des land- wirtschaftlichen Lehr⸗Instituts zu Berlin vorgelegt würde, sobald die Finanzlage des Staates solches gestatte. Schließlich ward ein Antrag des Abge⸗ ordneten Donalies an die Budget. Commissson ver · wiesen; derselbe gebt dahin, daß die vom Minister aus Anlaß des Ausbruchs der Rinderpest der
nach Düsseldorf machte. Er erkrankte alsbald an einer Rippenfell⸗ Entzündung, welcher nach drei. tägigem Krankenlager ein Lungenschlag folgte, der dem Leben ein Ziel setzte.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Montengro beansprucht die Sutowina, wogegen Oesterreich opponirt.— Ignatieff kommt nächsten Montag nach Wien. Zimmer sind telegraphisch bestellt.
Triest, 1. Febr. Freiherr v. Werther ist nebst den an der Conferenz betheiligt gewesenen österreichischen Diplomaten Graf Zichy und Frei⸗ herr v. Calice auf dem Lloyd⸗Dampfer„ Castore“ aus Constantinopel hier eingetroffen.
Frankreich. Versailles, 1. Febr. In der
technischen Commission für Beterinärwesen zur Begutachtung vorgelegten Vorschläge als zweck, mäßige und correcte schleunigst zur Ausführung gebracht werden sollen.— 3. Febr. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde zunächst 45 Verlage über Abänderung der Vorschristen für die Veranlagung der Grund-, Classen- und Einkommen- Steuer an die Budget-Commission verwiesen. Hin- sichtlich des Nochweises, betteffend den für den Etat der Eisenbahn-Verwaltung im Jahre 1875 ausgesetzten Diepositions⸗-Fonds von 10 Millionen, ertheilte das Haus auf den Bericht der Budget- Commission Decharge, und genehmigte sodann nach längerer Debatte in zweiter Lesung unver⸗ ändert den Etat des landwirthschaftlichen Ministe⸗ riums. Nach Erledigung des von der Budget— Eommission erstatteten Berichtes über die Rechen schaftsablage bezüglich der Consolidation von Staats Anleihen genehmigte das Haus in Fort- setzung der zweiten Lesung des Staatshaushalts- Entwurfes die Etats der Porzellan Manufactur, des Herren- und Abgeordneten Hauses unverändert. Schließlich wurden noch die Etats der allgemeinen Finanz Verwaltung und des Ministeriums des Innern, letzterer bis einschließlich des Titels über die Verwaltung der Strafanstalten, nach unerheb— licher Debatte angenommen.
— Nachdem nunmehr die Stichwahlen be— endigt sind, stellen sich die Partheien im Reichs- tage folgendermaßen: Conservative 35, Deutsche Reichspartei 35, dazu: 3 sächsische Conservative und 2 preupische Minister 5, Liberale, sich von rechts her anschließend an die Nationalliberalen 4, Nationalliberale 128, zwischen diesen und der Fort- schrittspartei stehend, resp. noch unentschieden 14, Fortschrittspartei 35, Volkspartei 1, Sotialdemo⸗ kraten 13, Ultramontane mit ihren hannover'schen Hospitanten 97, Poien 14, Dänen 1, Elsaß⸗ Lothringer 15.
— Weder eine demaächstige Drei⸗Kaiser-Zu⸗ sammenkunft in Warschau, noch die Fortsetzung der Conferenzen wird hier für wahrscheinlich ge⸗ halten. Friedens und Kriegs- Gerüchte hallen sich die Waage.
— Ein päapstliches Breve verbietet allen katho— lischen Geistlichen die Uebernahme von Staats- Aemtern ohne bischöfliche Erlaubniß.
— Es wird eine Vorlage über eine Anleihe von 30 Millionen Mark für die Sicherung der Nogat⸗Niederung, sowie anderweitiger Bauten be— absichtigt.— Freiherr von Werther wird hier erwartet, um Bericht über die Conferenz zu erstatten.
Kohlscheid. Mit Bezugnahme auf die der „Aach. Ztg.“ entlehnte Mittheilung, daß in Kobl⸗ scheid in Folge von Arbeiter-Entlassungen Excesse statigefunden und zur Unterdrückung derselben Militär aus Jülich requirirt worden, wird der „Köln. Zig.“ geschrieben, daß zwar Arbeiter Entlassungen, jedoch nicht der geringste Exceß stattgesunden, also sicherlich keine Veranlassung vorlag, Militär aus Jülich zu requirtren
Posen. Cardinal Ledochowski wird sich dem hiesigen Gericht nicht stellen, da er die Competenz eines preußischen Gerichtshofs nicht anerkennt.
Stuttgart. Wie die„d. Volks- Zeitung“ mittheilt, zog der verlebte Herzog Eugen von Württemberg sich bei einem Abschleds Essen in Benrath eine Erkältung dadurch zu, daß er, dem schönen Sonnenschein und milden Wetter verttauend, ohne Mantel die Fahrt nach Benrath und zurück
heutigen Sitzung der Deputirtenkammer erhob Tardien (radikal) gegen den Minister die Beschuldigung, daß er die Beamten der Republik nicht gegen den Klerus schütze, worauf der Minister erwiederte, er werde seine Machtbefugnisse, so lange er solche inne habe, mit Festigkeit und Mäßigung hand— haben und Niemand gestatten, sich der Anwendung der Gesetze zu entziehen. Nachdem Tardieu die don ihm eingebrachte motivirte Tages-Ordnung zurückgezogen hatte, wurde von der Kammer die einfache Tages-Ordnung angenommen.
— 2. Februar. In Folge der Suspensirung des„Journals Droits de l'homme“ beschloß die Deputirten- Kammer, heute den Antrag Madier's de Montjau, welcher die Aufhebung des die Unter drückung und Suspension der Journale betreffenden Decrets von 1852 bezweckt, auf die Tagesordnung zu setzen.
Dänemark Kopenhagen. Der König prolongirte den Reichstag bis zum 31. März, um dem Landthing hinlängliche Zeit zur Berathung des Finanz-Budgets zu geben.
Großbritannien. London. Die amt⸗ liche Zeitung veröffentlicht eine Verordnung, wo⸗ nach wegen Ausbruchs des gelben Fiebers sämmt— liche aus Cuba und allen zwischen dem 35. und 60. Längegrad westlich von Greenwich und dem 4. und 40. Breitegrad südlich von Greenwich belegenen Häfen kommenden Schiffe keine Person ohne vorherige Prüfung des Gesundheitsstandes und Genehmigung der Behörden an's Land setzen dürfen.
— 2. Febr. Privatdepeschen aus Pera zu⸗ folge setzte die Pforte die Zinszablung auf die türkischen Anlehen von 1854 und 1871, zu welcher Fonds bei der englischen Bank deponirt sind, bis zur vorerst zu ertbeilenden Genehmigung der türkischen Reichsvertretung aus. In Folge hier- von begab sich eine Deputation von Inhabern der türkischen Anlehen welche über diese Nachricht Erkundigungen einziehen wollte zum hiesigen türkischen Botschaster Odian Effendi und dieser erklärte das Gerücht für unbegründet.
Italien. Rom. Die amtliche Zeitung veröffentlicht ein königliches Decret, durch welches die am 16. November v. J. zwischen Italien und Rumänien abgeschlossene Handels- Convention in Kraft gesetzt wird. Einem anderen Decret zufolge ist die Einfuhr wiederkäuender Thiere, welche von Hamburg oder Altona ausgeführt sind, untersagt.
— Der„Diritto“ meldet: Ein Gerichts diener des Zuchtpolizei Gerichtes übergab gestern dem Cardinal Grafen Ledochowski eine Anklage und einen Vorladungsact vor das Tribunal in Posen für den 7. und 8. Februar, um sich wegen der ihm zur Last gelegten Vergehen gegen die deutschen Kirchen⸗Gesetze zu verantworten.
— 3 Febr. Der„Agenzia Stefani“ werden die an der Pariser Börse ausgestreuten Gerüchte über das Ableben des Papstes als unbegründet bezeichnet; derselbe babe gestern die Oberen der religiösen Orden zur Weihe der Kerzen empfangen.
Türkei. Constantinopel, 1. Februar. Amtlich werden folgende Ernennungen kundgegeben: Nussuf Pascha zum Finanz, Murif Effendi zum Unterrichts- Minister, Savas Pascha zum Gouverneur der Archipel⸗Provinz, Konstant Pascha zum Musteschar des General- Gouverneurs von Bosnien. Einige andere christliche Musteschars sollen noch ernannt werden. Aus dem westlichen
Theile Bulgariens wird unter dem Namen Kossopa ein neues Bilajet gebildet.
— 1. Febr. Die„Presse“ meldet: Azarfan Effendi hat gegenüber dem Fürsten von Montenegro erklärt, die Pforte sei bereit, Montenegto eine Gebiets Abrundung zu gewähren, jedoch solle diese, da Artikel 1 der türkischen Verfassung das osmanische Reich als ein untrennbares Ganzes erkläre, in Form einer Grenz⸗ Berichtigung vorge⸗ nommen werden.
— Zur Führung der Friedens⸗Verhandlungen mit Montenegro wurde Constant Pascha bestimmt.
Montenegro. Cettin je, 1. Februar. Dem Vernehmen nach hat der Fürst von Mon⸗ tenegro in Beantwortung der bezüglichen Depesche des Großveziers den Antrag der Pforte, in Friedens-Verhandlungen einzutreten, angenommen und demzufolge an die Pforte das Ersuchen ge— richtet, die Bedingungen zu präcistren, unter welchen dieselbe die Verhandlungen einleiten wolle.
Serbien. Belgrad, 3. Februar. Die „Politische Correspondenz“ schreibt: Die Antwort der Pforte auf das Exsuchen der serbischen Re— gierung, ihr von den gewünschten Garantien für die Auftechterhaltung des Friedens Kenntniß zu geben, sei so geartet, daß Serbien vorerst die Ver— handlungen nicht fortsetzen könne, da diese Garan— tien, die Seitens der Pforte gefordert würden, die von letzterer aufgestellte Grundlage des status quo ante bellum für Serbien illusorisch machten. Dieselbe Correspondenz meldet aus Bukarest, die rumänische Regierung habe ihre Agenten bei den fremden Staaten angewiesen, die Gerüchte über einen angeblichen Allianz Vertrag zwischen Ruß- land und Rumänien als unbegründet zu bezeichnen; von einer Betheiligung Rumäniens an einer etwaigen kriegerischen Action könne keine Rede sein.
Rumänien. Bukarest, 2. Febr. In Folge der gestrigen Interpellation Stourdza's überwies der Senat seinen Sectionen eine Motion zur Begutachtung, die die Regierung verpflichtet, das Budget von 1877 zu equilibriren. Dem
„Timpul“ zufolge gab das ganze Cabinet, mit
Aus nahme des Ministerpräsidenten Joan Bratiano, seine Demission.
Rußland. Petersburg. Nach einem
Pariser Brief der„Indépendance“ erklärte der Zar dem französischen Botschafter General Leflo, Rußland würde in der Circular⸗Note keine eigene politische Verhaltungs-Linie vorschlagen; dagegen würde es die fünf Mächte auffordern, Vorschläge zu machen, um die Lage der Türkei gegenüber Europa endgültig zu ordnen. L die Nachrichten auswärtiger Blätter von Verhandlungen über eine russische Anleihe oder einer Einleitung zu russischen Finanz Operationen werden von amtlichen Kreisen für unbegründet erklärt.
— 3. Febr. Was in auswärtigen Zeitungen über die Organistrung des Landsturms geschrieben wird, wird hier als nicht zutreffend bezeichnet. Nirgendswo haben Berufungen zum Landsturm stattgefunden; es liegt nichts weiter vor, als die längst erwartete ergänzende Rovelle zum Gesetz über die Wehrpflicht. Insbesondere hat auch der Minister des Innern nicht, wie behauptet worden, einzelnen Gemeinden Darlehen oder Vorschüsse für die Organisation des Landsturmes bewilligt.
Amerika. Washington. Im Monat Januar hat sich die Bundesschuld um 2,069,000 Doll. vermindert. Die Bestände des Bundesschatzes be⸗ laufen sich gegenwärtig auf 86,477,000 Doll. in Gold und 9,496,000 Doll. in Papiergeld.
— 1. Febr. Der Senat und das Reprä⸗ sentantenhaus hielten heute gemeinschaftliche Sitzung behufs Vornahme der Zählung der in den ein- zelnen Staaten bei der Präsidentenwahl abgege— benen Stimmen. Die Zählung geschah nach der alphabetischen Reihenfolge der Staaten. Dabei ergaben Alabama, Arkansas, Connecticut und Delaware Maforitäten für Tilden, Californien und Colorado dagegen für Hayes. Gegen die Stimmenzählung dieser Staaten erhob sich keinerlei Einwendung. Hinsichtlich der Wahlen in Florida aber, für welche verschiedene Berichte und von beiden Parteien erlassent Proteste vorlagen, wurde
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