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ongegeben ist.
der Seconde-Lieutenant Adamy im 87. Infanterie
Regiment, ein geborenen Nassauer, dem es zu Nassau's Zeiten nicht gelingen wollte, Lieutenant zu werden, einige Donnerwetter losgelassen, und „Esel“,„Kerl“ und„Rindvieh“ als Zugabe ge— spendet, schlug er dem armen, bis zum Zittern gebrachten Soldaten rechts und links derb ins Gesicht und übergab ihn dann einem neuen Peiniger, einem Unteroffizier, der den armen weinenden Soldaten wenigstens 10 Minuten lang sofort Dauerlauf machen ließ. Ferner waren wir Zeuge, wie Adamy einen andern Soldaten, als derselbe eine falsche Fußstellung machte, an Schienenbeine und Füße unbarmherzige Tritte versetzte.“
Berlin. Der Cultusminister Dr. Falk hat liberalen Abgeordneten gegenüber seine Bereit- willigkeit erklärt, in der nächsten Lan dtagssession eine Vorlage über die obligatorische Civilehe ein- zubringen.
— Die projectirte jüdische Hochschule, an deren Spitze Professor Dr. Lazarus, Dr. Ludwig Philippson ꝛc. steben, wird nach dem„Tageblatt“ bestimmt für das Sommersemester eröffnet werden. Es sind bereits zwei Lehrstühle durch Rabbiner Dr. Abraham Geiger und Dr. David Kassel be— setzt. Die Hochschule wird vorläufig nur auf diejenigen Gegenstände jüdischen Wissens beschränkt bleiben, die auf der hiesigen Universität nicht ge— lesen werden. Der Besuch der Vorlesungen wird Jedermann gestattet sein.— Die„Volks-Ztg.“ schreibt:„Die Vertheilung des neuen Gewehrcs an die deutsche Armee soll bereits in einigen Wochen beginnen. Die Kosten für die Beschaffung einer doppelten, nach Anderen dreifachen Garnitur des Jufanterie Gewehres sollen aus der französi— schen Kriegs⸗Entschädigung gedeckt werden. Man berechnet, daß die dadurch entstehende Ausgabe 40— 45 Million Thaler in Anspruch nehmen werde.“
— Die Einrichtung, welche sich im letzten Kriege so trefflich bewährte, daß längs der Küste Telegraphenstationen zur Beobachtung der feind— lichen Schiffe aufgestellt waren, soll, nach der „Z. f. N.“, auch im Interesse des Handels und der Schifffahrt in der Weise wieder hergerichtet werden, daß diese Stationen zur Signalisirung von Sturm- und Wetternachrichten und zur Mel⸗ dung durchpassirender Schiffe verwendet werden, wie solche an fremden Küsten bereits mit günstigem Erfolge bestehen.
— Dem Bundesrathe ging Seitens des Fürsten Bismarck der Entwurf eines Gesetzes über die amtliche Geschäftssprache in Elsaß-Lothringen zu. Die Vorlage enthält sieben Pa-agraphen, nach deren Hauptbestimmungen alle amtlichen Erlasse, welche von den kalserlichen Verwaltungsbehörden ausgehen, in deutscher Sprache abgefaßt werden sollen, ebenso alle Eingaben an die Behörden. Mündliche Verhandlungen vor den Bezirksräthen und vor dem kaiserlichen Rath sind in deutscher Sprache zu führen.
Buden. Der Bürger- Ausschuß der Stadt Baden nahm die Vorlage des Ministeriums des Innern an, wonach die Verwaltung der Bade— anstalten-Fonds 1873 theilweise die Gemeinde übernimmt, die Regierung 45 000 fl. jährlich zu- schießt, die Gemeinde 70,000 jährlich aufbringt und eine Fremdentaxe zu Gunsten der Gemeinde— casse 1872 einführt.
Straßburg. Der Maire gab dieser Tage dem versammelten Gemeinderathe ron der ihm ge— wordenen Mittheilung über die fortifikatorischen Neubauten mit dem Anfügen Kenntniß, er habe gleichzeitig eine Karte erhalten, worauf die auf der Nordseite beabsichtigte Vergrößerung der Stadt Auf derselben ist ein Hafen vor— gezeichnet, der mit der Ill durch einen Kanal und det Eisenbahn durch eine Zweigbahn verbunden werden soll. Ferner ist der projektirte Straßburg— Lauterburg-Kanal darauf angedeutet, ebenso die Verbindung des Hafens mit dem Rhone-Rhein— kanal. Auf der Karte ist außerdem ein Netz von Straßen und öffentlichen Plätzen angegeben. Der Rath ist aufgefordert, über die projektirte Rich- tung der Straßen zu berathen.
Ausland.
Oesterteich. Wien. Reichsratbssitzung. Der Justizminister legte eine Strasprozeß Ordnung und ferner einen Gesetzentwurf in Betreff der zeit— weisen Einstellung der Wirksamkeit der Geschwo— renengerichte vor. Der Minister betonte hierbei, daß die Regierung zur Rettung des Geschworenen— Instituts diese Maßregel dort für nothwendig er— achte, wo die Geschworenen sich nicht von ihrem Rechtsgewissen, sondern von politischen Leiden— schaften leiten lassen.
Frantrei v. Paris. Man versichert, die Capitulationscommission habe von der Londoner Gesandtschaft dort aufgefundene Documente er— halten, die eine Correspondenz des Marschalls Bazaine mit dem Fürsten Bismarck ans Licht bringen und den Ersteren stark compromittiren.
— Die Stadt Metz hat sich jetzt auch an der Nationalsubscription betheiligt und im Ganzen 100,000 Fr. eingesandt.— Der hiesige Corre— spondent der Londoner„Times“ telegraphirt: „Die Regierung hat sdeben große Quantitäten Schießpulver, die gleichzeitig über die schweizerssche, spanische, belgische und italienische Grenze nach Frankreich eingeschmuggelt worden, mit Beschlag belegen lassen.
— Die Journale erzählen, daß nach den für den corsischen Abgeordneten Conti stattgefundenen Begräbnißfeterlichkeiten Rouher auf dem Wege nach seinem Wagen von einem Haufen Menschen umgeben gewesen sei, welche„Es lebe Rouher, es lebe der Kaiser!“ gerufen hätten. Es scien jedoch auch andere und zwar feindliche Rufe ver— nommen worden.
— Nach der„Republique frangaise“ hatte Bazaine in Metz, seit dem 12. August an— fangend, aber erst mittelst Festsetzung nach der Schlacht bei Sedan, für sich den bedeutenden Gehalt von 180,000 Frs. laut dem Tarif des italienischen Krieges eingeführt; diese Summe ver— theilt sich in 90,000 Frs. Gage, 70,000 Frs. Repräsentationskosten und 20,000 Frs. Büreau— Spesen. Wie bereits in Mexico, hat sich Bazaine auch in Metz in finanzieller Hinsicht nicht vergessen.
— Das Kriegsgericht hat in dem Proceß wegen Ermordung der Dominikaner von Artueil das Urttzeil gefällt. Fünf Angeklagte wurden zum Tobe, sieben zu Deportationen verurtheilt.— Rouher wohnte der Sitzung der Nationalver— sammlung bei, in welcher keine Verhandlungen von Wichtigkeit stattfanden.
Versailles, 15. Febr. Die Nationalver- sammlung genehmigte in zweiter Lesung mit 310 gegen 260 Stimmen den Anttag, die Rollen der Steuern mit der Inschrift„Kosten des von Na— poleon gegen Preußen erklärten Krieges“ zu ver- sehen.— Eine große bonapartistische Propaganda wird in Paris und den Departements b trieben.
— Das Kriegsgericht hat Blanqui zur Depor— tation nach einem befestigten Platze verurtheilt. — Ina Corsica fanden einige Unruhen statt, wo— bei es einen Todten und einen Verwundeten gab. Die Ruhe ist wieder hergestellt,
— In palrlamentarischen Kreisen scheint man allgemein Besorgnisse von den Gefahren zu hegen, welche sich aus der zur Zeit betriebenen bonapar— tistischen Propaganda und einem eventuellen Er— hebungsversuche der Bonapartisten ergeben könnten,
— Thiers beruhigte die wegen bonapart stischer Umtriebe ängstlichen Deputirten. Auf Befragen erklärten die Generale, daß sie bürgen für die Treue der Armee zur Republik.
Großbritannien. London. Dem Parla- mente wurde die englische Vertheidigungsschrift in Betreff der Alabama- Angelegenheit vorgelegt. Dieselbe sucht nachzuweisen, daß England keines— wegs die internationalen Pflichten verletzt, sondern vielmehr eine strenge Neutralität aufrecht erhalten habe. Die Schiffe„Alabema“,„Florida“, „Georgia“ und„Shenandoah“ seien nicht auf englischem Gebiete ausgerüstet worden. England bedauere dae Auslaufen dieser Schiffe, bestreite jedoch die Gerechtigkeit der amerikanischen Geld— ansprüche. Amerika müsse den vollständigen Nach- weis dafür liefern, daß England sich eine Nach
lässigkeit habe zu Schulden kommen lassen. England!
sei bereit, den Ausspruch des Schiedsgerichtes an⸗ zuerkennen, gleichviel ob günstig oder ungünstig, insolange dasselbe gerecht sei.
Donaufürstenthümer. Bei den Juden⸗ krawallen in Rumänien sollen allein in Jamaile 250 Juden verwundet werden sein.
Amerika. Newyork. Die„Tribune“ sagt, die britische Vertheidigungsschrift mache keine Zugeständnisse, sondern stelle Forderungen auf und lasse ein freundliches Entgegenkommen, durch welches ein Abkommen wegen der indirecten Schäden zu erreichen wäre, vermissen. Die„Tribune“ tadelt namentlich den Vorbehalt Englands, über die Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit des Schieds- gerichtes entscheiden zu wollen.
— Die reuesten Nachrichten aus Mexico lauten für die dortige Regierung ungünstig. Die Insur— genten halten in einer Stͤrke von 30,000 Mann die meisten Districte der Provinzen Puebla und Veracruz besetzt. Juarez sol entschlossen sein, die Hülfe Grant's anzurufen.
— Friedberg. Der Gesangverein Liederkranz bereiteie durch die von demselben am 11. d. Mts. im Saale des Hötel Trapp abgehaltene Fastnachts-Abend⸗ unterhaliunj seinen außerordentlichen Mitgliedern nicht nut einen sehr genußreichen, sondern auch einen recht briseren Abend und hat dadurch seinem alien bewährten Rufe as lüchtiger Männergesangverein unter der gewandten Leiiung seines ausgez ichneten Dirigenten, Herrn Seminar⸗ leyrer Schmidt, auf's Neue Ehre gemacht. Das reich⸗ haltige und gut arrangirte Programm enthielt mitunter sebr schwierige und für die Sänger höchst undankbare Composinonen, welche aber sämmtlich auf das Eelatauteste ex, cuuirt wurden. Auch die bumorisiischen und komischen Piecen können als sehr gelungen bezeichnet werden und janden allgemeinen Beifall. Das Clavierspiel des Herrn Runk, Schüler des Herrn Fettsch, berechtigt zu den großartigsten Erwartungen und gab Z ugniß von der ineisterhaften Schule des Herrn Fritsch. Was Herrn Fritsch und die übrigen geehrten Miiwirkenden ande— langt, so wäre nur zu wünschen, daß dieselben uns den selienen Genuß ihres brillanten Spieles noch öfter zu Theil werden lassen möchten.
Homburg. Ueber die Erbauung eines Badehauses in unmuteldarer Nähe unserer Heilquellen sind die Ver handlungen noch in der Schwebe. Dem von dem Kur- verein vor einigen Monaten bei der hiesigen„Commission zur Instandhaltung unserer Quellen“ im Interesse unseres Kurwesens gestellten Antrag, die zu bestimmien Leistungen verpflichtete Kurhaus-Administration für das laufende Jahr dazu zu vermögen, unsere an den Elisabethen⸗ Brunnen anstoßende Trinkhalle zu einer schließbaren Wandelbahn herzurichten, ist noch keine Folge gegeben worden, obwohl es für uns von der äußersten Wichlg⸗ keu ist, den Fremden auch an rauhen und reancrischen Tagen den Besuch unserer Brunnen zu ermöglichen und ihnen eine passende Promenade zu bieten.
Vom Taunus. Die Arbeiten an dem neuen Feld- bergyause sollen mii dem Beginn der besseren Jahreszeit dermaßen gefördert werden, daß am 7. Juli die feierliche GCeöffuung desselben statifinden kann.
Mainz. Der Strike der hiesigen Schneider ist nach Fastnacht ein allgemeiner geworden. Bisher feierten nur die Arbeiter der Confeclionsgeschäfte; da aber die Meister für solche Arbeiten ausführten, erging die Parole, daß auch die bei Meistern arbeitenden Gesellen am Strike sich betheiligen.
Vom Oberrhein. Es hat sich ein französisches Comilie gebildet, welches beabsichtigt, überall da, wo fran— zösische Kriegsgefangene in Deutschland begraben liegen, ein Monument zu ihrem Gedäch:niß zu errichten. Be⸗ sonders ist es die französische Geiulichkeit, welche diesen Gedanken gefaßt hat und auszuführen bestrebt ist.
855 88 G 5 2. E 9 22 5 a 8 5 2 U E 1 UL 1 . 2 5* 85 72 5 Die soeben erschienene Nr. 21 enthält? 33
Die zweite Bitte. Novelle von W. P. Riehl.— Die Blumenfreundin. Letzte Zeichnung Kaltenmoser.— Ursachen der gegenwärtigen Theuerung. — Der Sturz des Meisters. Vaterländischer Roman von Georg Hiltl.(Fortsetzung.)— Hiltl's neues Werk über den französischen Krieg. Mit 7 Illuffrationen.— Die Seeschlange oder das Zukuypftsschiff.— Kleine Zetzung der Liebhabereten und Kurtofitäten: Zur Ge— schichte der Guillotine. Mit 3 Abbildungen.
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