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Beilage.
Hherhessischer Anzeiger.
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—— r Deutsches Reich. es Agenten einer solchen dreifachen Alllanz? Was kriege schließen wird Der Belagerungszustand Darmstadt Das Großherzogliche Regie- immer sie sein mögen, sie sind die Feinde von ist aufgehoben. Das Volk von Paris ist in seine
rungsblatt Nr. 10 enthält:
I. Bekanntmachung des Bundes-General-Postamts, die Correspondenz nach Orten ohne Postanstaßt betressend. Vom 1. Mäzz o. ab ist den Cortespondenten, welche ihren Wohnsitz in Orten ohne Postanstalt haben, allge— mein gestattet, ihre Postsendungen auch von solchen Post anstalten abholen zu lassen, deren Landbestellbezirk den betreffenden ländlichen Ort nicht einschließt. In Folge dieser aus den Kreisen des betheiligten Publikums wleder⸗ bolt beantragten Veikebrserleichterung muß die Spedition der Postsendungen nach Orten, an welchen Postanstalten sich nicht befinden, nach Maßgabe der von dem Absender auf der Adresse bezeichneten Distributions-Postanstalt be— wükt werden. Durch die unrichtige Bezeichnung dieser Postanstalt oder das gänzliche Fehlen einer bezüglichen Angabe lönnen leicht Verzögerungen in dee Ueberkunft der Posisendungen herbeigeführt werden. Es ist daher im eigenen Interesse der Correspondenten nothwendig, daß die Absender von Postsendungen, welche nach Orlschaften ohne Postanstalt gerichtet sind, auf der Adresse außer dem eigenilichen Bestimmungsorte thunlichst noch diejenige Postanstalt angeben, von welcher aus die Bestellung der Seudung an den Adressaten bewirkt wird, bezw. die Ab⸗ holung erfolgt. Zur Forderung dieses Zweckes wird es deitragen, wenn Correspondenten, an deren Wohnsitz sich eine Postanstalt nicht befindet, diejenigen Personen, mit welchen sie im Brieswechsel stehen, auf das gedachte Er— forderniß aufmerksam machen und denselben mittheilen, durch Vermiitelung welcher Postanstalt sie ihre Postsachen beziehen. Insbesondere wird es sich auch empfehlen, wenn die auf dem Lande wohnenden Correspondenten mzöglichst allgemein dem. theilweise bereits bestehenden Gebrauche folgen, in den von ihnen abzusendenden Briefen bei der Orts- und Datumsangabe den Namen des Postorts hin— zuzufügen, durch welchen sie ihre Postsachen empfangen.
II. Bekanntmachung Großherzoglichen Oberconsisto— riums, die Ergebnisse der Verwaltung der allgemeinen geistlichen Wittwenkiisse vom Jahre 1868 betreffend.
III. Bekaummachung Greßherzoglicher Provinzial— Direction Starkenburg, den Steuerausschlag zur Bestrei— tung der Bedürfnisse der Landjugendschaftekasse zu Darm- stadt für 1871 betreffend.
IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Erbach, die Erhebung einer Umlage in der israelitischen Religionsgemeinde zu Michelstadt für das Jahr 1871 betreffend
V. und VI. Uebersicht der sür das Jahr 1871 ge— nehmigten Umlagen zur Bestreiiung von Communalve— dürfnissen in den Gemeinden der Kreise Neustadt und Nidda.
VII. Promottenen an der Großherzoglichen Landes- Universität Gießen.
VIII. Ectbeilung eines Erfindungspatentes. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst age ruht: am 11. Februar dem Portefeuiller Heinrich Knopf macher und dem Gürtler Wilhelm Sieben zu Offenbach auf deren Nachsuchen ein Erfindungspatent auf die durch vorgelegtes Muster näher erläuterte Construction eines Verschlusses für Portefeuille⸗Waaren, unter dem ausdrück— lichen Vorbehalte jedoch, daß durch das verliehene Patent Niemand in der Anwendung bereits früher schon bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großberzogthums zu ertheilen.
IX. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 18. Februar dent Schullehrer an der 2. evangelischen Schule zu Ober⸗ Ingelbeim, Peter Wenzel, die erste evangelische Schulstelle daselbst— und dem Schulamtsaspiranten Johannes Haas aus Bobenbausen II, im Kreise Schotten, die evangelische Schulstelle zu Wernges, im Kreise Lauterbach,— zu übertragen.. 8
X. Versetzung in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 18. Febr. den Schullehrer Weis zu Ellenbach, im Kreise Lindenfels, auf sein Nachsachen in den Ruhestand zu versetzen.
XI. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist: die Stelle eines Steuercommissärs des Steuercommissariats Langen. Concurtenzsähige Bewerber haben sich binnen einer Frist von 14 Tagen anzumelden.
Ausland.
Frankreich. Paris, 19. März. Das „Journal officie!“ veröffentlicht folgende Prokla— mation der Regierung:„Au die Natlonalgarden von Paris. Ein Comite, welches sich Central— Comite nennt, hat, nachdem es sich einer gewissen Arzahl von Kanonen bemächtigte, Paris mit Barrikaden bedeckt, auf die Vertheioiger der Ord— nung geschossen, Gefangene gemacht und mit kaltem Blute die Generale Lecointe und Thomas ermor— det. Wer dle Mitglieder dieses Comites sind, weiß Niemand. Es könnte selbst Niemand sagen, welcher Partei sie angehören. Sind es Com- munisien ober Bonapaclisten oder Preußen? Sind
Paris, das sie der Plünderung überantworten, die Feinde Frankreichs, das sie den Preußen über— liefern, der Republik, welche sie dem Despotis— mus preisgeben werden. Die verabscheuungs— würdigen Verbrechen, welche sie begehen, nehmen jede Entschuldigung Denjenigen, welche ihnen folgen oder sie dulden. Wollt ihr die Verant— wortlichkeit für die Mordthaten und Verbrechen, welche sie anzuhäufen im Begriffe sind, auf euch nehmen, dann bleibt zu Hause. Wenn ihr jedoch um eure Ehre und ure heiligsten Interessen be— sorgt seid, dann schaart euch um die Regierung der Republik und die Nationalversammlung! Unter— zeichnet von den in Paris anwesenden Ministern: Dufaure, Jules Favre, Picard, Simon, Pothuan und Leflö.“
— Das amtliche Blatt sagt in seinem Be— richte über die Ereignisse an 18. d.: Die von der Position auf dem Montmartre entfernten Kanonen sollten in die Arsenale übergeführt werden, als die Natlonalgarden, die Menge auf— reizend und mit sich fortreißend, sich auf die Soldaten warfen und ihnen die Waffen entrissen. Mehrere Bataillone wurden cernirt, andere ge— zwungen, sich zurückzuziehen. Die Emeule war nunmehr Herr des Terrains. Der Tag schloß unter der Herrschaft der Unordnung, ohne daß die am Morgen einberufene Nationalgarde in genügender Anzahl erschtenen war, um des Abends die Insurrektion, welche das Quartier des Ge— neralstabs der Nationalgarde und des Justiz— ministeriums occupirt hatte, unterdrücken zu können. — Tasselbe Blatt theilt ferner mit, daß die Generale Lecointe und Thomas ohne Urtheil fü— silirt und ihre Leichen verstümmelt wurden. Zwei Adjutanten Lecointe's hätte beinahe dasselbe Schicksal ereilt,
Die gesammte Regierung befindet sich in Versailles. 10,000 Mann unter General Vinoy sind in guter Ordnung in Versailles concentrirt Alle Behörden, sowie die Aermeechefs sind daselbst eingetroffen. Die Civil- und Militärbehörden der Departements werden nur die Befehle des Gouvernemenss in Versailles ausführen, bei Strafe der Absetzung Eine von Versailles an alle Prä— fecten, Generale, Generalprocuratoren und Maires gerichtete Proklamation erklärt, daß die in Ver— sailles residirende Regierung die einzig rechtmäßige sei; alle Minister seien daselbst um den Chef der Executivgewalt und die Nationalversammlung ver— sammelt, folglich würden alle Diejenigen, welche der insurrektionellen Regierung anhängen, als Rebellen betrachtet.
— 19. März, 1 Uhr Morgens. Die sieg- reichen Meuterer haben sich in den Vorstädten Montmartre und Belleville hinter zahlreichen Barrikaden verschanzt. Die Linien- und die See— soldaten fraternisiten an der Bastille und auf den Barrikaden. 6 Uhr Morgens: Die Insurgenten occupiren den Vendomeplatz und die Quartiere der Quais und nahmen in der Nacht das Hotel de Ville. Heute Morgen hört man Kanonen— donner. Die Insurgenten haben die Leichen der beiden erschossenen Generale öffentlich ausgestellt.
— 19. März, 1 Uhr Mittags. Folgende Proklamation ist heute in den Straßen angeschlagen worden:„Bürger! Das Volk von Paris hat das Joch abgeschüttelt, welches man ihm aufzulegen versuchte. Ruhig, leivenschaftslos in seiner Kraft, hat es ohne Furcht, ohne Provocation die scham- losen Narren erwartet, welche an der Republik rütteln wollten. Dießmal haben unsere Brüder von der Armee ihre Hand auf die geheiligte Bundeslade unserer Freiheiten nicht legen wollen. Dank Allen! und möget ihr und Frankreich die Grundmauern der Republik errichten, durch all— gemeinen Zuruf angenommen mit allen ihren Consequenzen als die einzige Regierung, welche
für immer die Aera der Invasion und Bürger-
Comitien einberufen, um Communalwahlen vor— zunebmen. Die Sicherheit der Bürger wird durch die Mitwirkung der Nationalgarde gewahrt. Hotel de Ville, 19. März. Centralcomite der National- garde. Assp, Bellevray, Ferrat, Babak, Moreau, Dupochet, Varlin, Boursier, Mortier, Gouhier, Valette, Jourde, Rousscau, Lullier, Blanchet, Grollard, Baron Geresme, Halse, Pougeret.“
— In einer anderen Proklamation erklärt dasselbe Comite sein Mandat für erloschen, nach— dem die Regierung vertrieben sei, welche das Volk verrathen habe. Mit der Zurückgabe des Mandats, fordert das Comite auf, die Communal— wahlen vorzunehmen. Thiers und das Ministerium haben sich nach Versailles begeben. Die For— derung des Central-Comites ist der Regierung übermittelt worden. Es verlangt folgende Er- nennungen: Langlois zum Oberbefehlshaber der Nationalgarde, Edmond Adam zum Polizeiprä— fekten, Dorian zum Maire von Paris, General Billan zum Commandanten der Pariser Armee. Die Regierung scheint bereit, auf die Forderung einzugehen. Ein General Dasdid, der sich selbst ernannt hat, mit einem Adjutanten Namens Lion Meillet, commandiren die Insurgenten.
— 20. März, 6 Uhr Morgens. Die Situa- tion ist unverändert. Die Nationalgarde, welche dem revolutionären Central-Comite gehorcht, bat ohne Widerstand sämmtliche Posten besetzt; aber der weit größere Theil der Nationalgarde fährt fort, sich jeder Betheiligung zu enthalten.— Alle Journale beklagen di: Ermordung Lecomte's und Clement Thomas und erklären, daß sie keine andere Autorität als die der Nationalversammlung anerkennen. Keines der Journale hält die gegen- wärtige Bewegung für bedenklich und von langer Dauer.— Es geht das Gerücht, die National- versammlung werde sich nach Orleans begeben und den General Faidherbe zum Generalissimus der Streitkräfte zu Wasser und zu Land ernennen.
— Der„Daily Telegraph“ meldet, daß die Nationalgarden meist von betrunkenen und be— waffneten Weibern begleitet in den Straßen von Paris umherziehen. Der Pöbel zwingt alle Leute, die sich auf der Straße zeigen, an den Barrikaden zu arbeiten. Die Eßwaarenläden werden geplün— dert. Ein an die„Times“ gerichtetes Telegramm sagt, die einzige Armee, welcher die Niederwerfung des Aufstandes noch möglich sei, sei die siegreiche feindliche Armee, die Paris zur Uebergabe brachte.
— Der neue Polizeipräfekt, General Valentin, hat dafür Sorge getragen, daß die 2 Preußen, welche in Paris von Nationalgardisten verhaftet und bei dem„Centralcomite“ eingeliefert worden waren, den Händen dieser willkürlichen Behörde entrissen und dem französischen Generalstade zur Verfügung gestellt worden sind, der sie ohne Zweifel an die preußischen Militärbehörden diri— girt hat. Es waren nicht, wie man behauptet hatte, Offiziere, sondern Eisenbahnbeamte; sie heißen Wertz und Haußmann.
Großbritannien. London. Die„Daily News“ melden aus Washington, daß die Unions— regierung Spanien den Antrag gestellt habe, die Inseln Cuba und Portorico für 100 Mill. Doll. an die Vereinigten Staaten zu verkaufen.
— Die großartige deutsche Siegesfeier in London ist nunmehr auf den 13. April, Don- nerstag nach Ostern, sestgesetzt worden. Die Theilnahme des deutschen Botschafters und des sächsischen Gesandten steht in Aussicht; die besten deutschen Namen, welche Wissenschaft, Kunst und Kaufmannschaft hier in London aufzuweisen haben, sind im Festvorstande vertreten, aber nicht minder die Arbeitergesangvereine des Ostendes. Das Fest verspricht das großartigste zu werden, was in dieser Richtung von unsern Landsleuten in England noch zu Stande gebracht worden ist.“


