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1872.
Dienstag den 24. September.
112.
Oberhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Fritdberger Zntelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
beginnt dreimal erscheinen
Am
1. October
wird.
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Die Expedition.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Ministerialrath im Mi⸗ nisterium der Justiz, Heinrich Fischer, wurde zum Ministerialrath in dem Ministerium des Innern mit dem Vorsstz in der Ober⸗Medieinal⸗Direction rnannt und demselben zugleich der Character als „Gcheimerath“ verliehen. Ferner wurden ernannt: ver Adpokat⸗Anwalt bei dem Bezirksgericht Alzey Jakob Finger zum Ministerialrath bei dem Mi⸗ nisterium der Justiz, der Ministerialrath in dem Ministerium drs Innern, Geheimerath G u st a v Adolph Freiherr v. Lehmann zum zweiten präsidenten des Oberconsistoriums, der Kreisrath des Kreises Bensheim, Heinrich Knorr, zum Ministerialrath in dem Ministerium des, Innern, det Kressassessor bei dem Kreisamte Offenbach, Dr. Julius Usinger, zum Kreisrath des streises Bensheim und der Präsident des Groß- verzoglichen“ Ministeriums der Finanzen. Maxi⸗ milian von Biegeleben zum wirklicher Ge⸗ veimen Rathe mit dem Prädicate„Excellenz“.
— Die zwischen Frankfurt und Mannheim vrojectirte dirette Bahn, welche das Ried durch⸗
chneidet resp. theilweise sich der Riedbahn an- chließen soll, wird gegenwärtig von Ingenieuren ver Hess. Ludwigsbahn vermessen und ist bereits heilweise abgesteckt.
— Die Ludwigsbahn bat nunmehr die nach Maßgabe des Eisenbahnbaugesetzes von 1867 zur Beitragspflicht für Gelände⸗Erwerbung der Ried⸗ vahn verpflichteten Gemeinden zur Zahlung der velresfend en nicht unerheblichen Beiträge aufgefordert.
— Der Finanzausschuß zweiter Kammer tritt am 28. de M. zur Berathung des Gesetzes, die Minimalgehalte der Volksschullehrer betreffend, zu⸗ ammen. Die Neubildung, des Ministeriums und vie erforderliche Verständigung der Mitglieder des⸗ elben haben das für Ende dieses Monats in Aussicht genommene Zusammentreten der Stände noch auf einige Zeit hinausgeschoben.
— Nach der„Fr. Pr.“ soll der Finanzaus⸗ chuß der zweiten Kammer die Vorlage der Gr. Regierung betr. die Erhöhung der Pfarrgehalte n der Wrise zu befüt worten beschlossen, haben, aß die, dadurch nothwendig werdende Ausgabe on der Staatskasse nur vorlagsweise n bis zu dem Zustandekommen der evangelischen Kirchenverfassung sestritten werde. Sobald die evangelische Kirche hre verfassungsmäßige Selbstständigkeit errungen und mit dem Besteuerungsrechte ihrer Mitglieder uus gestattet ist, würde sie diese Vorlage, ebenso wie die porlagsweise vom Staate zu bestreitenden stosten der Landessynode an die Staatskasse zurück. sybtzahlen haben.
— Der Gesetzgebungsausschuß hat seinen Be⸗ nicht über die Vorlage der Regierung wegen Ver- chmelzung der Gemeindeumlagen 2. und 3. Klasse vollendet.
— Die„Hess. Volkabl.“ schreiben: In ver⸗ chiedenen Blätteun waren vor Kurzem Gerüchte über Verhandlungen wegen Verkaufs der Nau:
seimer Saline an eine Privatgesellschaft verbreitet.]
Wir haben allen Grund anzunehmen, daß der
Million belaufen sollen.
Staat sich nicht zur Veräußerung dieses sehr werthvollen, rentabeln Objtets entschließen wird, schon irn Interesse des Bades Nauheim selbst, dessen Bedeutungen nach Beseitigung des Glcks⸗ spiels sich voraus sichtlich außerordentlich heben dürfte.
Bad Nauheim. Unsere neueste Kurliste, welche am 22. d. ausgegeben wurde, weist bis jetzt eine Gesammt- Frequenz von 5251 Fremden nach“ Es weilt noch immer eine recht ansehnliche Anzahl Kurgäste dahier und täglich trafen, dei dem herrlichen Herbstwetter, dessen wir uns bieher erfreuten, noch neue Gäste ein. General v. Man- teuffel, Oberbefehlshaber der Orcupationsarmee, war gelegentlich seiner Rückreise nach Ftankreich dieser Tage bier anwesend.
Aus Oberhessen. Im vorigen Monat betrugen die Einnahmen der Oberhessischen Bahnen 6170 fl. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres, was einer Mehreinnahme von etwa 25 pCt. entspricht, die hauptsächlich auf den Güter ⸗Verkehr(Massen⸗Transporte) entfällt.
Berlin. Ueber die Kosten, welche die für die Kaiser von Rußland und Oesterreich veran- stalteten, Festlichkeiten verursacht haben, hört die „Mont.⸗Ztg.“, daß sich dieselben nahezu auf eine Das Fest des Kron prinzen im Neuen Palais soll allein 100,000 Thaler erfordert haben,
Frist, voraussichtlich vom 1. Januar ab, zu er⸗ warten. Mit Einführung dieses neuen Personen⸗ geld Tarifs werde allerdings, wie das genannte Blatt bemerkt, von den Bahnverwaltungen ein Fortfall der jetzt beßehenden sogenannten Tages⸗ oder Retpurbillete erstrebt, weil diese Billete zu den vielfachsten Unterschleisen Veranlassung gegeben haben; die hierdurch wegsallende Preisermäßigung bleibe für das Interisse des Publikums sedoch ganz ohne Nachtheil, da die neuen Tarifsätze für zwei einfache Billete sich im Ganzen den jetzt au⸗ genommenen Sätzen eines Retourbillets auschließen.
— Die„Nordv. Allg. Zig.“ bemerkt zu der Nachricht von dem Scheitern der Misston des Herrn von Gasser, daß der Ausgang derselben durchaus dem tiefwurzelrden Bartrauen enzsprecht, mit welchem das deutsche Volk seit dem Jahre 1870 auf König Ludwig blis!.
Köln, 19. Sept. Der Congreß der Alt⸗ katholiken ist heute Abend mit dem Empfang der Delegirten im„Wiener Hofe“ kröffnet worden. Oberregierungsrath Wülssing begrüßte die Ver⸗ sammlung. Die Redner, Bischof Wordsworth von Lincoln, Bischof Wittingham von Marpland und Bischof Brown von Ely, drückten die Sym⸗ pathien auch ihrer Diöcesen und deren Wünsche für das Gedeihen der begonnenen Bewegung und endlichen Einigung aus. Der Bischos von Lincoln
— Die„Spen. Zeitung“ veröffentlicht den sagte, zum zweiten Mal möge die Zeit kommen, Schriftenwechsel zwischen dem Kaiser resp. dem wo sie nicht für einander, sondern miteinander
und dem Bischof Crementz, andererseite,
Ministerpräsidenten Fürsten Bismarck, einerseits, beteten. Der Rector der geistlichen Akademie von Aus Petersburg, Oberpriester Janpscheff, betonte die
demselben geht ber vor, daß sich der Bischof ge. Einigkeit auf Grund der christlichen Wahrheit. weigert hat, Garantien für die Zukunft zu geben, Bischof Leos von Utiecht sprach in demselben
daß er den Bundesgesetzen gehorchen werde, ja, er hat nicht einmal gnerkennen wollen, daß er in der Excommunicationsfrage ungesetzlich gehandelt habe. Damit ist die Discussion der Frage er⸗ schöpft und die Regierung wird denn doch endlich handeln müssen, Ueber die Richtung der zu ere greisenden Maßregeln haben in der letzten Staats- ministerialsitzung Erörterungen stattgefunden. Wie es scheint, haben die Bedenken gegen die Ver— hängung der Amtssperre die Oberhand gewonnen und wird man sich vor der Hand damit begnügen, durch Entziehung des Gehalts einen Druck auf den Bischof auszuüben. Definitive Beschlüsse sind, so vlel bekannt, noch nicht gefaßt; dieselben dürften indessen in nicht all zu langer Zeit erfolgen.
Die Fabrikation des für die definitive Neubewaffnung der deutschen Armee bestimmten Gewehes hat jetzt begonnen. Wie es den Anscheig gewinnen möchte, bleibt bei diesem Vorgange die Zusammenstellung der neuen Gewehre den fünf vorhandenen Staats- Gewehrfabriken vorbehalten, welche sämmilich theils schon umfassend erweitert worden sind, oder bei denen sich eine derartige Erweiterung doch in der Aussährung begriffen be— findet, während für die Anfertigung der einzelnen Theile der Gewehrconstruction die Privat-Industrle mit herangezogen werden soll.
— Die Ermäßigung des Eisenbahn Fahr- preises ist nach der„Danz. Zig.“ in kürzester
Sinne. Dr. Rohm aus Newypork betonte die Sympathie vieler amerikanischen Katholiken. Der anglikanische Geistliche Langdon aus Flötenz de⸗ richtete, daß auch in Italien die Sympathie vieler Katholiken der Bewegung zugewandt sei. Prof. Schulte aus Prag betonte den Character der Herzlichkeit, den die Versammlung trage und der sich auch bei den Verhandlungen bekunden möge. Der Dechant von Westminster in London traf gegen den Schluß der Versammlung ein. Ueber 300 Delegirte sind bereits angrkommen.
Köln. Die am Abend des 20. d. stattge⸗ habte zweite Sitzung des Altkatholiken-Congresses war noch zahlreicher besucht als die erste. Betreffs der Wahl eines Bischofs wurde ein Antrag Schulte“s angenommen, daß eine Commissson von 7 Mit- gliedern, von denen mindestens drei Thrologen und Kanonisten sein müßten, die Wahl vorberathen, die Opportunität prüfen, die Fragen des Bischofs⸗ sitzes, der Dotation und der Stellung zu Regie⸗ rung und Gemeinden regeln, sowie eine Wahl⸗ ordnung für eine aus Priestern und Vertretern der altkatholischen Gemeinden bestehende Wahl- versammlung entwerfen solle. Ein Antrag Wülffing's auf sosortige Feststellung des Zeitpunktes der Wahl wurde abgelehnt.
— In der letzten Sigung der Altkatboliken⸗ versammlung, 21. d., gelangte ein Antrag in
Betreff der Anbahnung einer Wiedervereinigung


