Ausgabe 
21.11.1876
 
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Dienstag den 21. Uovember.

M138.

Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

undlieb. II.

neuesten Systme

1A. M.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

8 Berichten Sie uns binnen 8 Tagen, wie hoch sich Ihre Büreaukosten belaufen. gleichen Kosten bewilligt sind, wollen deren Betrag noch besonders in Ihren Berichten vermerken.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Büreaukosten der Großberzoglichen Bürgermeister.

Betreffend: Nachforschungen nach Namen und Heimath des angeblichen in der Gemeinde Sailauf, im Königlich

Bayerischen Amtsbezirk Aschaffenburg, aufgegriffenen Johannes Amvander.

Friedberg den 19. November 1876. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Diejenigen von Ihnen, welchen als Standesbeamten der

.

Friedberg am 17. November 1876.

5 ä 28 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg f an die Großherzogliche Polizei-Verwaltung zu Bad-Naubeim, den Großherzoglichen Polizei-Commissär zu Wickstadt, die Großherzog

lichen Bürgermeistereien und Großherzogliche Gendarmerie des Kreises.

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Die Kleidung besteht in einem Staubhemd von blauem Zwilch, ge blümter Kattunjacke, schwarzseidenem Halstuch, dunkler Bukskingweste und Beinkleidern, grobleinenem Hemd mit roth H. M. gezeichnet, hell baum wollenen bis an das Kniee reichenden Strümpfen und starken kalbledernen 1 bird; Stiefeln mit hohen Schäften, endlich schwarzer Schildtuchkappe.

Zur Verhandlung kommen: 1) Rechnungsablage. 3) Feststellung des Voranschlags für 1877.

Trapp.

Einladung

4) Abänderung der Statuten.

N Unter Bezugnahme auf nachstehendes Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern beauftragen wir Sie, thunlichst genau Nach- sorschungen bezüglich Ermittelung des Namens und der Herkunst des aufgegriffenen Mannes anzustellen und uns ein etwaiges Resultat sofort mitzutheilen.

Das Großherzogliche Ministerium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. Nach einer une zugegangenen Mittheilung der Königlich Bayerischen Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg wurde am 19. August dieses Jahres im Amtsbezirk Aschaffenburg eine anscheinend taubstumme Manns herson aufgegriffen, deren Herkunft bisher nicht zu ermitteln war. Dieselbe scheint eirea 45 Jahre alt zu sein, hat blonde Haare mit angehender Glatze, braunen mit grauen Haaren untermischten Bart, dunkle Augen und markirte Gesichtszüge, ist 1,68 M. groß und von gebeugter

Der Unbekannte ist reinlich gekleidet, führt eine Tabakspfeife, scheint einer Gegend anzugehören, in welcher Weinbau betrieben wird, versteht auch gut Holz zu spalten und zu sägen und hat als seinen muthmaßlichen NamenJohannes Amvandter niedergeschrieben.

Einem Ersuchen der vorgenannten Behörde entsprechend beauftragen wir Sie, in Ihren Kreisen genaue Nachforschungen behufs etwaiger Er⸗ mittelung des Namens und der Herkunft der bezeichneten Persönlichkeit, hinsichtlich welcher die im Königlich Bayerischen Staatsgebiet veranlaßten Recherchen bisher ohne Erfolg geblieben sind, anzustellen und im Falle eines Ergebnisses der Königlich Bayerischen Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg Kammer des Innern in Würzburg direct Mit theilung machen zu wollen.

v. Sea y l. Rauten busch.

zu der Freitag den 24. November, Mittags 1 Uhr, zu Friedberg auf dem Rathhause das. stattfindenden statutenmäßigen Generalversammlung des Mathildenstifts.

2) Erstattung des Verwaltungsberichts der Mathildenstiftung für verwahrloste Kinder im 5) Aufnahme neuer Mitglieder.

6) Ergänzung

Die Mitglieder des Vereins, namentlich die Herrrn Geistlichen, Lehrer und Bürgermeister des Kreises, welche vor Auflösung des Kreises

Sachtirständige

acc den Spruch n ia

Friedberg den 17. November 1876.

Bilbel dem Kreise Friedberg angehört haben, werden zu recht zahlreicher Betheiligung hiermit eingeladen.

Der Präsident des Mathildenstifts des Kreises Friedberg.

Trapp.

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Deutsches Reich. Darmstadt. Am 11. November wurde der Bezirksgerichtsrath Pauli in Alzey nach Mainz 1 00 sanetweil zerfetzt, der Friedensrichter Laist in Alzey zum e Nagdeburgen Bezirksgerichtsrath daselbst ernannt, der Friedens- 3052 fchter Knaus in Wöllstein nach Alzey versetzt und der Friedensgerichtsaktuar Nehr in Alzey zum

Friedensrichter in Wöllstein ernannt. die zweite Kammer wird nicht, wie seit her beabsichtigt, noch im Laufe dieses Monats

1 1 sichts⸗Punkte, worunter der nothwendige alsbaldige

perwaltkl, Jusammentritt der Landes⸗Synode jedenfalls auch

, gan, nit in Betracht gezogen wurde, dahin geführt,

1 d. des die Dispositionen so zu treffen, daß die zweste

2 fbammer etwa im Februar k. J. zusammenberufen

1 berden wird, um alles bis jetzt vorliegende und

4 ider Zwischenzeit noch erwachsende und von den

se Ausschüssen zu begutachtende Material aufzuarbeiten.

Berlin, 16. Nov. Der Reichstag verwies

tab Witt, ig seiner heutigen Sitzung die Uebersicht der Ein

1, mhmen und Ausgaben, sowie der Etats Ueber-

8 screitungen für 1875 an die Rechnungs Commission

8 ud nahm in erster und zweiler Lesung den Gesetz

1 i cel Entwurf, betreffend die Schonzeit bei dem Robben-

* g 9 ung, an. Der vom Fürsten Hohenlohe beantragte U*

hesetz-Entwurf zum Schutze der nützlichen Vögel

ward an eine besondere Commission, die von Mosle eingebrachte Vorlage betreffs der Seeschifffahrts- Zeichen an die Commission für den Gesetz-Entwurf über die Untersuchung der See-Uafälle überwiesen. Bei letzterem bemerkte Minister Hofmann: Das Reich habe seit dem Jahre 1873 durch Verträge zwischen den See-Uferstaaten bereits das Noth

wendige für Verbesserung der Seeschifffahrts-Zeichen Sollte das Reich die Kosten dafür tragen,

gethan. so müsse dasselbe auch die Verwaltung übernehmen und könne solche nicht, wie beantragt, den Einzel staaten überlassen. 17. Nov. Auf der heutigen Tagesordnung des Reichstages steht die zweite Lesung des Gerichts-Verfassungs⸗Gesetzes.§ 1 der Regierungs-Vorlage überträgt die Ausübung der ordentlichen streitigen Gerichtsbarkeit auch an Handels⸗Gerichte. Die Commission beantragt die Streichung der Handels⸗Gerichte und schlägt vor, der Landes ⸗Justiz- Verwaltung die Besugniß ein zuräumen, nach Bedürfniß detachirte Handels- kammern für die Landgerichts-Bezirke oder Theile derselben einzurichten. Nachdem Miquel als Vor- sitzender der Commission die Debatte über§ 1 eingeleitet und Becker als Referent den Commissions Standpunkt gerechtfertigt hat, tritt Justizminister Leonhardt für die Vorlage ein: Handelsgerichte seien dringendes Bedürfniß und würden durch die von der Commission vorgeschlagenen detachirten

Handelskammern nicht ersetzt. Durch letztere werde ein besonderer processualischer Vortheil nicht er reicht, wohl aber die Besorgniß einer Hemmung der Justiz- Verwaltung nahegelegt. Die Handels- Gerichte hätten sich in ganz Deutschland bewährt, der Handels-Stand wünsche ihr Fortbestehen; er empfehle sonach die Annahme der Regierungs Vorlage. Nach längerer Debatte, an welcher sich Beseler, Reichensperger(Olpe), Wolffson, Winterer und Lasker betheiligen, nimmt Miquel zu einem Schluß ⸗Resumé das Wort, worauf das Haus zur Discussion über§ 81 gelangt, welcher den Com- missions⸗Vorschlag bezüglich der detachirten Han dels-Kammern formulirt. Römer wendet sich gegen Laien Gerichte überhaupt, Reichensperger(Crefeld) befürwortet dagegen dieselben, Goldschmidt ver theidigt den von ihm und Beseler gestellten Antrag auf Wiederherstellung der Regierungs- Vorlage, Nachdem sich sodann noch Miquel gegen den Antrag Winterer's auf Beibehaltung der elsaß lothringischen Handels- Gerichte ausgesprochen, wird die Debatte geschlossen. Die§§. 1 und 81 werden nach den Commissions-Vorschlägen ange nommen und hierauf F. 82, welcher von der Zuständigkeit der Handelskammern handelt, gleich- falls nach den Commissions-Anträgen genehmigt. 18. Nov. Der Reichstag nahm in heutiger Sitzung die Civilproceß Ordnung in zweiter Lesung