Ausgabe 
17.8.1872
 
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der Papst auf der von ihm eingenommenen feind seligen Stellung gegen die italienische Regierung beharre. Die Kirche werde nur größeren Leiden ausgesetzt sein, wenn zwischen dem Papste und der italienischen Regierung eine Einigung nicht zu Stande komme

Rußland. Mit dem Beginn des Schul jabres 1872/73 soll, wie dieMosk. Zig. er- fäbrt, in allen Elementarschulen des Königreichs Polen der obligatorische Unterricht im Russisch⸗ Lesen und Schreiben eingeführt werden.

Asien. Am 12. Juli erfolgte in Japan obne jede öffentliche Ceremonie die Eröffnung der Staatseisendahn von Yokohama nach Neddo. Der Zug legte die Entfernung von 17 engl. Meilen in 34 Minuten zurück. Die Passagiere des ersten Zuges waren nicht sebr zablreich; von Japanesen bedienten sich jedoch nur sehr wenige der neuen Reisegelegenheit.

Gießen. Am 13. d. gerietb auf dem Bahnbof der Köln⸗Giefener Bahn ein Arbeiter vom Braunsteinberg⸗ werk zwischen die Puffer eines Zuges und wurde zer queischi. Der Unglückliche, welcher alsbald todt war, hinterläßt eine Frau und zwei Kinder.

Lauterbach. Auf dem Friedbofe unserer Stadt wird kommenden Sonntag das Denkmal enthüllt werden, welches die Siadt ihren im letzten Kriege gefallenen 8 Söhnen errichten ließ.

Vom Taunus. Das neue Feldberghaus wird. am Sonntag den 25. August festlich eröffnet werden, wozu

der Festausschuß alle Taunusfreunde einladet und be⸗ sondere Erinnerungsfestabzeichen und die Fesigesänge schon jetzt ausgegeben werden. Voraussichilich wird diese Feier eine große Tbeilnahme finden.

Darmstadt. In dem benachbarten Büttelborn wurbe der hier und weithin bekannte Krautbauer P. Keller unter der Ayklage eines zu Nauheim im Ried begangenen Einbruchs in die Kirche verhaftet.

In Darmstadt fand zwischen Lieutenant L. vom Leibgarde-Reg. und Post⸗Secretär K. ein Pistolen⸗Duell statt, wobei Letzterer einen Schuß durch die Brust erhielt. Es soll übrigens begründete Hoffnung auf Wiederherstellung des Verwundeten vorhanden sein. Veransassung des Duells soll eine unbesonnene Aeußerung des Ponbeamten über den Officier gewesen sein, so daß sich Letzterer zu einer Forderung genöthigt sah.

Erbach. Ju der Nacht vom 13. zum 14. d. schlug der Zimmermann Wegel dahier seiner schlafenden Frau, mit weicher er erst vor Kurzem in die zweite Ehe getreten war, mit einem großen Beil den Kopf ab. Man ver muthet, daß der Mörder die schauderhafte That in einem Anfall von Säuferwahnsinn ausgeführt habe. Wie Fama bebauptet, soll W., der sich in den Händen des Gerichts befindet, noch einen vor Jahren verüblen Mord auf dem Gewissen haben. f

München. Am 12. d., als am Tage des Welt⸗ untergangs, herrschte große Angst in vielen frommen Seelen; zahlreiche Familien hatten sich eigens geweihte Kerzen gekauft, wobei die Geistlichkeit noch ein gules Ge schäft machte, und erwarteten so im Gebete in Zittern und Beben vor den brennenden Kerzen den Beginn der tra gischen Vorstellung.

Bonn. Wir können uns nicht wersagen, schreibt die B. Z., ein kleines Intermezzo der Vergessenheit zu ent⸗ reißen, welches den gastfreien, kamerasdschaftlichen Geist,

der Gott sei Dank noch unter unserer deutschen Jugen wohnt, trefflich illustrirt. Ein Musensobn unserer Sabt halte unlängst seinem Hospes erzählt, daß schon vor dem

stag Abend kehrt der Bruder Studio in seine Wobnun zurück und findet zu seinem Erstaunen das Zimmer von einem Turngaste besetzt. Der Hauswirih flammelse die Bite, dieß der Herr Sindent doch die Gefälligkeit baben möge, noch den Abend abzureisen, damit er mit der Stube noch ein paar Groschen Geld verdienen könne; der Turner packt seinen Ranzen auf, um unter einem fürchter⸗ lichen Donnerwetter, daß man ihm für 2 Thaler pro Nachmeines andern Bett vermiethet habe, weiter zu ziehen. Unser Student aber hats Herz auf dem rechten Fleck. Sie bleiben als mein Gast, Kamerad! ruft er aus. Die Bude ist von mir bis zum 15. August gemiethet und bezahlt. Wir campiren hier zusammen dis zum Schlusse des Festes, Sie sparen Ihre Thaler für einen besseren Zweck, als zur Befriedigung pyiliströser Habgier und ich will sehen, wer uns mein Recht streitig macht. Sprach's und so geschah's.

Verloosung.

Darmstadt, 7. Aug. Bei der heute stattgehabten 15. Serienziehung des von der Bank für Handel und Industrie zu Darmstadt übernommenen Herzoglich Braunschweigischen Prämien ⸗Anlehens sind folgende 45 Serien; 222 370 850 893 1166 1407 1747 1792 1877 2204 2655 2675 2782 3039 3470 3493 3813 4093 4183 4193 4234 4266 4798 5136 5203 5624 5751 6078 6090 6150 6746 6874 7039 7258 7341 7496 7898 8142 8195 8488 8514 9066 9084 9714 und 9731 gezogen worden. Die Ziehung der Prämien findet am 30. September stalt.

Vergebung von Bau-Materialien.

2188 Die zu Ausmauerung eines Wasserstolleus er⸗ forderlichen Materialen namentlich:

15,000 Stück hartgebrannte Russenstelne,

3 Klaster Biuchzeine,

1 Klafter Rockenderger Sand,

Flafter Kies,

50 Vütten Wasserkalk, sollen im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden.

Die Submissions⸗ Offerten find, mit der bezüalichen Aufschrift verseden, längflens dis zum 20. d. M. del der unterfertigten Bürgermeisteret einzureichen, woselbft auch die Uebernahme Bedingungen eingesehen werden können.

Bad⸗ Nauheim am 10. August 1872.

Großberzogliches Bürgermeissetei Bad⸗Nauheim. Schutt.

Hafer ⸗Versteigerung. 2201 Montag den 19. August, Mitiags 1 Uhr, sollen circa 7 Morgen Gemeindehafer dei Wirth Georg Konrad Lindt dahier öffentlich verstetgert werden. Weckes beim am 10. August 872. Großherzogliche Bürgermeisteret Weckesheim. S ü liger.

Oost-Versteigerung.

2201 Montag den 19. August l. J., Vormittags 10 Uhr, sollen im Schloßgarten dabier: 12 Bäume Mirabellen, 2 5 Reinecsauden, 1 Baum Frftäpfel, 1 Beffebirnen oͤffentlich an den Meifibtetenden versteigert werden. Schloß Ilbenstadt den 12. August 1872 Gräflich v. Leiningen-Wefferburgische Rentei. Blei au.

Steinkohlen⸗ Lieferung. 2217 Dienstag den 20. August d. J., Vormfttags 11 Uhr sod in huͤsigem Ralbhause die Lieferung von circa 300 Centner Steinkoblen für die ftädtischen Schuten ꝛc. an den Wenigfifordernden in Accord ge⸗ geben werden.

Friedberg den 13. August 1872, Großherzogliche Bürgermeisteret Friedberg.

ß o uc ar.

Anfahren von Braunkohlen. 2218 Dienstag den 20. Auaust d. J., Vormittags 11 Ubr, soll in biesigem Nathhause das Anfabren von citca 800 Centner Braupkohlen vem Melbacher Braun⸗ kohlenwelk an den Wenigstfordernden in Accord gegeben werden.

Friedberg den 13. August 1872. Großherzogliche Rürgermeisterei Friedberg. gouc ar.

Gulsverpachtung oder Verkauf.

2214 In der Gegend von Schweinkurt ein Fret⸗ bertlich v. Tettenborn'sches Bauerngut von 112 bar. Tagwerken ßeld und Wiesen, sammt den»ötbigen Wobn⸗ und Occonomiegebäuden, unter höchst günstigen Bedingungen auf eine oder die andere Art abzugeben. Bevollmächtigt E. Weismantel, Güter- Agent in Frankfurt a. M.

Versteigerung von Pflasterarbeitslohn.

2229 Die zur Hersiellung eines Stücks Gossen und Banquettplaffers im Oet Stammbeim erforderliche Arbeit soll Montag den 19. August d. J., Morgens 10 Uhr, in der Wobnung des Gr. Bürgermeisters da⸗ selbst an die Wenigfifordernden versteigert werden. Friedberg den 15. Augufl 1872. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Re u

Holz- Versteigerung. 2230 Donnerssag den 22. d. M., Vormittags balb 9 Uhr, werden im Gemeindewald Ockstadt Schlag Nr. VIII. nachbenannte Holzsortimente an die Meist⸗ bietenden versteigert, als: 1) 10 Raummeter geschält Eichen Prügelholz, 90 Stück% Wellen, Eichen- Durchforstungswellen, 4) Nadelholzwellen, 5) 900 Gebund Daidewellen. Ockstadt den 15. August 1872. N Großherzogliche Bürgermeisterei Ockstadt. niger

Jagd- Verpachtung. 2231 Die leihfällig gewordene Jaad in der Gemarkung Pobl Göns, beffehend in 1835 Morgen Feld⸗ und 1242 Morgen Wald, soll Samstag den 24. Augug d. J., Nochmittags um 2 Uhr, auf dem hiesigen Bürgermeisterei⸗ Büreau auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Pohl⸗Göns den 15. August 1872. Wiesbemeatiche dea ee Pohl⸗Göns. ch 8

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Ohne Mediein. 5 e Brust- und Lungen-

Obne Medlein. u au

* kranke finden auf naturgemäßem Wege selbff in verzweifelten und von den Aerzten für unbeilbar erklärten Fällen radicale Hei⸗ ohne Mediein. Nach spezieller Beschreibung der Krank⸗ beit Näheres brieflich durch 5 Wallstcaße Nr. 23. Y n 1410 Mone Mediein. Blüthenmehl 5 1 M. D. Loeb. Durchsichtige Glycerinseife! 30 dnerkannt defses Miitel zur Verschsnerung den Wilh. Fertsch 0 Einen Lehrling, 2222 welcher die Bäckerei erlernen well, sucht

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Turnfeste die Vorlesungen geschlossen würden. um Sam.

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