durch die. Wiederkehr seines alten Leidens ver⸗
hierher, welche den Besuch der Emser Heilquelle diesmal als ein durch den Gesundheitszustand des Czaaren Alexander dringend gebotenen darstellen. Asthmatische Leiden und Hals ⸗Affectionen, welche dem Kaiser angeblich nicht mehr gestatten, eine laute Ansprache zu halten, oder ein Commando abzugeben, sollen neuerdings in erhöhtem Maße eingetreten sein.
— Der„Reichs Anzeiger“ veröffentlicht die Bekanntmachung betreffend die mit 1. Juni ein- tretende Außercourssetzung der ½ Groschenstücke, der ½0, ½15, ½1 Thalerstücke und aller übrigen, auf nicht mehr als /½¼82 Thaler lautenden Silber- Scheidemünzen der Thaler Währung. Diese Münzen werden vom 1. Jani bie 31. August 1876 noch von den zu bezeichnenden Cassen umgetauscht. — Nach der„N. A. 3.“ ist der Reichskanzler an dem beabsichtigten Ausflug nach Lauenburg
hindert worden. München, 25. April. Der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer hat gestern zwei geheime Sitzungen gehalten, worin über die Erhöhung der königlichen Civilliste und der Apanagen der Prinzen berathen worden sein soll. Wie in Abgeordneten kreisen versichert wird, würde der Vorschlag, durch Berechnung des Guldens zu 180 Pfennig die Civilliste um 5 pCt. zu erböhen, voraussichtlich die Zustimmung der ganzen Kammer erhalten. Karlsruhe, 19. April. Der soeben aus- gegebene Bericht der ständischen Commission über das Volksschulwesen lautet in seinem Haupt⸗Artikel über die confessionelle Seite des Volksschul⸗Unter richts:„Der Unterricht in der Volksschule wird sämmtlichen schulpflichtigen Kindern gemeinschastlich ertheilt, mit Ausnahme des Religions-Unterrichtes, sofern die Kinder verschiedenen religiösen Bekennt⸗ nissen angehören.“ Dieser schon im Regierungs- Entwurf befindlichen Stelle hat die Commisston die Verschärfung beigefügt:„Die der politischen Gemeinde obliegende Verpflichtung zum Unterricht (außer Religion) kann weder im Ganzen noch zum Theile durch eine vorzugsweise zur Erfüllung confessioneller Zwecke begründete Corporations: Anstalt geleistet werden.“ Hierzu tritt noch als Uebergangs⸗Bestimmung:„Die z. Z, auf Grund des Regulativs vom 16, September 1811 be⸗ stehenden Lehr- und Erziehungs- Institute(Baden, Lichtentbal, Offenburg 1c.) werden binnen Jahres- frist nach Verkündigung dieses Gesetzes aufgehoben.“
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 24. April. Von bestunterrichteter Seite wird versichert, es sei begründete Hoffnung, daß die morgen hierber zu ⸗ rückkehrenden ungarischen Minister sich bereit er⸗ klären werden, den hier besprocheuen Ausgleichs ⸗ Präliminarien definitiv zuzustimmen.
Ragusa, 23. April. Laut einer heute Abend hier eingelaufenen Nachricht hat bei Bitelica auf der Straße von Plana nach Krotac ein größeres Treffen zwischen den Türken und Insurgenten
statigefunden. Frankreich. Paris. Das amtliche Blatt veröffentlicht ferner die Ausweise des Finanz ⸗
Ministeriums über das Erträgniß der Landes- Steuern im ersten Quartal des Jahtes 1876. An directen Steuern waren bis 31, März 117,160,500 Fr. eingegangen, d. i. 2,445,000 Fr. weniger als fällig waren.
Spanien. Madrid. Der Finanzminister Saloverria gab in den Cortes ein Exposé über die Finanzlage. Dasselbe spricht die absolute Unmöglichkeit aus, sofort und ohne Abzüge die Zinsen der Staatsschulden zu bezahlen, die Gläubiger der Staatsschulden könnten vom 1. Jan. 1877 ab nur ein Drittel ihrer resp. Zinsen erheben. Um für Erfüllung dieser heiligen Verpflichtung alle verfügbaren Einnahme-Quellen heranzuziehen, soll nicht nur die außerordentliche Kriegs Steuer beibehalten, sondern es sollen auch die Grund-
von 25 pet. gelegt werden. Bei alledem kann die regelmäßige Verzinsung der Staatsschulden vor dem 1. Jan, 1877 nicht aufgenommen werden. Das Capital der Gläubiger wird, wenn sie dies Reglement annehmen, in keiner Weise verkürzt werden.— Um für die folgenden Jahre die er— forderlichen Mittel vorzubereiten und die Inne haltung der aus dem Etat sich ergebenden Ver- pflichtungen zu sichern, wird die Regierung von den Cortes ausgedehnte Vollmachten zu einer allgemeinen Steuer Reform verlangen. Die voll ständige Zahlung der Interessen der Staatsschuld wird eintreten, sobald in Folge der Amortisation das Schuldcapital bis zu dem Grade herabge— mindert sein wird, daß der jährliche Betrag von 180 Millionen Pesetas genügt, um die gesammien Interessen zu befriedigen. Von da an wird ein Theil des Amortisatlons Fonds dazu bestimmt werden, um mit. Abtragung des Schuldcapitals fortzufahren.
Italien. Rom. Wie biesige Zeitungen melden, ist Nigra, seither in Paris, zum Bot- schafter in Petersburg, Corti, seither in Con⸗ stantinopel, zum Gesandten in Paris, Bartoloni, seitber in Petersburg, zum Gesandten in Con- stantinopel ernannt.
Türkei. Constantinopel. Nach vor angegangenen Confetenzen zwischen den Botschaftern General Ignatieff und Lord Elliot und dem Groß vezir hat die Regierung erklärt, daß die Kriegs- erklärung gegen Montenegro nicht in Frage sei. Man hofft, daß ein neuer Waffenstillstand zu Stande komme, um die Ausführung der Reformen in Gemäßheit der Note Andrassp's zu regeln.
— Dem Vernehmen nach würden die Truppen Achmed Mukhtar Pascha's durch 10 Bataillone verstärkt und darauf nochmals den Versuch machen, die Festung Niksic zu verproviantiren.
— Alle Vertceter der Großmächte haben der Pforte den Rath ertheilt, Nichts gegen Montenegro zu unternehmen, indem sie versprachen, ihre Be⸗ mühungen in friedlicher Richtung fortzusetzen. Die Pforte hat von dieser Zusage Keuntniß ge— nommen, wird aber ihre militärischen Vorbereit⸗ ungen nicht unterbrechen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Am 7. Mai findet der erste Zwanzig⸗ Psennigiag im Zoologischen Garten zu Frankfurt stati.
Friedberg. Aus Amerika wird der Tod Friedrich Harlmuch Arndis, eines Sohnes von Ernst Moritz Arndt, semeldet. Der Verftorbene ist 52 Jabre alt geworden.
Friebberg. Slalistische Tavellen stellen fest, daß bei einer Gesammivpölkerung der Erde von 1300 Millionen Menschen jährlich ca. 33 Millionen das Zeiiliche segnen, also pro Tag eiwa 91/000, in jeder Stunde ca. 3700, in der Minute 60.— Erfreulicher ist das Ergebniß der Ge⸗ burten, die sich für den ganzen Erdkreis auf 37 Mill. im Jihre siellen. Es kommen somit auf 60 Todesfälle in der Minute 70 Geburten und die Bevöskerung ver⸗ mehrt sich demgemäß jedes Jahr um etwa 4—5 Mill. Menschen.
Ober⸗ Erlenbach. Am 1. Ostertage fand dahier ein Concert zum Besten der Wassenbeschädigten in Heides⸗ heim ꝛc. stali, durch welches der verhältnißmäßig hohe Beirag von 154 M. 50 Pf. einging, welcher dem Comiié in Bingen eingesendet wurde. Ein löbliches und nach abmungewürdiges Beispiel!
Darmstadt. Ansang voriger Woche feierte still und bescheiden Dr. Dräxler Manfred dahier sein füufzigjähriges Jubuäum als deulscher Dichter und wurden demselben hierzu von nah und sern zahlreiche Opaliouen zu Theil. Die dichterischen Arbeiten von Dräxler⸗ Manfred gehören der deulschen Literatur an, in deren Geschichte ihnen ein ehrendes Andenken gesicheri ist.
Darmstadt, 24. April. Der Zeichnen-Cursus für Volksschullehrer wird von 51 Theilnebmern besucht, von welchen sich eiwa zwei Driitel zum ersten Male an den Zeichnenübungen velheiligen. In dem„Bergsträßer Hof“ sind Abendkränzchen anberaumt, in welchen verschiedene Gegenstände eingebend besprochen und discutirt werden. Der Cursus geht nächsten Donnerstag zu Ende. Die Kosten für die Besucher werden größientheils aus den Ueberschüssen der betr. Sparkassen bestritten.
Darmstad t. Die nächste Wanderversammlung hessi⸗ scher, badischer und bayrischer Lehrer soll Samstag den 29. April in Bensheim abgehalten werden.— Der erste deuische Lehrertag dessen Abhallung am 4. Oct. v. J. zu Golha von den Delegirten der deutschen Lehrer beschlossen wurde, wird vom 6. bis 8. Juni d. J. in Erfurt zu⸗ sammentreten.
steuer um 2 Procent und die Verzehrungs⸗Steuer um ein Viertel vermehrt werden. Es soll ferner das Erträgniß der Tabaks Regie erhöht und auf rie Gehälter und Bezüge gewisser Beamten, ein— schließlich der Geistlichen, eine Abgabe in Höhe
ö Darmstadt. Der dermalige Bestand der hiesigen Hofe bibliothek beläuft sich in den Hauptkatalogen auf 155,200 Werke, welche nach bibliothikarischer Berechnung 465,600 Bände bilden werden. Dazu kommen dann noch 16 000 medicinische, 32,000 juristische Dissertatienen, welche in
ktalogen verzeichnet sind, ebenso wie 3300
besonderen Sammlungen vereinigt und in besonderen Ka⸗ 4100 in Mappen aufbewahrte Einzelkarten, 2100 in 6100 mustkalische Werke(in eiwa 18 000 Bänden),
Allerlei.
Sonntag Abend wurde unsere Stadt daß einer unserer größten Brauerei⸗
Frankfurt. durch die Nachricht,
Ueber die Gründe, welche den so strebsamen und tüchtigen,
ten Schritte veranlaßten, ist zur Stunde noch nichts Zu, verlässiges bekannt geworden.
Hanau. Die„Han. Zig.“ schreibt: Zwei junge Eng⸗ länder fuhren am 21. April von Darmstadt hierher auf Velocipeden in vier Stunden. Dieselben stiegen im Hötel Carlsberg ab und setzten nach 4 Uhr ihre Reise nach Aschaffenburg fort.. Marburg. Einer Veröffentlichung der Direktion der Main⸗Weser Bahn zufolge treten für den Lokalpersonenver⸗ kehr vom 1. Juni c. veränderte Fahipreise in Kraft, welche zum Theil für Einzelreisen geringe Erböhungen, durch⸗ gehends aber für Schnellzüge 1. Classe Erhöhungen, da⸗ gegen für Doppelreisen(Hin- und Retourfahrt) Ermäßig⸗ ungen bringen. Der betreffende Tarif kann vom 10, k. M. ab bei den Billet⸗Expeditionen zum Pireise von 1,20 Mk. pr. Exemplar bezogen werden.
Eisenach. Als einen charaklecistischen Zug für das Wesen des deuischen Kaisers theilt ein thüringischer Cor⸗ respondent der„Nat. Zig.“ von der Kaiserreise das Vol ⸗ gende mit:„In Eisenach waren im Fürstenzimmer des Bahnhofes zu dem Frühstücke Gedecke gestellt; um den Tisch standen 8 Stügle, für den Kaiser aber ein Sessel mil Ruhekissen. Als der Kaiser eingetreten war. fragte er den Oberkellner:„Für wen ist der Sessel?“„Für des Kaisers Majestäl“, answorlete der Kellner.„Nehmen Sie ihn weg und geben Sie mir einen Stuhl wie den Anderen“, sagie der Kaiser freundlich und lehnte damit die Auszeich⸗ nung vor den übrigen Tischgenossen ab.
Köln. Die„Köln. 31g.“ berichtet:„Wie bekznnt, hat bie Kaiserglocke noch immer nicht die ihr auferlegte Läuteprobe in vollem Maße bestanden. Cs wird deßhalb der Klöppel noch einmal im Bayenthal einer kleinen Ab⸗ änderung unterworsen. Durch diese hofft man die viel⸗ vesprochenen Mängel, welche im Anschsag und der Ton⸗ Entwicklung zu Tage treten, endlich ganz zu beseitigen.“
Nürnberg, 19. April. Heute fand dahier eine Versammlung der lechnischen Lehrer Bayerns statt. Die Versammlung beschäfligte sich auch mit der orthographischen Conserenz in Berlin und erklärte sich zu Erzielung einer einhenlichen Rechtschribung in den Schulen mit dem An⸗ schlusse an das Resultat dieser Consexenz einverstanden, indem sie gleichzeilig beschloß, das Ersuchen an die Staats- regierung zu stellen, noch vor Beginn des neuen Schul⸗ jihcs die erforderlichen Schritte zu thun. Dem eben in Kassel versammelten norddeutschen Reallehrer Vereine wurde durch ein Telegramm dieser Beschluß zur Kenniniß gebracht.
Begerburg im Plauen'schen Grunde. Am 2. Feiertag ereignete sich hier ein großes Unglück. Der 26 jährige Porzellandreher Findel aus Dresden hatte mit mehreren Freunden eine Parthie nach dem Plauen'schen Grunde gemacht, und auf der Begerburg kommt er in Folge irgend welcher Veranlassung zu der unglückseligen Idee, daß er eine Weite um 3 Thlr. eingeht, außerhalb der hölzernen Bartieren, also dicht an den steil abfallenden Felsenwänden, rings um die Burg geben zu wollen. Da keut Mensch das Wagesiück verbindert, schwingt er sich über die Barriere und geht ein Stück am Abhang hin, doch nich! weit, dann— ein Schrei und er siltezt die Felswand nach der Cyaussee zu hinab. Der fürchterliche Sturz batte natürlich den sosorligen Tod Findel's zur Folge; der Kopf des Unglücklichen war vollfsändig gespalten. Der junge Mann, der den französischen Krieg mitgemacht hat, war der Ersie der sächsischen Soldalen, der den Mon: Abron erstieg.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 26. April. Waizen M. 22.25— 22.50. ton M. 18.60 18.90. Gere M. 17.50— 18. Hafer M. 17.—17.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpsund.
Frankfurt, 24. April.(Viehmarkt.) Der heutige Markt war ziemlich befahren. Viel wurde für den Niedere rbein angekauft. Angetrieben waren: 400 Ochsen, 320 Kühe, 300 Kälber und 250 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 65,14, 2. Qual. M. 60.71, Kühe 1. Qual. M. 56.57, 2. Qual. M. 51.43, Kälber M. 60-63, Hämmel 1. Qual. M. 5486, 2. Qual. M. 49.71.
Frankfurt, 24. April. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 N. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., er. 5 M. 23., Noggenmehl/(Berliner Marke) M. 26., o. II.(Berliner Marke) M. 22., Waizenschasen M—. Jaizen eff. hies. M. 24.—, Roggen M. 17.75, Gerste M. 17—21., Hafer M. 18.30, Kohlsamen M.—, Erbsen N. 21—24., Wicken M. 23 24., Linsen M. 21-30. Rüböl M. 74. Die Preise versteben sich fämmtlich per 200 Pfd. Zoll⸗Gewicht— 100 Kilo.
Marnz 25, April. Producten⸗Morkl. Watzey per Mai 20.80, per Juli 21.40. Roggen per Mai 15.35, per Juli 15.50. Hafer per Mai 17.95, per Juli 17.55. Küböl per Mai 32.50, per October 33.—.
Die beschränkenden Bestimmungen des§ 4 des Reichs
Bankgesetzes vom 14. März 1875 sind(nach den im Reichs⸗
ö anöschristen,
Mappen aufbewahrte Abbildungen in Einzelblättern und
besitzer, Herr W. Schwager, seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht habe, in schmerzliche Aufregung versetzt.
im kräfligsten Alter stehenden Mann zu diesem verzweifel,


