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Beilage.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Postpersonalnachrichten. Er⸗ nannt sind: Die Postassistenten Kadoch in Offen- bach und Klostermann in Mainz zu Postsetretären. Angestellt ist: Der Postassistent Wiegand in Bens beim. Versetzt sind: Der Postdireftor Winter von Lahr nach Offenbach, die Postsecretäre Mal brandt von Darmstadt nach Cöslin, Kisseberth von Cöln nach Worms, Wittich von Offenbach nach Darmstadt, Übrich von Friedberg nach Gießen, Kriwet von Gießen nach Prüm, der Obertele- graphist Metzner von Friedberg nach Darmstadt und der Postassistent Grützner von Darmstadt nach Friedberg. In den Rubhestand getreten ist: Der Postsecretär Kraft in Worms. Gestorben sind: Der Postcommissarius Purgold in Darmstadt und der Postverwalter Kempf in Viernheim.
— Die zweite Kammer ist auf den 18. October einberufen; Hauptgegenstand der Tagesordnung der ersten Sitzung ist der Gesetzentwurf wegen Erhöbung der Lehrer- Gehalte. Nach dem Antrag des Gesetzgebungsausschusses sollen die verwittweten Lehrer bezüglich ibrer Wohnungs vergütung den verheiratbeten gleichgestellt bleiben.
— Die Gemeinde Leeheim, welche unter den Hochfluthen des Rheins sebr empfindlichen Schaden erlitten, ist bei den Ständen um eine staatliche Beihülfe für ihre Dammbaukosten resp. Verkleinerung ibres Wachehezirks eingekommen, nachdem ihre Gesuche bei der Regierung kein Gehör gefunden haben. Die in mehrere Blätter übergegangene Notiz in Betreff einer auf nächsten Sonntag nach Frankfurt berufenen Landesversammlung der deutschen Fortschrittspartei in Hessen scheint auf einem Miß verständnisse zu beruhen. Wenigstens den hiesigen Delegirten der letzten Landesversammlung ist keine Einladung zugegangen, noch weniger eine solche von ihnen ausgegangen.
Berlin, 12. Oct. Das soeben durch Aus- hang an der Tafel des Kammergerichts veröffent- lichte Urtheil gegen den Grafen Arnim erkennt denselben des Landesverrathes, sowie der Beleidig- ung des Kaisers und des Fürsten Bismarck schuldig und lautet auf fünf Jahre Zuchthaus.
Weimar. Die„Weim. Ztg.“ schreibt: „Nachdem im Vorsommer d. J. etwas verfrüht berichtet worden, die Unterhandlungen über den Ankauf der Thüringischen Bahn Seitens des preuß— ischen Staates seien bereite im vollen Gange, hören wir jetzt, daß die Verhandlungen mit der thüringischen Bahn-Gesenschaft begonnen haben und guten Fortgang nehmen. Ueber die Modalitäten des Ankaufs ist nichts bekannt, auch dürfte die hier und da auftauchende Angabe, als sei zwischen Preußen und dee Thüringer Bahn bereits ein Einverständniß erzielt, verfrüht sein.“
München. Nach bier eingetroffenen Meld- ungen über das Wahl⸗Ergebniß im Wahl-Kreise Sulzbach ist die Wiederwahl der liberalen Abge- ordneten als zweifellos zu betrachten.
— 11. Oct. Der König ist heute Nacht von Schloß Berg hier eingetroffen und wird im Laufe des heutigen Tages die Ausstellung besuchen.
Baden-Baden, 11. October. Der König Georg von Griechenland ist heute Mittag hier eingetroffen und von dem Kalser, dem Großherzog und dem Erbgroßherzog von Baden sowie von dem russischen Gesandten und mehreren hier an- wesenden russischen und griechischen Notabilitäten empfangen worden. Der König wurde von dem Kaiser auf das Freundlichste begrüßt. Nach Vor⸗ stellung des beiderseitigen Gefolges gaben der Kaiser und der Großherzog dem König zu dem Hotel d' Angleterre, wo derselbe Wohnung genommen hat, das Geleite.
Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Finanz- Minister hat bereits den Budget- Entwurf für 1877 dem Reichstage vorgelegt. Das Gesammt Erserderniß ist mit 233 Mill. die Gesammt⸗Ein⸗
Pest. Der ungar.
Oberhessücher Ameiger.
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nahmen sind mit 218 Millionen Gulden beziffert, und es ergibt sich somit ein Defieit von 15 Mill. Die Deckung des Deficits hofft Hr. v. Szell ohne Anleihe bewirken zu können. Unter Anderem sollen die gemeinsamen Activen zu diesem Behufe heran- gezogen werden. Wie man weiß, sind diese Activen nicht einmal geordnet, geschweige denn vertheilt, und so wäre eine neue„Frage“ zwischen den beiden Reichs-Hälften in Sicht.
— Sämmtliche ungarischen Bischöfe sind augen- bkicklich behufs Berathungen über Schul-Ange⸗
legenheiten hier versammelt. Die erste Sitzung hielten sie gestern ab. Es handelt sich varum, gemäß den neuen Schulgesetzen die Wirksamkeit der sogenannten Schul-Stühle zu fixiren, bezw. die Normen für diejenigen geistlichen Würden— träger zu bestimmen, welche Schul-AufsichtsRäthe sind, oder in sonstiger Eigenschaft in den Aussichts · Rath gewählt oder auch demselben attachirt werden. Besonders zu bemerken ist, daß der gesammte ungarische Episkopat zu den Schul-Gesetzen keines- wegs eine oppositionelle Stellung genommen hat.
Frankreich. Paris, Gemäß amtlichem Deeret werden Senat und Deputirten-Kammer auf den 30. October einberufen.— Der Arbeiter- Congreß hat seine Sitzungen in guter Ordnung beendigt und wird nächstes Jahr in Lyon zu⸗ sammentreten.
— Das„Journal officiell“ veröffentlicht das Decret, welches die Kammern zu einer außerordent- lichen Sitzung auf den 30. October einberuft,
Belgien. Brüssel. Das Project des Königs zur Colonisation von Central Aftika ist Gegen- stand mehrstündiger Besprechungen Leopold's II. mit Lesseps gewesen. Das Project findet allge⸗ mein, besonders aber bei Frankreich, große Unter- stützung.
Spanien. Madrid. General Martinez Campos ist zum Befehlshaber der Armee auf Cuba ernannt worden. Derselbe wird in Bälde mit 25,000 Mann nach Cuba abgehen. Ebenso wird die cubanische Flotte durch Kreuzer, die neu construirt sind, verstärkt werden.— Das Journal „Epoca“ tadelt das Circular⸗Schreiben des Bischofs von Minorca, worin die Protestanten und deren Freunde excommunicirt werden.
— Dem„Tiempo“ zusolge hat sich die Re- gierung das Recht vorbehalten, den Beschluß der General-Junta von Biscaya, betreffend die Auf; hebung der Gehalts- Zahlungen an Geistliche, zu modificiren und zu annulliren, da die freundschaft⸗ lichen Beziehungen Spaniens zur römischen Curie dadurch beeinträchtigt werden könnten.
— Die Königin wollte am 13. Oct. nach Madrid kommen und officiellen Empfang halten.
Türkei. Konstantinopel, 10. Oct. In dem heutigen außerordentlichen Minister⸗Rathe machte sich im Anfange eine lebhafte Opposition gegen einen Waffen Stillstand geltend. Schließ lich erkannte der Ministerrath an, daß ein Waffen- Stillstand von sechs Wochen, wie er verlangt wird, wegen der kurzen Dauer ernste Gefahren für die Türkei in sich berge, für den unwahr— scheinlichen Fall, daß die Verhandlungen scheitern sollten. Die Pforte hat auf alle Fälle beschlossen, den Mächten die Bedingungen mitzutheilen, unter welchen sie in einen Waffen⸗Stillstand von fünf oder sechs Monaten willigen würde, welcher nach ihrem Dafürhalten noch einen dreifachen Vortheil für die Türkei haben würde. Erstens; die Pforte könnte in der Zwischenzeit den lebhaft aufgeregten moslemitischen Fanantismus besänftigen; zweitens; die Pforte befände sich nicht in der üblen Lage, die Feindseligkeiten in einem Augenblicke wieder aufzunehmen, wo die Witterung die Operationen erheblich erschweren wird; endlich: diese Frist würde es erleichtern, über die Friedens-Beding⸗ ungen und die allgemeinen, im Reiche einzuführen⸗ den Reformen zu einer Einigung zu gelangen.
Man glaubt, daß die Bedingungen der Pforte werden angenommen werden.
brechen leicht ausplatzt und die innere
11. Oct. Die„Int. Telgr. Ag.“ meldet aus Ragusa: Ein Detachement Insurgenten und die Truppen unter dem Obersten Despotovic haben am 8. Oct. die türkischen Ortschaften Liskne und Buskobrato, südlich von Livno, eingenommen.
Montenegro. Cettinje, 11. October. Gestern wurden aus Grahowo 15 türkische Ge⸗ fangene hierher gebracht. Von den Truppen des Wojwoden Dakovie wurde nicht bloß Ljubinje, sondern auch alle türkischen Dörfer des Ljubinzer Bezirks niedergebrannt. Dabei sind 1500 Türken gefallen und in ihren eigenen Häusern verbrannt. Der Verlust der Montenegriner beträgt 150 Mann an Todten und Verwundeten.
Serbien. Belgrad. Der serbische Mi⸗ nisterrath beschloß, einen regelrechten Waffenstill⸗ stand anzunehmen, sobald die Consuln der Mächte einen bezüglichen Antrag stellen.
— 12. Oct. Die Regierung erhielt amtliche Verichte über neuerdings vorgekommene barbarische Handlungen der türkischen Truppen. Besonders empfindlich litten die Bezirke Tchatchar(Sacar 2) an der Drina, Terania, Tschernarcha, Uzitza und Krusewatz. Der Schaden an Privat Eigenthum allein wird auf 90 Millionen geschätzt.
Rußland. Petersburg. Die Berufung des Großfürsten-Thronsolgers nach Livadia soll mit der Absicht Kaiser Alexanders, abzudanken, zusammenhängen. Der Zar verlangt Berüchsichtig⸗ ung Oesterreichs, welches die Cooperation mit Rußland ablehnt. Wenn der Familien⸗Rath trotz- dem den Krieg beschließt, will Kaiser Alexander die Krone niederlegen.
Amerika. New Jork. Die Wablen in Ohio und Indiana sind unter beispiellos lebhafter Betheiligung der Wähler vor sich gegangen. Die Ergebnisse des Wahlkampfes sind noch nicht voll⸗ ständig bekannt. Soweit bisher Nachrichten vor- liegen, scheinen in Indiana die Demokraten, in Ohio die Republikaner, beide jedoch nur mit ge⸗ ringer Majorität, gesiegt zu haben. Wahrschein- lich gewinnen die Republikaner in Ohio fünf Congreß Sitze.
— 12. Oct. Den neuesten Berichten zufolge hat die demokratische Partei in Indiana etwa 2000 Stimmen Majorität, die republikanische in Ohio 8000. Die Republikaner beider Staaten haben zusammen mindestens acht Congreß⸗Mandate gewonnen. Die von den Anhängern der Papier- geld Vermehrung in Indiana aufgestellten Can⸗ didaten für den Congreß unterlagen.
Cacao.
Der Cacao ist die Frucht eines Baumes, der im heißen Amerika von Mexiko bis Guiana und auf den Antillen wächst, hauptsächlich aber in Venezuela in ausgebreitete Pflanzungen gezogen wird. Der ächte Cacaobaum wird 20-40 Fuß hoch und trägt eine länglich runde, 6-8 Zoll lange, gelblich rothe Frucht, welche unter einer pergamentartigen Schale einen weißlichen Brei enthält, in dem 24—40 eiförmige Samen, die bekannten Cacgobohnen, liegen. In den Pflanzungen werden die Cacaobäume in Reihen, die 15 Fuß von einander stehen, gepflanzt und die Ernten be- ginnen erst im 7. oder 8. Jahre und finden dann im Juli oder December statt. Die gesammelten Früchte werden durch zwei kreuzweise geführte Schnitte geöffnet und dann entkernt. Die Samen werden langsam und sehr sorgsam getrocknet und dann in Höfen, die mit rother Erde oder Ziegel- mehl bestreut sind, ausgebreitet; bierdurch er- hallen sie die an ibnen sichtbare rothe Farbe. Man hatte sich früher bestrebt, den Samen so rein wie möglich zu erhalten, und bediente sich der rothen Erde nicht; doch wünschen die Händler neuerdings die erdige Umhüllung, wahrscheinlich, weil diese die Samen vor Insektenfraß schützt. Der Cacaosamen ist vollkommen gut zubereitet, wenn die pergamentartige Samenbülle beim Zer- Masse überall


