Ausgabe 
7.3.1876
 
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Deutsches Reich.

Darmstadt. Die zweite Kammer ist auf den 10. Marz einberufen. Auf der Tagesordnung sieht der Ankauf der Oberbessischen Bahnen durch den Staat, der Ankauf des Bank-Gebäudes, so⸗ wie mehrere kleinere Vorlagen.

Am 28 v. Mts. wurde der Hofgerichts⸗ rath v. Bechtold in Darmstadt auf Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt und demselben das Ritter- kreuz 1. Klasse des Philippsordens verliehen; sodann der Stadtgerichts. Assessor zu Gießen, Scriba, zum Hofzerichts-Assessor in Darmstadt und der Landgerichts-Assessor zu Lorsch, Dr. Gilmer, zum Stadtgerichts Assessor zu Gießen ernannt, ferner am 1. d. Mts. der Landrichter zu Schotten, Winbeim, auf Nachsuchen und unter Anerkennung seinet Dienste in den Rubecand versetzt; zu seinem Dienstnachfolger wurde der Landgerichts- Assessor Fresenius zu Schotten und endlich zum Landrichter in Höchst der Stadtgerichts-Assessor Bogen zu Darmstadt ernannt. ö

Berlin, 4. März. Das Haus der Abge⸗

ordnelen verwies nach längerer Debatte das Com- tanen Seite

sei. Die Situation sei eine ganz eigenthümliche; auch das Verhalten des Ministeriums sei seither nicht anders geworden. Er bege zwar das Ver⸗ trauen, daß der Minister- Präsident seiner jüngsten förderalistischen Aeußerung treu bleiben werde, aber in den inneren Fragen, welche Schule und Kirche berührten, habe sich die Situasson ver- schlimmert. Die Mehrheit der Kammer werde aber, um keine Stockung der Staatsgeschäfte zu veranlassen, die Steuern bewilligen und das Budget prüfen. Sie seien Sr. Majestät aller getreueste

Opposition. Der Minister-Präsident v. Pfretzschner

erklärte hierauf: Und wir sind Sr. Majestät ge⸗ treuestes Ministerium,(Beifall). Minister v. Lutz ist wegen Unwohlseins nicht anwesend. Hierauf wurde die provisorische Steuererhebung bis 31. März einstimmig bewilligt.

Stuttgart. DerStaats- Anzeiger enthält die Ernennung des Hausminsters, v. Mitinacht, zum landeshertlichen Standesbeamten in Aus- führung des Reichsgesetzes.

Karlsruhe, 4. März. Sitzung der

Die in der heutigen zweiten Kammer von der ultramon begründete Interpellation, betr. die

petenz Gesitz an eine Commission von 21 Mit. Eisenbahnen, beantwortete Handels-Minister Tur

gliedern. Kirchen zustehenden Holz Abgaben in den nassauischen und hessischen Gebietstbeilen wurde an die Agrar Commisssion, und endlich dasjenige

über die Vertheilung der Lasten bei Grundstücks⸗ darum

Das Hesetz über Ablösung der den ban in folgender Weise: Die Frage über Er · früher werbung der Rezierung bis jetzt in keinerlei, auch nur vor bereitender Form vorgelegt worden.

Eisenbahnen durch das Reich ist der

Sie war auch nicht in der Lage, sich darüber aus;

Am 1. März bat ein kleines 111 be dem Dorfe Kolin, unweit Hutovs, slattgesunden; eine von dem latholischen Geistlichen Musie be⸗ sehligte Insurgenten Schaar griff ein christliches Dorf an; nachdem jedoch einige Compagnie 0 türkische Truppen berbeigeeilt waren, zogen sich die Insurgenten nach kurzem Kampfe ins Gebirge zurück.

Griechenland. Athen, 4. März. Die Königin ist von einer Tochter entbunden worden.

Amerika. Washington. Kriegssecretätr

Ministeriums seine Entlassung genommen. Der Denunciant hat constatirt, daß Belknap's Frau für die Anstellung eines Beamten 10,000 Doll. angenommen habe; außerdem seien weitere Jahres- Zahlungen in Aussicht gestellt gewesen. Der Marine- Skcretär Robeson verwaltet interimistisch das Kriegs⸗ Secretariat. Der Deputirte Colgmer (Demokrat) brachte im Congresse den Antrgg ein, Belknap in Anklagestand zu versetzen. gelegenheit erregt im Lande großes Aufsehen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 3. März.

gestern in der Person eines in dem betr. Hause befindlichen

Dienstmädchens ermittelt und festgesetzt worden. Sie hat

gestanden, das Kind in der Nacht vom 12. zum 18. Februar

gebesen und darauf in dem Keller in ein Wasserloch ge⸗ worfen zu haben.

Die Kindesmördexin ist bereils

Belknap hat in Folge einer Denunclaklon bei 14 der Commission für die Ausgaben des Kriegs

Diese An⸗ ö

Mainz. 3. Mätz. Der Rhein ist seit gestern wieder 2 im anbaltenden Wachsen und droht abermals der Riedgegend Gesahr zu bringen.

tbeilungen und Gründung neuer Anstedlungen an zusprechen. Die Regierung vermag selbstverständ eine Commission von 14 Mitgliedern verwiesen. lich nicht zu sagen, welche Stellung sie zukünftig Im Abgeordneten ⸗Hause ist ferner die Com- auftretenden, zur Zeit weder nach Form noch mission für die General⸗Synodal-Ordnung gewählt Inhalt ihr bekannten Vorgängen im Staats-

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Darmstadt, 3. März. Einem böchsi gesäbrlichen wegen Diebstahl verhafteten Gauner gelang es heute in der Nähe der Station Egelsbach dem ihn escottirenden

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oder Reichsleben einnehmen werde. Sie ent eite

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worden. Sie besteht aus folgenden Mitgliedern: v. Bismarck(Flatow), Richter(Sangerbausen), Schumann, Brüel, v. Gerlach, v. Grothe, Gneist, Miquel, Wehrenpfennig, Virchow, Saucken-Tar⸗ pulschen, Wißmann, v Sybel, Delius, v. Benda, Kirchbeff, Klotz(Berlin), Kröcher, Graf Bethusy Huc, Schmidt,(Sagan), Techow. Vorsitzender ist Miquel.

Berlin. DerWes. Ztg. wird von hier berichtet:Wie in Abgeordnetenkeeisen verlautet, ist der König ungehalten über den Verlauf der ersten Lesung der General⸗Synodal Ordnung, da so visle Ausstellungen gegen die Vorlage und gegen ihn als summus episcopus erhoben worden sind.

Rassel, 3. März. Die heute vollzogene Präsentations-Wahl eines Vertreters der Stadt Kassel im Herrenbause siel auf den Vice Bürger- meister Weigel.

Dresden, 3. März. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer erklärte der Minister⸗ Präsident von Friesen, bezüglich der Erwerbung der deutschen Eisenbahnen für das Reich habe die sächfische Regierung in Berlin auf vertraulichem Wege Erkundigung eingezogen; die darauf ertheille Antwort habe ergeben, daß ein greifbarer Plan noch nicht vorhanden sei, die Erwerbung der sächsischen Staats-Bahnen liege überhaupt außer halb des Kreises der Erwägung. Die Kammer nahm hierauf mit 66 gegen sieben Stimmen den Antrag an: Die Regierung möge einer auf Er werbung der sächssischen Eisenbahnen oder eines Theils derselben für das deutsche Reich gerichteten Vorlage im Bundesratbe ihre Zustimmung versagen.

München, 3. März. Kammer der Abge⸗ ordneten. Jörg verliest seine Interpellation in Betreff der Vorlage eines neuen Landtags⸗Wahl⸗ gesetzes. Der Minister⸗Präsident erwiedert, daß die Regierung seit 1870 zweimal den Versuch gemacht, ein neues Wahlgesetz vorzulegen; das letzte Wahlgesetz sei erst unmittelbar vor dem Schlusse des Landtags zurückgezogen, als jede Aussicht auf das Zustandekoamen desselben geschwunden sei. Der Minister bezweifelt unbedingt, daß sich die

Mittag in

wäre für Alle die größte Gefahr hrreingebrochen.

Sachlage geändert, und deshalb beabsichtige die Regierung nicht, dem Landtage ein Wahlgesetz vorzulegen. Die Kammer trat sodann in die Berathung des provisorischen Steuer ⸗Gesetzes ein. Refferent Ruppert befürwortet die Annahme des selben. Abgeordneter Freytag erklärt im Namen der Klerikalen, daß die Stellung der Mehrheit der Kammer gegen das Ministerium noch immer

muß

vielmehr ihre Entschlüsse bis dahin sich vorbe halten, wo ein Anlaß dazu in greifbarer Gestalt eintritt, und we eine Prüfung und Abwägung aller einschlagenden Verhältnisse und Interessen möglich ist.

Welch hohen Wertb der Besitz und die eigene Verwaltung der Eisenbahnen für unser Land hat, wird die Regierung bei einem solchen Anlasse vor Allem im Auge behalten. Eine Dis- cussion schloß sich hieran nicht.

Ausland.

Oesterreich Ungarn. Wien, 2. März. Die Kaiserin reist heute Abend 7 Uhr mit der Westbahn nach England ab Sella ist heute nach Rom zucückgekehrt.

4. März. Der Kaiser empfing heute feierlicher Weise den deutschen Bot schafter Grafen Stolberg, welcher seine Beglaubig- ungs-Schreiben überreichte.

4. März. Das Herrenhaus hat heute die

Gensdarmen aus dem Eisenbahn waggen zu enispringen. Derselbe soll sich in der Nähe biesiger Stadt aufhalten und sind bereits die eintzehendsten Maßregeln gelressen, dieses gefährlichen Gauners wieder habhaft zu werden.

Bingen. Der dieser Tage hier verstorbene Rentner Samuel Fliedberg bar den Armen unsexer Stadt die Summe von 50 000 fl. testamentarisch vermacht; die Zinsen sollen alljährlich an bedürftige Leute ohne Unterschied der Confession vertheilt werden.

Allerlei.

Frankfurt, 4. März. Oer Main ist wieder sehr im Steigen und dürfte beute seine User wieder überfluthen. Der Strom treibt wieder viele Gegenstände(heute Morgen einen Stall) abwärts.

Pest. Von bier wird über die Ueberschwemnfung be⸗ richtet: Von der Spitze des Blocksberges sieht man, soweil das Auge reicht, nur ein ungeheures Meet, aus welchem blos die Spitzen der Dorf-Kirchthürme bervorragen. Ueber das Schicksal der Einwohner ist nichts bekannt, viele Hunderte mögen in den Flutben ibe Grab gefunden haben, Die Nachrichten, welche von der Umgebung Pests einlaufen, rechtfersigen die allertraurigsten Befürchtungen. Pest selbst ist mit einem blauen Auge davongzeksmmen, nur am nörb⸗

rumänische Handels- Convention und die Gesetz- lichen und südlichen Ende der Sladt bat dae Hochwasse

Vorlage über die Goldrenten-Anleihe angenommen. Großbritannien. London, 3. März.

Verwüstungen schtecklicher Art angerschtet. Gräßlich wülhele dagegen das Element in Neu⸗Pest, im Neustift und in All⸗Ofen. In Alt⸗Ofen sind unzer einet Einwohnerschast

Ju der gestrigen Verhandlung der Todtenschau, don 1800 Seilen 12,000 Orlegirke in vier Volksküce

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Jurv zu Poplar wurde ferner nach dem ersten wild für 4000 Personen gekecht, denen die Speisen unenk⸗

Steueimann derFrankonia der englische Lootse, Ingenieur Harrington, vernommen. selbe übernahm die ganze Verantwortlichkeit dafür,

daß dieFrankonia den DampferStrathelyde Geväuden

verlassen habe, da er nach Besichtigung des Colli. stonsschadens din Rath gegeben, das Schiff zur eigenen Rettung sofort in der Bai von Dower auf den Grund zu setzen. Harrington erklärte ferner, er habe noch niemals ein größeres Loch an einem Schiffe gesehen; wenn die beschädigte Stelle des Schiffs Körpers nachgegeben hätte, so

Spanien. Madrid. Allen Carlisten, welche sich bis zum 15. März unterwerfen, wird Amnestie gewährt. DerEpoca zufolge beabsich- tigt die Regierung, in sämmtlichen Provinzen des Staates Gleichheit der Rechte und Lasten herzustellen.

Italien. Rom, 3. März. Graf Le⸗ dochowski ist heue Nachmittag bier eingetroffen. Er wurde am Bahnhose von dem Cardinal Borromeo, Monsignore Vannucelli und den Rec- toren und Zöglingen des deutschen und polnischen Collegiums empfangen.

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geltlich verabreicht werden. In Neu⸗Pest sind mehr als

Der- 10 Fabriken und 50 Häuser eingestürzt; nach dem Abzug

des Wassers fürchtet man in Ofen und, den anderen inundirten Gegenden einen massenhasten Einfturz ven Unter den Delogirten in Neu Pest und Ofen kommen zahlreiche Erkrankungen an Wechsel- und Malaria⸗ Fieber vor. e

Haudel und Verkehr.

Grünberg, 4. März. Die Preise auf unsecem heuligen Fruchtmarkie beiragen: Waizen(50 Nile) 13 M. 5 Pf 3, Corn(50 Kile) 8 M. 57 Pf.; Gerste(50 Kile) 8 M. 57 Pf.; Hafer(50 filo) 8 M. 80 Pf.; Molier (50 Kile) M. Pi. Ecbsen(50 Kils) M. Pf. 5 Linse n(50 Kilo) M. Pf.; Samen(50 Kile) M. Pf.; Kartoffeln(50 Kile) 2 M. 57 Pf. g

Frankfurt, 3. März. Fruchtberscht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28. Nr. 5 M. 22., Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 20, do. II.(Berliner Marke) M. 21., Waizenschalen M. 9. Waizen eff. hies. M. 22.25. bayer. M.. Reggen M. 17, Gerste M. 17-21, Hafer M. 17, Kohlsomen M. 33 35. Erbsen M. 21 24, Wicken M. 23 24, Linder M. 21-30, Rübzl M. 78. Die Preise verstehen fich sämmtlich per 200 Pfd. Zoll Gewich! 100 Kilo.

Frankfurt, 4. März. Der beutige Heu- und Stroh⸗ markt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qual. per Ceniner M. 3.43 5,46, Snob per Centner M.

Türkei. Constantinopel, 4. März. Vassa Effendi geht heute nach Bosnien ab.

Der Mk. 0.89, 2. Qual. Mk. 0.80. 1. Qual.

3.43 4.40. Butter im Großbandel 1. Qual. das Pfund im Kleinhandel

das Pfund M. 1.9, 2. Qual. M. 0.94, Tafelbufter M

Sultan hat der Bevölkerung Bosniens und der 1.20. Eier, das Hundert italienische M. 5.40, gewöhnlich

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dieselbe wie vor der Vertagung des Landtages Herzegowina zweijährige Steuerfreiheit bewilligt. N. 5, im Detail 1 Sick 8 und 7 Pfp.

in dem Slelle w Ole Lehmstel B!

sollen zur Un Kirch in der Oakten sowle! gegeben

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