Ausgabe 
8.2.1872
 
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solchen Gottesdienst beiwohne, hierdurch von selbst aus der katholischen Kirche ausgeschlessen sei.

Das Gerücht, die katholische Geistlichkeit werde, nachdem Pfarrer Tangermann in der Kirche von St. Pantaleon den Gottesdienst für die Alt⸗ katholiken eröffnet, den Gottesdienst für das Mili⸗ tär daselbst einstellen, hat sich bewahrheitet, da die katholischen Soldaten der Kirche ferne blieben.

Bonn. Die Professoren Hilgers, Knoodt, Reusch und Langen sind, derBonner Ztg. zu: folge, durch ein Ultimatum des Kölner Erzbischofs unter Androhung der formellen feierlichen Excom- munication aufgefordert worden, sich dem Unfehl⸗ barkeitsdogma zu unterwerfen.

Kassel. Die Verlegung der hiesigen Direction für die Bebra⸗Hanauer Bahn nach Frankfurt a. M. ist nunmehr definitiv bestimmt, und soll die Ueber- siedlung vermuthlich im Laufe des Juni oder Juli stattfinden. Derselben wird dann die Bebra- Hanauer, Elm Gmündener, Hanau-⸗Offenbach⸗ Frankfurter und Taunusbahn unterstellt. Die Verwaltung führt den Titel:Königl. Central. Direction zu Frankfurt a. M.

Frankfurt. DasFr J. schreibt: Wieder ist einer der edelsten und begabtesten Kämpfer für die Freibeit heimgegangen. Ludwig Simon von Trier ist am 2. Februar Vormittags in Men- treux am Genfer See einem langjährigen Leber- leiden im Alter von 62 Jahren erlegen. Sohn eines Gymnasialprofessors in Trier und später selbst Advocat in seiner Vaterstadt, die ihn auch ins Parlament wählte, betbeiligte sich Ludwig Simon mit allem Feuer und aller Thatkraft seines Wesens an den Cosflicten des Jahres 1848. Mit dem Rumpfparlament siedelte er, an der Seite Uhland's, später nach Stuttgart über, und suchte, nach der Sprengung auch des letzten Bruchstücks vom deuischen Parlament, seine letzte Zuflucht in der Schweiz, als aus seiner Heimath, wo er inzwischen als desertirter Landwehr-Lieutenant in contumaciam zum Tode verurtheilt worden, die Steckbriefe dinter ihm her flatterten. Von der Schweiz aus begab sich Simon im Jahre 1855 nach Paris, wo er in einem Baukhause eine Stellung sich erwarb, zureichend, um ihn, den spät Vermählten, für den Rest seines Lebens sorgenfrei zu stellen. Am- nestie nachzusuchen, hat er stets verschmäht.

München. Verschiedene Blätter haben sich von hier berichten lassen, daß der Ministerpräsident Graf Hegnenberg-Dux aus Gesrnoheitsrücksichten in allernächster Zeit seine Entlassung fordern werde. In unterrichteten Kreisen ist von einer bevorstehenden Demission des Ministerpräsidenten nichts bekannt.

Ausland.

Schweiz. Bern. Französische Gendarmen haben aus Frankreich ausgewiesene Communarden der Schweiz zugeschoben. Der Bundesrath pro testirte in Paris gegen dieses Vorgehen, als das Völkerrecht verletzend.

Frankreich. Paris. Wie dasJournal ossitiel meldet, hat die Regierung den deutschen Consuln Fr. Adolph Tettenborn in Marseille und v. Gramatzki in Havre das Exequator ertheilt.

DieDebats lassen bezüglich der Natio nalsubscription zwar derhochherzigen Gesinnung, welche plötzlich wie eine Rakete emporgeschossen und hoffentlich sich nicht als nur eine ephemäre Flamme erweisen wird, alles Lob zu Theil werden, zeigen sich abec doch bezüglich des zu erwartenden Resuitats nur wenig sanguinisch.Hat man sich denn vorgestellt, was überhaupt 3 Milliarden sind? In 1000 Frs. Billetten aufeinanderge thürmt, würde diese Summe eine Höbe von 300 Meters erreichen, diejenige der Vendomesäule also um das acht- oder neunfache überragen. Was hat der Peterepfennig eingebracht, trotz der ener gischen Propaganda, welche die allmächtige Kirche, an den Glauben appellirend, für denselben in's Werk setzte? Mit Mühe und Noth kamen in einer

dann anstatt 3 Milliarden kaum 50 oder 100 Mil- lionen zusammengekommen sein werden, dann wird ebenso wie damals der Ruf erschallen: Wir sind verrathen! Wir müssen zu einer Anleihe, als dem einzigen Auskunftsmittel, unsere Zuflucht nehmen.

Bei der jetzigen vortrefflichen Stimmung des Landes würden 3, sogar 4 Milliarden ohne große Mühe in Frankreich selbst untergebracht werden können. 5

Die Stadt Paris hat jetzt an den Staat die Forderung gestellt, ihr die 210 Millionen Kriegssteuer, die sie an Preußen bezahlen mußte, zu ersetzen. Sie stützt sich darauf, daß Paris den Waffenstillstand nicht allein für sich, sondern für ganz Frankreich abgeschlossen habe

DasJournal officiel meldet den Rück

tritt Casimir Périer's von dem Ministerium des

Innern.

DemFr- J. geht folgende Privat- depesche zu: Der Pfarr-Vicar an der Madeleine- kirche, Michaud, veröffentlicht einen Brief, wodurch er den Ultramontanismus als falschgläubige Secte zurückweist und eine Kirchenspaltung befürwortet. Er sagt ferner, er werde Priester bleiben, um weiter zu predigen und werde sich in Ermangelung eines Actionscomites an andere rechtgläubige(alt- tatholische) Vereinigungen Europas anschließen.

Versailles. Die Umbildung des rechten Centrums der Nationalversammlung mit einem entschieden parlamentarischen Programm ist be schlossen. Dieselbe soll die Antwort der Prinzen von Orleans auf das Manifest des Grafen Cham bord sein.

Es wird als wahrscheinlich bezeichnet, daß Lefrane das Portefeuille des Innern übernimmt und Martel Handelsminister wird, jedoch ist noch nichts Bestimmtes bekannt.

Großbritannien. London. In der Alabamafrage hat die englische Regierung, dem Observer zufolge, nach Washington eine in sehr freundschaftlichem Ton gehaltene Depesche abgehen lassen, in welcher die ernstlichen Wünsche Eng- lands ausgesprochen werden, den Washingtoner Vertrag genau auszuführen. England habe je doch nicht geglaubt, daß auch die indirecten Ver⸗ luste einbegriffen seien. Wenn die Verantwortlich keit für die indirecten Verluste als offene Frage betrachtet würde, könne sich England dem Schieds- gericht nicht unterwerfen.

Daily News melden aus Newyork vom 4. d., daß der Staatssteretär Fish das Gerücht von der Suspendirung der Arbeiten des Genfer Schiedegerichts für unbegründet erklären lasse. Die amerikanische Regierung glaube einen solchen Schritt Englands nicht voraussetzen zu dürfen.

Donaufürstenthümer. Bukarest. In der Moldau hat in den letzten Tagen des ver

flossenen Monats eine neue Judenverfolgung statt⸗

gefunden. Wie derTimes aus Konstantinopel telegraphirt wird, war Ismail der Schauplatz dieser beklagenswerthen Auftritte, während deren mehrere der Verfolgten getödtet und viele ver wundet wurden. Vierzig Juden flohen vor der Wuth der Volksmenge über die Donau nach Tulischa, wo die ottomanischen Behörden im Gegensatze zu den christlichen Nachbarn sie freund- lich aufnahmen. Der Anlaß zu der Verfolgung soll die Eutdeckung eines Diebstahls gewesen sein, den ein Jude in einer Kirche begangen hatte. Amerika Newyork.Herald und World bemerken bei einer Besprechung der

rasch Zutrauen zu erwerben, denutzte dasselbe aber dazu, während eines Tages die Herrschaft mit den Kindern in Gesellschaft waren, alles, was sie an Geld, Gold und Silber, die platirten Sachen ließ sie, nachdem sie elbe untersucht hatte, stehen bekommen konnte, zu stehlen. Nachdem sie noch die Kleider der ältesten Tochter, welche mit ihr eine Größe hatte, angezogen, verschwand die Diebin, ohne daß man bis jetzt ihrer habhaft geworden wäre. Aus den zurückgelassenen Papieren, namentlich Briefen ihrer Eltern erhellt, daß die Diebin allerdings sich ganz gut als aus Kaiserswörth kommend bier aus⸗ geben und mit der einen oder anderen Diakonissin in so sern bekannt sein konnte, als sie dieselben als ihre Pflege rinnen in dem dortigen Gefängniß reichlich Gelegenheit hatte, kennen zu lernen. Neben ihren eigenen Sachen ließ sie auch ihten Gefangenen-Anzug zurück.

Frankfurt. Am Dienstag Vormitiag stießen auf dem Verbindungsgeleise zwischen der Main-Weser- und Neckarbahn zwei Maschinen zusammen. Abgesehen davon, daß dieselben zu Grunde gingen, ist leider die schwere Ver letzung eines Führers und des einen Heizers zu beklagen.

Darmstadt. Nach den Miubeilungen hiesiger Blätter wurde Professor Semper in Zürich aufgefordert, der Theater-Commission Vorschläge bezüglich des Neubaues des Hoftheaters zu unterbreiten und die erforderlichen Nisse auszuarbeiten. Herrn Semper soll hinsichtlich des Planes vollständig freie Hand gelassen werden und es sollen ihm z. B. bezüglich der Benutzung der noch vor⸗ handenen brauchbaren Umfassungsmauern keinerlei Vor⸗ schriften gemacht worden sein. Es wurde ihm jedoch der Wunsch ausgedrückt, wenn es thunlich und mit dem von ihm zu entwerjenden Plaue vereinbar sei, den noch vor⸗ handenen Porlikus zu venützen.

Darmstadt. Der Siadtvorstand hat zu den früheren 12,000 fl. weuere 4000 fl. für den Bau des Interims⸗ theaters aus der Stadtkasse verwilligt.

Darmstadt. Die Mauern der Theaterruine erweisen sich von nicht geaynter Festigkeit, weßhalb mau tyeilweise zu Sprengungen schreiten mußte. Am Sonn⸗ lag, Nachmittags 3 Uhr, wurde dahier ein keineswegs schwacher Erdstoß verspürt. Die Niederschlagung einer hier anhängig gewesenen Untersuchung wegen eines in§. 218 des Strafgesetzes mit schwerer Strafe bedrohten Verbrechens erregt allgemeines Aufsehen.

Aus Schleiden meldet dieK. 3.: In dem un weit Schleiden gelegenen Orte Dickerscheidt ist der gewiß seltene Fall vorgekommen, daß ein Iltis sich des Nachts aus dem unteren Kellerraume durch den defect gewordenen Fußboden in ein au der Erde liegendes Schlafzimmer schlich und einem daselbst in der Wiege liegenden vier⸗ jährigen Knaben das Blut aus der Nase sog. Durch das sbeftige Wetnen des Kleinen aufgeschreckt, ergriff der neben im Bette schlafende Vater das Thier und hatte Mühe, es von ihm loszureißen. Alsdann machten einige kräf⸗ lige Schläge mit dem Unholde selbst auf den Bettrand dem Blutsauger sofort ein Ende.

Münster. Die dahier erscheinende ZeitschriftLite⸗ rarischer Wegweiser zunächst für das katholische Deutsch⸗ land veröffentlicht die Namen aller in Deutschlandzum Neuprotestantismus abgefallenen Priester, wie das Blatt sich ausdrückt. Es sagt:Bald nach dem Concil wurden folgende 18abtrünnig.: Die Herren Döllinger, Friedrich, Reusch, Langen, Hilgers, Knoodt, Birlinger, Baltzer, Reinkens, Weber, Michaelis, Menzel, Treibel, Wollmann, Renfile, Tangermann, Waldmann, Kühn(Kaplan in der Pfalz). Dazu kamen im letzten Halbjahr noch folgende 10: Professor Meßaer, Bernhard in Kiefersfelden, Hose⸗ mann in Tuntenhausen, Hort in Straubing, Pfarrer Buchmann in Canth, Kamimeki in Kattowitz, Hirschfelder aus Schlesien,Privalgeistlicher Federmann in Köln, Vicar Mönnikes in Wiedenbrück, Coniector Thürlings in Heinsberg.

Berlin. Bei den gegenwärtig schwebenden Unter⸗ handlungen, betreffs der künftigen Bewaffnung der deulschen Infanterie dürfte die Mittheilung von Interesse sein, daß dieser Tage beim Kriegs ministerium ein Modell zu einem von den bekannten Systemen völlig abweichenden Hinterladergewehr eingegangen ist. Dasselbe soll sich nach beiden Richtungen hin, was die Schnellig⸗ keit beim Laden, wie die Treff- und Tragfähigkeit auf weile Entfernung anlangt, vor den übrigen auszeichnen, indem das Gewehr mit einem einzigen Gliff, durch das Omeinstecken der Patrone in die dafür bestimmte Einlage, gleich schußferlig wird, während andererseits die Schloß⸗ iheile so vereinfacht sind und so einen geringen Raum einnehmen, daß dadurch der Lauf um mehrere Zoll länger

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werden kann, ohne daß die Länge des Gewehrs selber zunimmi. Die Prüfung dieser Erfindung steht demnächst

Reihe von Jahren kaum ein paar Millionen zu⸗ sammen.... Wir fürchten, daß diese National- Subscription ebenso zur Chimäre des Jahres 1872

werden wird, wie die Nationalvertheidigung die⸗ jenige des Jahres 1870 gewesen. Und wenn

Auslassungen der Londoner Presse, bezüglich der bevor und würde ein günstiges Resullat um so über⸗ Alabamafrage, die heftige Sprache der englischen ende sein, als der Erfinder ein mit seinem zehnten Blätter sei wenig würdig und nicht gerechlfertigt. l. Saal f, det a Hin e e e 7 5 75 7. 7* 7

Wenn die Ansprüche Amerikas übertrieben seien, hat und nur von der ihm mitgelbeilten Beschreibung kennt. so sei es die Sache des Genfer Schiedsgerichts, Berlin. DasCentral Comils der deutschen Ver⸗ ein gerechtes Urtheil zu fällen. eine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankier Klieger in Berlin hal einen Preis von 1000 Maik

deutscher Reichsmünze ausgesetzt für das beste Modell Frankfurt. Am Sonntag Nachmittag verstarb der eines Verwundeten Transportwagens, der auch zur Fort⸗ Viehhändler Hamburger in Folge der bei dem gegen ihn schaffung von Lazareth-Gegenständen, Nahrungs- und Er⸗ verübten Naubanfall erhaltenen lebensgefährlichen Ver- frischungsmitteln u. s. w., wie sie in den Depots der letzungen. Eine dahier für seine hinterbliebene Frau ver- freiwilligen Krankenpflege sich finden, benutzt werden kann. anstallete Sammlung war vom bästen Erfolg begleitet. London. Der Juwelier Harty Emanuel, welcher

Frankfurt. Dieser Tage kam ein Mädchen gegen erst vor Kurzem einen Theil der Schmucksachen der Ex⸗ Abend hier zugereist und wußte sich durch falsche Vor- kalserin Eugenie angekauft hatte, stellt jetzt die berühmte spiegelungen über Nacht Aufnahme im Dlakonissenhaus Fächersammlung derselben zum Verkaufe aus. Der zu verschaffen. Einige Tage späler trat dieselbe bei einer Catalog umfaßt beinahe 50 Nummern, die alle in Schön⸗ hiesigen Herrschaft in Dienst. Das Mädchen wußte sich heit und Kostbarkeit miteinander wetteifern. Einer der

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