Ausgabe 
28.2.1871
 
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Zum Anzünden von Freudenfeuern

auf bochgelegenen Punkten erlaubt man sich die Bewohner der umliegenden Orte für die bevorstebende Friedensfeier aufzufordern.

Zur Reichstagswahl.

8 9e 2 Anfrage aus dem 2. oberhessischen Wahlbezirk. 453 Wie will es Herr Hofgerichts-Advocat Freiherr v. Wedekind rechtfertigen, daß er dermalen im Interesse seiner Candidatur zum Reichstagsabgeordueten in unsrem Wahl- bezirk von Ort zu Ort pilgert und Wahlversammlungen beiwohnt, wahrend die zweite Kammer der Landstände, welcher er als Vertreter der Stadt Friedberg angehört, in der vergangenen und in der laufenden Woche Sitzungen über wichtige Angelegenheiten abgehalten hat resp. abhält e

.Welche Enutschuldigung will er insbesondere dafür vordringen, daß er in der Sitzung vom Samstag den 25. d. Mis., in welcher ein auch von ihm unterzeichneter Antrag auf Erbauung einer Eisenbahn von Alsfeld nach Friedberg zur Berathung und Beschlußfassung kam, gänzlich gefehlt und statt dessen in Darmstadt und Söoͤdel Reden gehalten hat?

Bei diesem Antrag handelte es sich neben Erbauung der Bahn überhaupt insbesondere auch um den Ausspruch des speziellen Wunsches der Kammer, daß die zukünftige Bahn gerade in Friedberg einmünden möge. Die Annahme des Antrags war in keiner Weise außer Zweifel gestellt und konnte es auf die eine Stimme des Herrn von Wedekind ankommen, ganz abgesehen, daß es seine Schuldigkeit als Antragsteller gewesen wäre, den Gegenstand auch bei der Berathung zu unterstützen. Hat Herr von Wedekind hier das Interesse der Stadt Friedberg, deren Vertreter er im Landtage ist, und der Wetterau gewahrt e Merkwürdig verhält sich diese Thatsache zu einer kürzlich im Wetterauer Boten erschienenen Notiz, worin ein Vogelsberger seine Befriedigung über die Candidatur des Herrn v. Wedekind im Hinblick auf dessen Thätigkeit in der Alsseld- Friedberger Bahnangelegenheit ausspricht e Der Mann scheint durch die Unterschrift des erwähnten Antrags durch Frhrn. von Wedekind bereits befriedigt zu sein! Haben wir hiernach Garantien dafür, daß Herr von Wedekind nicht auch im Reichstag bei Gegenständen, welche unsern Wahlbezirk nahe berühren, z. B. bei der Branntweinbesteuerung, welche wieder zur Berathung gebracht werden wird, fehlen würde. Kann nicht fast angenommen werden, er würde auch dort wichtige Sitzungen J. 3. versäumen, um vielleicht die Erneuerung seines im nächsten Jahre ablaufenden Mandats als Landtagsabgeordneter hier zu betreiben!

An die Wähler des zweiten oberhessischen Reichs tags-Wahlbezirks.

452 Glaubwürdiger Mittheilung zu Folge ist Sonntag am 26. d. M. von den katholischen Geistlichen unseres Wahlbezirks ein Rändschreiben des Herrn Bischof v. Ketteler verlesen worden, in welchem die katholischen Wähler des Wahlkreises aufgefordert werden, Herrn Hofgerichtsrath Buff aus Gießen zum Reichstagsabgeordneten zu wählen, da er sich bereit erklart habe, bestimmte Forderungen, welche die katholische Kirche bei der diesmaligen Wahl an die At geordneten, welche sie unterstützen will, stellt, wenigstens theilweise anzuerkennen und in seiner parlamentarischen Wirksamkeit zu befürworten.

Diese Weise der Beeinflussung der Wähler überlassen wir der öffentlichen Beurtheilung. Die übergroße Anzahl der Wazier, welche der protestantischen Kirche angehören, wiewohl sie niemals einer solchen Unterscheidung Bedeutung beigelegt hat, wird sicher durch die Wahl empfehlung des Herrn Buff durch Herrn Bischof v. Ketteler von selbst ihre Stellung in der Wahlfrage gefunden haben. Die katholischen Wahler des Bezirks aber verweisen wir auf die wahrhaft freisinnigen Worte, die der Candidat der nationalen Partei, Herr Dr G. v. Wedekind, in der Wahlversammlung in Friedberg sprach, wonach er es im Fall seiner Wahl als seine Aufgabe betrachtet, allen Religionsgemeinschaften, also auch der katholischen Kirche, volle Selbstständigkeit und Freiheit in Ordnung ihrer Angelegenheit zu gewährleisten. 4

Die vereinigten freisinnigen Wahlcomité's des 2. oberhessischen Wahlbezirks.

Stimmzettel 5

446 zur Reichstagswahl mit dem Namen des Herrn Georg v. Wedekind können in Empfang genommen werden in Butzbach bei M. Kuhl, Friedberg bei C. Scriba, Groß⸗Karben bei K. Mai, Vilbel bei W. Kullmann, Altenstadt bei Aug. Geiß, Büdingen bei Pf. Habermann, Nieder⸗Mockstadt bei Aug. Cullmann.

433 10330 Ceutner Eichen⸗Lohrinde der 1871er Ernte, aus den auf dem Taunus und in der Wetterau gelegenen Staats-, Gemeinde- und Privatwaldungen des Großherzoglich Hessischen Forstamts Friedberg, sollen

5 Dienstag den 28. März d. J., Vormittags 11 Uhr, zu Friedberg i, d. Wetterau, im Trapp'schen Gasthofe, öffentlich meistbietend ver steigert werden. 5 5 Die Eutrindungskosten des meist 20 jährigen Stockaus schlags übernehmen die Wald eigenthumer.

Nabere Auskunft ertheilen die einschlägigen Forstbeamten und Gemeindevorstände; das Forsischatzpersonal ist angewiesen, jeder Zeit auf Anmelden die Lohschläge vorzuzeigen.

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1 Fackeln 455 verkaufen Adam Söllner II. und

a Friedrich Söllner. 2 A F Leere Oelfässer 6 Asser, 390 zu Pfuhl ꝛc. ꝛc., bet Georg Groß. N Danksagung. 442 Den Perren Kreisarzt Dr. Lorenz, Dr. Schmidt und Director Schäfer, sowte sämmtlichen Pflegern und Pflegerinnen im Reserve- L'zareth zu Friedberg sagen wir für die liebevolle Behandlung, die uns da⸗ selbst zu Theil geworden ift, unsern herzlichsten Dank.

Grein, Unterolfizter im 7. Wesiph. Inf. Reg. Nr. 56. Fr. Oberländer, Muck. m 2. Gr. Hess. Inf. Reg.

450 In der Beilage zu Nr. 22 des Oberhess. Anz. ist unser dem Aufruf an die Reichstagswäbler, in welchem die Wahl des Advocaten v. Wedekind in Darmfadt empfoßlen wird, mein Namen genannt. Ich babe den Aufruf nicht unterzeichnet, meine Einwilligung nicht gegeben, daß mein Name beigefügt wird, bin mit dem Inhalt dieses Aufrufs nichl einverstanden und über⸗ lasse die Beurtheilung des Vorfalls dem Publikum. Dorn ⸗Assen heim. Wilh. Jos. Jung,

Gemeinderechner.

Magensalz,

435 bekannt als Bullrichs Untversal Reinigungssalz gegen Magensäure, Sodbrennen ꝛc. ꝛc. in /, ½,

½ Pfunden empfiehlt J. A. Windecker

in Friedberg.

447 Meinen in Dorn⸗Assenheimer Gemarkung

gelegenen Acker, Nr. 86 des Steuer⸗Catasters,

225[J Klftr., will ich verkaufen. Kaufliebhaber

wollen sich an mich wenden. a Gießen, im Februar 1871.

Flach.

Krippen, Tröge und Gossensteine

376 aus s. g. Lungsseln(Oolerit) emyfieblt die Zicgelei am Bahnhof zu Bad-Nauheim.

Brodpreise vom I. bis 15. März. Nach eigener Angabe der Bäcker.

Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach: unverändert.

Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. 15. März. Nach eigener Angabe der Metzger. a Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach: unverändert.

Ausnahmspreis für Bad Nauheim: Bei W. Krauch Wittwe Schinken 26 ke., Leber- und Blutwurst 20 ke, Schwartenmagen 24 kr., Cervelatwurst 48 kr., Fleischwurst 24 kr., Bratwurst 24 kr., Schmalz, ausgel. 26 ke., unausgel. 28 kr.

Kirchen buchsauszügt. Evangelische Gemeinde. Getaufte:

19. Februar. Dem Corporal im 1. Großherzoglichen Jäger Bataillon Peter Joseph Schembs ein Sohn Karl Friedrich, geb. am 3. Februar.

19. Februar. Dem dabler stationirten Großherzog⸗ lichen Gendarmen zu Fuß und Büger zu Usenborn im Kreis Nidda Jobann Ernst Grauling ein Sohn Karl Friedrich Ernst, geb. den 29. Januar.

Beerdigte:

19. Februar. Marie Susanne Weckerling, geb. Salzmann, Ehefrau des hiefigen praklischen Arztes Pr. med. peinrich Wilbelm Weckerling, alt 23 Jahre 4 Tage, T am 16. Februar.

22. Februar. Wilhelmine Hill, Tochter des verst. Großherioglichen Kirchen- und Schulrathfecretärs Johann Karl Hill zu Gießen, alt 55 Jahre, T am 19. Februar.

Kirchliche Alzeigen für Friedberg. Evangclische Gemeinde.

Mittwoch den 1. März, Abends 5 Uhr, in der Burgzkirche: Bethunde mit Ansprache von Herrn Pfarrer Baur.

Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Oruck und Verlag von Bindernagel& Schimpff.

(Diers eine Beilage.)

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