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Samstag den 3. November.
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Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
Areisblatt für den Kreis Friedberg.
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Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Betreffend: Die durch Beilreibung der Communal Intraden im III. Quartal 1877 entstandenen Kosten.
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30. October 18
Friedberg am
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Wir erinnern an die sofortige Einsendung der rubrieirten Verzeichnisse.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Prinz Alexander wird sich, dem Vernehmen nach, nach Beendigung der Hof— jagden in Oberhessen von dort direct nach Peters burg begeben und daselbst auf unbestimmte Zeit verweilen.
— 31. Oct. Der Abgeordnete Möllinger. hat s. Z. in der zweiten Kammer den Antrag ge⸗— stellt, die Regierung zu ersuchen, daß die Beiträge zum Eisenbahngeländeerwerb derjenigen Gemeinden, welche nach der Entscheidung des Oberappellations- gerichtes beitragsfrei werden, nicht auf die Bei— tragspflichtigen vertheilt, sondern auf die Staats— kasse übernommen werden sollen. Die Gründe des Abg. Möllinger fanden die Billigung des Finanz- Ausschusses und beantragt derselbe, dem Antrag stattzugeben. Auf Anfrage des Berichterstatters hat sich der Ministerprästdent bezüglich des Antrags dahin geäußert, daß die Regierung nicht beab— sichtige, dem Antrage Widerspruch entgegenzusetzen und daß, wenn Seitens der Stände das Ersuchen heschlossen werden sollte, sie ihrerseits bereit sein würde, demselben zu entsprechen.
Berlin, 30. October. Abgeordneten⸗Haus. (Schluß.) Bei der nun folgenden ersten Be⸗ zathung der Wege Ordnung, welche ein weiteres Interesse nicht bictet, beschließt das Haus Ueber— peisung an eine Commission von 28 Mitgliedern. 31. Oct. In der heutigen Sitzung kam der Untrag Windthorst auf Aufhebung des Verbots ler Pferde ⸗ Ausfuhr zur Verhandlung. Frenzel sellte den Antrag: das Haus möge erklären, daß das Ausfuhr Verbot die einheimische Pferdezucht erheblich schädige, und die Regierung zu erneuten Erwägungen veranlassen, ob die gegenwärtige politische Lage die Aufrechterhaltung des Verbots loch rechtfertige. Beide Anträge werden verworfen. Die allgemeine Rechnung über den Etat von 1874 sowie die Rechnung über den Fonds des ehe— naligen Staatsschatzes pro 1874 wird an die Rechnungs- Commission überwiesen. Die Ueber— scht der Staats Einnahmen und Ausgaben für 1876 rief eine längere Debatte hervor. Rickert beantragte in Anbetcacht der Wichtigkeit des Gegen— andes aus nahmsweise die Ueberweisung an die Budget- Commission. Das Haus beschloß aber dle Ueberweisung der Vorlage an die Rechnungs- Commission. Die Nachweisung über die Verwend—
ung des im Eisenbahn-⸗Etat pro 1876 vorgesehenen Dispositions-Fonds von 900,000 M. wurde an die Budget⸗Commission gewiesen.
— 1. November. Die Wieder-Aufnahme der Zoll-Conferenz ist beschlossen; Oesterreich wünscht unter der Bedingung der meistbegünstigten Nationen abzuschließen. Zur Sicherstellung des Zoll- Cartells iber den freien Rohstoff Import nach Deutschland nacht es Letzterem ein Zugestängniß hinsichtlich der Appretur. Im Ablehnungs Fall tritt ein Movisorium ein, bezw. der autonome Tarif. Unterrichtete Personen wollen wissen, daß sofort n Verhandlungen in Betreff der Feststellung des atonomen Tarifs unter Vorfitz Hasselbachs ein— gelreten werden solle.
Ausland. Hesterreich⸗UUngarn. Pest, 30. Oct.
brute Nachmittag fand hier unter Vorsstz des Kate ie gemeinsame Minister-Berathung in Betreff der
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Beziehungen zu Deutschland statt.— Der„Lloyd“ dementirt auf's Entschiedenste die gestrige Mittheilung der„Wiener Montags Revue“: Oesterreich und England hätten vor Ausbruch des Kriegs mit Vor— wissen Deutschlands dem Fünsten Gortschakoff gegen— über erklärt, die Einverleibung auch nur eines Quadrat-Zolls des türkischen Gebiets in Europa wäre ein Kriegsfall.
Frankreich. Paris, 30. Oct. Nach dem Ergebniß des heutigen Ministerraths erscheint es sicher, daß vor dem Zusammentreten der Kam- mern keinerlei Modification im Cabinet vorgenom- men wird. Man glaubt hier, daß in dem Fall, daß sich der Marschall-Präsident zur Politik der Transaction entschließen sollte, der Senats⸗Präsi⸗ dent Herzog Audiffret Pasquier berufen werden würde, eine derartige Politik vorzubereiten. Greoy ist zum Kammer Präsidenten ausersehen. Ein Cabinet Pasquier, Renault, Say und Waddington gilt als ein möglicher Versuch.
Türkei. Constantinopel. Suleiman Pascha meldet vom 29. October: Die russische Abtheilung auf der Insel gegenüber Slobozia ist zurückgewiesen worden.— Russische Cavalerie und Infanterie besetzte Bourza, zwei andere Regimenter Culchwo bei Solenik.— Reuf Pascha telegraphirt aus Schipka: Am 24. d. griffen etwa 1000 Bul⸗- garen die Befestigungen bei Maraguedix an, wurden aber zurückgewiesen. Ein tscherkessischer Reitertrupp, zur Recognoscirung des Turpan-Passes ausgeschickt, schlug 1500 Bulgaren unter Tschkaovassi.— Die türkischen Zeitungen behaupten, Chefket Pascha halte eine günstige Position auf der Straße von Orhanie nach Plewna besetzt. Officielle Bestätigung fehlt, jedoch spricht man von einem bedeutenden Kampfe bei Plewna. Die Regierungs- Kreise schweigen darüber. Der gestrige außerordentliche Kriegsrath berieth über die letzten Depeschen aus Plewna und Orhanie. Es geht das Gerücht von Gefechten in der Nähe von Rasgrad.
— 30. Oct. Gestern fand bei dem Patriarchen Hassun eine Notabeln-Versammlung von katholischen Armeniern statt, zu dem Zwecke, eine Verständig— ung zwischen der kupellanistischen und hassunistischen Partei herbeizuführen. ö
Erzerum, 31. Oct. Die türkische Armee hat sich gestern von Hassan-Kaleh zurückgezogen. Die in Hassan⸗Kaleh zurückgebliebene Arrieregarde wurde während der Nacht von einer beträchtlichen russischen Abtheilung vollkommen abgeschnitten. Zwei Bataillone wurden gefangen genommen. Die türkische Armee hat jetzt eine Vertheidigungs stellung bei Devebogun auf den Höhen östlich von Erzerum inne.
Montenegro. Cettinje. Man meldet von hier, daß Fuͤrst Nikolaus nach Orjaluka ab— gereist sei, und der Wiederbeginn der montene— grinischen Operationen bevorstehe. f
Rußland. Petersburg. Die„Times“ meldet aus Poradim: Au der Schlacht auf der Straße nach Sofia am 23. v. M. haben 12,000 bis 14,000 Russen, meistens den Garde Regimentern angehörend, theilgenommen. Die Türken verloren dabei an Todten 4000 und an Gefangenen eben— falls 4000 Mann. Die Russen zeigten außer⸗ ordentliche Tapferkeit und erstürmten bei dem dritten verzweifelten Angriff die türkischen Posttionen. Die Türken lockten zweimal durch Entfaltung von
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Dr., Biden
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Parlamentär- Flaggen die Russen in mörderisches Feuer.
— In den Kämpfen vom 24. und 28. Oct. bei Gornij⸗Dubniak und Telisch sind an türkischen Truppen 13 Tabors Infanterie, 5 Escadrons Cavalerie nebst 7 Geschützen von den Russen gefangen genommen, im Ganzen gegen 7000 Mann; unter diesen befinden sich 2 Paschas, gegen 200 Offiziere, 3 Engländer und ein in Constan⸗ tinopel domicilirter Franzose. Durch Mannschaften des Ismailow'schen Regiments wurde eine türkische Fahne genommen. In Folge der Niederlage vom 24. und 28. Oct. entfloh Chefket Pascha, als er der russischen Grenadier-Eclaireurs ansichtig ward, mit 12 Tabors aus Radomirzi und wird nun von der russischen Cavalerie verfolgt. Die Brücke in Radomirzi befindet sich unbeschädigt in der Gewalt der Russen.
— 30. October. Officiell. Gestern traf aus Köprikoi eine Meldung des Generals Heimann ein, wonach seit dem 28. October seine Cavalerie, vereinigt mit der Cavalerie des Generals Tergu⸗— kassoff, die hinter Köpriköi sich zurückziehenden Truppen Mukhtar Pascha's verfolge. Die Infanterie des Generals Tergukassoff sei im Vorrücken be⸗ griffen, um sich mit der Colonne des Generals Heimann zu vereinigen.
— Der„Golos“ veröffentlicht eine Depesche aus Kürückdara vom 30. October, welche meldet: In dem von den Russen besetzten Kagisman ist russische Verwaltung eingeführt.— Die Verhand- lungen mit Kars sind abgebrochen, die Stadt ist blockirt und das Bombardement wieder aufge— nommen worden.
Amerika. New Nork. Welsh ist zum Ge⸗ sandten der Vereinigten Staaten in London ernannt.
Aus Stadt und Land.
— h—. Friedberg. Heute am 1. November, Nachmittags 4 Uhr, zogen die Vorboten des Winters, die Kraniche, in einem ungeheuren Schwarm, so groß, wie der nicht mehr jugendliche Einsender dieses sich nicht erinnert, ihn je gesehen zu haben, über unsere Stadt in der Richtung nach Süden.
Allerlei.
Berlin. Ein Amerikaner hat die Erfindung gemacht, mittelst des Telegraphen-Drahtes Töne zu übertragen. Diese Erfindung wurde verbessert, so daß man jetzt ge— sprochene Worte durch den Draht übermittelt, welche am anderen Ende deutlich vernehmbar sind. Versuche mit dem „Telephon“ genannten Instrumente sind jetzt in Berlin auf größere Entfernung, und zwar zwischen dem Haupt⸗ Telegraphenamt in der Französischen Straße und der Telegraphenstation in Potsdam im Beisein des General⸗ postmeisters wiederholt worden, wobei man sich der unter⸗ irdischen Leitung zur Fortpflanzung des Tones bedient hat. Die Versuche sollen sehr befriedigende Ergebnisse ge— liefert haben.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 31. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund 80—95 Pf. Eier per Stück 8 Pf. i
Frankfurt, 31. Oet. Der heutige Heu- und Stroh⸗ Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Cent. M. 2.50— 3.40, Stroh per Cent. M. 2.— 2.40. Butter im Großen kostete 1. Qual. 90 Pf., 2. Qual. 80 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1. Eier per 100 M. 5.50— 7.60. Kartoffeln per 100 Kilogr. M. 6.—7.—. Erbsen, geschälte(per 100 Kilogramm) 28-30 M., ganze Erbsen 20—24 M.; Bohnen 25— 28 M.; Linsen 30—36 M. Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfund 75 Pf. Kuh- und Rindfleisch 55— 65 Pf., Kalbfleisch 50 75 Pf., Hammelfleisch 5063 Pf., Schweinefleisch 75-80 Pf.


