Oberhessischer Anzeiger.
Aus Stadt und Land.
Darmstadt. Das hiesige Polizeiamt hat sich in Wiesbaden die Acten über den seiner Zet dort gehabten Droschkenkuischerstrike erbeten. Bekanntüch zogen dort die Strikenden den Kürzeren.
Darmstadt. Ein Maschinenführer, welcher in der Nacht vom 25. September während der Fahrt nach Heidel⸗ berg von der Locomotive ftel, ist ohne Schaden davon⸗ gekommen und versieht heute wieder seinen Dienst.
Alsheim. Eine Verlobung, welche ein eest seit 14 Tagen im Wiuwerstande befindlicher hiesiger Einwohner in den jüngsten Tagen einging, wird um so lebhafter in den Dorfkreisen besprochen, als die Todtenfrau, welche der verstorbenen Ehehälfte damals die Leichenstrümpfe anziehen wollte, enisetzt davonfloh, als die Todtgeglaubte einen Fuß in die Höhe hob. Als am folgenden Tage der Tod wirk— lich eintrat, konnte die Frau nicht mehr vermocht werden, ihres Amles zu warten, da sie einem ähnlichen Schrecken fich nicht wieder aussetzen wollte. Daß der„liesbetrübte“ Gatte resoluter ist, zeigt der Muth, mit welchem er die zweite Ehe so rasch einzugehen gedenkt.
Allerlei.
Frankfurt, 27. Sept. Nach langem schwerem Leiden verschied gestern Mitlag Heribert Rau; für die freireliglöse Bewegung, der er mit ganzem Herzen zugethan, und in deren ersten Reihen er kämpfte, ein herber Verlust. Auch als Autor mehrerer Romane ißt sein Name weithin bekannt.
München, 26. Sept. In der vergangenen Nacht find aus dem k. Fabr⸗Post-Büreau im Haupl-Post-Gebäude
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dahier Packete im Werthe zu 52000 Mark gestohlen wor⸗ den. Obwohl ein Einbruch in die Wand eines Verschlages des beireffenden Büreaus ersichtlich war, sind doch vorsorg⸗ lich die beiden Packer⸗Gehülfen, welche sich dienstwidrig auf einige Zeit aus dem Bureau entsernt halten, einst— weilen hinter Schloß⸗ und Riegel gebracht worden.
1 Berlin. Zwei weibliche Aerzte werden sich mit Be— ginn nächsten Monats hier niederlassen. Berlinerinnen von Geburt, waren sie früher als Lehrerinnen in England ma der und anderen Ländern thänig, haben 5½ Jahre in Zürich wohner der 0 zunächst humanistischen, dann speciell medicinischen Studien
under Maurer,
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0 bobgelegen und waren in der letzten Zeit als Assistenz-⸗Aerzte * in der in Dresden befindlichen Heilanstalt des Dr. Fischer 5 en angestellt.
Handel und Verkehr.
Friebberg 28. Sept. Der gestern staltgehable Schweinemarkt war sehr stark befahren, insbesondere mit Saugferkeln. Das Regenwetter hinderte die Entwicklung des Geschäftes sehr und waren viele Käufer von auswärts ausgeblieben. Läufer waren sehr gesucht und wurden solche zur Einlage in Mast schnell aufgekauft, das Paar zu M. 75.— bis 100.—. Ferkel erlitten einen bedeutenden Abschlag, indem solche das Paar zu M. 24.— bis herab auf M. 11.— gehandelt wurden.
Frankfurt, 27. Sept. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war sehr gut befahren. Heu kostete per Cen iner je nach Qualität M. 5.10—6., Strob per Centner M. 4.50—5. Butter 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1.40, 2. Qual. M. 1.30, im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.50, 2. Qual. M. 1.40. Eier das Hundert M. 5. Kartoffeln per 200 Zoll Pfund M. 5.506.
Darmstadt, 26. Sept. Dem heutigen Zuchtvieh— markt waren zugetrieben: 147 Kühe und Rinder, 58 Kälber und 5 Stiere, Alles Stücke erster Qualität, und fanden dieselben raschen Absatz zu annehmbaren Preisen.
Mainz. 27. Sept. Producten⸗Markt. Waizen per Nov. 20.50, per März 21.30. Korn per Nov. 15.40, per März 16.20, Hafer per Nov. 16.40, per März 16.65. Rüböl per Oct. 37.60.
Vom kgl. Handelsminister ist die recht zweckmäßige Verfügung getroffen worden, daß sämmtliche Plakat⸗Fahr⸗ pläne der deutschen Eisenbahnen vom 15. October d.. au, wo der Winterfahrplan in Kraft tritt, auf den Stationen der eigenen Bahnstrecke in gelber Farbe angeschlagen sind, wogegen die Fahrpläne der angrenzenden Bahnen sämmt— lich weiß sind. Sobald der Reisende auf der Station, von welcher er abreisen will, nach dem Fahrplan sucht, braucht sich derselbe nur nach dem gelben umzuschauen, um den richtigen zu treffen.
Main⸗Weserbahn. Die Einnahmen in 1875 haben beiragen Mk. 9,382,242(Mk. 307.381 mehr als im Vorjahre.) Diese an sich geringe Mehr⸗Einnahme würde iudeß eine bemerkliche Besserung des Betriebs-Resultats nicht hervorgerufen haben, wenn nicht gleichzeitig die Betriebs Ausgaben um Mk. 1,780,198 gefallen und auf Mk. 6,846,128 vermindert wären. In Folge dieses günstigen Umstandes hat sich denn ein Ueberschuß von Mk. 2,536,114, also für das Mk. 51 666,622 betragende Anlage-Capital
116.
eine Verzinsung von 4.91 pCt. ergeben. Der Uehberschuß ist zu Mk. 1,736,503 der preußischen Staatscasse, zu 811,529 Mk. der großb. hess. Staatscasse zugesallen. Die Mehreinnahme ist deßbalb lediglich aus dem Personen⸗ Verkehr gewonnen. Die Mindereinnahme aus dem Güter⸗ verkehr ist aber der allgemeinen Handelskrisis zuzuschreiben, da die Geschäftsleute ihre Güter weniger in Eilfracht, als zu billigeren gewöhnlichen Sätzen befördert haben.
Literarisches
Es liegt uns der„Allgemeine Geschäftskalender für 1877“ aus dem Verlag von Wilhelm Keller in Würzburg vor, dessen Ausstatiung auf gutem Schreib⸗ papier eine ausgezeichnete genannt werden muß; dabei ist der Preis sehr billig, bei 16½ Bogen in Quart ge⸗ bunden 1 Mark. Dieses in der That unentbehrliche Ka— lenderbuch enthält des Nützlichen und läglich Wissensnöthigen in weiser Auswahl und übersichtlicher Anordnung so über⸗ raschend viel, daß wir eine volle Spalte unserer Zeitung in Anspruch nehmen müßten, um nur des gesammten Juhalts entsprechend Erwähnung zu thun. Es ist für jeden Beamten und Kaufmann ein Terminkalender und durch seine bedeutenden Erweiterungen, wie* B. Verzeichniß aller Advokaten, Nolare und Gerichtsvollzieher in Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, S. Meiningen, S. Coburg⸗ Gotha, Elsaß⸗ Lothringen und Frankfurt a. M., sowie durch andere nothwendigste Nolizen aus dem praklischen Leben für diese Länder, also für alle diese Länder geradezu unentbehrlich geworden. Für jeden Gewerbetreibe n⸗ den und jede Haushaltung ist es ein Einnahme⸗ und Ausgabebuch und in seinem Anhang ein unentbehr⸗ licher Nathgeber in den mannigfachsten Fällen des praklischen Lebens, in denen man sich mit vieler Mühe und nach langem Fragen oft ungenügende Auskunft ver⸗ schafft und oft nach vergeblich geopferler Mühe, Zeit und Geld rathlos dasteht. Wir können dieses billige und höchst praktische Buch allen unsern Lesern nur empfehlen.
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Pfänder-Persteigerung
zu Friedberg. 3032 Donnerstag den 12. October l. J., Vormittags
3 33
zu diesem Termine die Verfallzeit erreicht habenden, nicht ausgelösten noch renovirten Pfänder der hiesigen Pfand— und Leihanstalt gehörend, bestehend in: Gold, Silber, 5 Kupfer, Zinn, Taschenuhren, Herrn- und Frauenkleidern, 8 Weißzeug, Bettzeug u. s. w. öffentlich an den Meist⸗ mim bietenden versteigert werden. Gleichzeitig bemerken wir, daß die Auslösung und
artteuse Renovation der Pfänder an den hierzu bestimmten — G Wochentagen erfolgen kann, und daß das Pfandhaus felt w von Dienstag den 10. October bis zum Schlusse der
1 sergen Versteigerung geschlossen bleibt. N 8 2 Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises
Friedberg werden exsucht, vorstehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weise zur Kenntniß ihrer Gemeindemit— eie glieder zu bringen. e, Friedberg den 15. September 1876.
bu bare, Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg. 4 Fouc ar.
2gncl Bekanntmachung
3174 Freitag den 13. October d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen im hiesigen Landgerichtslocal ungefähr 41 t af m 5 Centner zur Vernichtung bestimmte Aecten unter den N alsdann bekannt zu machenden Bedingungen meistbietend
te Bterr 5
keit oersteigert werden. un W. Fer Vilbel am 26. September 1876. b g Großherzogliches Landgericht Vilbel.
1 See,.
eee, Obligations-Verloosung.
5 Hel 3178 Bel der heute stattgehabten Verloosung von Partial⸗ U öricd 0 Obligationen der israel. Gemeinde Vilbel aus dem An⸗
lehen vom 1. Juli 1847 wurde die Nummer 24 à 50 fl.
117. ur Rückzahlung gezogen. Der Inhaber derselben wird ian slerdurch aufgefordert, diesen Betrag am 31. Dezember
876 bei dem Rechner der israel. Gemeindekasse Vilbel
17ttirhe! egen Rückgabe der Schuldverschreibung und der nicht 20 Piigt! fällig gewordenen Zinsabschnitte erheben zu wollen mit . em Anfügen, daß die Verzinsung der vorbemerkten 7 it Obligation mit dem 1. Januar 1877 aufhoͤrt. 80% Vilbel am 21. September 1876. 2 Der israel. Vorstand.
9166 Ein transportabler gebrauchter Herd mit Brat—
und Trockenofen und Wasserschiff in gutem Zustande,
0—* ein gebrauchter Ofen sind preiswürdig zu ver—
hufen bei Theodor Andreas in Bad⸗Nauheim.
9 Uhr anfangend, sollen in hiesigem Rathhause die bis
Großh. Realschule zu Friedberg.
3106 Anmeldungen neu aufzunebmender Schüler,
Realschule mit dem 10. Lebensjahre, 9— 12 Ubr, in dem Realschulgebäude
Aufnahmsprüfung statthaben wird.
für die Vorschule mit dem 8., für die
wolle man Samstag den 7. October, Vormittags von unter Vorbringung von Zeuguissen der bisherigen Lehrer, genauen Altersangaben und Impfscheinen(für 12jäbrige über die Wieder der unterzeichneten Behörde machen, worauf Montag den 9. October,
impfung) bei Vormittags 8 Uhr, die
Das neue Schuljahr beginnt Dienstag den 10. October.
Großb. Direktion der Realschule. Dr. Möller.
Landwirthschaftl. Mobiliar-Feuerversicherung betreffend.
3188 In Nr. 37 der landwirthschaftlichen Zeitschri
ft ist eine Bekanntmachung dieses Betreffs enthalten,
welche wir, soweit auf unseren Versicherungs Verband bezüglich, hiermit zur weiteren öffentlichen Kenntniß bringen:
„Die in der Generalversammlung vom 20. December
„der Mobiliax-Feuerversicherungs-Bedingungen „Feuerversicherungs Gesellschaf „Versicherungs⸗Verband Mittelrhein „worden.“
Darmstadt, 31. August 1876.
Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins gez. Durch diese offizielle, auf Beschluß des 50 1 0
finden die neuerdings wieder in anonymen Annoncen bührende Würdigung.
Wit aber laden, unter Bezug auf obige neueste Anerkennung unseres Verbandes von b die Landwirthe unseres Verbandsgebietes zum Anschluß an den
Tausenden zählt, ergebenst ein.
aufgestellten Forderungen sind durch t in dem
1875 Seitens des Vereins, hinsichtlich der Reform die Magdeburger
von ihr gegründeten Landwirthsch aftlichen
Hals im Wesentlichen und Allgemeinen erfüllt betrachtet
für die Provinz Starkenburg. Küchler.
hschaftlichen Vereins erfolgte Kundgebung
zu Tage getretenen Angriffe auf unseren Verband die ge⸗
erufener Seite,
„Mittelrhein“, der seine Genossen schon nach,
Zur Vermittelung des Anschlusses an den Verband, Ertheilung jeder Auskunft und Verabfolgung von Verbandsverträgen, sowie event. zur Vermittelung von Versicherungs Anträgen, find alle Agenten der Magdeburger
Feuervexsicherungs-Gesellschaft gerne bereit. zur Einsicht offen. Frankfurt a. M., Ende September 1876
Bei denselben liegen auch die Verzeichnisse
der Vertrauensmänner
Landwirthschaftlicher Versicherungs⸗Verband„Mittelrhein“
im Anschluß an die
Magdeburger Feuerversicherungs Gesellschaft.
Bekanntmachung.
3462 Dienstag den 3. Oktober sollen aus dem Nachlaß des verstorbenen Kirchenraths Fuhr zu Ober-Rosbach verschiedene Mobilien, bestehend in Sophas, Tischen,
Commoden, Schränken, Sesseln, Stühlen, Bettladen,
Bettzeug, Wesßzeug u. s. w. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden. Die Versteigerung beginnt Morgens um halb 9 Uhr in der Hofraithe der ersten Pfarrei von Ober-Rosbach— Ober⸗Rosbach den 24. September 1876. H. Fuhr.
—* Hafer⸗ und Strohlieferung. 3199 Dienstag den 3. Oktober d J., Vormittags 11 Uhr, soll die Lieferung von 15 Malter Hafer und 30 Centner Stroh öffentlich an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 29. September 1876. Großberzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Fo ud a
Wollene Hemden,
Unterjacken& Uuterhosen
dußerst billig bei K. Friedrich.


