von einer unmittelbar bevorstebenden militärischen Action als verfrüht. Die Entscheidung hänge von dem Eintreffen der Antworten der Großmächte auf die Circular-Depesche des Fürsten Gortschakoff ab; das Eintreffen der Erwiederung des britischen Cabinets sei für Ende dieser Woche angezeigt.
— General Ignatieff wird sich demnächst nach Wien, Berlin und Paris begeben. Die Eröffnung der militärischen Aclion am Pruth in der gegen: wärtigen Jahreszeit ist unwahrscheinlich. Anderer- seits entspricht die Version, daß Rußland sich mit einer gemeipsamen Flotten-Demonstration im Bos- porus begnüge, keineswegs dem russ. Programme.
Amerika. Wasbington, 27. Febt. Das Repräsentantenbaus hat einen Gesetzvorschlag angenommen, wonach, falls das Ergebniß der Präsidenten-Wabl bis zum 4 März nicht bekannt gemacht sein sollte, die Präsidenten-Würde pro— visorisch dem Präsidenten des Senats zu über ⸗ tragen wäre, und für den Fall, daß dieser nicht die verfassungsmäßigen Eigenschasten dazu besäße, dem Präsidenten des Repräsentanten-Hausee, und, in Voraussetzung der Unfähigkeit des Letzteren, dem Staats-Secretär.
— 28. Febr. Der Schatz-Seeretär hat die Einlösung von 6 Millionen Doll. 5.20 er Bonds angekündigt.
— 28. Febr. In der heutigen gemeinschaft- lichen Sitzung der beiden Häuser des Congresses wurde beschlossen, die Wahlimmen von Nord— und Süd⸗ Carolina für Hayes, diejenigen von Tennessee und Texas für Tilden zu zählen.
— 1. März. Hayes ist heute von der Stadt Columbus nach Washington abgereist. Der Senat bat mit Einstimmigkeit die gegen die Wahl- Certi— ficate des Staates Vermont vorgebrachten Ein- wendungen zurückgewiesen.
Aus Stadt und Land.
Bingen, 28. Februar. Gestern Nachmitag zwischen 3 und 4 Uhr versank das Schiff„Drachenfels“, dem Schiffer Jakob Poß von Trier gebörig, von der Nieder— ländischen Rheederei nach Mainz geschleppt, bei heftigem Gewitter und Sturm am Binger Loch. Die Frau und das Kind ballen sich vor der Kalastrophe nach Bingen begeben und waren somit geborgen. Der Mann schwamm ans Ufer, als das Schiff nicht mehr zu ketten war und zu sinken begann, verstarb aber die Nacht im Binger Babhn— hofe, wie man sagt, vom Schlage gerührt. Das Schiff war mit Weizen beladen und nach Mainz bestimmt.
Allerlei.
Berlin. Das biesige Polizeipräsidium bat, durch verschiedene ihm zugegangene Nach ichen veranlaßt, aus mehreren Kauischuck- und Spielwaarenbanelungen soge⸗ nannte Gummi-Tbiere ankaufen und h mich untersuchen
lassen. In sämmilichen untenuchen Ex plaren find sehr bedeutende Mengen von Zinke xyd vor gunden worden (ungefähr 60 pCt. der Ache, welee ib erseits fast die Hälfte des Gewichts des ganzen Spialzeule beirug). Da gerade kleine Kinder, denen derart-pielwaaren am bäufigsten in die Hand gegeben w. den, dieselben fast
immer zum Munde führen und daran kauen oder saugen, so entsteht die Gesahr daß das Zink in den Magen der Kinder gelangt und ihre Gesundheit durch seine giftige Beschaffenheit erheblich gefährdet. Das Publicum kann deßbalb nicht dringend genug vor dem Ankaufe solcher Gummi ⸗Thiere gewarnt werden, da selbstverständlich eine Bestrafung der Fabrikanten auf Grund des§ 324 des Reichs⸗Strafgesetzbuchs den Kindern die Gesunoheit nicht wiedergeben würde.
Kassel. Die„Köln. Zig.“ schreibt: Die hessischen Agnaten baben ihren Prozeß wegen des kurbessischen Fideikommisses beim Kreisgericht in Kassel in erster Justanz gewonnen. Der Fiskus, welcher jenes Fideikommiß als Staalseigenthum in Anspruch nimmt, hat Unrecht erhalten und ist zu den Kosten verurtheilt, die 15,000 Mk. betragen sollen. Aber man macht sich im Publikum eine falsche Vorstellung, wenn man glaubt, daß die Agnaten, wenn sie den Prozeß auch in allen Instanzen gewinnen, auch nur einen Heller dafür erbalten würden. Zwischen dem preußischen Staat und dem hessischen Thronerben, Landgraf Friedrich, ist ein Vertrag abgeschlossen, wonach er auf seine Toronrechte verzichtet und dafür eine sehr bedeutende jährliche Summe erbält, die auf feinen erstgeborenen Sohn übergeht. So lange es männliche Nachkommen“ bat, baben die Agnaten keinen Anspruch auf das kurheffische Fideikommiß, und wenn sie ihren Prozeß schließlich ge— winnen sollten, so würden sie dadurch unmittelbar nichts erlangen, als daß sie bei gewissen Veräußerungen um ihre Zustimmung angegangen werden müßten. Schwetzingen, 28. Februar. In dem benachbarten Plankstadt spielten am Sonntag Nachmitiag zwei Knaben von 12 und 13 Jahren im Garten der Witiwe Friedrich Treiber mit einem geladenen Gewehr. Der ältere der beiden, Franz Moos, legt auf den jüngeren Jakob Friedrich Treider auf die Aufforderung hin, er solle nur zielen, das Gewehr sei nicht geladen, au, zielt, trifft— und das Opfer des unüberlegten Streiches sinkt, in den Kopf geloffen, sosort todt nieder. Wen trifft die Schuld an diesem beklagenswertben Felle, den unbesonnenen Knaben oder den Erwachsenen, der die gesäbrliche Waffe nicht besser verwahrte? Wie oft schon wurde durch die Presse gewarnt, und immer vergeblich!
ö Göppingen, 26. Febr. In der Nähe von Göppingen wurde letzten Freitag ein Metzgerbursche räuberisch ange— fallen und hatte es nur seinem treuen Hunde zu danken, daß er ohne weiteren Schaden zu leiden, davon kam. Der Hund verjagie den schnöden Wegelagerer und zerriß ihm seine Kleider so, daß es der Polizei gelang, ihm mi Hilfe dieses Kennzeichens auf die Spur zu kommen und ibn dem Oberamtsgerichze einzuliefern.
London, 28. Febr. Aus Dundee wird der Unter— gang des Dampfers„Spitzberge“ mit der ganzen Mann⸗ schaft u gemeldet.
g Handel und Verkehr. Frankfurt, 28. Febr. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war ziemlich gut befahren. Hen kostete je nach
Qualitäl per Ceniner M. 4.50 bis Mk. 5 und 6, Strob per Ceniner M. 4.50—5. Butter 1. Qual. im Grof handel
das Pfund M. 1— 2. Qual. M. 0.90, im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Eier das Hundert gewöhnliche M. 5.50, italienische M. 7.—, Kartoffeln per 200 Zoll Pfund M. 5.50—6. Ochsenfleisch per Pfund 70 Pf., Rineflauch 50 60 Pf.. Kalbfleisch 5065 Pf., Hammelfleisch 46—54 Pf, Schweinefleisch 75—80 Pf. Erbsen geschälte(per 100 Kilogr.) 36 40 M., ganze Erbsen 24—27 M.; weiße Bohnen 22—24 M. Linsen 36 40 M.
Min 28. Febr. Prooucten-Markt. Manen per Mä 22.45, per Mai 23.—. Kern ver März 16.80, per Mai 16.95. Pau per März 16.70, per Mai 16.80. RN öl u per Mai 36.95.
Verloosungen.
1
Karlsrube, 28. Febr. Bei der heutigen Ziehung der badischen 35 fl.⸗Loose wurden folgende Serien gezogen: 7511 1305 1651 591 626 2008 157 1156 2517 6298 6841 5983 326 7272 6652 4842 6782 761 532 2231 3134 2468 3761 4159 5784 2157 5795 6887 2277 5989 2056 7953 3656 7796 4344 1966 2069 6192 540 7695 4356 2894 478 5252 419 5181 4895 7327 2332 4203 5239 1808 7015 737 4858 751 6248 7419 6710 3749 4291 3279 1196 6169 2328 6654 3853 5660 2512 6154 5912 3472 3668 13/2 5127 390 3860 596 107 7354 108 7098 6318 7366 5600 7200 5413 7948 5236 1384 2968 715 978 4294 6592 4492 118 6935 6883 7902.
Wien, 1. März. Ziehung der 1864er Loose. Folgende Serien wurden gezogen: 355 480 740 969 1020 1065 1194 1214 2044 2198 2697 2727 3631 3920. Der Haupfireffer fiel auf S. 1020 Nr. 45, 20,000 fl. auf S. 1214 Nr. 40, 15,000 fl. auf S. 1214 Nr. 2, 10,000 fl. auf S. 355 Nr. 12.
Geld- Cours. Frankfurt am 1. März 1877.
20-Frankenstücke Mk. 16 27—3ʃ Englische Sovereigns„ 20 37.—42 Russische Imperiales a 3„0 78 80 Holländische fl. 10-Stücke„ 1605 Ducaten. 3 5 9 60-65 Ducaten al marco„ 9 64-69 Dollars in Gold. N 4 16 19 Eingesandt.
Zur Kaiserfeier! Der Geburtstag unseres allverehrten Kaisers tritt heran und damit die Vorarbeit für das Comité der Kaiserfeier und wäre demselben anzurathen, die Feier zu einer allgemeinen zu veranstalten, aber nicht blos für ein aristokratisches Diner zu sorgen, an dem blos Wenige Theil nehmen können und wollen. Die Kaiserfeier ist Gemeingut geworden und würde das Comité sich Verantwortungen aufladen, wenn es wie im vergangenen Jahre von dem Grundsatze ausginge, daß blos durch Verausgab- ung von viel Geld der Geburtstag eines erhabenen Mannes von schlichtem Charakter gefeiert werden könne. Das Comité wird zukünftig im Sinne des Publikums wohl thun, in geeigneter Weise bei Abendzeit und ohne den Zwang, Wein zu trinken und etwa für geringes Entres eine populäre Feier zu veranstalten und bleibt es Andern des— halb nicht benommen, zu diniten nach ihrer Art, jedoch soll dieses nicht maßgebend für das große Ganze sein und wäre dieses gewiß auch im Sinne Desjenigen, dem das Fest gilt.
Beschwerden wegen unregelmäßiger Abgabe des Anzeigers an hiesige Abonnenten wolle man gefälligst jedes mal sofort bei uns einbringen, da nur dann Abhülfe geschafft werden kann, wenn jeder ein— zelne Fall uns gemeldet wird. Die Expedition.
1 0 Hoftaithe-Versteigetung. 630 Montag den 5. März l. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Ratbhause die Hofraithe des Schneider— meisters Konrad Wörner nochmals öffentlich weist— bietend versteigert werden.
Hierbei bemerken wir, daß den Letztbietenden un— mittelbar bei der Versteigerung die Genehmigung ertheilt werden soll.
Friedberg den 25. Februar 1877.
Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. une
Bekanntmachung.
696 Dienstag den 6. März l. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Nathhause eine gute Drehbank an den Meistbietenden versteigert werden. Friedberg den 1. März 1877. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. eat.
Frauenhemden
in bester Qualität sind vorräthig. 450
5 F * 1 1 Trauben- Brust- Syrup mit Fenenelhonig in frischer Füllung die Flasche à 1 und 1½ Mark zu haben bei rau Hoflief. Windecker in Friedberg.
Ph. J. Weiss in Nauheim. 227
690 Im Licher Stadtwald, Distrikt Kleinhänserherg, un— mittelbar an der Straße, die von Lich nach Grünberg führt, kommt den 7. und 8. März d. J. folgendes Holz zur Versteigerung: 1. Bau, Werk und Nutzholz. Mittwoch den 7. Mürz d. J. 623 Fichtenstämme von 15— 35 Centim. Durchmesser und bis 23 Meter Länge, 160 Fichtenstangen, sämmtliche Fichten 1. Klasse, 6 junge Eichenstämme, 24 Gichenstangen.
2. Brennholz. Donnerstag den 8. März d. J. im Distrikt Kleinhäuserberg und Sauloch:
149 Raummeter Nadel- und Weichholz ⸗Prügel,
238 1 desgl. Stockholz,
4600 Wellen desg!. Reisholz.
Der Anfang ist j desmal Morgens 9 Uhr an der Chaussee im Wald daselbst. Pei vorschriftsmäßiger Bürg— schaft wird Zahlungsfrist bis Martini 1878 gestattet.
Lich den 25. Februar 1877.
ee Bürgermeisterei Lich.
rgten g.
Feinsten Wetterauer Bieuenhonig, „ Holl. Syrup, „ Aäepfel⸗Gelbe
637 empfiehlt billigst
Wilh. Bernbeck.
678 Forderungen an Seminaristen, zu deren Berich⸗ tigung man unsere Mitwirkung in Anspruch nehmen will, sind durch Einsendung detaillirter Rechnungen inner⸗ halb 8 Tagen, von heute an gerechnet, bei uns an⸗ zumelden. Friedberg am 1. März 1877. Großherzogliche Direetion des Schullehrer-Seminars. Schäfer.
697 Diejenigen Steigerer, welche am 16. November vorigen Jahres im Revier Wickstadt Ho'z ersteigert und noch im Walde sitzen haben, werden hiermit ersucht, dasselbe binnen 10 Tagen um so gewisser abzufahren, als man sich gegenfalls genöthigt sehen würde, nach den Versteigerungs-Bedingungen 11 und 12 zu verfahren. Wickstadt den 1. März 1877. Gräfliche Oberförsterei Assenheim. Schal las.
Faselochs-Versteigerung.
673 Dienstag den 6. März l. J., Mittags 12½ Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde gehöriger Faselochse im Schulhause öffentlich meistbietend versteigert werden. Ober⸗Erlenbach am 28. Februar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Erlenbach. Möglich.
Fulterschncidmaschinen
56 in 10 verschiedenen Größen, für deren Güte garantirt wird(Probezeit 14 Tage), sind vorräthig in der landwirthschaftlichen Maschinen- und Geräthewerk—
Fauerbach b. Fr.
stätte von K. Häuser.
Anzel
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