für uns!“ Von diesem Falle ist durch Circular- Verfügung des General- Gouverneurs Grafen Kotzebue die gesammle römische Geistlichkeit des Königreichs Polen mit der Undrohung benachrichtigt worden, daß jeden Geistlichen, der öffentlich zur Mutter Gottes als der Königin Polens bete, eine gleiche Strafe treffen werde. 3 Helsingfors, 27. Januar. Heute wurde 5 der finländische Landtag eröffnet. Die kaiserliche
0 Eröffnungsrede gedenkt der Treue des finländischen Volkes, der Fortschritte der Industrie und der Wiederherstellung des Wobhlstandes. Unter den vorzulegenden Projecten befindet sich ein Antrag auf Erweiterung der Eisenbahnen gegen Norden.
Kischineff. Mit der Zusammenziehung einer
Reserve⸗Armee wird Ernst gemacht. Nach An- ordnung des Kriegs⸗Ministers soll dieselbe aus 5 Divisionen, 8000 Mann Cavalerie und 150 Ge- schützen bestehen und vorläufig in Podolien und der Ukraina dislocirt werden. Für die am Pruth f strategisch aufgestellte Avantgarde wird in diesem 15 8 Augenblick ein combinirtes Corps, größtentheils 1 aus Don'schen und Kuban'schen Kofaken bestehend, gebildet. n Nikolajeff. Von hier wird dem„N. W. 1 Tagbl.“ geschrieben.„In unserer Stadt, welche 5 den Mittelpunkt der maritimen Kräfte Rußlands im schwarzen Meere bildet, herrscht eine fieberhafte 15 Thätigkeit, um sich in Kriegsbereitschaft zu setzen. 1 In den Arsenal⸗Werkstätten wird Tag und Nacht ö
gearbeitet, neue Ateliers werden eröffnet und mit Arbeitern besetzt— kurz Alles deutet darauf hin, daß wir dem Kriege entgegengehen.
Amerika. Washington, 29. Januar. Präsident Grant wird heute die vom Congresse angenommene Comstebill betreffs der Entscheidung der Präsidentenwahl Frage unterzeichnen und eine Specialhotschaft an den Congreß richten, in welcher er seine Billigung zur Bill ausspricht. Grant erklärte bei seiner Unterredung mit dem Corre⸗ spondenten der„Newyork Tribune“, er halte die 4 sofortige Rückkehr zur Metallwährung für günstig, und glaube das Land vollkommen dazu vorbereitet. Er werde demnächst dem Congresse seine Ansichten in dieser Frage mittheilen.
— 29. Jan. Die oben gemeldete Botschaft Grant's betreffs der Präsidenten-Wahl- Bill betont die dem Lande drohenden Gefahren und glaubt,
5 die Bill sei ein geeignetes verfassungsmäßiges J N Mittel, jeder Krise vorzubeugen. Das Land wünsche ö
den Frieden und werde daher die Bill vom Volke widerstandslos aufgenommen werden.
wilderung der Gemüther und die unsägliche Noth, die der 30jährige Krieg im Gesolge batten, haupisächlich dafür ver⸗ antwortlich zu machen seien. In seiner Mensch die Ursachen seines sinnigsten. und Siiel auszurotten, sten Qualen erpreßten alle erdenklichen Geständnisse, auf Grund deren die Hexenleule dem Feuertode überantwortet wurden. In dem Bisthum Würzburg, im Hamburgischen, im Braunschweigischen, in Schweden: in Masse verbrannt. bei den Hexenprocessen in unserer Nähe, den Gräuelscenen in Andheim und dem Proceß der„ Thal. verbrannt(1554 und 1595). erteicht indeß ihr Ziel. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts verschwinden die Hexenprocesse sie gekommen. Das Verdienst,
Auch wird die Einführung der allgemeinen Wehr- zu haben, gebührt einer kleinen Schrift des Leipziger pflicht erwähnt. Prosessors Thomasius, so daß Friedrich der Große von
ihm sagen konnie, die Weiber seien ihm, am meisten Dank schuldig, Ruhe alt werden. executionen im 18. Jahrhundert vor;
auf ihre Aufklärung allzu stolz zu sein.
Verzweiflung suche der Elendes überall, selbst in dem Un⸗ — Man wülhete förmlich, die Hexerei mit Stumpf wie man sich ausbrückte. Die teuflich⸗
allüberall wurden Hexen Der Redner verweilte haupfsächlich Schulelse“ im Busecker Ja, auch unser aules Friedberg bat zwei Hexen
Jede menschliche Tollheit fast ebenso rälhselbaft, wie ihnen den Todesstoß versetzt
dem Thomasius, denn nun könnten sie doch in Vereinzelt kommen fteilich noch Hexen. die Schweiz darf den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, die letzte Hexe öffentlich hingerichtet zu haben(1783 in Glarus). Unsere Zeit babe übrigens, schließt der Redner, nicht Ursache, Noch spuckt viel Aberglaube in unserm Volk. Suchen wir ihn auszurotten. Gießen, 30. Jan. In der gestern Abend statige⸗ babten Generalversammlung der Gewerbebank wurde der Anttag des Ausschusses bete. Erbauung eines Bankgebäudes auf einem Bauplatz an der Plockstraße genehmigt.
Gießen. Der Verein für Geflügel und Vogelzucht wird in den Tagen vom 8. bis 11. April hierselbst wieder eine große allgemeine Ausstellung veranstalten. Der Ver—⸗ ein hat in der Generalversammlung am 25. Januar seine Firma dahin abgeändert, daß Kaninchenzucht ausgefallen ist und können solche Thiere bei der diesjährigen Ausstell⸗ ung keine Aufnahme finden. Uebetchaupt hat die Wulh der Kaninchenzucht sich bedeusend gelegt und dürfte dieses Thier als nicht tauglich für unser Klima wenig Liebhaber mehr finden. Dagegen was die Zucht der Hübner sowie Kanarienvögel anbelangt, kann sich der hiesige Verein ge⸗ trost an die Seite jedes anderen ähnlichen Vereins stellen.
Offenbach, 27. Jan. Gestern Morgen zwischen 7 und 8 Uhr entgleiste kurz unter der Station Ober⸗Rad eine Maschine. Der Güterverkehr war in Folge dessen für den ganzen Tag gehemmt und die Passagiere der Per- sonenzüge mußten umsteigen. Bis Mitiag war die Bahn für Letztere wieder fahrbar.
Mainz, 29. Jan. Gestern Abend wurde ein Passa⸗ gier, welcher auf das Geleise gerieih, auf dem ein Zug daherfuhr, von diesem Zug erfaßt und getödtet.
Guntersblum, 27. Jan. Beim Paffiren des Eisen⸗ bahnzuges 17 wurde gettern Nachmittag 5 Uhr zwischen Guntersblum und Alsheim ein Mann, welcher querseld der Bahn zukam und sich absichilich unter den Zug stürzte, todt gesahren.
Allerlei.
Frankfurt, 29. Jan. Gestern Morgen gerieth am Grindbrunnen ein Rangiter auf der Verbindungsbahn zwischen zwei Puffer und wurde todigedrückt; ein anderer Bediensteter an der Eisendahn verunglückte in Isenburg.
Düsseldorf, 23. Jan. Mädchen ihren Gelievien, einen Ulanen, erstochen. Angaben über den Fall liegen noch nicht vor.
Stuhm(Westpreußen). In dem benachbarten
Nähere
Aus Stadt und Land.
a Friedberg. Am 12. d. Mis. hielt Hofgerichts⸗ 10 Advokal Curtman im hiesigen Volksbildungsverein einen 1 Vortrag über Hexenprocesse. Der Redner geht von der
0 Ansicht aus, daß man, um die Entwickelungsgeschichte der Menschheit recht zu versteben, auch in die dunkeln Gebiete 10 derselben hineinleuchten müsse. Zu den traurigsten Er⸗ scheinungen aber in der Menschengeschichte gehörten die ö Hexenpiocesse und er halte dafür, daß sein Thema gerade in einem Volksbildungsverein von besonderem Interesse sein dürfte. Daß diese Voraussetzung eine zutreffende war, zeigte der zahlreiche Besuch des Vortrags. Der Redner beleuchlet Eingangs seines Vortrags die tiefgewurzelte Neigung des Menschen zum Aberglauben überhaupt, und 0 weift dann auf den Zusammenhang des Glaubens an 6 Zauberei unter dem germanischen Volke mit dem ger⸗ manischen Heidenthum hin. Die spätere Bekehrung zum Cbristenthum war vielsach nur eine äußerliche; insgeheim fröhnte man den alten Götzen auf entlegenen Bergesspitzen oder in Höhlen und Schluchten. Ungeheuerliches raunte man sich von dem Treiben daselbst ins Ohr. Die dort zusammen kamen, standen mit dem Teufel im Bunde, der 4 sich ibrer Seelen versicherte, ihnen dafür aber übernatür— 0 liche Macht gab, allerlei Bosheit auszuüben. So wucherte der Glaube an Zauberei durch das ganze Miitelalter fort,
4 ohne daß jedoch die Hexerei allgemein zu einem Verbrechen gestempell worden wäre. Wenigstens stehen die Fälle,
ö wo man Hexen vor Gericht stellte, vereinzelt da. Die
crimmalrechlliche Verfolgung tritt erst gegen Ende des
4 Miitelalters enischiedener auf. Das Jahr 1489 brachte den ö„0 reuhammer“,„eine förmliche Hexenproceßordnung“, und 4 die peinliche Halsgerichtsordnung Karl V. befaßt sich gleich⸗
hunderts.
1 war, geschlachtet werden sollte.
15 falls mit ben Verbrechen der Zauberei. Seinen Höhepunkt 5 erteichte das Unwesen nach Beendigung des 30jäbrigen Krieges, am Anfange der zweiten Hälfte des 17. Jahr⸗ Zur Erklärung der entsetzlichen Erscheinung haben scharssinnige Denker Verschiedenes angeführt; dem Redner scheint am natürlichen anzunehmen, daß die Ver—
Schulzenweide erkrankte vor Kuczem die Masikuh des Sp., welche, da sie bald seit genug Die Erkrankung nat so plötzlich und derart auf, daß man annehmen mußte, das Toier werde bald verenden. Sp., der sich vor einem so großen Verluste schützen wollte, hatte nichts Eiligeres zu
Feeischulzenpächters
zog es mit Hülfe eines anderen Mannes ab. Damit aber ja nichts verloren gehe, gab die sparsame Hausfrau das noch warme Blut der Kuh ihren sieben Schweinen als Futter. Aber alle sieben Schweine, welche von dem Blute gefressen, verendeten im Zeitraum von eimer Stunde. Auch Sp., welcher die Kuh, geschlachtet, erkrankte sofortz
mal mit der Hand das Auge gewischt, worauf zunächst dieses, dann der Kopf und zuletzt der ganze Kölper stark anschwoll. Aerziliche Hilfe aus der nahen Kreisstadt er schien nicht sofort und kam darauf schon zu spät. Der Arzt constatirte bei der gelödieten Kuh den Milzbrand und bei dem erkrankten und in den letzten Zügen liegen den Pächter Sp., sowie seinen sieben Schweinen eine Ver⸗ giftung. An eine Reliung des Pächters war nicht zu denken, schon nach wenigen Stunden war er eine Leiche. Der bei der Tödtung der Kuh behülflich gewesene Mann erkrankte auch, konnie aber durch rechtzeitige ärztliche Hilse gerettet werden.
Alhen. Schliemann hat bei erneuten Ausgrabungen den Ausgang einer doppelten kreisförmigen Gräberstadt bei Mycenäe enideckt, und hat in einem Grab vier reich
den, ferner zwei
Gestern Abend bal hier ein
thun, als die Kuh zu schlachien. Er tödiete das Tyier und
er hatte sich während des Abziehens der kranken Kuh ein.
verzierte goldene Vasen von 18 Centimeter Höhe aufgesun— goldene Siegelringe, auf deren einem ein Palmenvaum und sieben weibliche Gestalten abgebildet waren.
4 Freundes
Krankfurt, 29. Jan.(Viehmarkt.) 8 ige Markt war ziemlich gut befahren. Die Preise fär Ochsen waren eiwas billiger, für Kälber höher. Angetrieben waren: 370 Ochsen, 220 Kühe und Rinder, 300 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 61—65., 2. Qual. M. 56—60. Kühe und Rinder 1. Qual, M. 60., 2. Qual. M. 51-53. Kälber 1. Qual. M. 55., 2. Qual. M. 40—44. Hämmel 1. Qual. M. 52., 2. Qual, M. 40.
Frankfurt, 29 Jan. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29. Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%%(Berliner Marke) M. 27., do. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen M. 25.25., Korn M. 18.50—19.50., Gerste M. 18—20., Hafer M. 15.50— 18. Kohlsamen M.—., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 19., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 83. Die Preise verstehen sich süämmtsich per 200 Pfund Zoll⸗ gewicht= 100 Kilo. a
Mainz, 29. Jan. Producten-Markt. Waizen per März 22.60. Korn per März 17.05. Haser per März 16 95. Rüböf per Mai 38.90.
D., Frankfurt a. M., 30. Januar. Die Hausse der Vortage hat heute wieder einer Abwärtsbewegung Platz gemacht, welche theils auf Realisationen der Liebhaberei, theils auf das Aufhören der Contreminedeckungen zurück- zuführen ist. Uebrigens wollte man die Abschwächung auch durch politische Motive erklären und gab insbeson⸗ dere ein Artikel des„Nord“ über den Friedensschluß zwischen Serbien und Pforte, welcher darlegt, daß nach⸗
dem der Zwischenfall dieses Krieges geschlossen sei, die
Hauptfrage doch noch fortbestehe, zu bedenklichen Erwäg⸗ ungen Veranlassung. Für die Liquidation waren Stücke reichlich vorhanden. Creditaetien bewegten sich zwischen 121½ bis 120 und 1203, Staatsbahnactlen zwischen 198½—197¼— 198 und 1968. Lombarden waren auf ihre höhere Berliner Notiz zu 62¼ in einigem Verkehr. Oesterr. Bahnen hielten sich ziemlich fest. Elisabeth und Galizier höher. Von deutschen Bahnen Hess. Ludwigs⸗ bahn matter. Banken theilweise anziehend, Reichs bank %, Darmstädter 10% höher, Oesterr. Nationalbank 4 fl. matter Deutsche Fonds fest. Von ausländischen Fonds Oesterr. Goldrente und Silberrente fest, Papier⸗
rente nachgebend. Prioritäten fest. Von Loosen 1860er niedriger, 1864er M. 2. besser. Wechsel theurer. Geld Cours.
Frankfurt am 30. Januar 1877. 20⸗Frankenstücke„ b Mt. 162024 Englische Sovereigns 0„ 20 33 38 Russische Imperiales 5„ 16 75—80 Holländische fl. 10⸗Stücke. i Duücafent, sen z ücen 9 60—65 Ducaten al marco„ 9 6469 Dollars in Gold* 4 1619
— N 2 . 85 S— 888 2 1— 2 2 1 2 8 8— 8 2 2 82„ 2 2 . 2 8 2 2 825 2.5 8 5 * 7
Die soeben erschienene Nr. 18 enthält:
Die Stufenfahre eines Glücklichen. Noman von Louise von Frangois.(Fortsetzung.)— Vor achthundert Jahren in Canossa. Von D. H.— Der Islam und seine Völker. Von M. Lüttke. II. III.— Am Familien⸗ tische: Wunderliche Geschichten. Mit Originalzeichnung von H. Kaulbach: Mönchslatein nach der Heimkehr aus dem heil. Lande(15. Jahrh.).— Saltarello. Von Struwy. Mit Originalzeichnung von Knackfuß: Salta⸗ rello-Tänzer in Rom.— Wie die Kälte wirkt.— Die Zahl der Menschen auf der Erde.
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