Deutsches Reich.
Friedberg. Ende v. J. betrug die Pro- vinzialstraßen- Bauschuld unserer Provinz noch 1,715,530 Mark wovon sich indeß 650,445 M. in den Händen des Staats befinden.— Das in verschiedenen Forsten immer noch mangelhafte Waldwegnetz soll mit möglichster Schnelle vervoll⸗ ständigt und mit Rücksicht auf den Eisenbahntrans-
10 8 1 165 Frankreich. Paris. In den Motiven des Gesetzentwurss, durch welchen ein Credit von 260 Mill. Frs. zur Vervollständigung der Grenz- befestigungen und des Kriegsmaterials gefordert wird, heißt es, diese Ausgabe sei schon in der am 9. Nov. 1875 unterbreiteten Gesetzvorlage, wonach die zu obigem Zwecke im Jahre 1876 zu verwenden ⸗ den Mittel auf 410 Mill. veranschlagt wurden, in Aussicht genommen. Nachdem damals die National-
Hornvieh mit..
liche Mächte jetzt als gewiß betrachtet. Nach- richten aus Serbien zufolge dauern die militärischen Rüstungen sort, jedoch wird versichert, daß Serbien nicht zum Angriff schreiten werde.
port der Waldproduete ausgebaut werden. Darmstadt. Obwohl auf dem vorigen Land- tag bereits für den Neubau eines Universitätsgebäu⸗ des zu Gießen 301,000 Mark verwilligt wurden, die aber nicht zur Verwendung gelangten, weßhalb dieser Credit erneuert und weitere 91,000 Mark bewilligt werden sollen, beantragt nunmehr der Finanz⸗Ausschuß der zweiten Kammer vorerst Ab; lehnung dieser ganzen Anforderung bis zu dem
Salzbausen. Die Nachricht, Mehrheit des Finanzausschusses zweiter Kammer wieder auf Veräußerung der biesigen Badeanstalt drängt, hat nicht verfehlt, einen sehr ungünstigen Eindruck zu machen, welches Gefübl wohl von Allen getheilt wird, welche die Heilkraft unseres, auch der unbemittelten Klasse zugängigen Bades kennen zu lernen Gelegenheit hatsen. Hoffentlich wird diese Rücksicht schwerer wiegen als ein kleiner finanzieller Vortheil, welchen der Fiskus vielleicht einmal später erzielen könnte. Eine Einbuße er- leidet die Staatskasse dermalen nicht.
Mainz, 2. Juni. Bischof Ketteler ist heute vom biesigen Bezirksgerichte von der Anklage be. züglich Besetzung des Decanats Heppenheim frei- gesprochen, wegen der Pastorirung der Pfarrei! Castel aber zu 300 Mark Geldbuße, der Caplan Schaider zu 15 Mk. Geldbuße verurtheilt worden.“
Berlin, 5. Juni. Das deutsche Mittelmeer Geschwader ist, telegraphischer Mittheilung zufolge, am 4. d. M. in Gibraltar eingetroffen.— Fürst Bismarck, welcher gestern aus Lauenburg bierher zurückgekehrt ist, hatte gestern Abend eine längere Besprechung mit dem Kaiser.
Ems, 1. Juni. Der Graf von Paris ist heute zum Besuch des Kaisers von Rußland hier angekommen.
Karlsruhe, 2. Juni. Die zweite Kammer erledigte heute den Antrag der Klerikalen auf Einfübrung directer Landtags-Wahlen und Auf- hebung des Unterschieds von Stadt und Land durch Uebergang zur Tages- Ordnung.— Der Initiativ Antrag Lamey's auf Aenderung der Wahlordnung wurde angenommen.— Ueber eine Beschwerde von Mitgliedern der Gemeinde Balg wegen Kränkung verfaßungsmäßiger Rechte in der Angelegenheit des Pfarrers Glattfelder ging die Kammer zur Tages⸗Ordnung über und vertagte sich bis 12. Juni.
Straßburg, 2. Juni. Der Landes-Aus⸗ schuß hat in seiner gestrigen Plenarsitzung den Wiunsch ausgedrückt, die Central⸗Verwaltung möge
im Reichslande selbst ihren Sitz behalten, die Befugnisse derselben möchten erweitert und Ver- änderungen der Landes-Verfassung jedenfalls nicht ohne vorgängiges Gutachten des Landes- Aus- schuses beschlossen werden.
Ausland. Oesterreich⸗lUngarn. Wien, 3. Juni⸗ Mehreren hiesigen Zeitungen wird telegraphirt, daß der ehemalige österreichische Botschafter in Paris, Graf Apponyi, in Venevig gestorben sei.* Pest, 2. Juni. Die Delegationen erzielten Uebereinstimmung bezüglich sämmtlicher Vorlagen. In der österreichischen Delegation machte Graf Andrassy Mittheilung von dem aufrichtigen Danke und der Anerkennung des Kaisers und dankte auch im Namen des Gesammt⸗Ministeriums, worauf der Präsident Rechbauer die Schlußlrede hielt und den Schluß der Session aussprach. — 3. Juni. Im Unterhause interpellirte Jranpi über die künftige Haltung der Regierung gegenüber dem türkischen Thronwechsel und ins—
jetzt verlangten 260 Millionen die Ergänzung der im vorigen Jahre veranschlagten reglementsmäßigen
versammlung 150 Millionen bewilligt, bilden die Türkei. Constantinopel, 1.
Aus gaben.
— Dem Vernehmen der„Agence Havas“ zu⸗ folge hätte Serbien den neuen Sultan anerkannt und würde die Ancrkennung desselben durch sämmt⸗
Zeitpunkt, wo sich das gesammte bauliche Bedürfniß
vollständig klar übersehen lasse. daß die Artikel der„Times“ über die Haltung Englands
Versailles, 3. Juni. Die Deputirtenkammer beendete die Generaldiscussion über den Entwurf betreffend die Abänderung des Gesetzes über die Freiheit des höheren Unterrichts und beschloß, zur Berathung der einzelnen Artikel überzugehen.
Großbritannien. London.
Ein
in der orientalischen Frage hebt hervor, daß Eng⸗ land sich entschlossen habe, den Pariser Vertrag
von 1856 durch Rußland nicht ungestraft zer—
6 man vermuthet, reguläre Truppen) 585 Stüc
U
Juni. Ein heute auf der Hohen Pforte verlesenes kaiser“
liches Rescript kündigt an, daß der Sultan das gegenwärtige Cabinet beibehält und daß er zu
Gunsten des Staates 60,000 Beutel aus seiner Civilliste, sowie sämmtliche aus den Privat-Gütern
der Krone fließenden Einnahmen überläßt. Rescript empfiehlt ferner die Herstellung des Budget— Gleichgewichts, sofortige Verbesserung der Finanzen
Das
und des öffentlichen Unterrichts, sowie Reorgani⸗“
sation des Staatsraths und des Justiz Mini steriums. Die Minister werden angewiesen, jene Regierungsform ausfindig zu machen, welcher jeder Reichsangehörige ohne Unterschied am besten zu
müßten für die Herbeiführung rascher und radikaler sich die
reißen zu lassen, indessen dürfe dieser Entschluß entsprechen vermag, um jedem die volle Freiheil nicht dazu führen, die Principien der Gerechtigkeit zu sichern. Das? eseript schließt mit dem Wunsche, und Menschlichkeit aus dem Auge zu lassen; Ruß- die zwischen dem Kaiserreiche und allen fremden land als Vertheidiger der Christen in ihren Frei⸗ Mächten bestehenden freundschaftlichen Bande sich heits- und Civilisations Bestrebungen werde stsets immer enger schlicßen zu sehen. 1 ein surchtbarer Feind der Mächte seir, welche“— 4. Juni. Der Ex Sultan Abdul Aziz diese Bestrebungen unterdrücken; solche Ideen hat sich heute früh angeblich entleibt, indem er Pulsadern mit einer Scheere durchschnitten habe. Die Regierung läßt die gesetzlichen That— Der„Times“ wird bestands-Erhebungen vornehmen. Das Leichenbe⸗ aus Cadix gemeldet, die spanische Flotte, mit gängniß wird mit dem hergebrachten Pompe statt⸗ Ausnahme der Schiffe in dea biscayischen und finden. Das Protokoll, welches über den Fall cubanischen Gewässern, habe Befehl erhalten, sich amtlich aufgenommen worden, ist von 19 Aerzten
Reformen maßgegend sein. Spanien. Madrid.
dem englischen Mittelmeer-Geschwader anzuschließen. unterzeichnet und constatirt den Tod als Resultat
— 6. Juni. Der Senat berieth die neue eines Selbstmordes in Folge von Verblutung, die Verfassung und das Kriegsbudget. Ministerpräsidentsdurch Verletzung der Gefäße an den Armgelenken
um 31 Millionen Pesetas geeinigt,
Canovas erklärte: Die Regierung könne sich bei der dermaligen Stellung der politischen Parteien Spaniens der Verfassungs-Bestimmung über Sus— pendirung der verfassungsmäßigen Garantien nicht entrathen. Die Commisston und der Kriegsminister hätten sich über Herabminderung des Kriegsbudgets welche von Seiten als entsprechend erachtet worden seien. Aus der Genehmigung dieses Abkommens müsse er eine Cabinetsfrage machen Die Verhandlungen Spaniens mit der Curie lassen laut den aus Rom eingegangenen Nachrichten be— friedigende Abschlüsse erwarten,
Italien. Rom, 2. Juni. Der Patriarch Hassun hat gestern dem Papste die Thronbesteig— ung Murads V. angezeigt. Dieselbe wird den „Italienischen Nachrichten“ zufolge Seitens der Kirche als günstig aufgefaßt und werden die Bischöfe der Türkei wahrscheinlich Instruction 1 halten, Murad zu unterstützen.
— 3. Juni. Wie von unterrichteter Seite gemeldet wird, haben die Verhandlungen der Re- gierung mit Rotbschild über die Basler Convention zu einem definitiven Resultate geführt. Dasselbe ergibt für die Regierung einen Vortheil von etwa 26 Millionen. Rothschild übernimmt provisorisch den Betrieb der Bahn. Ueber die Vereinbarungen beschließt die Deputirtenkammer noch vor dem Schlusse der Session.
Neapel. Die Journale melden, daß die Ausrüstung der Fregatten„Terribile“ und„Caridde“ befohlen ist und Admiral Marlini den Oberbefehl über das Panzer ⸗Geschwader in Tarent, welches zur Abfahrt nach dem Orient sich bereit zu halten angewiesen ist, übernimmt.
Serbien. Belgrad. Die Wiener„Presse“ meldet: Der Fürst von Montenegro habe ein von Ristic angebotenes Schutz- und Trutzbündniß zu⸗ rückgewiesen und Serbien sich in Folge dessen beeilt, eine Anerkennungs-Adresse an den Sultan Murad abzusenden.
— 3. Juni. Die„Pol. Corr.“ meldet von hier von officieller Seite: In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai griffen etwa 500 Türken
beiden
besondere darüber, ob die Regierung an den Berliner Abmachungen sesthalte. Tisza verspricht nächstens zu antworten.
die Karaula Stupska Tschesma kam Javor(Distriet Ugica) an. Der Kampf währte bis früh Morgens. Auf ihrem Rückzuge nahmen die Türken(wie!
mittelst einer Scheere eingetreten ist.
— Mahmud Damad⸗Pascha ist zum Handels- minister und Midhat Pascha ist zum Staatsraths- Präsidenten ernannt worden. Der Marineminister Achmed Kaißerli Pascha ist zur Würde eines Capitän-Pascha erhoben worden. Der Post- und Telegraphen-Director Naver-Pascha ist von seiner Reise wieder hier eingetroffen. Mehrere Generale sind nach Salonichi abgereist, um als Kriegsgericht wegen des Consuln Mordes über den damaligen Gouverneur zu Gericht zu sitzen.— Die Pforte hat den hiesigen Botschaftern offieiell die Thron⸗ besteigung Murad's notificirt und dessen Anerkenn⸗ ung verlangt.
Rumänien. Bukarest, 2. Juni. Gestern hat der Austausch der Ratisicationen über die zwischen Oesterreich und Rumänien abgeschlossene Handels-Convention staͤttgefunden.
Der ehemalige Minister des Aeußern, Balaceanu, ist zum diplomatischen Agenten in Wien ernannt worden und bereits dahin abgereist.
Rußland. Petersburg. In wohlunter⸗ richteten Kreisen wird als sicher angenommen, daß von Seiten Rußlands gegenüber der Türkei keinerlei isolirte Schritte geschehen werden, vielmehr vor Allem erst eine Verständigung mit den befreundeten Mächten statifinde.
Aus Stadt und Land.
Friedverg. Wie Beiträge der verschiedenen hesfischen
Städte für ihre Realschulen stellen sich per Kopf der Be⸗ völkkrung: Friedberg 1.94 Maik, Alzey 1.61, Alsfeld 1,51, Michelstadt 1,30, Worms 1,04, Bingen 0,95, Offenbach 0,6, Gießen 0,60, und Darmstadt 0,44. Mainz kommt bei dieser Aufstellung nicht in Betracht, da dort der Uni⸗ versitätsfonds herangezogen isl.
Bad- Nauheim, 3. Juni. der hiesige Landrichter Herr Ulrich nach nur Ztägigem Krankenlager. Mit ihm verstarb ein Ehrenmann in des Wortes vollster Bedeutung. Ausgezeichnet in seinem Be⸗ rufe, war er ein humaner Mann, freundlich und leutselig, dabei ein liebenswür diger Gesellschafter. Wo er nur konnte, verhülete er Processe und es gelang ihm fast immer, die streitenden Partheien zu versöhnen. Nauheim verdankt ihm in dieser Beziehung viel, sein Andenken wird in Segen bleiben.
Bad⸗ Nauheim. In der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag wurde eine Bude mit Achat-Waaren in der Parkstcaße erbrochen und ausgeleert. Der Besitzer verlor sast sein ganzes Hab und Gut. Dieselben Gauner, die diesen Einbruch verübten, versuchten dann noch einen Ein⸗
bruch im Toupie hollandaise, wobei sie jedoch durch den
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