.
—————
Regierung mit der nerlichen Bischofs⸗Conferenz keine Verhandlungen gepflogen und keinerlei Con- cessionen gemacht habe. an die Regierung gemachten Eingaben zeichneten. sich durch ö nähmen den Bestand der gegenwartigen Gesetz⸗ gebung zum Ausgangspunkte verschiedener Wünsche. Die, werde die Eingaben pflichtmäßig prüfen, jedoch an den bestehenden Schu gesetzen dem Wort und Sinne nach festhalten. Frankreich Paris. General brich hat an Thiers einen Brief gerichtet, in welchem er seine Stellung vor ein Kriegsgericht verlangt. Versailles. Die„Agence Havas“ meldet;
Der Präsident der Republik hatte eine Unter-
redung mit dem deutschen Botschafter, Grafen Arnim. Die Unterhandlungen dauern in bestiedi⸗ gender Weise fort.— Es ist nicht wahrscheinlich, daß die beabsichtigte Anleige vor Ende dieses Jahres aufgelegt werden wird. Die Rente ist unter den beweglichen Werthen, welche die Budgetcommis-⸗ sion zur Besteuerung empfiehlt, nicht einbegriffen.
— Nach einer Anzeige des Generalpostdirectors v. Rampont ist die Inkrafttretung des deutsch⸗ französischen Postpertrags auf den 25. Mai festgesetzt.
Dänemark. Kopenhagen. Ein islän⸗ discher Schooner meldet, daß in Husavik(Nord- küste von Island) am 16., 17. und 18. April Erdbeben verspürt wurden. Zwanzig Häuser wurden zerstört, Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen.
Spanien Madrid. 15. Mai. Das „Diaro del Pueblo“ meldet vom Aufst and: in det Provinz Toledo sei eine Bande aufgetaucht, welche nach den Einen 500, nach den Andern nur 60 Mann stark sei. Drei Compagnien Infanterie seien von Madrid nach Toledo abgegangen. Der „Courrier de Bayonne“ meldet, daß 4000 Car- listen um Durrango vereint seien, Dasselbe Blatt bestätigt, daß der General Elio vermißt wird. Auf dem Ministerium des Innern war die, freilich unverbürgte, Meldung eingetroffen, daß Serrano gestern Abend in Bilbao eingerückt sei.
— 16. Mai. Der Marschall Serrano isl in Zornuza angekommen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Der Contre⸗ Admiral Vinalet, welcher Bandenführer in Fortuna(Murcien) war, und die anderen Bandenführer der Provinz sind als Gefangene gestern in Carthagena angekommen. Sie werden vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Wie man aus Bordeaux meldet, ist der Carlisten⸗ General Pacheco, bei dem man sein Patent und seine Uniform fend, dort angehalten und nach der deutschen Grenze expedirt worden.
— Die Gerüchte, wonach Serrano in Bis- toya geschlagen wäre und Gefangene verloren hätte, werden amtlicherseits als vollständig falsch be⸗ zeichnet; der Marschall setze seine Operationen vielmehr siegreich fort.
— Nach hier eingetroffenen amtlichen Nach- richten aus den Provinzen haben auch in der biscayischen Bande die Desertionen begonnen. Zahlreiche Insurgenten haben sich bereit erklärt, die Waffen niederzulegen; 4000 sollen sich unter⸗ worfen haben. Auch in den anderen Provinzen nehmen die Unterwerfungen zu und verschwinden die Banden.
Türkei. Konstantincpel. Der von dem Grohvezier an den Sultan erstattete Jahres- bericht constatirt, daß die Armee mit Inbegriff der Reserve auf 800,000 wohlbewaffnete und equipirte Mann gebracht und hinreichend mit Kanonen versehen sei, daß die im Marinewesen bewerkstelligten Forischritte die Tirkei zu einer der ersten Seemächte mache und daß die Grenz⸗ befestigungen thätigst betrieben, werden und die Leistungen der Acsenale bedeutend sind. Der Be; richt meldet außerdem Verbesserungen und Erweite⸗ rungen im Justiz, Schul-, Eisenbahn- und Schiff⸗ fahrtswesen, im Bergbau und in der Bodenkultur.
Amerika. Newyork. Nachrichten aus Japan melden, daß in Neddo eine große Feuers brunst, welche sich über vier englische Quadrat- mtilen ausbehnte, stattgefunden hat. 30,000 Menschen sind obdachlos.
— Die meisten Zeitungen weisen auf eine Abnahme der von den demokratischen antigran⸗
Die von den Bischöfen
eine versöhnliche Haltung aus und
Senatoren gegen den Zusatzartikel zur Alabama Frage gemachten Opposition hin und halten eine zufriedenstellende Lösung bei dem all⸗ gemeinen Wunsche nach Beendigung für zweisellos.
tischen
— Gutem Vernehmen nach bezwecken die Aende⸗ rungen und Zusätze, welche det Zusatzartikel zum Wasbingtener Vertrag Seitens des Senatsaus⸗ schusses erhalten hat, die Möglichkeit auszuschließen, daß England zukünftig nicht nur indicecte An⸗ sprüche, wie solche in der Prozeßschrift der Union aufgeführt sind, erhebe, sondern es soll überhaupt vethindert werden, irgend welche indirecten An- sprüche wegen Verletzung der Neutralität geltend zu machen. Für diese Modification glaubt die Regierung eine Majorität von Zweidritteln des Senats gesichert.
Frankfurt. In hiesigen Blättern ist folgende Warnung zu lesen: Zur Zeit ist es böchst gefährlich, sich unter Bäume zu seßen. Ein hiesiger Bürger, welcher am 16. d. Nachmitlags duf dem alten Küchhof sein Schläschen hielt, halte das Unglück, daß ihm eine Raupe über die Wangen und die Augenlider lief. In kaum einer Viertelstunde war das ganze Gesicht geschwollen und war er nicht mehr im Stande zu sehen.
Frankfurt. Am Samstag Nachmittag sind die Bronce⸗Geschütze aus Straßburg, welche Kaiser Wilhelm der Stadt Frankfurt zum Geschenk gemacht hat, für die Domglocken hier eingelroffen. Juleressant sind die Namen der 12 Geschütze: L'inflexible, gegossen 1839. L'impuni, gegossen 1787. Egalite, gegossen 1827. Le Concilialcur, gegossen 1790. Le Confident, 1827. Le Leonard, 1850. Le Fabar, gegossen 1851. Le Calvois, 1830. Le Limacon, 1842, und zwel Bronce Rohre ohne Namen. Die neuen Domglocken sollen, wie man erzähit, sämmilich hier auf der Pfingstweide gegossen werden.
Darmstadt. Nachdem am 17. d. Nachmittags der Blitz auf dem neuen Friedhofe einen dort beschäftigten Erdarbeiter eischlagen, entlud sich gegen 12 Uhr der fol⸗ genden Nacht über unsere Stadt ein Hagelwetter, wie man sich hier nicht erinnert, es jemals erlebt zu haben. Schloßen von der Größe eines Taubeneies fielen mii so furchibarer Vehemenz, daß Jedermann aus dem Schlaf geschreckt wurde und sich die Hausbewohner ängsilich sammellen. Am Morgen bot sich denn in den Gärlen ein wahrhaft trogloses Bild der Veiwüftung; die Pflanzenbeeie sind vernichtet, die Zweige an Bäumen und Büschen geknickt und Biärter und Blüthen abgeschlagen, lo daß z. B. in den schönen Kastanienalleen der Umgebung der Boden vollständig von ihnen besackt war. Viele Fenstelscheiben, so z. B. am Zeughaus, sind eingeschlagen und selbst Ziegel auf den Dächern zertrümmert woroen. An Plätzen, wo die Hagelkörner zusammengekehrt waren, lagen dieselben noch bei vorgerückler Morgennunde sußyoch. In mehreren Sitaßen hatie während des Unwetters das Wasser jußhoch geslanden. Die Grafenstraße z. B. wol ein e nziger großer Strom, so daß die Schuowache, welche vor dem Corrections haus steht, um 12 Uhr nicht abge⸗ löst werden konnte, und, obwohl sie in dem mit einem ziemlich hohen Podium versehenen Schilderhause sland, doch bis um 1 Uhr, bis an die Knie im Wasser stehend, noch auf ihrem Posten zubringen mußte. Auf den Feldern bietet sich dasselbe Duo der Verwüstung, so daß der Schaden sich jedenfalls auf viele Tausende belaufen muß. Vule Vögel wurden getödtet. Nach Mittheilungen von Landleuien scheint sich das Unwelter bis über Wirxhausen erstreckt zu haben. Griesheim wurde von demselben fast gar nicht heimgesuch! und bemerkten die von dort hierher⸗ gekommenen Leute die beirächtlichen Verbeerungen eri von der Hälfte des Wegs au.— In Messel soll dagegen das Weiler großen Schaden verursacht haben und ebenso, wie Augenzeugen bestäligen können, in der Bessunger Feldge— markung. In Eberstadt, Pfungstadt und Jugenheim soll aleichsalls das Metier gewüthel haben.
Vom Main. Nach einer Privasmiitheilung des „Fulo. Anz.“ werd sich unter den zahlreichen Amerikanern, die auf vier Exiraneamer nach Eurepa kommen, um das deulsche Schützen fest zu besuchen, auch Fr. Hecker befinden,„falls es seine Gesundheilszunände erlauben.“ Heckti's zahlreiche Freunde werden sich herzlich freuen, den verehrten Mann nach 23jäbr ger Trennung wieder in der alten deutschen Hezmath herzlich begrüßen zu können.
Fulda. Ju Schlüchtern entgleiste am 17. d. der hintere Theil des Frankfurt- Berliner Tag- Schnellzuges, wobei die Wagen und das Geleise beschädigt wu den. Die Passigiee kamen mit heiler Haut davon, erlitten aber einen nicht geringen Schrecken. Dem Zug bercitete die Katastrophe eine 2½stündige Verspälung.
Aus der Pfalz wid gemeleet, daß auch dort in der Nacht vom 17. zum 18. d., gegen haitz 11 Ubr, ein hesti tas Gewitler mit siarkem Hagel großen Schaden an⸗ gerichtet bal. Namentlich haben die Fluchtfelder unter dem starken Hagelschlage gelitten. Der Stumwind bat viele Bäume ihrer meisten Früchte beraubs. Das Welter hal besonders in der Gegend von Speyer und zwar in den Gemarkungen Hanhofen, Iggelbeim, Harthausen, Schiffer. stabt u. J. w. die schöͤnsten E ndleheffuungen vernichlel.
Stuttgart. Ein am 19. d. Nachmittags stalige⸗ habtes Hagelwelter bat die Genend am oberen Neckor, besonders Tubingen und Umgebung, schwer geschädigt.
Mühlheim a. R. Am Nachmittage, des 14. d.
befanden sich in dem zu ebener Erde befindlichen Classen⸗
zimmer einer erst vor eiwa zwei Jahren eröffneten Schule
sämmtliche Schüler, um die Vorstellung eines wandernden
Pyysikers anzusehen. Plötzlich senkte sich der Boden und ebe man an Rettung denken konnte, stürzten Alle in die Tiese. Von den 300 Schülern, welche mit all den schweren Gegenständen hinabstürzten, ist Niemand tod! geblieben erg an e sin
zwei Beinbrüche vorgekommen. Die Untersuchung daß der einzige Träger de Gebälte 1 0 nicht mehr im Stande war, die vermehrte Last zu tragen.
Aus Ober⸗Elsaß erzählt im„Neuen Relch“ ei
deutscher Reisender Folgendes:„Auf der Fahrt von p nach Basel say ich in der Ensernung von 200 Schritten einen großen Hund über den Weg in die Büsche laufen; der Hund meines Reisegejährten, eines e ine woll ie ihm nachjagen, kehrte aber auf den Pfiff seines Herin zurück. Der Elsässer lachte in sich hinein und rief seinem gehorsamen Thiere zu:„So recht, Musche; geht dich nichts an, sieht nicht im Dienst; bei Leibe nicht stören im Ge, schäst!' Der vertraulich gewordene Elsässer löste mir bald das Räthsel. Der fremde Hund kam aus der Schweiz und brachte seinem Herrn im Elsaß eine kleine, aber kost⸗ bare Ladung von Contrebande, als da sind: Spitzenweik, Uhren und Goldsachen. Die Ladung war mitielst einer Art Sattel an seinem Körper befestigt. Diese Hunde sind lug, vermeiden die Grenzjäger, schwimmen durch Bäche und klettern über Felsen, bis sie ire Waare beimgebrach haben; nur selten wird einer weggepirscht. iese Hunde werden auf einfache und schlaue Art diessitt. Der Hund wird zu Hause gut gefüttert und dann über die Grenze nach dem Orte geführt, wo er später seine Ladung zu empfangen hat. Dort wird er eine Zeitlang eingesperrt und erhält nicht nur keine Nahrung, sondern auch Schläge von einem mit der Unisorm eines Grenzjägers bekleideten Manne. Wird der Hund losgelassen, so eilt er sporn⸗ streichs nach Hause zurück. Unterwegs aber, besonders auf größeren Straßen, die er versolzen könnte, stehen Leute mit Peilschen oder auch Flinten, die mit Erbsen geladen sind, und schlagen und schießen auf ihn. Der eingeschüchterte Hund stürzt sich seiiwäris in die Büsche und vermeidet sehr bald alle fremden Menschen. Nach zwei oder dreimaligem Laufen bat das kluge Thier äus⸗ gelernt und ist der beste Pascher. Sechs Hunde ernähren gut ihren Mann.“ 0
Zur Aufklärung.
Unser Eingesandt in Nr. 55 d. Bl. bat in der letzten Nr. eine Erwiederung erhalten. In derselben ist gesagt, daß die Besoldungen der sämmtlichen biesigen Lehrer, soll wohl heißen:— Real- und Volksschullehrer— nachden sie seit 1862 um 4974 fl. gestiegen sind, nunmehr 12781 fl. detragen. Von Rechis wegen hätte der Herr Erwiederer di! Reallehrer, deren wir in obigem Eingesandt mit keinem Worte Erwähnung gethan haben, ganz aus dem Spiele lassen und nur den Gesammtbetrag der Bolksschullehrer⸗ gehalte angeben sollen. Doch mit dieser Summe allein konnte er nicht imponiren und uns nicht scheinbar wider, legen. Deswegen trug er die Budgets der beiden städtischen Schulanstalten summirt vor.— An obigen 12781 fl. pariicipirt das Lehrerpersonal der Realschule mit mindestene 9056 fl., so daß also auf die 7 diesigen Vollsschul: lehret höchstens 3725 fl. kommen. Der Durchschnüte⸗ gehalt Letzlerer beträgt sonach nur cg. 530 fl.— 3 haben eiwas mehr und 4, davon 2 sogar ca. 60 fl. weniger als das Mittel— während vor 30 Jahren, also zu einer Zeit, wo der Geldwerth bedeulend höher war, als er jetzt it, ein hiesiger definitiv angestellter Lehrer eine Besoldung von 600 fl. haue.— Daß in Bezug auf Vecbesserung der fraglichen Besoldungsverhälinisse hier nichts geschehen sei, haben wir weder behauptet noch unterstellt. Das zu thun, konnie uns um so weniger einfallen, als wir ja wissen, daß vor eiwa 2 Jahren laut„Obe rhessischer An⸗ zeiger“ den älteren biesigen Volkoschullehrern je 25 fl. und den jüngeren, welche zwar auch keine Jünglinge mehr sind, je 50 fl. Zulage verwilligt wurde. Wir behaupieten nur, daß noch nicht in ausreichendem Mage für unsere Stadtlehrer gesorgt wäre. Und diese Lehauptung halten wir nach wie vor in ihrem ganzen Umfange aufrecht. Anders freilich verhielte sich die Sache, weun die 4974 fl. um welche das Budget für die städischen Schulen in den ltzeen Jahcen gestiegen ist, nur zur Hälfte auf Ver besserung der materiellen Lage der Volksschullehrer ver wendet würde. Effectiv aber trägus ihnen davon kaum 600 fl wäyrend 4374 fl. die Reallebrer beziehen.— Resums: Die 7 biesigen Volksschullehrer participren mil kum 600 fl. an der Erhöhung(4974 fl.), mit höchstens 3725 fl. an dem Gesammebetrag(12781 fl.) der Be, soldungen der städtischen Lehrer— und ihre Besoldungen sind eiwa 590 bis 475 fl.—„In Erwägung dieser Thal“ lachen, können wir jedem Unbefangenen üderlassen, zu beurtheilen, ob die Schreibweise des Herrn Erwederers und die Unterstellungen desselben gerechisertigt erscheinen. — Was nun die in Aussicht gestellie Besoldungszulag betrifft, so zweifeln wir zwar nicht, daß dieselbe eine an⸗ sebnliche sein werde, vermögen jedoch nicht einzuschen, warum dieselbe etst in's nächszäbrige Gemeindebudge⸗ aufgenommen werden soll. Gewähre man sie doch jeh schon; oder verleihe man weniastens einem später zu assenden Beschlusse rückwifkende Krafl.— ö
—
Verloosung.—* 1 von 1867
Anleihe der Stadt Brüssel
(100 Frs.⸗Loose.) Verloosung vom 15. Maf 1877.
Auszahlung der Haupigewiune vom 2. Juli 1872 a Berlin bei Delbrück, 8 Co. Hauptgewinne: Nr. 20 25 000 Frs. Nr. 205172 2000 Frs. Nr. 267) un 98403 je 1000 Frs., N.. 150115 und 181900 fe 500 Js. Nr. 87062 86560 103530 und 200663 je 250 Frs.
—


