Finanzministers weder erbeten, noch erhalten. Die Regierung glaube das Jastitut nicht aufgeben zu dürfen. Der Sturmlauf der rechten Seite des Hauses gegen die See Handlung sei nichts als eine Kritik gegen das Verfahren des Finanz- Ministers, deßbalb weise er diese Anträge aus doppeltem Grunde zurück.(Lebhafter Beifall.) Nach längerer Debatte werden alle drei Anträge abgelehnt und die Positionen bewilligt.
— Der„Reichs Anz.“ enthält eine Bekannt- machung, wonach die Einfuhr von Rindvieh aus Holland, Belgien und Luxemburg wegen der dort herrschenden Lungenseuche verboten wird.
— Die„Prov. Corr.“ schreibt mit Bezug auf die gegenwärtigen Ueberschwemmungen, die Bebörden sein bemüht, überall, soviel möglich, Beistand und Hülfe zu gewähren. Der Minister des Innern stehe mit den Oberpräsidenten der betreffenden Provinzen in fortdauerndem tele- grapbischem Verkehr, damit die erforderlichen Maßregeln überall schleunigst und nachdrücklich ergriffen werden. Das Staatsministerium habe alsbald geeignete Schritte Bebufs wirksamer Hilfe aus Staatssends in Erwägung gezogen. Be— stimmteres Bebufs Anrufung der Mitwirkung des
Landtags werde sich aber erst nach näheren Be⸗
richten über den Umfang des Nothstandes feststellen Der öffentlich angerufene Wohlthätigkeits-
lassen.
Sinn werde sich gewiß in den von dem Unglück verschonten Theilen der Monarchie durch schleunige Hülfeleistung bewähren. ö
Magdeburg, 1. März. Die Kaiserin ist heute Vormittag bier eingetroffen und entbusiastisch begrüßt worden. In einer gemeinschaftlichen Con⸗ ferenz des vaterländischen Frauenvereins und des Hülfs⸗Comites für die Ueberschwemmten führte die Kaiserin den Vorsitz. Oberpräsident v. Patow berichtete über die von Seiten der Regierung ge⸗ troffenen Maßregeln. Die Kaiserin sah sich ver⸗ anlaßt, ihre Befriedigung über die bisher ent- wickelte Hülfsthätigkeit auszusprechen. Der Bürger⸗ meister von Schönebeck erstattete Bericht über die Lage der Dinge in seiner Stadt. Der Vorsitzende des vaterländischen Frauenvereins dankte im Namen
des Vereins für das von der Kaiserin übersandte Geschenk. Die Kaiserin drückte ihre besten Wünsche für das Wirken des Frauenvereins aus und ver- ließ bald darauf, nach zweistündigem Aufenthalte, die Stadt.
Schwerin. Es verlautet, daß im Juni d. J. ein außerordentlicher Landtag zum Zweck der Weiterführung der Verhandlungen über die Verfassungs Sache einberufen werden soll, und zwar wahrscheinlich nach Schwerin. Uebrigens erwartet man in Sternberg, daß auch dieser außerordentliche Landtag wiederum negative Re⸗ sultate zu Tage fördern wird. ö
München. Der wegen seiner Thätigkeit in klerikalen Blättern bekannte, mehrfach und zuletzt wegen Beleidigung des deutschen Kaisers vom oberbayerischen Schwurgerichte verurtheilte Frei— herr v. Linden, sst der Würde eines Kammerherrn des Königs enthoben worden.
Stuttgart, 2. März. Großfürstin Vera, Gemahlin des Herzogs Eugen von Württemberg, ist gestern Abend von zwei Mädchen entbunden
worden. Mutter und Kinder befinden sich wohl. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 1. März.
In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses erklärte der Minister-Präsident Fürst Auersberg in Erwiederung auf eine Interpellation des Ab⸗ geordneten Schönerer: Die beiden ausländischen Journalisten seien ausgewiesen worden, weil die— selben unter Mißbrauch der ihnen in Oesterreich gewährten Gastfreundschaft fortgesetzt die Ehrt Oesterreichs verletzende Artikel in ausländischen Blättern veröffentlicht hätten. Was die„Garten-
laube“ betreffe, so sei ihr wegen eines die Ehr⸗ furcht gegen das Kaiserhaus verletzenden Artikels, welcher in einem Familienblatte doppelt gehässig erscheinen müsse, der Postdebit entzogen worden. Die Erklärung des Minister-Präsidenten wurde
um 463,678 Pfd.
von allen Seiten des Hauses mit großem Beifall
begrüßt. Das Haus bewilligte sodann den Credit zur Aufbesserung der Bezüge der Seelsorger und nahm sodann in dritter Lesung die Gesetzvorlagen betreffs der Fuston der Galizischen Eisenbahnen und betreffs der Goldrenten- Anleihe au, letztere mit einem Amendement, wonach die Rententitel auf Gold, Silber oder Papier lautend ausgegeben werden können. Das Gesetz über die Erhöhung das Staats- Garantie für die Kaschau- Oderberger Bahn wurde angenommen. Am Schlusse der Sitzung richtete der Präsident warme Abschieds- worte an die Abgeordneten.
— die„Agence Havas“ meldet aus Ragusa:
Feldmarschall⸗Lieutenant Baron Rodie, Gouverneur
von Dalmatien, bat sich in diplomatischer Mission nach Cettinje begeben.
— Von officiöser Seite wird gemeldet, der Landes-Schulrath von Nieder-Oestertreich habe an das Rectorat des Jesuiten- Stiftes in Kalks burt „einige Anfragen“ gerichtet. Der Leiter des Stiftes wurde nämlich vom Landes-Schulrath aufgefordert, seine vom Gesetze geforderte Befähig- ung nachzuweisen und ebenso den Beleg zu er: bringen, daß sämmtliche Lehrer des Stiftes im Sinne des Gesetzes das österreichische Staats- Bürger⸗-Recht besitzen. Freilich wird es abzuwarten sein, welche Schritte gegen das Institut unternommen werden, falls es den Jesuiten unmöglich wäre, diesem Auftrage nachzukommen und die geforderten Beweise zu liefern.
Pie st. Das„Amtsblatt“ veröffentlicht die aus Gesundheitstücksichten bewilligte Entlassung des bisherigen Ministers für Kroatien, Grafen Pejacsevich, und die Ernennung Bedekovich's zu
seinem Nachfolger.
Frankreich. Paris. 1. März. Don Carlos ist von dem Präfecten in Pau bedeutet worden, daß ihm nicht einmal für ganz kurze Zeit der Aufenthalt in der Nähe der Pyrenäen gestattet werden könne, dagegen dürfe er vorläufig in einer Stadt des nördlichen Frankreich seine Residenz nehmen. Don Carlos hat daraufhin gestern Abend Pau verlassen, um sich nach England zu begeben. Der Graf von Caserta begibt sich nach Cannes.
Großbritannien. London. Das dem Parlamente vorgelegte Marine-Budget beträgt 11,288,872 ꝓfd. Sterling. Die Vermehrung ist hauptsächlich durch Schiffs- bauten veranlaßt. Die Zahl der Matrosen ist unverändert.
— 2. März. Gestern Nachmittag begann die Todtenschau-Jury zu Polair(bezüglich des früher gemeldeten Zusammenstoßes der deutschen„Fran; konia“ mit der englischen„Strathelyde“) die Vernehmung der Zeugen von der„Frankonia“. Hierbei sagte der erste Steuermann aus, daß, nachdem„Strathelyde“ von Dovenbay abgegangen und natürlich sofort in Tiefwasser und auf Cours an Dungeneß vorbeifahrend gekommen sei, die „Frankonia“ jeden Augenblick habe erwarten müssen, daß„Strathelyde“ sich südwestlich wenden würde. Anstatt dessen habe jedoch letztere ihren östlichen Cours so lange fortgesetzt, bis es der „Frankonia“ unmöglich gewesen sei, die Colliston zu vermeiden. Alsdann sei durch Hartbackbord. gehen, Maschinenhalten und Zurückgehenlassen alles nur Erdenkliche geschehen, um den Zusammenstoß möglichst leicht zu machen; nachher habe man durch Ueberwerfen von Tauen und Fertigmachen von Booten Anstalten getroffen, um Menschenleben zu retten; da babe sich aber gezeigt, daß die Stelle des Schiffskörpers, welche durch den Zu⸗ sammenstoß getroffen war, Wasser durchließ, so daß für die„Frankonia“ selbst die Gefahr des Sinkens drohte. luf den Rath des englischen Lootsen ward nunmehr Ordre gegeben, die„Fran- konia“ in der Bay von Dover auf den Grund zu setzen; erst nachdem die durch die Collision betroffene Stelle wieder in Stand gesetzt und so die Gefahr vorüber gewesen sei, ging man nach Dover zurück.
Spanien. Madrid. Gleichzeitig mit Don Carlos hal auch General Lizzaraga mit fünf carlistischen Bataillonen die französische Grenze
überschritten und dort vor den französischen Behörden
1 die Waffen niedergelegt. König Alsons wird sich
demmächst nach Pampelona begeben, wo sich die liberale Bevölkerung zu einem glänzenden Empfange desselben rüstet.
— Eine Anzahl von Cortes- Deputirten be absichtigt unverzüglich einen Antrag einzubringen worin die Regierung ersucht wird, die Geblete Bistaya und Navarra mit den angrenzenden spanischen Provinzen zu verschmelzen.
Italien. Rom.
von 24 Senatoren. Das Präfidium des Senats besteht aus dem Präsidenten Pasolini und den Vicepräsidenten Eula, de Filippo, Fabarrini und Pallavicink.
— Die„Amtliche Zeitung“ veröffentlicht eine Note, des Inhalts, daß die Monarchen Italiens
und Oesterreich-Ungarns, Willens, sich gegenseitig
Beweise von dem Werthe zu geben, den sie auf die erfreulicher Weise zwischen ihren Regierungen bestehenden herzlichen Beziehungen legen, beschlossen haben, ihre respectiven Gesandtschaften zu dem Range von Botschaflen zu erheben.
Türkei. Konstantinopel. Nach einem Brief von hier stimmen die Nachrichten aus dem Janern der Türkei darin überein, daß die un⸗ menschlichen Etpressungen seitens der türkischen Beamten sich verdoppeln. Diese Nachrichten werden
auch bestätigt durch die Ankunft des englischen
Consuls von Mostar in Konstantinopel mit einer Bitt-Adresse der Einwohner von Zwornik an den Sultan gegen diese Vermehrung der Grausamkeiten, welche das Friedenswerk der Mächte erschwere.
— 1. März. öffentlichen ein Schreiben des Großveziers an die Gouverneure der Provinzen in Betreff der Re— formen. Das Schreiben ist von einer neuen Ver ordnung begleitet, welche die Besugnisse der Gouverneure und der andern Funktionäre in den Provinzen festsetzt.— Der Justizminister begibt sich morgen nach Adrianopel. Der kaiserliche Commissär für Bosnien, Hajdar Effendi, ist gestern abgereist. Man versichert, derselbe werde Pest und Agram besuchen, bevor er sich auf seinen Posten begibt.— Eine Depesche des Ober- Commandirenden Achmed Muktar Pascha meldet: die Insurgenten der Herzegowina seien entmuthigt, es fänden zahlreiche Unterwerfungen statt und viele Flüchtlinge begännen zurückzukehren.
Rumänien. Bukarest, 1. März. Die Kammer wählte an Stelle des abgetretenen Prä— sidenten Fürsten Ghika deu bisherigen Vice-Prä⸗ sidenten Braillot zum Präsidenten.
Serbien. Belgrad. In Kragujewatz und Semendria sind anläßlich der Gemeinde-Wahlen blutige Schlägereien vorgekommen.— Die Regier⸗ ung bat ein Verbot der Getreide-Ausfuhr erlassen.
Aegypten. Kairo, 29. Februar. Der „Agence Havas“ wird vor hier gemeldet: Die officielle Nachricht, daß die französische Regierung sich bereit erklärt habe, einen Commissär bei der neuen ägyptischen Nationalbank zu ernennen, ist gestern hier eingetroffen und der Khedive hat so⸗ gleich telegraphisch der französischen Regierung seinen Dank ausgesprochen. Italien ernennt eben⸗ falls einen Commissär. Die 3 Commissäre Eng⸗ lands, Frankreichs und Italiens werden zu der selben Zeit bei der Bank angestellt, wie der von der englischen Regierung für die Rebe ganisation der ägyptischen Finanzen designirte Wilson. Der Bericht des General ⸗Zahlmeisters Cave, dessen Original sich in den Händen Wilsons befindet, spricht sich dahin aus, daß die Hülfsquellen Aegyptens ihm gestatten, allen seinen Ver- pflichtungen zu genügen, ohne den Inhabern
von Titres irgend einer Anleihe Kategorie die
geringsten Opfer zuzumuthen.
Rußland. Petersburg. Die Mächte verstärken ihre Pression auf die Insurgenten und die Regierungen von Belgrad und Cettinje. General Rodich bringt von Wien Instructionen mit, die durch ihre gemessene Sprache kategorisch sind: „Die Cabinette von Belgrad und Cettinje mögen die moralische Verpflichtung erfüllen, von beiden Seiten zur Beruhigung des Aufstandes beizutragen, sobald die Pforte an Ort und Stelle aufrichtig
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Die„Opinione“ ver⸗ öffentlicht die vom Könige vollzogene Ernennung
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