Ausgabe 
3.10.1872
 
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zu Schotten zum Nachfolger des zum zweiten

Nach demFr. J. soll Kreisrath Jaup

Präsidenten des Oberconsistoriums ernannten Ge⸗ heimeraths v. Lehmann im Ministerium des Innern bestimmt sein.

Der Stab und das erste Bataillon des 4. gr. hess. Infanterie Regiments Nr. 118 wird nicht nur die Wintermonate in Mainz verbleiben, sondern diese Stadt überhaupt nicht verlassen und für immer Garnison daselbst nehmen. Gründe hierfür sollen die für den Festungsdienst bedenk⸗ liche Schwäche der dortigen Garnison und die sür vier Bataillone ungenügenden Casernen Darm- stadt's sein. Dem Mangel an Casernirungs-Räumen würde hier nur durch den Neubau einer Caserne abgeholfen werden können, während in Mainz sich die Räume zur Garnisonirung eines weiteren Bataillons hinreichend vorfinden.

Der hessischen Cavalerie- Brigade, nament; lich dem ersten Dragoner⸗Regimente, wird in aller Kürze eine große Anzahl preußischer Unter- offiziere zugetheilt werden.

Nach dem Reichs-Anzeiger wurden Walter, Musk. vom 3. Gr. Inf.⸗Regt.(Leib⸗Regt.) Nr. 117 zum Portepee Fähnrich, v. Zangen, Vice⸗ Feldwebel vom 1. Bat.(Darmstadt) 1. Großh. Landw. ⸗Negt. Nr. 115, zum Sec. Lieut. der Reserve des 1. Gr. Hess. Inf.(Leibgarde ⸗Reg.) Nr. 115 befördert.

DasFr. J. bringt von hier folgende Correspondenz: Trotz des Widerspruchs verschiedener Blätter können wir unsere frühere Mittheilung wegen Verkaufs der Nauheimer Saline nur wiederholen, müssen jedoch berichtigen, daß es sich nicht allein um einen Verkauf der Saline, sondern auch um einen solchen der gesammten Bade An- lagen ꝛc. handelt. Ob die Regierung auf das ihr gemachte Angebot eingehen wird, ob sie über haupt zu einem Verkaufe der fraglichen Objecte geneigt, ist ebensowenig bekannt, als die Höhe des Angebots selbst. Wir können jedoch mit⸗ theilen, daß Seitens der Regierung anläßlich jenes Angebots eine Werthbestimmung sämmtlicher in Rede stehender Objecte theils schon stattge; funden hat, theils in Kürze vorgenommen werden wird; daß also eine Veräußerung derselben in der That nicht unmöglich wäre.

Mainz. Die hiesige Handelskammer hat mit Eifer die Idee der Gründung einer Handels- Akademie zu Mainz, für welche die etste Anregung den beiden Abgeordneten der Stadt zur zweiten hessischen Kammer, Dumont und Oechsner, zu danken ist, aufgegriffen. Nach dem vorläufigen Entwurfe eines Studienplanes, den die Handels- kammer ausgearbeitet hat, würde diese Anstalt zwei Jahrescourse in sich begreifen, deren erster mehr schulmäßig sein und sich die Berechtigung zum einjährigen Dienste zum Ziele nehmen, der zweite hingegen einen rein akademischen Character tragen soll. Im letzteren würden z. B. Ethno⸗ graphie, Handelsrecht, Technologie, Versicherungs⸗ wesen, Handelsgeographie und Geschichte 1c. ihre Stelle finden. Doch soll auch die Aufnahme in

die Anstalt schon an das Vorhandensein einer ge⸗ hörigen Vorbildung geknüpft sein. Zur Dotation ist von den beiden Abgeordneten der vielgenannte

Mainzer Universitätsfonds vorgeschlagen worden. Berlin.

Pariser Presse

stehen im Einklange mit den Erklärungen,

wärtigen Amte abzugeben in der Lage war. wurde von dieser Seite bei derselben Gelegenhei darauf hingewiesen, daß sich innerhalb der fran zösischen Bevölkerung eine Abmilderung(abaisse ment) der Ratenhasses kundgebe. führt, daß eine ansehnliche Zahl bemittelter fran zösischer Familien ihre Söhne Universitäten und Privat- senden, und daß zu keiner Zeit in Paris, sowi in den bedeutenden Städten Frankreichs die deutsch

Sprache so cultivirt worden, als eben jetzt. In den Wintereursus außer den

Paris seien für

lesungen über deutsche Sprache und Literatur an⸗ gekündigt. Die Vorleser seien deutsche Schulmänner.

zu erbauende Parlamentsgebäude hat in einer jüngst statigebabten Sitzung beschlossen, vor einer

Der Empfang des Grafen Arnim im Elysée und die höfliche Sprache der officiösen gegen den Vertreter Deutschlands welche der Marquis de Gontaut⸗Biron im hiesigen aus- Es lich harmlosen Verlauf: einige Volksgruppen be⸗ Heimkehrenden mit Bei der Ankunft als das Volk die Ankömmlinge mit Pfeifen und Murren, dann mit Absingen der Marseillaise und der Garibaldibymne Einer Anzahl von Geistlichen wurden ihre Priesterröcke, einigen Nonnen ihre Kopfbedeckungen herabgerissen. e Zwei Nonnen und ein Priester sollen ernstlich e mißhandelt worden sein. Mehrere hundert Pilger zogen es vor, die Nacht auf dem Bahnhofe zu a verbringen, als sich den Unbilden des Pöbels aus- bis ½1 Uhr Mitlags) vollkommen freie Behandlung

nationalen Leidenschaften und des Als Beweis wird ange

nach deutschen Erziehungsanstalteu

Die Commisstion zur Berathung über vas

endgültigen Bestimmung über den Bauplatz über- haupt weitere Schritte zu unterlassen. In maß⸗ gebenden Kreisen hält man daran fest, daß das Parlamentsgebäude nur auf dem Raczynski'schen Grundstücke, andernfalls aber auf dem Terrain des Kroll'schen Etablissements errichtet werden würde. Ueberhaupt trägt man sich in diesen Kreisen mit dem Plane, auf dem Wege nach Charlottenburg hin große Staatsgebäude in monu mentaler Ausführung mit der Umgebung von Anlagen za errichten. Es gehören dahin ein Ausstellungsgebäude, Häuser für die Akademie der Wissenschaften, für die Hochschule der Tonkunst u. s. w. DerD. A. Zig. zufolge wird die Dis- ciplinarordnung für das deutsche Heer, deren An⸗ nahme von Seiten sämmtlicher Bundesregierungen gemeldet wird, mit Nächstem publieirt werden. Nichtsdestoweniger wird bekannt, daß über diese Diseiplinarordnung viele sehr abweichende Mei⸗ nungen hervorgetreten sind. Ganz besonders wird bemängelt, daß die Bestimmungen, der Wirksamkeit ihres Zweckes entgegen, viel zu complicirt ange legt seien, und jene Kürze und Einfachheit ver⸗ missen lassen, welche allein im Stande gewesen wären, das Ganze als ein Verbesserung des bis⸗ herigen Zustandes erscheinen zu lassen. ö Von den acht social demokratischen Ar- beitern, welche wegen Landfriedenbruches durch eine am 5. Sept. in Folge der Strike⸗Verhältnisse auf der Maurerherberge begangene Verletzung von Personen und gewaltsame Beschädigung fremden Eigenthums angeklagt waren, wurden nach drei⸗ tägiger Verhandlung von dem Schwurgerichte zwei zu einjähriger, einer zu achtmonatlicher Gefängniß⸗ strafe verurtheilt. Wie verlautet, wird als Vertreter der hessischen Regierung in Berlin und also als Nach- folger des Legationsraths Hofmann der hessische Ministerialrath Neidhardt demnächst hier accre⸗ ditirt werden.

Ausland. Schweiz. Der Genfer Pfarrer Mermillod hat gegen die Beschlüsse des Staatsraths, be⸗ treffend seine Amtsentsetzung, als ungesetzlich pro⸗ testirt und erklärt, nicht zu weichen. Frankreich. Paris. Aus der jüngst ver öffentlichten Statistik der Pariser Bevölkerung, die im Jahre 1861 1,667,841, im Jahre 1866 1,799,980, im Jahre 1872 1 749,380 Seelen umfaßte, geht indirect der Verlust an Menschen⸗ leben hervor, den die Belagerung, der Kampf mit der Commune und die darauf erfolgten Erschießungen und Deportationen hervorgebracht haben. Im Ver- hältniß der Steigerung von 1861 bis 1866 hätte die Bevölkerung in diesem Jahre sich auf 1,944,000 beziffern sollen, anstatt auf 1,749,380; der Ge- samg:tverlust durch den Tod, durch freiwillige und unfreiwillige Auswanderung und auch besonders durch Abwesenheit einer großen Anzahl sonst in Paris ansässiger Fremden beträgt demnach fast 200,000 Seelen. Im Vergleich zum Jahre 1866 zählt trotzdem Paris nur 50,000 Einwohner weniger. Die von der Wallfahrt nach- Lourdes zurückkehrenden Pilger wurden in Nantes von dem Volke mißhandelt. Bei dem Eintreffen der ersten Pilgerzüge nahmen die Dinge noch einen ziem⸗

t schränkten sich darauf, die

Spott und Hohn zu begrüßen. des letzten Zuges kam es aber,

empfing, zu Reibungen und Schlägereien.

hauptsächlich auf den Bischof abgesehen, der vorsichtigerweise in Bordeaux geblieben war.

im Südosten Frankreichs vollbracht. Zu Grenoble ist er wieder hoch gefeiert worden. graph meldete alsbald von dort, daselbst eine ungemein aufregende, wenn nicht ge⸗ radezu aufrührerische Rede gehalten hätte. war deßhalb gespannt, kennen zu lernen. und zeigt,

Gambetta hat jüngst eine wahre Triumphreise

Der Tele. daß Gambetta

den Wortlaut der Rede Dieselbe liegt nunmehr vor daß sie zwar ein vollständiges und be⸗ deutsames Programm der radikalen Partei für die bevorstehenden Wahlen einer neuen Nationalver⸗ sammlung enthält, aber keine Aeußerung, welche über die Grenzen der gesetzlich erlaubten Partei- polemik hinausgeht.

Großbritannien. England und Schottland hat sich dort der Winter bereits in unliebsamster Weise eingestellt. J London fror es bereits am 20. September

Nach Berichten aus

Notizen Schnee gefallen. Gebirges in Schottland sind beschneit. lichen Leicester hagelte und Gewitter.

Spanien. Es hat ein ziemlich ernsthaftes Gefecht zwischen den spanischen Regierungstruppen unter General Baldrich und den Carlisten unter

Auch die Höhen des Grampion⸗ Im süd⸗

in vollständiger Auflösung nach der französischen Grenze flohen. ö Türkei. Eingelaufene Nachrichten melden einen Zusammenstoß zwischen Türken und Monte. 1 negrinern unweit Lipova-Kolasching, wobei es auf beiden Seiten viele Todte und Verwundete ge

geben hat.

Frankfurt. Hiesige Blätter melden: Man ift wieder g bestrebt, wie folgende Beispiele zeigen, die Kartoffel- preise in die Höhe zu treiben und so dieses in so reicher und guter Weise ausgefallene Product der heurigen Ernte in un verantwortlicher Weise zu vertheuern. Ein hiesiger

eln Anderer 1000 Malter zu 1 fl. 45 kr. Als das ver⸗ schiedene Händler hörten, schlugen sie die Hände über den Kopf zusam men, eilten hin und machten Vo rstellung. Da man ihnen tein Gehör gab, so erbolen sie sich, den Resl 0 der Kartoffeln, noch einige Tausend Malter, zu 2 fl. 30 kr. zu nehmen. Das Publikum wird dies Gebahren wohl mit dem rechten Namen zu bezeichnen wissen. Bad Soden. Nach demRhein. Kur. wird die Sodener Localbahn in diesem Winter zum ersten Male befahren werden.

Ems. Am Samstag wurde die hiesige Spielbank geschlossen, die erste in Deutschland, welche in Folge des 0 Aufhevungsgesetzes nunmehr aufgehört hat zu existiren⸗

400 000 fl. Die letzte Kurliste beziffert die diesjährige Fremdenzahl auf 17,545 Personen, darunter 11,790 Kut⸗ gäste und 5755 Durchgereiste, im Ganzen gegen 500 Per⸗ sonen mehr als im vorigen Jahre hier waren. Nach Nalionalitäten vertbeilen sich die Kurgäste wie folgt! Deutsche 7208, Russen 1035, Engländer 862, Holländer 535, Franzosen 280, Amerikaner und Belgier je 259, Polen 247, Schweden und Norwegen 195, Ungarn 152 Wallachen 138, Schweizer 99, Dänen 70 u. s. w. Dat Armendad beherbergte 236 Personen.

Berlin. Bekauntlich ist es Aufgabe der Ober rechnungskammer u. A. auch die sämmtlichen Rech⸗ nungen zu prüfen, welche dem deutsch⸗französischen Krieg ihre Eristenz verdanken. Daß sie dabei mit einer bis in's geringste Detail gehenden Accuratesse verfährt, ist bekannt. Folgende kleine Geschichte, welche man sich in Berliner Oifizierskreisen erzählt, liefert hierfür einen neuen Bewei⸗ Die Oderrechnungskammer hat nämlich unlängst auch dem Grafen Molike ein Monitum zugestellt. Es war dem Grafen während des Feldzuges ein Pfund Schnupf⸗ tabak geliefert und der Betrag mit 1 Silbergroschen in Rechnung gestellt worden. Die Obel⸗ rechnungskammer rügte dies Verfahren mit dem Bemerken,

Aus gabe belastet werden, die sich auf die Privatbedürfnisse eines Einzelnen bezöge. Demzufolge ist der Feldmarschall angehalten worden, den Betrag zurückzuzahlen.

2749 Frankfurt a. M. Laut des soeben erschienenen 10. Jahres berichis der Dr. Steffan'schen Augenheilaustal im letztverflossenen Jahre(1. April 1871

Frankfurt, i tta die übrigen 1918 in der Armen Augenklinik

öffentlichen auch noch eine Anzahl privater Vor

Izusetzen.

Der letztere hatte es, wie es scheint, und nach Erforderniß auch steie Verpflegung und Ves

sttaße, Bäckergass) 2 in Sachsenhausen, Bet

Man

8 blieb kalt bis zum 23., von welchem Datum diese sind. In Sheffield war sogar schon 100

5 schneite es bei starken

Sabollos stattgefunden, in Folge dessen die Letzteren

Ockonom verkaufte 400 Malter Kartoffeln à 1 fl. 30 kr. 1

Der im letzten Sommer erzielte Gewinn beträgt über.

einem Theler zehn 1

es könnte die Relchskasse schlechterdings nicht mit eine

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