Ausgabe 
15.7.1876
 
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1876. 1171

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M. 83.

Oberhessischer Anzeiger.

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g Kreisblatt für den Areis Friedberg.

e Samstag den 15. Juli.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Betreffend: Der Zustand der Schullokalitäten. Friedberg den 12. Juli 1876.

5 Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg g an sämmtliche Schulvorstände, bezw. die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Wir baden bei den von uns vorgenommenen Schulprüfungen, wie auch unser Kreis-Schulinspector bei seinen Inspectionen, mit Mißfallen be merkt, daß viele Schulzimmer, die Zugänge zu denselben, Aborte ꝛc., in einem durchaus unwürdigen, unordentlichen und schmutzigen Zustande sich 1 befinden, weil sie seit Jahren nicht ausgeweißt worden sind, was doch jedes Jahr geschehen soll. Diesem Uebelstande muß selbst da, wo vielleicht in den nächsten Jahren, den neuen gesetzlichen Bestimmungen gemäß, wesentliche bauliche Veränderungen mit dem Schulhause vorzunehmen sind, obne Verzug abgeholfen werden; denn die Schullokalitäten müssen zu jeder Zeit auch in ihrer äußeren Erscheinung für die Jugend ein Vorbild der Rein- lichkeit und Ordnung sein und durch die tägliche Anschauung die Jugend an Beides gewöhnen, damit der Sinn dafur auch in den Familien und ihrer Umgebung lebendig erhalten werde.

n Wir tragen Ihnen darum hiermit auf, Ihre Schullokalitäten, falls es nicht erst vor Kurzem geschehen und deren Zustand vollständig gut und

schön sein sollte, alsbald ausbessern und ausweißen zu lassen, und zwar werden die Großberzoglichen Bürgermeistereien dafür Sorge tragen, daß diese Arbeit zu Anfang der nächsten Ferien in Angriff genommen wird, damit der Unterricht keine Störung dadurch erleidet. Zum Austrich der Wände sind keine schädlichen, und darum nicht zu grelle, die Augen angreifende Farben zu wählen. Am geeignetsten mag ein solcher von matter, etwa blaugrauer Farbe seiu. Die Thüren, Fenster und Fensterbrüstungen, sowie die Holzbekleidungen der Wände, die überall zu empfehlen sind, müssen mit Oelfarbe angestrichen werden. Wenn in einem Schulzimmer noch kein verschließbarer Lehrtisch oder Katheder zum Gebrauch für den Lebrer und kein Schrank zum Aufbewahren der Lehrmittel ꝛc. vorhanden sein sollte, so haben Sie für deren baldige Anschaffung ebenfalls Sorge zu tragen. 2 15 Unser Kreis- Schulinspector, welcher durch seine Instructionen schon angewiesen ist, auf die berührten Punkte bei seinen Inspectionen zu achten, ist von uns noch besonders beauftragt worden, auf die Befolgung dieser Verfugung sein Augenmerk zu richten, und wir erwarten nicht, daß Sie hier . über den Lehrern, welche die Reinlichkeit und Ordnung im Schulzimmer zunächst zu überwachen haben, Anlaß zu Beschwerden geben, und daß wir

15 genöthigt sind, Säumige zur Rechenschaft zu ziehen. Dr a p p.

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Bert en gc une unt m Die Amtstage des unterzeichneten Landgerichts werden Dienstags und Mittwochs in den Nurnfrrz 25 Ühe Nachmittags abgebalten.

Altenstadt am 12. Juli 1876. Großberzogliches Landgericht Altenstadt. J. E. d. L.: May, Landgerichts ⸗Assessor.

Stunden von 812 Uhr Vormittags und von

. Un Deutsches Reich. gekommen, vom Großherzoge und der Großherzogin! Frankreich. Versailles, 11. Juli. S Darmstadt. Militärnachricht. Leuthner, am Bahnhöfe empfangen und an den Hafen ge- In der heutigen Sitzung der Deputirten- Kammer 1 Sec.-Et. vom 1. Großh. Inf.(Leibgarde-) Rgt. leitet, von wo unter Salutschüssen die Abfahrt kam die Angelegenheit betreffs Ernennung der riert Nr. 115, mit Pension, der Abschied bewilligt. nach der Insel Mainau auf dem Dampfboot Maires zur Verhondlung. Das Ministerium Berlin. DieProv. Corr. schließt einenWilhelm stattfand. Ein zahlreiches Publikum stellte die Vertrauensfrage. Gambetta erklärte, er Artikel über die Reichstädter Entrevue mit folgen begrüßte den Kaiser bei Ankunft und Abfahrt. wolle zwar dem Ministerium keine Schwierigkeiten den Worten:Der friedliche Eindruck, den die Der Aufenthalt auf Mainau ist bie 18 Juli bereiten, nichtsdessoweniger bekämpfte er den vor Nachrichten aus Reichstadt zunächst in Wien her- festgesetzt. liegenden Gesetzentwurf. Nachdem ein von Gam Ausland.

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vorgebracht haben, ist bald überall zur Geltung gelangt und hat die Zuversicht bestärkt, daß die mächtige Friedens Gemeinschaft, welche in dem Kaiserbunde ihren festen Mittelpunkt hat, auch die Schwierigkeiten der gegenwärtigen Lage über- winden werde.

13. Juli. Das deutsche Mittelmeer-Ge⸗ schwader, welches kürzlich den Hafen von Salonichi zum Zwecke einer Uebungsfahrt verlassen und vor demselben gekreuzt hatte, ist jetzt wieder im Hafen vor Anker gegangen.

Würzburg. DemN. K. schreibt man von hier:Der Conferenz des deutschen Kaisers mit Bismarck wohnte sonst Niemand bei. Die Umgebung des Kaisers will eine sehr ernste

Oesterreich- Ungarn. Wien. der Pester Lloyd meldet als Resultat der Reich städter Zusammenkunft: Oesterreich erkennt eine Aenderung des territorialen Besitzstandes nur unter Zuziehung der Tractat-Mächte an und hält an strengster Neutralität für die Dauer des Krieges fest. Rußland erkennt eine Vereinigung Bosniens mit der Herzegowina als den Interessen Oesterreichs zuwiderlaufend an, wogegen Oesterreich nach dem Siege der Türken für die Integrität Serbiens und die Berliner Reformen eintritt. Den Ab machungen zufolge wurde auch der Hafen von Klek für Ausschiffungen türkischer Truppen gesperrt.

Aus Semlin wird gemeldet: Wallsee, der

betta unterstützter Antrag, die Diskussion zu ver tagen, abgelehnt worden war, nahm die Kammer den Artikel I., durch welchen das Gesetz betreffs der Maires von 1874 aufgehoben wird, mit großer Majorität an.

Türkei. Constantinopel. Die Pforte erließ ein Rundschreiben an die Signatar⸗Mächte des Pariser Vertrages, worin sie erklärt, die bisherigen Fürsten von Serbien und Montenegro nicht als Kriegsführende im Sinne des Völkerrechts, sondern nur als Rebellen gegen die Autorität des rechtmäßigen Oberherrn betrachten und behandeln zu können. Mehrere Cabinette machten die Ver treter der Pforte darauf aufmerksam, daß, was den Fürsten von Montenegro anbelange, die Ver

Stimmung am Kaiser nach dem Schlusse der Con- zen n a ferenz bemerkt haben. Am Fackelzuge betheiligte sich auch die katholische Studenten Verbindung Walhalla, und zwar hatte sie sich selbst dazu ö erboten. Die katholische Studenten- Verbindung

Kriegs Correspondent einiger Wiener Blätter, träge an keiner Stelle dessen Abhängigkeit von der wurde bei Krusevacz erschossen. Verwundet wur- Pforte anerkennen. den: Hendle, Correspondent von Berliner Blättern, 10. Juli. Bei Podgoritza hat ein Gefecht Galli von derOpinion nationale und Coutouly zwischen 2 Bataillonen regulärer türkischer Truppen, vomTemps. Die betreffenden Consuln haben welche durch Freiwillige verstärkt waren, und Markomania hielt sich ferne. Ins Fremden- in Belgrad deßhalb Schritte gethan. 5000 Montenegrinern stattgefunden. Letztere wur buch desGasthofs zum Kronprinzen von Bayern Ueber die Reichstädter Abmachungen meldet den aus ihren Befestigungen vertrieben und ver schrieb sich der Kaiser, um dem Besitzer seine An- ein meist gut uuterrichteter Correspondent des loren 400 Todte und ebensoviele Verwundete, erkennung auszudrücken, alsWilbelm, ImperatorN. K.: Beide Theile haben Concessionen ge- darunter 30 Offiziere. Der Verlust der Türken u. Rex 10. 7. 76. ein. Bei der Abreise des macht: Oesterreich leistete Verzicht auf die unbedingte belief sich auf 11 Todte und etwa 25 Verwundete. Ratsers waren die Straßen und der Bahnhof ge- Behauptung des Status quo ante bellum, Ruß- 11. Juli. Heute fanden zwei größere drängt voll von Menschen. land verzichtete unbedingt auf eine Separat-Action. Gefechte zwischen den Montenegrinern und den Baden-Baden, 11. Juli. Kaiser Wilhelm Aus Karlsbad wird demB. Tgbl. telegraphisch Türken statt, eines bei Kernica in der Kraina, ist heute Abend um Ubr hier eingetroffen. gemeldet: Hier weilende hochadelige Russen ver- ein zweites bei Podgoritza. Die hier einlausenden Auf der Reise von Würzburg hierher wurde der sichern, Kaiser Alexander habe nach der Abreise Nachrichten lauten weniger günslig für die Türken, laiserliche Zug auf allen Stationen mit enthu- von Reichstadt zu mehreren Offizieren seiner Suite welche stärkere Verluste erlitten haben sollen. 1 sastischen Kundgebungen empfangen. gesagt:In Reichstadt wurde die Freundschaft mit 13. Juli. Einer Regierungs-Nachricht 1 Constanz, 13. Juli. Kaiser Wilhelm ist meinem Verbündeten befestigt. Wir sind in Allem aus Mostar zufolge traf Selim Pascha, mit zwei . um 2 Uhr 17 Min. im besten Wohlsein hier an- einverstanden. Wir werden keinen Krieg baben! Bataillonen auf dem Marsche von Gacko nach

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