Ausgabe 
15.10.1872
 
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schöfe den Bischof von Ketteler zum Verfasser Gegen die schärfere erste Redaction hatte sich die Majorität der chöfe ausgesprochen.

Das EComite für die Gründung einer katholischen Universttät in hiesiger Stadt wird demnächst einen Theil der bis jetzt durch freiwillige Spenden beschafften Fonds zum Ankaufe von ge⸗ ign eten Bauplätzen verwenden. 5

Wiesbaden. Die königl. Regierung hat auf Grund des sogenannten Jesuitengesetzes die Abhaltung von Missionen durch Angehörige des Ordens der Redemptoristen verboten.

München. Das bayerischeCentral-Polizei blatt verzeichnet 311 Soldaten, welchetheils einfach, theils unter erschwerenden Umständen seit dem letzten halben Jahre desertirt sind.

DerVolksbote äußert sich über den Kölner Altkatholiken-Congreß in folgender pöbel⸗ haften Weise:In Köln tagte neulich Bismarck's Wechselbalg, der an der gallopirenden Krepirsucht laborirende Altkatholicismus, Freimaurer, Döl⸗ lingerianer, Anglikaner, Puritaner, Nihilisten, Griechen, Protestanten, Juden, Apostaten und sonstiger ungläubiger Pack, bei dem Nudelbrette von Mering, welches Renftle und sein Adjutant Hölzle anstatt der zebn Gebote mitgebracht hatten.

Hagenau. DieHag. Zeitung schreibt: Die Anmeldungen von jungen Leuten des Kreises zum dreijährigen und freiwilligen Militärdienst in der deutschen Armee mehren sich und belaufen sich bereits auf mehr als 50. Aus Weitbruch allein sind mehr als 20 solcher Gesuche erfolgt. Unter den Angemeldeten befinden sich solche, welche be- reits in der französischen Armee gedient haben.

Ausland.

Oesterreich. Die Reichsraths-Delegation hat nach zweitägiger Debatte über das Kriegs- budget den Antrag Gablenz' auf Bewilligung der Erfordernisse für eine dauernde Erhöhung des Friedenspräsenzstandes der Linien-Infanterie und der Jägertruppen um 28,760 Mann mit 32 gegen 24 Stimmen angenommen.

Frankreich. Paris. Wie dies bereits mehrere Blätter gethan, drückt auch der officiöse Bien public den Wunsch aus, daß Graf Arnim auf seinem Botschafterposten in Paris ausharren möge.Es ist zu hoffen, sagt das Organ des Herrn Thiers, daß der deutsche Gesandte, indem er sich über alle die Gründe, die ihm ein Weg- gehen von Paris als wünschenswerth erscheinen lassen, hinwegsetzen und das Werk vollenden möge, welches er bis zu diesem Tage mit so großem Takt geleitet hat.

In der Sitzung der Permanenz-Commission vom 10.. war Thiers anwesend. Er sprach sich anläßlich eines Vergleiches, welchen Laroche foucauld zwischen der Wallfahrt nach Lourdes und der Reise Gambetta's machte, sehr lebhaft gegen Gambetta's Theorien aus, welche nach Innen schadeten und nach Außen die Stellung der Re gierung erschwerten. Er billige nicht die Angriffe auf dle Nationalversammlung und werde derselben Achtung zu verschaffen wissen. Eine gewisse An- zahl von Republikanern seien Feinde der Republik, weil sie die feste Begründung der Republik hin derten. Und gegenwärtig sei die Republik die einzige Möglichkeit. Thiers wies den Monarchisten ihre Ohnmacht nach und rieth den Conservativen die Vereinigung auf dem neutralen Boden der Republik an. Der Minister des Innern erklärte auf Interpellation Mornay's, betreffs eines Ar- tikels derRépublique frangaise, daß die Aue fälle dieses Blattes die in Grenoble proclamirte

weite Kluft zwischen der Regierung und der radi⸗ kalen Partei bezeichneten. Thiers theilte schließlich mit, daß er, gestützt auf zwei Beschlüsse der Nationalversammlung, welche den Sturz des Kaiser⸗ reichs aussprechen, den Prinzen Napoleon aus Frankreich ausweisen lassen werde, weil derselbe ohne Genehmigung des Ministerraths ins Land gekommen sei. Der Befehl soll unverzüglich ge⸗ geben werden.

Aus der Rede, welche Thiers in der Permanenz-Commission gehalten hat, ist noch Fol gendes hervorzuheben.Frankreich(sagte der

man sagt. keit widerfahren lassen. Unsere Armee erholt sich. Unser Credit ist ausgezeichnet. Wir haben seit zwei Monaten 140 Millionen erhalten. Mitte 1873 werden wir weitere 2 Milliarden gezahlt haben.

DieAgence Havas meldet: Der Prinz Napoleon hat sich geweigert, Frankreich zu ver⸗ lassen. Der Befehl hierzu wird ihm von Neuem zugestellt werden. Sollte er demselben am Sonn- tage noch nicht Folge geleistet haben, so wird, wenn nothwendig, Gewalt gegen ihn angewendet werden. Neuere Berichte melden indessen, Prinz Napoleon habe sich entschlossen, dem Aus weisungs⸗ befehle zu gehorchen.

Ueber die Ausweisung des Prinzen Napoleon wird zuverlässig mitgetheilt, daß der Prinz die Aufforderung erhalten, bis spätestens Mittags Frankreich zu verlassen. Da der Prinz die fest gesetzte Stunde nicht innehielt, so wurde der Aus- weisungsbefehl von dem Secretär des Polizeiprä fecten in Begleitung zweier Polizei Agenten Nachmit'ags 12½ Uhr wiederholt, und zugleich die Abreise nach der Schweizer Grenze bestimmt vorgeschrieben. Der Prinz trat die Reise dem⸗ nächst in Begleitung seiner Gemahlin in dieser Richtung an,

Eine Anzahl Bankinstitute und Banquiers haben das Monopol für die Fabrikation und den Verkauf chemischer Zündhölzchen in Frankreich gegen eine jährliche Zahlung von 16 Millionen Francs erhalten. Diese Summe wird um 50 pCt. von dem Zündhölzchen-Verbrauch, welcher 40 Mil⸗ lionen übersteigt, erhöht.

Belgien.Echo du Parlament theilt mit, daß in Pariser diplomatischen Kreisen ein Gerücht circulire, wonach von Thiers in formeller Weise die Abberufung des italienischen Gesandten, Ritter v. Nigra, verlangt wurde, weil dieser den Bona partisten Vorschub leiste.

Spanien. 1500 Mann von der Besatzung des Secarsenals zu Ferrol haben einen Ausstand gemacht. Die Urheberschaft der Bewegung wird den Alphonsisten zugeschrieben, obwohl die Auf ständischen Hochs auf die föderale Republik aus bringen. Der Gouverneur von Galizien marschirte gegen Ferrol um die Bewegung zu unterdrücken.

O Büdingen. Das biesige Gymnasium zählt mit Beginn dieses Semesters 127 Schüler die böchste Zahl seil seinem Bestehen als hessisches Landesgymnasium.

Frankfurt. In der Buch gasse wurde vor einigen Nächten gegen 3 Uhr ein schreckliches Verbrechen verübt. Ein Schlossergeselle hatte ein Liebesverhäliniß mit einem Dienstmädchen, welches jedoch von ihrer Seite abgebrochen wurde. Die Eifersucht quälte nun den Ver⸗ stoßenen und er beschloß, da er im Leben mit der Ge liebten nicht vereint sein konnte, es doch wenigstens im Tode zu sein. Er fertigte einen Hausschlüssel an, öffnete in der Nacht die Hausthüre und schellie dem in der Kammer schlafenden Mädchen; dieses glaubte, die Herr⸗ schaft habe ein besonderes Verlangen, keeidete sich sch nell au und als es aus der Thüre trat, überftel es der ehe malige Geliebte mit einem zu einem Dolch zugespitzten

Meißel und brachte ihm sieben Stiche bei; als die Ge

slochene bewußtlos zusammensank, hielt er sie für tobt, zog eine Pistole hervor, steckte den Lauf in seinen Mund 14 und sprengte sich mit einem Schusse die Hirnschal aus einander. Da man noch Lebenszeichen bei dem Mäbchen wahrnahm, so wurde ein benachbarter Arzt herbeigerufen, welcher den ersten Verband anlegte und so die Verbringung in das Hospital zum h. Geist ermöglichte. Es soll nung zur Rettung des Mädchens vorhanden sein. Hanau. Von einem bedauernswerthen Schick⸗ sal ist die Familie des hiesigen Pfarrers Z. betrossen worden. von 15 Jahren, hat im Spiel, wozu er bei eigener Un⸗ lust von seinem jüngeren Bruder, einem Quaxtaner, wiederholt aufgefordert wurde, den letzteren mit einem

0: Terzerol, das er geladen am Bett hängen hatte, erschossen, 4 Präsident der Republik) ist nicht so isolirt, als a 150 Europa hat uns in Berlin Gerechtig⸗

Dem Vernehmen nach hatten die Knaben, von besserer Einsicht, wie es scheint, leider ungewehrt, schon seit der Sedan-Feier mit Schießwaffen oft hantirt. 0 Darmstadt. 720,000 Mark Reichs münze kommen Obligationen vom 1. k. M. ab zur Ausgabe. 1 Darmstadt. Der heitere Rechtszstreit, in dem es sih um ein Rind handelte, dessen Kaufpreis in Wasserwecken zahlbar werden sollte, hat, nachdem für etwa 70 fl. Wasserwecke aufgespeichert waren, durch einen für den be⸗ treffenden Käufer nicht ungünstigen Vergleich seine Er⸗ lebigung gefunden. 1

Frankfurt a. M., 12. October.(Börsenwoche vom 7. bis 12. October.) Die in der abgelaufenen Woche zurn Geltung gekommene bessere Stimmung an der Bötse dürfte voraussichtlich nicht von langer Dauer sein. auch unsere Speculation ins Auge zu fassen, denn sie ging die Woche über mit einer Mäßigung nach vorwärts, die

man sonst nicht an ihr gewohnt ist. Die Bewegung um⸗

faßte auch nur Speculationswerthe, während Anlageeffeclen

vernachlässigt blieben. Am meisten profitirten Staatsbahn, die trotz einer Mindereinnahme von 148,000 fl. doch 4 fl stiegen, während Creditactien es nur zu einer Avance von 1 fl. bringen konnten, während Lombarden fl. zurück blieben, nachdem sie indeß schon ca. 7 fl. verloren hatten. Das meiste Geschäft war in den Actien der österr. National- bank, die in Folge der günstigen Gestaltung der ungarischen Ausgleichsverhandlungen um 50 fl. höher als die Vorwoche schließen, nachdem sie schon um 58 fl. gestiegen waren. In den übrigen Bankeffecten war das Geschäft schwach und ohne bestimmte Tendenz. Darmstädter und alte Meininger besser. oder abwärts. sich hier unter der Aegyde geachteter Geschäftshäuser eine neue Bank unter dem NamenDeutsche Creditbank etablitt hat, mit einem Grundcapital von 8 Millionen Thaler, wovon die 40% eingezahlt haben Die Actien sollen vorerst nicht an die Börse gebracht werden, überhaupt jede Agiotage ver⸗ mieden werden. Die Bank will haupfsächlich die Ver⸗ mittlung der Privatcapitalien betreiben, sowie den Verkauf von Prämienloosen gegen Theilzahlungen auf solidester Basis. Bahnactien verkehrten bei entschieden weichender Tendenz, nur Rudolph gewannen 2 fl. Prioritäten, Staals⸗ papiere und Loose ohne wesentliche Veränderungen. Amerika⸗ nische Staatenbonds fest, bei steigender Tendenz. Städte⸗ bonds billiger. Prioritäten ohne wesentliche Umsätze, aber theilweise stark differirend, so Alabama, Grand Rapids, Central- und Missouri-Pacific und California Extersion nach abwärts, während St. Louis und South Eastern, Chicago Südwest 2. Emisftion und Peninsula steigen. Von Pfandbriesen verkehrten rheinische bei guter Tendenz. Frankfurter 1% schlechter, süddeulsche Bodeneredit

0% besser. 1% besser 7

Marhlberichte.

Grünberg, 12. Oct. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 14 fl. 24 kr.; Korn(90 K.) 8 fl. 25 kr.; Gerste(80 K.) 7 fl. 25 k.; Hafer(60 K.) 4 fl. 12 kr.; Molter(90 K.) 9 fl. 40 ke.; Erbsen(110 K.) 9 fl. 10 kr.; Linsen (400' K.) fl. kr.; Wicken(110 K.) fl. kt.; Saamen(90 K.) 15 fl. 10 ke.; Kartoffeln(100 K.) 1 fl. 55 kr.

Mainz, 11. Oct. Der heutige Markt verkehrte etwas ruhiger, aver fest. Zu notiren ist: Wa zen effeckiv, 140 bis 15½ fl. per März 15½ fl., per Mai 15 ½ fl., Korn effectiv 95 10 fl., per März 100 fl., Gerste 11½ 11/ fl. nach Qualität, Hafer 45% 5 fl. per März 5 fl. Rüböl undelebt, effecliv robes 22 23 fl. gereinigtes 24 fl. ohne Faß, per Oct. 23 fl., per Mai 23 23½ fl. mit Faß. Koblsamen 19 ½. 19/ fl. Mohnöl 35 fl., Leinöl 24/ fl., In Hülsenfrüchten wenig Geschäft, Preise unverändert. Repokuchen 8288 fl.

Chausseestein⸗ Lieferung. 28790 Nächsten Samftag den 19. d. Mits., Vormittags

11 Ubr, wud auf hesigem Rathhause die Anlieferung von 60 Cubitmeter und das Zerschlagen von 20 Cudbik⸗

meter Chaussecsteinen wenigfinebmend veraccordtrt. Bad⸗Nouheim am 14. Oktober 1872. Großherzogliche Bürgermeisteret Bad-Nauhtim. Schutt.

Ein gewandtes Mädchen, 2881 welches kochen kann und ein Hausmädchen

werden gegen guten Lohn gesucht. Expedition d. Bl.

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Der ältere Knabe desselben, ein Untersekundaner

Ueber das neue städtische Anlehen von

Das scheint

Die Uebrigen differiren um ½ 1% nach auf- Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß

Gründer 1 Million fest übernommen und 1