Ausgabe 
27.5.1871
 
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Samstag den 27. Mai.

M 62.

berhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblakt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Der Pfiugstfeiertage wegen erscheint Dienstag den 30. d. M. keine Nummer dieses Blattes.

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Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Audienztage bei Großherzoglichem Kreisamt Friedberg.

Friedberg den 24. Mai 1871.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Schon vielfach haben wir Sie beauftragt, durch öffentliche Be⸗ kanntmachung und in sonst geeigneter Weise die Angehörigen Ihrer Bürgermeistereien darauf aufmerksam zu machen, daß nur der Dienstag in jeder Woche, sehr eilende und dringende Fälle ausge⸗ nommen, für diejenigen Angelegenheiten, in Ansehung welcher eine persönliche Verhandlung und Besprechung von den Kreisangehörigen für nöthig erachtet wird, als Audienztag bestimrit ist und sie an diesem Tage darauf rechnen können, daß sie sich nicht vergeblich an den Sitz der Kreisverwaltung begeben. Daraus, daß täglich eine große Zahl Kreisangehöriger uns und meistens mit den geringfügigsten durchaus nicht eilenden Anfragen, Gesuchen u. s. w. in einer Weise belastigt, daß uns die pünktliche Erledigung unseret sonstigen dienst⸗

müssen wir schließen, daß die betreffende Bestimmung den Kreis- angehörigen nicht bekannt ist. Wir beauftragen Sie daher wiederholt dieselben hiervon geeignet in Kenntniß zu setzen und darauf hinzu⸗ wirken, daß der betreffende Tag der Dienstag in Zukunft auf das Genaueste eingehalten wird, damit nicht vergebliche Gänge hierher gemacht werden.

Sollte Jemand einen dringlichen, durchaus nicht aufschiebbaren

Gegenstand persönlich zu unserer Kenntniß bringen muͤssen für solche Falle haben Sie daher auch nur an den andern Tagen Bericht an uns zu erstatten so wird demselben falls ein Ange⸗

stellter des Kreisamts anwesend ist, aber nur in der Vormittags⸗ stunde von 11 12 Uhr, Gehör gegeben und Verfügung ertheilt

mehr zusammen liegen.

lichen Arbeiten sehr erschwert, ja oft ganz unmöglich gemacht wird,

werden.

Betreffend: Landbstreicherei der Maria Fried von Wohnbach.

ö Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, die Localpolizeibeamten und die Großherzogliche Gendarmerie des Kreises.

Die Maria Fried, 16 Jahre alt, treibt sich ohne Einwilligung ihres Vaters des Johannes Fried don Wohnbach mit dem Korbmacher Hermann Klein von Battenberg ohne Legitimation auswärts herum. Dieselbe ist im Betretungs falle zu verhaften und vorzuführen.

Ter a pp.

Friedberg den 24. Mai 1871.

Trapp.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Philipp Zerb von Dorheim ist als Feldschütze für die Gemarkung Dorheim ernannt und in Pflichten genommen worden.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 23. Mai. Von der hessischen Diviston wird unterm 19. d. Mis. aus Dompaire gemeldet: Die Standquartiere der hessischen Di⸗ vision in dem Departement der Vogesen sind, ab⸗ gesehen von der an Naturschönheiten überaus reichen Gegend, auch insofern günstiger, als es jene in der Haute-Marne waren, weil in den Vogesen die Ortschaften und Städte größer und volkreicher sind und demgemäß auch unsere Truppen Das 4. Infanterie-Re⸗ giment liegt in Dompaire und einigen benachbarten Ortschaften(1. Bataillon), sowie in Epinal (2. Bataillon). Das 3. Infanterie-Regiment in Plombieres und dem berühmten Thal von Ajol (1. Bataillon), sowie in Bellefontaine, Raon, Hadol(2. Bataillon). giment in Bruperes und Umgegend(1. Bataillon), sowie in Champ⸗le-Duc, Docelles und Chenil- menil(2. Bataillon). Das 1. Infanterie-Regt,

in Cornimont, Saulzures und Thiefosse(1. Ba⸗

taillon), sowie in Vagney und Gerardmer(2. Ba- taillon). Das 1. Jägerbataillon liegt in Remire⸗ mont und St. Etienne, das 2. Jägerbataillon in Kertigup, Urmenil, Uzemain und la Chapelle aux Bois. Das erste Reiterregiment in Har- sault(erste), Viomenil(zweite), Le Charmois 'Orgueilleux(dritte), Darney(vierte idee das zweite Reiterregiment in Fontenoy(erste), Gruey, Surance(zweite), Bains(dritte), le Clerjus(vierte Estadron). Die Artillerie hat bre Standquartiere längs der von Epinal nach Remiremont führenden Hauptstraßen und zwar: . Batterie in St. Nabord, 2. Batterie in Dom-

Das 2. Infanterie-Re⸗

Jarmeuil; die Pferde der Pioniercomp. nebst dem leichten Brückentrain wurden in St.⸗Blin, dem früheren Standquartiere in der Haute- Marne, noch zurückgelassen. Das Sanitätsdetachement liegt in Ferdrupt. Trainabtheilung und Proviant colonnen in: Les Forges, St. Laurent, Darnieulles. Ein Feldlazareth ist in Epinal etablirt(Stabs- arzt Dr. Spamer), ebenso ist in der Haute-Marne noch jenes in Doulaincourt etablirt geblieben.

** Gießen. Mehrere kathol, Professoren der hies. Universität haben dieser Tage eine Zustim⸗ mungsadresse an Professor Dr. Döllinger in München abgehen lassen, in welcher dieselben in kurzen, aber in kernigen Worten sich gegen die päpstliche Unfehlbarkeit aussprechen. Unterzeichnet ist die Adresse von: Professor Dr. med. Bir n- baum, Dr. Höfner, Privatdocent der Geschlchte, Professor Dr. Lutterbeck an der phil. Facul⸗ tät, Professor Dr. H. v. Ritgen desgl., Pro- fessor Dr. Wilbrand, Lehrer der Staatsarznei⸗ wissenschaft an der medieinischen Fakultät.

Berlin, 23. Mai. Reichstag.(Schluß.) Es folgt noch die dritte Berathung über den Bundeshaushaltsetat pro 1872. Der Nachtrags- etat wird in Einnahme und Ausgabe auf 557,959 Thaler definitiv festgestellt.

24. Mai. Reichstag. Der Additional⸗ artikel zu dem Postvertrag mit den Vereinigten Staaten wird mit der Resolution Mosle's ange- nommen. Dieselbe geht dahin, den Reichskanzler zu ermächtigen, das Briesporto für einen einfachen frankirten Brief von Deutschland nach den Ver einigten Staaten und umgekehrt auf Sgr. überall festzusetzen, wo Abmachungen zwischen den

martin les Remiremont, 3. Batterie in Eloyes, Postanstalten und den Dampferlinien dies ermög-

4. Batterie in Pouxeux, 5. Batterie in Arches lichen. in es sei ihm gelungen, mit den Gesellschaften von

und Archettes, die Pionier- Compagnie

Generalpostdirector Stephan theilt mit,

Hamburg und Bremen zu vereinbaren, daß die von denselben nach Nordamerika beförderten Briefe zu dem Portosatz von Sgr. expedirt werden. Der Generalpostdirector hofft, die Zustimmung der nordamerikanischen Regierung zu erlangen. Es folgt der Antrag Harkort's, den Reichskanzler aufzufordern, baldigst eine Revision des Handels- und Schifffahrtsvertrages mit Portugal berbeizu⸗ führen. Hierauf kommt zur Berathung der An- trag der Abgeordneten Thomas und Köchly, be⸗ treffend die Neugestaltung des gesammten Unter⸗ richtswesens, die Bildung eines Landesschulcol⸗ legiums für Elsaß⸗Lothringen und Errichtung einer deutschen Universität in Straßburg. Staatsmi⸗ nister Delbrück will dem Antrage zustimmen, falls derselbe nur allgemein bezwecke, den Interessen des Hauses für die Regelung der Schulverhält⸗ nisse in Elsaß⸗Lothringen Ausdruck zu geben, kann jedoch das Einverständniß der verbündeten Re⸗ gierungen mit dem Antrag nicht aussprechen, wenn derselbe beabsichtige, Wege zur Regelung im Ein⸗ zelnen zu erörtern. Bei der Abstimmung wird der Antrag Thomas abgelehnt und statt dessen das Amendement Wehrenpfennig's angenommen, den Bundeskanzler aufzufordern, die Aufrichtung einer deutschen Universität in Straßburg baldmög⸗ lichst ins Werk zu setzen.

Berlin, 25. Mai. Reichstag. Der Antrag der Commission, die Ermächtigung zur gericht⸗ lichen Verfolgung derHanunover'schen Landes- zeitung und des LeipzigerVolksstaates zu ver⸗ sagen, wird angenommen. Es folgt die dritte Berolhung des Gesetzentwurfes, betreffend Elsaß⸗ Lothringen. Taczanowski erklärt Namens der Polen, dieselben würden nicht gegen die Annexion stimmen, sich jedoch der Abstimmung enthalten. Nachdem darauf Bebel in längerer Rede die Be