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1872.
Samstag den 29. Juni. N 75.
Oberhessischer Anzeiger.
Friedberger Zutelligenzblalt.
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Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf den Oberhessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und emerkenswerthesten Tagesbegebenheiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, Andwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt- und Cours Berichte, Verloosungen von Staats papieren und locale Zotizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs⸗Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekvoten,
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Sam stag.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Jäthsel, Bilderräthsel ꝛc.
Das Abonnement beträgt bei der Verlags- Expedition ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Pest bezogen jedoch viertel⸗
ährlich 47 kr. mit Bringerlohn.
Inseratgebühren werden die einspaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 kr. berechnet, bei Tabellen- und Ziffersatz mit 8 kr. . der Anzeiger kann nach auswärts auch durch Privatboten direct von uns bezogen werden.
brechung eintritt.
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drücklich Abbestellung erfolgt.
Bestellungen beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter⸗
Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das zweite Halbjahr zusenden, wenn nicht aus⸗
Die Redaction.
Amtlicher Theil.
Zetteffend: Das Departements⸗Ersatzgeschäft für 1872.
An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Unter Bezugnahme auf das Ausschreiben vom 7. d. Mts., Oberh. Anzeiger Nr. 67 und 69, weisen wir Sie hiermit wiederholt an, sich am 8. und 9. Juli d. J., Morgens präcis 7 Uhr, mit den betreffenden Militärpflichtigen dahier auf dem Rathhause einzufinden, damit das Geschäft sofort beginnen und ohne Unterbrechung beendigt werden kann.
Zugleich werden die noch im Kückstand befindlichen Bürgermeistereien an die umgehende Einsendung der Vorladungsbescheinigungen erinnert, indem sonst Wartboten abgesendet werden müßten.
Friedberg den 27. Juni 1872. 1
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Deutsches Reich.
Friedberg, 27. Juni. S. K. Hoheit der Großherzog begaben sich heute nach Wolfs garten imd kehrten heute Abend hierher zurück.
Berlin. Die„Prov.⸗Corr.“ bestätigt, daß e Annahme des Jesuitengesetzes durch den Bundes- uth in der Fassung des Reichstags erfolgt sei. die Publication des Gesetzes und der Erlaß der ar Ausführung und Sicherung des Vollzuges er⸗ ürderlichen Verfügungen würden in Kürze erfolgen. — Die„Prov.⸗Corr.“ meldet ferner, daß der Kaiser tach etwa vierwöchentlichem Aufenthalte in Ems auf einige Wochen nach Gastein gehen würde.— Pas selbe Blatt theilt weiter mit, daß in den ltzten Tagen dem deutschen Botschafter in Paris die erforderlichen Weisungen und Ermächtigungen zem Eintritt in wirkliche Verhandlungen zuge—
gangen seien. Dortmund. Die„Westphälische Zeitung“
stpreibt vom 25. d. M.: Die Hoffnung, daß die
srikenden Bergleute übereilte Schritte vermeiden, zhält sich. Am 24. d. wurde auf allen Zechen arbeitet. Auf„Neu- Iserlohn“ kehrten die 50 sttikenden Bergarbeiter zur Arbeit zurück.
— Eine Bekanntmachung des Landraths, der kürgermeister und Aemter des Kreises Dortmund nurde am 27. d. M. durch Straßenanschlag ver öfentlicht. Dieselbe warnt vor Ausschreitungen und sichert den bei der Arbeit bleibenden oder zurück- schrenden Bergleuten den vollen Schutz der Staats A walt zu. Zu diesem Zwecke seien die ausreichend n Vorkehrungen getroffen. Die einschlägigen kestimmungen der Gewerbe- Ordnung und des S trafgesetzbuches sind zur Warnung aufgeführt.
Essen. Der Strike geht hier doch nicht dane Excesse ab. Die„Ess. Ztg.“ berichtet: In Utenessen ist es am 23. d. Nachmittags in einer larsammlung, welche für die Belegschaft der Zeche Ju- Essen anberaumt worden, zwischen den Ar- hütern, welche die Arbeit fortsetzen wollten, und omen, welche ihnen davon abzurathen suchten, zu mer großartigen Schlägerei gekommen, so daß die „waffnete Macht schließlich energisch einschreiten nrußte, um die Ordnung unter dem zahlreich vor dem
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Versammlungslocale befindlichen Publikum herzu⸗ stellen. Es sollen mehrfache Verletzungen vorge⸗ kommen sein. Dem Vernehmen nach ist eine in Gelsenkirchen veranstaltete Versammlung von Berg— leuten durch die Polizeibehörde aufgehoben worden.
— Die Zahl der die Arbeit wiederaufnehmen⸗ den Arbeiter wächst täglich. Im Essener Revier bei Mühlheim sind ganze Belegschaften auf ein— zelnen Gruben wieder angefahren. Im Bochumer, Wittener, Hörder und Hattinger Bezirk sind bis jetzt keine Strikes vorgekommen. Im Dortmunder Revier sind nur auf den Zechen„Borussta“ und „Tremonia“ Strikes versucht worden. Der Wunsch gütlicher Ausgleichung ist allgemein vor— herrschend. Eine Stockung des Verkehrs durch Kohlenmangel steht nicht mehr zu befürchten.
— Nach am 25. d. eingegangenen Berichten wächst die Zahl der Bergleute, die auf den in der Nähe der Stadt Essen liegenden Zechen die Arbeit wieder aufnehmen, von Tag zu Tag und sind im Ganzen ca. 100 Bergleute mehr eingesahren, als am Schluß der vorigen Woche. Die von außen eingehenden Berichte constatiren allgemein eine entweder theilweise oder gänzliche Wiederaufnahme der Arbeit Seitens der Bergleute.
Kiel. Die am 26. d. zu Neumünster statt⸗ gehabte Versammlung von Vertretungsmännern aller Parteien beschloß einstimmig die glänzende Feier des 25. Jahrestages der Erhebung gegen Dänemark und die Errichtung eines Landesdenkmals in Kiel. Es waren in der Versammlung über 70 Notable anwesend, sowie auch die Ritterschaft und hohen Beamten vertreten.
München. Die vom Erzbischof von München am 16. d. in den sämmtlichen hiesigen Kirchen vorgenommene Peterspfennig- Sammlung für den Papst hat etwa 1400 fl. ergeben. Wenn man die Katholiken Münchens auf 140,000 Köpfe an- nimmt, so trifft auf 100 Katholiken ein ganzer Gulden, oder auf je einen Katholiken 2 Pfennige.
Karlsruhe. Am 22. d. kam der Ober- länder Bahnzug, der um 8½ Uhr Abends hier eintressen sollte, anläßlich einer Soldatenschlägerei auf dem Bahnhofe in Etlingen, Stunde später
hier an. Es wurde von der blanken Waffe Ge⸗ brauch gemacht. Glücklicherweise kam alsbald ein Offizier und schritt ein.
Konstanz. Am 25. d. war in dem Kon- stanzer„Amtsverkündiger“ zu lesen:„Dem Ver⸗ nehmen nach ist am Freitag Abend dahier ein würtembergischer Postsecretär verhaftet worden, weil er dem Feldwebel H. gegenüber verfängliche Aeußerungen über einen etwaigen neuen Krieg mit Frankreich gethan und demselben die Frage vor⸗ gelegt habe, wie viel Mann von seiner Compagnie als gute Katholiken zum Feinde übertreten würden. Ohrenzeugen versichern, daß die Aeußerungen des Herrn entschieden den Eindruck gemacht hätten, als wolle er in böherem Auftrage Soldaten zum Treubruch verführen. Die gerichtliche Untersuchung gegen den Verhafteten ist im Gange“.— Das- selbe Blatt meldet:„Der würtembergische Post⸗ secretär, dessen Verhaftung wir mittheilten, ist bereits wieder in Freiheit gesetzt, da die gr. Staats- anwaltschaft keinen Grund fand, eine gerichtliche Verfolgung gegen ihn einzuleiten. Die Aeuße— rungen desselben sollen bei näherer Untersuchung weit unverfänglicher gelautet haben, als zuerst an⸗ gegeben wurde.“
Straßburg. Laut Verfügung des General- eommandos und des Oberpräsidiums haben die Maires sofort mit der Aufstellung der Militär- stammrollen für die October-Aushebung zu beginnen.
— Bekanntlich ließ sich am 11. d. ein fran⸗ zösischer Cabinetscourier auf seiner Durchreise nach Wien am hiesigen Bahnhöfe zu einem Angriff gegen ehemalige französische Soldaten und zu thät⸗ lichem Widerstande gegen eine Patrouille verleiten, was seine Verhaftung zur Folge hatte. Es wurde ihm damals, auf Verwendung der französischen Mitglieder der Liquidationscommission, die Fort⸗ setzung der Reise nach Wien gestattet unter der Bedingung, daß er sich an einem bestimmten Tage hier wieder stellen werde. Er hat dies in der That wie die„Straßb. Zig.“ meldet, vor einigen Tagen gethan; am 25. d. wurde gerichtlich gegen ihn verhandelt. Er erhielt eine Gefängnißstrafe don acht Tagen.


