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geilage.
Deutsches Reich.
Berlin. Der„Reichs Anzeiger“ enthält eine vebersicht der Ergebnisse des Reichshaushalts-Etats on 1875 nach Abschluß der Bücher der Reichs- aupttasse für gedachtes Jahr. Die Ergebnisse ind befriedigend und entsprechen den Erwartungen er Reichssinanz⸗ Verwaltung. Das Reichsheer ubst dem bayerischen Heer beanspruchte acht Mill. Nark mehr, als der Votanschlag bezifferte. Der 1 Juschuß für die Telegraphen Verwaltung über⸗ eee dritt den Anschlag um 386,000 Mark; der d ü, eberschuß der Post- Verwaltung blieb hinter dem
Stats- Ansatze um 1,575,000 Mk. zurück. Im —— Banzen blieben die Ergebnssse des Reichshaus⸗ E nalts gegen den Voranschlag um 11,200,000 M. K, urück. Dem gegenüber ergaben sich solgende d
Mehrerträge gegen den Voranschlag: Zölle und erbrauchs⸗ Steuern 17,595,000 Mk., Wechsel empel- Steuer 289,000 Mk., Reichs⸗Eisenbahnen 49,500 Mark. Außerdem wurden Ersparnisse zielt: an Zinsen für die Reichs- Schuld 204,000 Mk. bei der Marine-Verwaltung 500,000 Mark, ei der Subvention für die Gotthardbahn 76,000 M. Im Ganzen ergab sich ein Ueber- chuß von über 16 Millionen Mk. pro 1875. Posen. Wie die„Osts. Ztg.“ aus guter Juelle erfährt, hat der zum Altkatholicismus lbergetretene Propst Suszezynski kürzlich ein Schreiben von der päpstlichen Curie zugeschickt halten, in welchem er aufgefordert wird, inner— zalb 60 Tagen sein ketzerisches Auftreten öffent- ich zu widerrufen, die von ihm eingegangene
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ber Lan the aufzulösen und reumüthig zur römischen Kirche urückzukehren, widrigenfalls der große Bann Fluch 2 2 agen ihn werde aus gesprochen werde. Als Ant.
wort auf die päpstliche Drohung hat Suszezyaski ne Rechtfertigungs⸗ Schrift veröffentlicht. Eisenach. Die Identität der„Kaiserin zugenie“ wird bezweifelt. Von der Zeitung Deutschland“ in Weimar wird heute mitgetheilt, auß von der dortigen Polizei der Name der geisenden als„Madame Roulland de Cöpian“ mittelt worden sei. Ob derselbe ein angenommener, ur Deckung des Incognito's bestimmter, oder a un ächter ist, wird nicht gesagt. Es muß sich Ger dieser Tage schon herausstellen, ob die baiserin ihr englisches Aspl verlassen hat oder nicht.
* le Ausland.
Belgien. Brüssel. Eine vorbereitende gersammlung von Actionären der Banque de gelgique wird in Uebereinstimmung mit Beschlüssen, de in Gent und Lüttich gefaßt worden, in der norgigen General-Versammlung, der Banque de
bVelgique darauf dringen, daß dieselbe keinerlei bntscheidung treffe, bevor nicht eint neue General- Lersammlung einberufen worden.
18 Serbien. Belgrad. Die„P. C.“ meldet als hochofficibs: Auf Grund sehr energischer Uinwirkungen Oesterreich-Ungarns und Rußlands uf die serbische Regittung bat der serbische Mi · „ ster des Aeußern dem diplomatischen Agenten desterreich Ungarns, Fürsten Wrede, folgende 5 buklärung in officteller Weise abgegeben: Die r bische Regierung hat keinerlei Absicht, die Türkei g zugreifen, noch auch in irgend Eiwas das Jacificationswerk der Großmächte zu behindern u d sich dadurch einen Collectiv. Schritt derselben
zuziehen. Die bis jetzt getroffenen militärischen „ Lorbereitungen sind nur eine Ergänzung der mili⸗ ** ischen Organisation Serbiens, welche während ee letzten Jahre vernachlässigt worden ist. n Aus Stadt und Land.
11* Friedberg. Die Schlußprüfung der hlesigen
N Ne findet Samstag den 1. April. im Hotel upp dahier slatl. Der Beginn der Prüfung ist auf
Nor genus 8 Uhr angesetzt. Frieberg, 26. März. Gessein Abend saud im tel Trapp die zahlreich besuch ie General⸗Versammlung
hiesigen Vorschuß⸗ und Credilpereins(Eingetragene mossenschaft) stans. Nachdem der Präsident, Herr
Oberhessischer Anzeiger.
C. Serida, die Versammlung eröffnet und auf die günstigen Ergebnisse des abgelaufenen Jahres, welche ee dem Verein ermöglichten, seine Aufgabe: eine kräftige Stützer der. industriellen Thätigkeit unsercr. Stabi. und Um⸗ gegend zu sein, hingewiesen hatte, ergriff das Vorstande⸗ mitglied, Herr E. Ermus, das Work, um die einzelnen Branchen des Geschäfts, unter steter Vergleichung mit den Vorjahren, zahlenmäßig näher darzulegen. Es wurde darauf der Bericht der Revisoren vetrlesen, welche die Bilanz geprüft, solche für richtig befunden und sich ver anlaßt gefunden hatten, für die pünktliche und ordnungs- mäßige Führung der Bücher ihre besondere Anerkennung aus, zusprechen und wurde darauf nach Vorschlag des Vorsitzenben dem Vorsland Decharche er theilt, Nach den Vorschlägen des Ausschusses beschloß darauf die Versammlung, den Rein⸗ gewinn, der mit Zuzug eines Vortrages aus 1874 Mark 28.115 beträgt, in der Wrise zu verwenden, daß auf die dividendenberechtigten Stam mantbeile von M. 85,028 eine Dividende von 10 pCt. gewährt, daß nach Doetirung des Reservesends und nach Leistung einiger laufenden Ausgaben und Zuwendung von 171 M. an den hiesigen Volksbüdungsverein, 7106 M. an dem Kaufpreis des in vorigem Jahre angtekausten Veteinsgebäudes abgeschrieben und M. 11,512 auf neue Rechnung übertragen werden sollen. Die darauffolgende Wahl sär vier aus dem Aus⸗ schuß tretende Mitglieder batte das Nesultat, daß die Aus⸗ itetenden, nemlich die Herren H. Bechstein, J. Pfeffer, Fr. Reuß und C. Sctiba, mit großer Mehrbeu wieder⸗ gewählt worden. Herr Direktor Dr. Möller sagte dem
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bei füdwestlichem Winde, eine halbe Meile öfilich des Leuchtthurms von Scholpin auf den Strand. Ein mit Fischern bemanntes Boot, welches am 15. Mürz zum Schisfe suhr, um die aus dem Kapitän, dassen Frau und 11 Schiffsleuten bestehende Besatzung an Land zu holen, wurde vom Kapitän, der mit dem Schiffe noch abzukom⸗ men hoffte, wieberhelt zurückgewiesen. Da der Sturm während der Nacht noch an Stärke zugenommen hatte, wurde am Morgen des 16. März sofort der Raketen⸗ apparat zur Strandungsstelle geschafft und mit det Rei⸗ lung der Mannschaft begonnen. Das Reltungsboot war in diesem Falle wegen ers allmählig abflachenden Sitandes und der hohen See nicht zu gebrauchen. Beim zweiten Schusse erreichte die Rakztenleine das eiwa 350 Schriu entfernt liegende Schiff; auch Jölltau und Retzungstau waten bald an Bord gebracht und ordnungemäßig be⸗ festigt. Duich die Gewalt det immer höher rollenden Set und auch wahrscheintich durch das Anziehen des Reti⸗ ungstaues an Land, war das Schiff wieder les gekommen und trieb, furchtbar arbeitend und ausstoßend den Strand entlang, so daß die Rettunge mannschaft die größte Mühe balte, mit den Leinen zu solgen und dieselben klar zu halten. Das Rettungstau mußte siebenmal von Neuem verankert werden. Während unter diesen schwierigen Umständen ein Mann der Besatzung mit Hülfe des Raketenapparases ge⸗ rettet wurde, wartete die übtige Mannschaft auf dem nun total Wrack gewordenen Schisse leider ihre Reitung auf diese Weise nicht ab, sondern suchte sich ma Hülfe der noch an Bord befindlichen Böte zu retten. Dem Steuer⸗
Vorstaud, dem Ausschuß und den Revisoren für ihre mann und 5 Malxosen gelang es im Mittelboer das Ufer opferwillige und erfolgreiche Thätigkeit den Dank der zu erreichen während det Capilän, dessen Frau und vier Vereinsmitolieder, welchen die Versammlung durch Auf- Malresen in der Gig nicht so glücklich waren. Von der siehen ven den Sitzen zustimmie. Der Vorsitzende schloß“ Strömung gefaßt, wurde das viel kleinere Boot von zwei darauf die Brrsammlung, indem er die der Leitung des schnell aufeinander folgenden, Sten vollgeschlagen und von Veteins auszesprochene Anerkennung als einen Sporn der dritten übergerollt; von den Insassen sah man nichts etklärte, daß dieselbe nach wie vor ihte Schuldigkeit zu wieder.
thun bestrebt sein werde. Der Vetlauf der Versammlung Neapel. Eine dem„Rh. C.“ mitgetheilte Privat⸗ und die den Mitgliedern in derselben gewordenen geschäft⸗ Depesche von hier vom 24. März, Mittags, meldet, daß die lichen Mittheilungen haben ohne Zweifel die Ueberzeugung aus englischen in deutsche Blälter übergegangene Nachricht besestigt, daß die inneren Berhälinisse des Vereins, Dank von einem Ausbruche des Vesuvs unrichtig sei; der Berg des umsichtigen Zusammenwirkens des Vorstandes und rauche nur stark.
Ausschusses, durchaus gesund sind und dae Vertrauen rechifertigen, welches sich der Verein nach allen Seiten hin erworben hat.
Bad⸗Naubeim. Der hiesige Kurverein, dessen Wirksamkeit gewiß die fruchtbarste sein wird, wenn er seine ganze Kraft und Mittel vorzugsweise für das Bekannt- werden des Bades auswendet, beabsichtigt neuerdings einen! Prospectus von Nauheim zu veröffentlichen. Es wird dadurch gewiß einem„längst gefühlten Bedürfniß“ abge- holfen. Der Prospectus wird weit weniger Herstellungs-
kosten als eine Broschüre ersordern, er wird dilliger zu
versenden sein, wird oft viel willkommener aufgenommen werden und ist leichter jedes Jayr neu zu redigiren. Er wird auf viele Anfragen, welche an die Badebehoͤrde, den“ Kurverein oder Private einlaufen, sofort die beste Auskunft geben, ohne daß jene gendibigt sind, dieselbe gleichförmige und zeitraubende Auseinandersetzung jedesmal zu wieder⸗ holen. Es wäre gewiß praktisch, den Prospectus nicht zu umfangreich zu machen, etwa so lang, daß er nut eine und eine balbe Scite eines Quaxtbriesbogens deckt, so daß also auf einem einzigen Blat noch Raum für eine Adresse verbleibt. Würde bei dem Druck das Arrangement,
wie es in der biesigen Kurliste unter„Notiz“ befolgt i,
beibehalten, dann würde der Prospect gewiß auch über⸗(
sichtlich. Würde der Prospecsus aber eiwa auf die 3. und 4. Seile von gewöhnlichem, Briespapier, welche doch in der Regel nicht beschrieben werden, gedruckt, und möglichst. darauf hingewirkt, daß diese Briefbogen von Privaten und Behörden, soweit dies angeht, benutzt werden, dann würde die Verbreitung des Prospectus im reichsten Maße erfolgen. Das Briespapier dürfte nicht ibeurer sein, wie gewöhnliches Canzlei. In dem Jahre 1876 wurden bier 98000 Briefe abgeschickt. Rechnet man nur 80 Procent, bei welchem der Prospectusbriefrogen zur Verwendung käme, dann würden ca. 80000 Empfehlungen unseres Bades pro Jahr in die Welt verbreitet ohne nennens— werthe Kosten. Der Prospectus müßte natürlich in ver— schiedenen Sprachen gedruckt werden.
Bessungen, 28. März. Gestein Abend saud man in der Pferdeschwemme der Artillerickaserne die Leiche eines seii eiwa 4 Wochen vermißten Seldaten.
Bavenhausen. Am Mitiwoch hat sich dahier ein Soldat des hier garnisonirenden Dragoner-Regiments Nr. 23 erschossen. Derselbe war aus Bayern gebürtig. Das Motiv zu dem verzweifelten Enischlusse ist nicht bekannt.
Seligenstadt. Hier ist ein Barbier, auf dem der dringende Verdacht ruht, sich Schulkindern gegenüber sehr schwerer Verbrechen gegen dit Sittlichkeit schuldig gemacht zu haben, flüchtig gegangen. Er wird bereits steckbrieflich verfolgt.
Allerlei. Frankfurt, 27. März. Der diesjährige Frübjabre⸗ Pferdemarkt wurde heute Vormittag mit der Prämlirung der schönsten zu Markt gebrachten Pferde eröffnet. Bremen. Der Vorsteher des Lokalvereins der Gesell— schaft zur Rettung Schiffbrüchiger zu Schmelsin berichtet: Am 14. Mäcz gerieth die deutsche Bark„Fortuna“, Capt. Zimmermann, welche an demselben Tage mit Ballast von Swinemünde ausgegangen und nach Pillau beslimmt war,
mangansaure Kali.
können.
Die Pflege der Zähne und des Mundes. (Schluß.)
Ein zweckmäßiges Zahnpulver ist unter Anderem reine Schlemmkreide. Man kann ihr Substanzen zusetzen, die das Zahnfleisch festigen, außerdem beliebige ätherische Oele, um den Geschmack und Geruch dieses Mittels zu ver- bessern. Schwarzes Zahnpulver(Kohle), so angemessen es bei seiner fäulnißwidrigen Wirkung sein würde, ist doch wegen anderer Eigenschaften nicht zu empfehlen. Durch leicht blutendes Zahnfleisch soll man sich von dem tüchtigen Gebrauch der Bürste nicht abhalten lassen. Die sogenannten Zahntinkturen bestehen gewöhn— lich aus zusammenziehenden und aromatischen Mitteln; sie leisten sämmtlich, sobald sie zweck— mäßig zusammengesetzt sind, ziemlich dasselbe, wenn auch in Beziehung auf Farbe und Ge— schmack ein Unterschied stattfindet. Derartige Aunpreisungen, unter außergewoͤhnlichen Ver— sprechungen, sollte man, um der Charlatanerie nicht Vorschub zu leisten, grundsätzlich unbe— achtet lassen!
Das beste bis uͤblen Geruch aus
jetzt bekannte Mittel gegen dem Munde ist das über— Eine andere höchst wichtige Vorschrift für eine vernünftige Zahnpflege ist die periodisch wiederkehrende, recht gründliche Untersuchung des gesammten Kauapparates durch den Zahnarzt. Je eher ein kranker Zahn in Behandlung kommt, desto besser für den Patienten! Gegen beginnende Karies vermag die Zahnheilkunde auf zweierlei Art Hülfe zu schaffen, nämlich durch Feilen und Ausfüllen. Die zuerst erwähnte Operation ist eines daußzrn— den Erfolges weniger sicher als die zweite. Fellen ohne fortgesetzte Sorgfalt bei der spateren Reinigung von Seiten des Patienten selbst würde jedoch sicher mehr schaden als nützen Gedrängt stehende gesunde Zähne zu feilen, um ihr Hohlwerden zu verhüten, ist eine durchaus verwerfliche Maßregel.
Die Operation des Ausfüͤllens hohler Zähne ist, wenn sie ihren Zweck erreichen soll, an zwei Bedingungen gebunden. Erstens muß alle kranke Zahnsubstanz entfernt werden, zweitens muß die Füllung einen vollkommen luft und


