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1877.
Aer, At
Dienstag den 4. Dezember.
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»Oberhessischer Anzeiger.
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Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regier— ungsblatt Nr. 46 enthält:
I. Bekanntmachung üver abgekürzte Maß- und Ge— wichtsbezeichnungen: Längenwaße: Kilometer km, Meter m, Cenlimeter em, Millimeter mm. Flächen maß“: Quadrat kometer qxm, Hektar ba, Ata Quadtatmetet qm, Quadrat
tenlimetet gem, Quadraimillmeter amm. Körpermaße: Nubikmeier edm, Hekloltter hl, Luer 1 Kubekcentimeter eem, Nubikmillimeter mm. Gewichte Tonnest Kilogramm kg Gramm g, Milligramm mg. Den Buchstaben werden Schlußpunkte nicht beigefügt. Die Buchstaben werden an das Ende der vollständigen Zablenausdrücke— nicht über bas Decimalkomma derselben— gesetzt, also 5,37 m— nicht 5 m 37 und nicht 5 m 37 em. Zur Trennung der Einerstellen von den Decima, stellen dient das Komma nicht der Punkt. Sonst ist das Komma bei Maß- und
nen Abtheilung mehestelliger Zablenausdrücke.
0„0(heilung ist durch Anordnung der Zahlen in Gruppen zu
ingetaschen je 33 ffern, vom Komma aus gerechnet, mit angemessenem Zwischenraum zwischen den Gruppen zu bewirken.
d Taptzirr, II. Bekannimachung über die Nichterhebung einer
Umlage in Bermersbeim.
III. Ordeusverleibungen.
IV. E mächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
V. Dienstnachrichten.
VI. Concurrenzeröffnungen. Erlediat sind: die kath. Schulstelle zu Groß-Umstadt, Gehalt 942 M. 86 Pf.; die 1. Schulstelle in Messel, Gehalt 901 M. 8 P..; die 2. Lehrerstelle an der Schule zu Grünberg, Gehalt 1371 M. 50 Pf.; die 2. Schulstelle zu Kelsterbach, Gehalt 854 M. 46 Pf.; die exang. Pfarrstelle zu Raunheim Gehal! 3333 N.
Berlin, 28. Nov. Die Criminal Polizei hat einen übel berüchtigten Menschen Namens Perbst zum Geständniß gebracht, daß die Briefe ein das Polizei- Präsidium in Sachen des„Atten— säters Lubowski“, die dessen Ankunft anzeigten, son ihm herrührten.
— 30. Nov. In dem Proceß gegen den Schriftsteller Rudolf Meyer, welcher beschuldigt ist, durch die Broschüre:„Politische Gründe für die Corruption in Deutschland“, den Fürsten Bismarck beleidigt zu haben, verurtheilte heute die Criminal Deputation des hiesigen Kreisgerichts den Ange- llagten in contumaciam zu einem Jahr Gefängniß. Die von Dr. Guido Weiß erhobene Nichtigkeits- Beschwerde gegen das Urtheil des Kammergerichts, pelches wegen Majestäts Beleidigung auf drei Monate Festungshaft erkannt hatte, ist heute vom Obertribunal zurückgewiesen worden.
Dec. In der gestrigen und heutigen
belschreinel,
Abubofe.
nen Nobels, 1 elonguts, .* 1.
fle tathung des Etats des Cultus-Ministeriums fort-
„ dich, gesetzt. Dem Hause ist der Gesetzentwurf über a 14 debe zie Umgestaltung der sächsischen Domstiste zuge- een bangen. 5 ersehe Kitzingen, 1. Dec. Bei der am vergangenen due Dienstag stattgehabten Stichwahl für die Wahl a0 tines Rrichstags⸗Deputirten des Kreises Kitzingen 1 24 erhielt Graf Schönborn(Centrum) 9485, Pro- sessor Roth(liberal) 8517 Stimmen. bet Straßburg. Eine vom„Reichs- Anzeiger“ zeröffentlichte kaiserl. Verordnung beruft den elsaß⸗ lothringischen Landes- Ausschuß auf den 0 irc ach Straßburg. 760 Ausland. 110 Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 29. Nov. Der Ausgleichs-Ausschuß hat die Bestimmung ange ig dommen, daß die Zölle in Gold zu entrichten sind. a a Frankreich. Paris, 29. Nov. Der n NMarschall-Präsident hat heute den Präsidenten der Deputirtenkammer, Grévp, empfangen. 5 6. T— 30. Nov. Die Besprechung des Präst⸗
e enten mit Grévy war bis jetzt noch erfolglos. — Der Rührer Mac Mahon's ist wahrscheinlicher,
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Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde die Be⸗
als daß er nachgibt. Die Mehrheit des Senats ist gegen eine zweite Auflösung der Kammer.
Versailles, 29. Nov. In der heutigen Sitzung des Senats befürwortete Denormandie den Antrag Feray auf Ernennung einer Unter- suchungs-Commission wegen des Nothstandes von Handel und Industrie. Rouland(Gouverneur der Bank von Frankreich) erklärte sich ebenfalls zustimmend, indem er hervorhob, daß die Krisis bereits zwei Jahre zurückreiche; das beste Mittel, derselben abzuhelfen, wäre ein Waffenstillstand der politischen Parteien verbunden mit der Votirung des Budgets.
— 30.
Nov. Der Senat beschäftigte sich
Gewichtszahlen nicht anzuwenden, insbesondere nicht zur heute mit der Ernennung der 18 Mitglieder der Solche Ab Untersuchunge⸗Commission über den Nothstand
von Handel und Gewerbe zworläufig kam nur die
Wahl von 14 zu Stande, davon gehören 11 der Rechten an,— Auf die Nachricht, daß mehrere Senatoren und Deputirte bei den Präsidenten beider Kammern Schritte gethan hätten, um ihren Besorgnissen bezüglich der Sicherheit der Volks Vertretung Ausdruck zu geben und die Mittel, durch welche sie eventuell vertheidigt werden könne, in Erwägung zu ziehen, hat der Marschall-Prä⸗ sident Veranlassung genommen, die Präsidenten der Deputirtenkammer und des Senats zu sich zu laden und ihnen die Versicherung zu geben, daß derartige Befürchtungen ohne Begründung seien und die Volks Vertretung keinerlei Gefährdung ausge— setzt sei.
Großbritannien. London. Die britische Flotte, welche die Besika Bey verlassen sollte, um bei Smyrna oder Malta zu überwintern, ist jetzt angewiesen worden, in der Besika-Bey zu verbleiben.
Italien. Rom, 1. Dee. In der Deputirten⸗ Kammer machte der Minister des Innern, Nicotera, bei Berathung des Budgets des Ministeriums des Innern die Mittheilung, daß es gelungen sei, das Brigantenthum zu beseitigen und die öffentliche Ruhe wieder herzustellen.
— Der„Standard“ signalisirt aus Konstan⸗ tinopel den Ausbruch eines ernstlichen Zwistes zwischen der Pforte und Italien wegen der Beschlag⸗ nahme zweiter italienischen Schiffe im Bosporus, welche die Blokade passirt hatten. Der italienische Gesandte Corti drohte, sofort die Blokade für unwirksam zu erklären, falls die Schiffe nicht freigegeben würden, und erklärte, daß Italien die äußersten Maßregeln ergreifen und die Pforte zwingen werde, nachzugeben.
Türkei. Constantinopel. Weitere Nach- richten von hier bestätigen vollkommen den einge- tretenen Umschwung. Mahmud Damat's Einfluß ist beseitigt, die Idee eines Sonder-Friedens auf— gegeben.
— 29. Nov. Ein vom gestrigen Tage datirtes Telegramm Suleiman Pascha's aus Rasgard be— richtet von einer starken türkischen Offensiv-Recognos⸗ cirung, welche am Dienstag von Kadikioi mit 40 Bataillonen Infanterie, Cavalerie und 8 Batterien Artillerie in der Richtung auf Trestenik und Metschka unternommen worden sei. Nach einem mehr- stündigen heißen Kampfe mit den fast gleich starken Russen seien diese zuerst gegen Trestenik zurückge- worfen; nachdem sie aber Verstärkungen erbalten, mußten sich die Türken in der Defensive halten und kehrten die Recognoseirungs-Truppen am nächsten Morgen nach Kadikioi zurück.
— 209. Nov. Ein Telegramm Mehemed Ali's meldet, daß ein russischer Angriff auf die Balkan
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Befestigungen bei Uerkrough und Delsepol abge⸗ wiesen wurde.
— Der zum Commandeur der Reserve⸗Armee ernannte Reuf Pascha soll in Adrianopel ange— kommen und mit Herstellung eines Lagers von 50,000 Mann beschäftigt sein. Ejub Pascha hat das Commando am Schipka-Paß übernommen. Der Schneefall im Balkan ist stärker geworden.
— Ein Telegramm Mrkhtar Pascha's aus Erzerum vom 30. Nov. berichtet: die Russen errichten Winter- Quartiere in den Dörfern der Ebene. Ihre Avantgarde steht auf Dewebogun, Es hat kein Engagement stattgehabt.
— Djemil Pascha ist zum Gouverneur von Adrianopel ernannt an Stelle von Achmet Vefik Pascha, welcher wahrscheinlich Präsident der Kammer wird. Haidar Effendi ist zum Gouverneur von Angora ernannt.
Montenegro. Cettinje, 1. Dec. Ein Versuch dreier türkischen Kriegsschiffe, Truppen vor Antivari auszuschiffen, wurde durch kräftige Beschießung Seitens der Montenegriner vereitelt.
Serbien. Belgrad. Die serbische Regierung hat beschlossen, die Skupschtina auf den 15. Dec. nach Kragujevatz einzuberufen und derselben die serbisch⸗russische Convention, sowie das Budget vorzulegen. Die Belgrader Milizbrigade ist nach Saitschar abmarschirt. Der serbische Agent Christies in Konstantinopel hat als neueste Anweisung den Auftrag erhalten, seinen Posten nur dann zu verlassen, wenn er von der Pforte dazu aufge— fordert werde.
Rumänien. Bukarest. Aus Bogot vom 29. Nov. wird officiell gemeldet: Nach einer sechstägigen Kanonade haben die Rumänen Lom Palanka besetzt. Die türkische Garnison hat sich nach Widdin zurückgezogen.
Rußland. Petersburg. Man schreibt von hier: Von Eroberungs⸗Gelüsten ist in Ruß⸗ land außer von den slavophilen Schreiern keine Rede. Nur den Hafen von Batum, welcher zu- folge eines Versehens im Frieden von 1829 weg- blieb, dürfte Rußland beanspruchen und das übrige Armenien besetzt halten, bis die Pforte die Kriegs kosten gezablt hat. In Europa wird Rußland keine Scholle Land erwerben, sondern die in den christlichen Provinzen einzuführende Verwaltung dem europäischen Schutz unterstellen.
— Officiell. Ueber die Einnahme von Etropol werden folgende Einzelheiten gemeldet: Der Kampf dauerte vom Morgen des 22. November bis um 3 Uhr Nachmittags am 24. November. Am 22. November wurde der ganze Tag dem Ge— plänkel und dem Herausschieben der Geschütze auf die Felsen gewidmet. Am 23. November Morgens eroberten die von Capitän Reutern geführten Frei— willigen des Preobraschensky'schen Regiments durch plötzlichen Angriff eine Redoute, in Folge dessen die von der Flanke beschossenen Türken ihre ganze vordere Linie verlassen mußten, welche sodann durch die Colonne des rechten Flügels unter dem Prinzen von Oldenburg besetzt wurde. Hierauf unterhielt diese Colonne ein Geplänkel bis zum Abend, während das Gleiche Seitens der Colonne des linken Flügels geschah, die sich zur Umgehung der rechten türkischen Flanke anschickte. Am 24. No- vember Morgens begann letztere Colonne unter dem Flügel- Adjutanten Obersten Lubowitzly immer mehr und mehr die Flanke der Türken und deren Rücken zu umgehen und zwang endlich den Feind, sich in die Haupt⸗Redoute zurückzuziehen, welche den


