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dem Hauptzollamte Mainz, den Finanz⸗Aspiranten Johannes Metzendorf aus Schlitz und den Finanz⸗Accessisten Adolph Kold aus Offenbach zu Hauptzollamts⸗Assistenten 2. Klasse bei dem Hauptzollamte Darmstadt, am 27. Mai den von dem Gemeinderath zu Nieder-Wöͤllstadt auf die 2. evang. Schulstelle zu Nieder- Wöllstadt im Kr. Friedberg präsen⸗ ürten Schulamts⸗Aspiranten Conrad Falk von Steinfurth, im Kreise Friedberg, für diese Stelle zu bestätigen.
XIII. Dienstenthebung. 5
XIV. Dienstentlassung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 18. Mai den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Beedenkirchen im Kreise Bensheim, Friedrich Hanstein, auf sein Nach⸗ suchen aus dem Schuldienste zu entlassen. 5
XV. Charakterertheilung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 17. Mai dem Heilgehilsen Ludwig Scheerer II. dahier den Charakter als Hofheilgehülfe zu verleiven. g
XVI. Versetzungen in den Ruhestand. Seine König⸗ liche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 22. Mai den Schullehrer an der ersten evangelischen Schule zu Jugenheim, im Kreise Bingen, Heinrich Hembel, auf sein Nachsuchen in den Rubestand zu versetzen.
XVII. Concurtenzeröffnung. Erledigt ist: die evang. Pfarrstelle zu Bechtolsheim, im Dekanate Wörrstadt, mit einem Gehalt von 1468 fl. 3 kr.:
XVIII. Sterbefälle. Gestorben sind: am 12. Mai der pensionirte Schullehrer Philipp Hebenstreit 1. zu Rimbach; am 23. Mai der Landgerichts-Akiuar Größer zu Grünberg; am 31. Mai der pensionirte Oberförster Klump zu Butzbach.
Berlin, 11. Juni. Der Reichstag erledigte die dritte Lesung des Reichsbeamtengesetzes mit Annahme vieler Amendements, zu deren Mehrzahl der Bundescommissär sein Einverständniß erklärte. Alinea 2 des§. 13 wurde gestrichen,§. 95 in der Fassung des Amendements Dörnberg an- genommen.
— 12. Juni. Der Reichstag erledigte den Antrag Denzin, betreffend die Bestellung ven 7 Delegirten des Reichstags zur Commission für die Herstellung des Reichstagsgebäudes, wobei die seitherigen 7 Mitglieder der Modell-Prüfungsjury wiedergewählt wurden, und versagte der bean— tragten strafrechtlichen Verfolgung des Redacteurs Miaska(Königshütte) wegen Beleidigung des Reichstags die Genehmigung. Der Antrag Acker⸗ mann's, betreffend die schriftliche Mittheilung der Entschließungen des Bundesrathes auf beschlossene Gesetzentwürfe und Anträge des Reichsraths, wurde angenommen. Der Bericht der Reichsschuldencom⸗ mission, sowie die Discussion über die die Rinder- pest betreffende Denkschrift wurde debattenlos erledigt. Der Reichstag setzte hierauf von der Tagesordnung die Nachweisung über die Vor schriften ab, welche für die Feststellung des Per- sonenstandes der einzelnen Bundesstaaten, namentlich Würtembergs, gelten. Es folgte darauf die Dis⸗ cussion über die Denkschrift bezüglich der Aus- führung der den Geldbedarf für den französischen Krieg betreffenden Gesetze. Das Haus erklärte, daß den Gesetzen Genüge geschehen sei. Schließ- lich wurde eine Anzahl Petitionen nach den Com- missionsanträgen erledigt.
— 13. Juni. Der Reichstag genehmigte in dritter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Verschiebung des Termins der Wirksamkeit der Reichsverfassung in Elsaß Lothringen bis zum 1. Januar 1874 ohne Aenderung. Dagegen stimmten nur das Centrum und die Fortschritts⸗ partei. Ferner wurde in dritter Lesung mit Ein- stimmigkeit genehmigt der Gesetzentwurf, betreffend die Verlängerung der Wirksamkeit des Banknoten gesetzts, bei dessen Berathung Staatsminster Delbrück die möglichst beschleunigte Vorlegung eines um⸗ fassenden Bankgesetzes, wenn auch nicht zuverlässig, schon für die nächste Session in Aussicht stellte.
— In der Sitzung des Bundesrathes wurde ein Gesetzentwurf angenommen, wonach den Mit⸗ gliedern des Jesuitenordens oder mit demselben verwandten Congregationen, auch wenn sie das deutsche Indigenat besitzen, an jedem Orte des Bundesgebiets der Aufenthalt von der Polizei- behörde versagt werden kann. Die erforderlichen Ausführungsverordnungen werden von dem Bundes- rath erlassen.
— Die„Prov.⸗Corresp.“ sagt, das Rechnungs- hofgesetz sei in Folge der Annahme der von dem Bundesrath für unannehmbar erklärten Aende- rungen Seitens des Reichstags bei der dritten Lesung als gescheitert zu betrachten, daher die
das Rechnungswesen nothwendig werde. Es sei] wonach der protestantische Glaube„auf dem Be-
Hoffnung vorhanden, daß der Reichstag im Laufe der nächsten Woche seine Arbeiten vollende. Das ⸗ selbe Blatt meldet, daß der Kaiser mit Rücksicht auf den voraussichtlichen Reichstagsschluß am 22. d. nach Ems abreisen werde. Der Kaiser gedenke später Gastein zu besuchen und Anfangs September nach Berlin zurückzukehren, um den Herbstmanövern beizuwohnen, zu welchen hoher fürstlicher Besuch in Aussicht stehe. g
— Einem officiösen Telegramme zufolge ist der Luxemburger Eisenbahnvertrag unterzeichnet und bis Ende Dezember 1912, also auf 40 Jahre, abgeschlossen worden. Die Ratification erfolgt in kürzester Frist nach beiderseitiger Genehmigung durch die Gesetz- vertretungen spätestens bis 12. Juli. Durch Art. 2 verpflichtet sich Deutschland, die Luxemburger Eisenbahn zu keinem Transport von Waffen und Kriegsmaterial oder zur Verproviantirung von Truppen zu benützen und in keiner die Neutralität verletzenden Weise derselben sich zu bedienen und keine Handlung vorzunehmen oder zuzulassen, welche nicht Luxemburgs Neutralität vollkommen entspräche. Der luxemburgische Staatsminister, Herr v. Ser— vais hat sich nach Luxemburg zuräckbegeben, nach- dem die Eisenbahnangelegenheiten zum Abschluß gelangt waren. i
Frankfurt. Der Kronprinz von Italien ist am 13. d. bier eingetroffen und im Russischen Hofe mit Gefolge abgestiegen. Derselbe beab— sichtigt einige Tage hier zu verweilen.
Dresden. Dem„Dresd. Journ.“ zufolge war die Abreise des Kronprinzen Humbert auf 11. Juni festgesetzt. Derselbe begab sich von hier zunächst nach Leipzig. Die Kronprinzessin wird noch einige Zeit in Pillnitz verweilen.
München. Wie verlautet, hat der Cultus minister v. Lutz der Münchener Universität, welche sich dem bereits bekannten Ansinnen des Ministers nicht zu fügen gewillt ist, neuerdings Unterhand⸗ lungen angeboten.
Straßburg. Die„Straßburger Zeitung“ bringt eine Verordnung des Oberprästdenten, welche das Abiturienten Examen nach deutschem Muster ein- führt. Für die nächsten Jahre finden noch Er- leichterungen statt. So steht beispielsweise den Candidaten die Wahl der Muttersprache frei, aber es ist immer erforderlich, daß jeder Candidat die Fragen des deutschredenden Examinators verstehe.
— Nach einer Verfügung des Kriegsministeriums ist bestimmt worden, daß die im Herbste d. J. aus Elsaß⸗-Lothringen auszuhebenden Reeruten nur in Truppentheile des in Berlin und Potsdam garnisonirenden Garde- Corps, des sächsischen(4.) Armeeorps, des westphälischen(7.) Armeecorps, des rheinischen(8.) Armeecorps, des hessen⸗nassau⸗ ischen(11.) Armeecorps und der 20. Division in Hannover, zur Einstellung gelangen werden.
Saargemünd. Ueber die Entscheidung in Betreff der Festungen Diedenhofen und Neu- Breisach meldet die„Saargem. Zeitung“ einiges Nähere. Bei dem ersteren festen Platz sollen die Höhen, welche denselben in der Entfernung von etwa dreiviertel Stunden einschließen und bisher vollständig beherrschten, durch vorgeschobene Forts mit in den Kreis der Befestigungen gezogen werden. Es würde nach dem Urtheil von Sachverständigen diese Festung dann an Stärke Belfort wenig nach- stehen. Die Werke von Breisach hingegen sollen fortan Alt- und Neu- Breisach zugleich umfassen und eine feste Rheinbrücke in sich einschließen.
Ausland.
Schweiz. Bern. Von den durch die Inter⸗ nirung der französischen Ostarmee entstandenen Kosten sind der Bundesregierung weitere zwei Millionen durch die französische Regierung erstattet worden. Die Zahlung des Restes von 2,200,000 Fr. ist demnächst zu erwarten.
Frankreich. Paris. In der dritten Sitzung der protestantischen Synode am 10. d. handelte es sich vorerst um die Frage, ob Damen den Be⸗ rathungen der Versammlung beiwohnen dürften; diese Frage wurde trotz der Einsprache Guizot's bejahend enfschieden. Eine von einem Mitgliede
weitere Fortdauer des provisorischen Zustandes für! der Rechten, Bois, verlesene Prineipienerklärung,
kenntniß der Sünden, auf dem Symbol der Apostel und auf der Liturgie des heiligen Abendmahls beruhe“, entfesselte sodann den allerseits vorherge⸗ sehenen Streit über die Competenz der Synode. Auf Antrag Jalabert's, Dekan der Rechtsfacultät von Nancy, wurde diese wichtige Frage, ob der Synode eine constituirende oder bloß eine gonsul⸗ tative Gewalt innewohnen soll, auf die nächste Tagesordnung gesetzt. Im Laufe der Sitzung verlas der„Modérateur“ der Synode eine Adresse zahlreicher Bekenner der Augsburgischen Confession, welche sich mit der reformirten Kirche von Frank ⸗ reich zu vereinigen wünschen.„Die Zeit ist nicht fern“, heißt es in diesem sanguinischen Schriftstück, „da es nicht mehr Calvinisten oder Katholiken oder Lutheraner, sondern nur noch Christen geben wird.“
— Der Plan über die neuen Befestigungen von Paris liegt, der„Kölner Zeitung“ zufolge, Thiers jetzt vor. Die Forts, welche die Haupt stadt beschützen sollen, liegen in einem weiten Um⸗ kreise um dieselbe herum. Versailles befindet sich in der Vertheidigungslinie.
Versailles, 11. Juni. Nationalversamm⸗ lung. Nach beeudigter Discussion über den Ar- tikel 37 des Militärgesetzes wurden alle zu dem Artikel gestellten Amendements zurückgezogen oder verworfen und derselbe in der Fassung der Vor⸗ lage angenommen. Der Artikel bestimmt also: 5 Jahre Dienst in der activen Armee, 4 Jahre Dienst in der Reserve der activen Armee, 5 Jahre Dienst in der Territorialarmee, 6 Jahre Dienst in der Reserve der Territotialarmee.
— 12. Juni. Nationalversammlung. Be⸗ rathung über den Artikel 19 des Militärdienst⸗ pflichtgesetzes, betreffend die Befreiungen der zum Lehrerstand bestimmten jungen Leute, welche ge— wissen Schulen oder dem Unterrichte gewidmeten Genossenschaften angehören, die durch das Gesetz anerkannt sind. Gambetta bekämpfte die Befrei⸗ ungen, ausgenommen diejenigen der vom Staate bestellten Lehrer. Unterrichtsminister Jules Simon, welcher ihm antwortete, erklärte sich als unbe⸗ dingten Anhänger der Lehrfreiheit und des obli⸗ gatorischen Schulbesuchs. Art. 19 wurde hierauf mit 524 gegen 154 Stimmen angenommen.
Belgien. Brüssel. Das Gesammtresultat der Kammerwahlen ergibt für die liberale Partei einen Verlust von zwei Stimmen. Dagegen hat die klerikale Majorität künftig zwei Stimmen mehr (24 flatt 22 Stimmen).
Spanien. Madrid. Da der König den von dem Ministerium ihm ertheilten Rath, bei den Cortes die Ermächtigung zur Suspendirung der verfassungsmäßigen Garantien nachzusuchen, nicht annahm, hat das Ministerium seine Demission gegeben. Der König bat eine Zusammenkunst mit den Präfidenten der beiden Kammern gehabt. Es herrscht vollständige Ruhe.
Portugal. Lissabon. Es haben Ruhe- störungen in den Nordprovinzen des Reichs statt⸗ gefunden; neue Steuern auf nothwendige Lebens- mittel sollen die Unruhen erregt haben, doch scheinen sie nicht bedeutend gewesen zu sein und die schnellen Maßregeln der Regierung jeden größeren Aus. bruch verhütet zu haben.— Die Poꝛizei entdeckte jüngst in einem Hause, dicht an der Hauptstadt, sechs gezogene Kanonen und viele Gewehre und Munition; es gab einen großen Schrecken, doch ergab sich bald, daß es bloß eine Waffen- und Munitions⸗Niederlage der spanischen Carlisten wat.
Amerika. Washington. Es wird als sicher betrachtet, daß die gegenwärtigen Unterhand⸗ lungen mit England behufs Vertagung des Schieds gerichts zu einem befriedigenden Resultat führen werden.— Der Präsident Grant und Setcretär Fish, sowie die meisten Mitglieder des Cabinets und Congresses haben in Folge der Vertagung des Congresses Washington verlassen.
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Michelstadt. Das umfassende eifrige Nachspüren der Polizei, der Sicherheits⸗Mannschaften auf den einzelnen Orten und der Gendarmerie, welche auf allen Stationen verstärkt wurde, hat den Raubanfällen ein Ende ge⸗ macht. Die Untersuchung wird inzwischen fortgeführt.
Mainz. In mehrere Blätter und auch in das Ihrige sind Correspondenzen aus Mainz übergegangen, welche unsere Kirchhofs angelegenheit behandeln und in
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