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dieselbe Zeit zu einer Zusammenkunft der beiden Monarchen ebenfalls kommen dürfte.
Frankfurt. Wie die„Straßb. Ztg.“ er⸗ fährt, unterhandelt der General-Postdireckor des deutschen Reiches, Herr Stephan, gegenwärtig dahier mit einem Delegirten der französischen Re⸗ gierung wegen der Porto⸗Sätze für die Corre⸗ spondenz zwischen Elsaß⸗Lothringen und Frankreich. Hoffen wir, daß es der deutschen Regierung bald gelinge, für jenen wichtigen Briefverkehr einen ermäßigten Tarif durchzusetzen. Die Sache er— scheint nicht ohne Schwierigkeit, da die französische Regierung gerade im Begriffe ist, für ihr internes Gebiet die Brieftaxe um 25 Protent zu erhöhen.
München. Fürst Hohenlohe wurde nach Schloß Berg zum König berufen.— Minister Lutz besuchte den hier eingetroffenen preußischen Cultusminister v. Mühler.
Straßburg. Vom 1. August ab haben die deutschen Postanstalten für Briefe aus Frankreich nach dem Elsaß und Deutsch⸗Lotbringen statt des bisherigen Satzes von 30 Centimen den Portosatz von 20 Centimen pro 10 Grammen anzuwenden.
Ausland.
Oesterreich. Wien. In verschiedenen Blättern ist wiederholt die Rede von einer be⸗ vorstehenden Zusammenkunft des Kaisers von Oesterreich mit dem deutschen Kaiser. Wie sehr auch diesen Gerüchten von officiöser Seite wider- sprochen wurde, so wird doch neuerdings aus an⸗ geblich verlässiger Quelle berichtet, daß es dem nächst zur Thatsache werden wird und zwar habe Kaiser Wilhelm Gastein, wo er seine Nachkur zu gebrauchen gedenkt, als Begegnungsort gewählt und dem Kaiser Franz Joseph vorschlagen lassen.
Frankreich. Paris. Dem„Constitutionnel“ zufolge haben die Vertreter mehrerer fremden Mächte an Jules Fapres eine Note gerichtet, in welcher sie denselben ersuchen, über das Schicksal der ver⸗ hafteten Angehörigen ihrer respectiven Länder baldmöglichst Beschluß zu fassen. Jules Favre habe auch bereits hierauf ein Circularschreiben erlassen, worin ausgeführt sei, daß die Zulassung von Ausnahmefällen unbillig sein würde, der Minister jedoch die Zusicherung gebe, den Beginn der kriegsgerichtlichen Verhandlungen thunlichst beschleunigen zu wollen.
— Dem Vernehmen nach hat sich Thiers bis jetzt geweigert, die Demission Jules Favre's an- zunehmen.
— Das„Journal officiel“ veröffentlicht die Ernennung des Msgr. Guibert zum Erzbischof von Paris. Das Blatt fügt hinzu, daß Migr. Guibert, bevor er diesen Posten annahm, sich an den Papst gewendet habe, wie dies nothwendig war, und Jedermann werde das Passende dieses Schrittes bei der schmerzlichen Lage, in welcher sich der heilige Stuhl befindet, erkennen.
— Die Commission für die Reorganisation der Armee hat folgende Fundamentalbasis als endgäl⸗ tig angenommen: Alle Franzosen sind vom 20. bis 40. Jahre diensipflichtig. Sie dienen vier Jahre in der activen Armee, fünf in der ersten, drei in der zweiten, acht in der dritten Reserve. Alle Nationalgarden werden aufgelöst. Der Staats- chef ist berechtigt, die erste Reserve durch Decret einzuberufen, die übrigen Reserveclassen nur durch Erlaß eines Gesetzes.
— Wiederholt wurden an der Grenze Ballen mit von den Chefs der Internationale zu London nach dem Continente expedirten Brochüren aufge⸗ fangen. Die Brochüre, eine Glorification der Commune, sammt den gehässigsten Ausfällen auf die Regierung vom 4. September und auf den amerikanischen Gesandten Washburne, führt den Titel:„la guerre civile en France.“
— Die Zahl der Pariser und Fremden, welche im Augenblicke der französischen Hauptstadt den Rücken wenden, ist sehr groß; die Polizeipräfectur stellt täglich 78000 Pässe aus. Unter Denen, welche abreisen, befinden sich viele Deutsche, die früher hier etablirt waren, die aber ihre Geschäfte nicht fortsetzen wollen, da sie nicht allein einen großen Theil ihrer Kunden verloren haben, son— dern auch sehr großen Unannehmlichkeiten ausge⸗
setzt sind. Mehrere derselben haben sich in Ham⸗ burg und Berlin niedergelassen. Es sind besonders Productenhändler, Schneider, Schuhmacher, Muster⸗ zeichner u. s. w. Die Arbeiter finden am schwer⸗ sten ihr Unterkommen, da ihre französischen Col⸗ legen nicht mit ihnen arbeiten wollen.
— Jules Favre beharrt auf seiner Entlassung. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Das Gerücht von dem Rücktritt Dufaure's, Simon's und der übrigen Minister wird dementirt.— Die „France“ versichert, Fürst Bismarck habe ver⸗ sprochen, am 31. August die Umgebung von Paris zu räumen.
— Der Kriegsminister hat Anstoß an den großen Bärten genommen, die neuerdings in der Armee Mode wurden. Ein Circular ordnet nun an, daß sich die Offiziere und Soldaten in kür⸗ zester Frist zu rasiren haben und ihnen nur der reglementsmäßge Schnurrbart zu tragen erlaubt sei.
— Wie verlautet, sollen Regierung und Kammer — namentlich in Rücksicht auf den Mangel an Arbeitern in gewissen Pariser Industrien— ge · neigt sein, gegen die gefangenen Insurgenten im Allgemeinen mit Milde vorzugehen. Im Laufe der Woche dürften an 10—15,000(von 40,000) freigelassen werden.
— Der General Wimpfen verlangt, dem „bien public“ zufolge, von der Militär⸗Commission angehört zu werden. Er commandirte nach der Verwundung Mac Mahon's in Sedan. Der General Bazaine, der eingeladen war, sich vor dieser Commission zu stellen, hat nicht einmal ge⸗ antwortet. Dagegen soll Canrobert geneigt sein, die Wahrheit über die Capitulation von Metz mitzutheilen.
— Der französische Agent, welcher mit der Aus— zahlung der Kriegsentschädigung beauftragt ist, und wegen der Langsamkeit, mit der diese Angelegenheit in Straßburg betrieben wird, von der Regierung eine tadelnde Zuschrift erhielt, weist in einer Recht⸗ fertigungsschrift nach, daß, obgleich von der deutschen Regierung 17 Zähler angestellt worden sind, es doch nicht möglich sei, täglich mehr als 700,000 Fres. zu zählen. Man hat berechnet, daß, in dieser Weise fortgefahren, es bis zur Beendigung der Auszahlung der ganzen Kriegs- entschädigung 2 bis 3 Jahre dauern würbe.
Versailles. Nationalversammlung. Rouveur beantragt, an Stelle der Steuer auf Rohstoffe eine Einkommen- und eine Salzsteuer einzuführen. Der Finanzminister erklärt, die Versammilung sei souverän und könne Steuern einführen, welche sie wolle; er würde mit ihr untersuchen, welches die besten Steuern seien. Der Antrag wird der Budgetcommission überwiesen.
— Wie der„Gaulois“ hört, sollen auf An— ordnung des Kriegsministers die lebenden Sprachen in den Militärschulen von St. Cyr und La Fléche, in der Ecole polytechnique, in der Ecole na- vale u. s. w. den Vortritt vor den todten Sprachen erhalten und besondere Vergünstigungen den Can⸗ ditaten dieser Schulen zu Theil werden, welche eine gründliche Kenntniß des Deutschen, Englischen, Spanischen, Italienischen oder Russischen nach⸗ weisen können. Desgleichen soll von den Unter— offizieren, die in das Ossiziercorps aufsteigen wollen, die Kenntniß einer fremden europäischen Sprache erfordert werden.
— Wie die„Etoile belge“ meldet, wird Thiers
für Jules Favre vorläusig keinen Nachfolger suchen und die provisorische Führung des aus⸗ wärtigen Departements dem Unterstaatssecretär
Coulard anvertrauen. Spanien. Madrid. In den Cortes machte
„ Friedberg. Wir haben schon früher auf bie Ga„ tenwirthschaft des Herrn Hertlein aufmerksam ge⸗ macht und es gereicht uns zur Freude, das Etablissement blühen und gedeihen zu sehen. Speisen und Getränke sind vortrefflich, die Lage und Aussicht reizend. Namentlich wollen wir die Kurfremden wiederholt auf aufmerksam machen. Wenn dieselben berg nicht ersteigen, sondern am Nauheimer Weg rechts ab um die Stadt gehen, so führt sie der Promenabeweg direkt an den Garten. Wie wir hören, wird nächste Woche die Musik des 2. Regiments baselbst spielen und wirb voraussichtlich der Garten dann von hier und Nauheim stark besucht werben.
H. Friedberg. Vor kurzer Zeit verschied ber in allen Krelsen hiesiger Stadt wohlbekannte Handelsmann Mändle Garde in einem Alter von 86½ Jahren. Der Verstorbene war wohl der älteste Mann in hiesiger Stabt, war stets rechtlich und gottesfürchtig und verliert insbesondere die Synagoge an ihm einen treuen Besucher. Ec starb an einem Samstag Abend als er von dem Abendgebet aus der Synagoge kam und zu Hause kurz nachdem er noch den Segensausspruch für den Sabat 2 ausgang gesprochen:„Gelobt seiest Du Gott, der Du den
heiligen Ruhetag vom Werktage scheibest“. Asche! Homburg. eines seither zu Bingen wohnhaften Diebs, welcher sich schon seit einigen Wochen ein Geschäft daraus machte, im hiesigen Kurhaus Regenschirme, Hüte, Paletots und der⸗ gleichen zu annectiren, und es soll bei ihm oder vielmehr in einem hiesigen, mit ihm in Geschäfsbeziehung stehenden Trödelladen ein wohlassortirtes Lager solcher entwendeten Effecien entdeckt worden sein. 1 Frankfurt. In den Lokalnachrichten hiesiger Blätter liest man: Unseren Hausfrauen steht in Kurzem eine höchst unliebsame Ueberraschung bevor, indem die hiesigen Metzger bei den theuren Einkaufpreisen der Ochsen einen Aufschlag eintreten zu lassen beabsichtigen. Letzterer soll, wie man erzählt, mehrere Kreuzer betragen. Brod, Fleisch, Butter, Eier, Mehl, Kartoffeln sind über alle Gebühr theuer, Kaffee ist auch aufgeschlagen. Steinkohlen und Holz zum Feuern wollen nicht billtger werden. Die Wohnungen und Schlafstellen steigen mit jedem Tag im Preise.— Das sind wenig erfreuliche Aussichten für den kommenden Winter. Ems. Nächsten Sonntag wird der Rhein⸗Lahn⸗ Sängerbund dem Kaiser ein Ständchen bringen, wozu auch die Vereine von Coblenz, Cöln ꝛc. eingeladen sind.
Berlin. Ein Tabaksfabrikant in Richmond(Vir⸗ ginien) hat dem Kaiser von Deutschland eine Quantität feinsten Rauchtabak übersandt, mit der Bitte, dem Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich Karl und dem Fürsten Bismarck je ein Viertheil der Sendung zukommen zu lassen. Fürst Bismarck dankt in einem eigenhändigen Schreiben für die Sendung, und hofft,„den wohlriechen⸗ den Tabak nur zum Füllen der Friedenspfeife zu benutzen.“
Eingesandt.
Friedberg. In einer der letzten Nummern des „Oberhessischen Anzeigers“ be findet sich eine Annonce mit Fellschrist des Mathildenstifts dahier, woraus her⸗ vorzugehen scheint, daß dasselbe Geld sucht. Weit ent⸗ fernt davon, über die Anstalt und deren seitheriges segens⸗ reiches Wirken, sowie über die Sicherheit von Kapital⸗ anlagen critisiren zu wollen, so verdient doch hervorgehoben zu werden, daß am hiesigen Platze ein Vorschuß⸗ und Kredit⸗ verein seit einer Reihe von Jahren besteht, der ganz be⸗ sonders in der letzten Zeit einen enormen Ausschwung nimmt. Man nehme nur die betreffenden Anzeigen zur Hand, wie pünktlich und genau die Monaisausweise ver⸗ zeichnet sind und man wird ganz kolossale Summen finden, ein Bewels, welch' Zutrauens das Justilut und dessen ausgezeichnete Verwaltung insbesondere der Vorstand sich erfreuen. Nichtodestoweniger sind diese Zahlen Beweise für die Solidität der Gesellschaft und der Vortheile, die sich dem Darleihen⸗Empfänger und Einleger im Vergleich zu anderen Anstalten darbieten. Der hiesige Vorschuß⸗ und Kreditverein(Eingetragene Ge⸗ nossenschaft), der mit einem Capltal von circa fl. 150,000 zwei Millionen jährlich umschlägt, ist niemals in Geld⸗ verlegenheiten und ist im Stande allen Anforderungen in
dieser Beziehung zu entsprechen. Die guten Bedingungen Verzinsung ein Tag nach der Einlage und ½0% mehr als das Mathildenstift zahlt, die kurze Kündigungsfrist, sowie der kaufmännische freundliche und coulante Betrieb lassen auch fortan einen starken Zuwachs des Geschäftes hoffen. Es verdient noch hervorgehoben zu werden, daß in den schweren Kriegsmonaten das Geschäft nicht still⸗ gestanden und die Gesellschaft nicht einmal nöthig gehabt hat von der Kündigung der Contocorrent-Inhaber Ge⸗ brauch zu machen, vielmehr stets kleinere Geschäfte ab⸗
Zorilla die Mittheilung, daß die Bildung des neuen Ministeriums vollzogen sei, und verlas die betreffeyden königlichen Decrete. Zorilla selbst ist zum Ministerpräsidenten und Minister des Innern ernannt. Derselbe erklärte, daß die neuen Minister der ehemaligen Progressistenpartei angehörten und die Politik des Cabinets die Grundsätze der Sep⸗
tember⸗Revolution aufrecht erhalten werde. Türkei. Konstantinopel. Die Zeitungen
veröffentlichen ein Schreiben des britischen Consuls
in Tebris, welches herzzerreißende Details über
und enthält die
gemacht hat, die selbst große Bankhäuser in Frankfurt
un terlassen.
V Bindernagel& Schimpff in Friedberg und
Bad⸗Nauhe im nehmen Subscription an auf das Werk:
Geschichte der Commune
in Paris von Wittig.
Das Ganze erscheint in 6 bis 8 Heften à 14 kr.
Geschichte der Commune in Paris von den 4
die in Persien heirschende Hungersnoth enthält.
ältefien Zeiten bis zu den letzten schrecklichen Ereignissen.
uf den Garten N den hinteren Burg.
2
Friede seiner
Dieser Tage erfolgte hier die Verhaftung


