enz,
5til
——
srrucht.
zandtstzung bei Abrüdtn. Sei
nel.
enheit.
Sthaltrbeitͤge at purde, „ det Vorlage 6 Seiten des die vorlage Da dieses nun en A, e Atentt an sein rant an ihre
etettatk. e ee
hnung
zentt Zuslunft der A emiwe⸗ U; früh aus rbäamchen g.
Stigteldaetet. 8 1c—
——
Beilage.
Hberhessischer Anzeiger.
4 47.
—
Ausland.
Frankreich. Paris, 18. April. Ueber die gestern bei Asnieres stattgehabten Kämpfe liegen folgende Mittheilungen vor: Ein heftiger Angriff der Regierungstruppen zwang die Föderirten, ihre Stellungen zu räumen. Letztere wurden in— deß von den Versaillern nicht besetzt; diese be— gnügten sich vielmehr, sie zu beschießen. Nach— mittags sammelten sich die Föderirten unter Dom— browski wieder und besetzten neuerdings das rechte Seine-Ufer; dieselben errichteten an der dortigen Eisenbahnbrücke eine Batterie, welche die auf Schloß Becon aufgepflanzten Mitrailleusen zum Schweigen brachte. Gegen 8 Uhr erfolgte ein neuer Angriff der Versailler. Die Redoute von Gennevilliers beschoß Asnieres, die Versailler machten eine Vorbewegung und näherten sich der Seine. Von da ab unaufhörliches Gewehrfeuer. Das Ergebniß war den Föderirten, welche sich nur mit großer Schwierigkeit gegen die von dem Feinde entfalteten Streitkräfte hielten, ungünstig. — Ein Theil der Armee Ducrot's vereinigte sich mit Mac Mahon's Truppen in dessen Haupt- quartier Fontenaßg aux Roses. Man erwartet eine Bewegung gegen Paris über Jvry und Charenton. Die deutschen Truppen occupiren heute den Ort Bobigny(zwischen den Forts Aubervilliers und Romainville) sowie de Kanal de l'Ourcg.
— 18. April. Die Versailler sind heute nicht zum Angriff geschritten; dieselben bleiben in den gestern eroberten Stellungen. Die Pariser stehen ihnen gegenüber auf dem anderen Ufer der Seine. Die Insel Grande Jatte trennt die Kämpfenden. Die Brücke von Neuilly, welche sich noch im Besitz der Versailler befindet, wird diesseits beschossen. Dombrowski kam heute nach der Place Vendome; derselbe ist leicht am Halse verwundet, bleibt aber im Dienst. Bei einer heute vorgenommenen Recognoscirung fielen zwei Offiziere an seiner Seite. Auf der Seite der Südforts hat sich nichts Neues zugetragen. Alle Nachrichten stimmen darin überein, daß die Pariser gestern bedeutende Verluste erlitten haben.
— 18. April. Der gestrige erbitterte Kampf in Neuills begann mit einem Gewehr- und Mitrailleusenfeuer aus den Häusern und Gärten. Das 261. Bataillon der Föderirten löste sich auf, da der Commandant bald nach Beginn des Gefechtes gefallen war. Der Verlust der Föde— rirten war enorm. Dieselben zogen sich zurück, eine Umgehung fürchtend.
— Abends. Die Niederlage der Föderirten bei Asnieres übertrifft die gehegten Vermuthungen. Die Föderirten besitzen auf dem rechten Seine— Ufer keinen Zoll breit Landes mehr. Sie unter— halten starkes Feuer von der Enceinte, Clichy, Levallois und Sablonville. Die Regierungstruppen bombardiren heftig Passy, den Trocadero, Ternes, Levallois und Clichy.
— Mehrere Journale unterstützen folgendes Versöhnungsprogramm: 1) Erhaltung der Re— publik; 2) Gemeinderechte für Paris und alle fran— zösischen Städte; 3) Selbständigkeit der National- garde; 4) Auflösung der Versammlung in Ver— sailles und der Commune in Paris; 5) Neuwahl der Nationalvertretung u. der Communalvertretung; 6) Einsetzung einer interimistischen Gewalt in Versailles und in Paris; 7) gegenseitige Amnestie und gegenseitiger Waffenstillstand.
— 19. April. Gestern Abend griffen die Versailler die Vorposten der Pariser bei Neuilly an und warfen dieselben 100 Meter zurück. Ein Bericht des Generalstabs der Pariser meldet, daß von den Versailler Truppen gestern Abend ein Angriff auf die Trancheen vor dem Fort Issy statigefunden habe, aber kräftig zurückgewiesen worden sei. Ein anderer Angriff auf den Bahn— hof von Clamart sei ebenfalls gescheitert.
— Die Insurgenten sind seit diesem Morgen bei Neuilly in vollem Rückzug und in förmlicher Panik. Dombrowski hat große Verluste; er eroberte eine Kanone wieder zurück, während andere im Stich gelassen werden mußten. Die Versailler gingen auf der ganzen Linie zwischen Neuilly und Asnieres etwa 300 Meter vor.
Versailles, 18. April. Ein Dekret der Regierung ordnet die freie Zulassung aller Roh— produkte oder Manufakturen aus den abgetretenen Gebieten bis zum definitiven Friedensschlusse an. — Im Schlosse Becon wurden gestern 50 Ge— fangene gemacht. Dieselben trafen nebst anderen in der Umgegend gefangenen Insurgenten gestern Abend hier ein. Ein gepanzerter, mit Insur— genten besetzter Waggon wurde in Colombes ge— nommen.— Das Gerücht, der preußische Be— fehlshaber habe mit Intervention gedroht, entbehrt jeder Begründung.
— 18. April. Die im Bois de Colombes stehenden Truppen der Regierung haben heute die Insurgenten aus Colombes vertrieben; letztere verloren mehrere Todte und Verwundete, sowie eine Anzahl von Gefangenen. Asnieres ist so von zwei Seiten bedroht und wird vermuthlich von den Insurgenten aufgegeben werden. Zwischen der Porte Maillot und der Brücke von Neuilly dauert die Kanonade mit Heftigkeit fort. Die Meldung, daß die Eisenbahnverbindungen zwischen Paris und den Provinzen abgeschnitten worden seien, ist unrichtig, ebenso das Gerücht, daß die Regierung der Verproviantirung von Paris Hinder nisse in den Weg lege; die Lieferanten haben ihre Sendungen aus Furcht vor den Repuisitionen der Commune eingestellt, nicht in Folge Seitens des Gouvernements getroffener Prohibitivmaßregeln.
— 19. April, Morgens. Die Truppen haben gestern Abend Asnieres besetzt und die Insurgenten auf das andere Ufer der Seine zurückgeworfen. Einige Gefangene sind gemacht worden; der Ver— lust der Truppen ist gering. Auf dem Bahnhofe von Asnieres wurde eine Batterie errichtet, welche den Uebergang über die Brücke verhindert. Gestern bei Neuilly heftige Kanonade. Die Südforts waren letzte Nacht ruhig..
Belgien. Brüssel. Man glaubt, die Conferenz der Bevollmächtigten Deutschlands und Frankreichs werden ihre Arbeiten bald beendigt haben. Die gegenseitigen Mittheilungen erfolgen stets auf schriftlichem Wege.
Donaufürstenthümer. Bukarest. Fürst Karl erhielt eine mit den Unterschriften vornehm— ster Familien bedeckte Adresse aus der Moldau. Der Fürst soll beabsichtigen, mit seiner Gemahlin in die Moldau zu reisen.
Frankfurt. Am 19. dieses Morgens fand sich kurze Zeit nach Eröffnung der Bureaus der Herren M. A. v. Rothschild u. Söhne ein Franzose in dem Comptoir ein und begab sich in den ersten Stock. Dort producirte er einen Brief, in welchem er sofort die Auszahlung einer bedeutenden Summe(man nennt 5 Millionen) bis 10 Uhr verlangte, widrigenfalls das ganze Haus in die Luft fliege. Gerade, als wolle der junge Mann seinen Worten den entsprechenden Nachdruck geben, erfolgte plötzlich eine furchtbare Detonation, welche Thüren und Fenster nach dene Hofe auseinandertrieb. Trotz der anfänglichen Ver— wirrung bemächtigte man sich doch fofort der Person sammt ihrer Taschen. Auf dem Vorplatz fand sich noch eine zweite angeblich mit Nyftroglycerin gefüllte Bombe vor, welche nicht losgegangen, und in der Reisetasche waren noch einige andere Exemplare eingewickelt. Nach einer Aeußerung des Gefangenen, der allem Anscheine nach irrsiunig ist, sollte bei Nichtbezahlung des Geldes bis 10 Uhr Frankfurt in die Luft fliegen. Als Moliv für seine Unthat gibt der Verhaftete Rache für die An— nexion von Elsaß und Lothringen an. Verletzungen von Personen fanden nur ganz geringfügige statt. Der Thäter heißt Karl Müller und ist in Deutsch-Lothringen zu Haus. Er sagte, er sei einer von 9 Verschworenen; das Loos habe ihn zuerst getroffen. Müller soll schon am Montag auf dem Rothschild'schen Bureau gewesen sein und eine Million unter der Drohung verlangt haben, das Haus in die Luft zu sprengen, wenn man sie ihm verweigern werde.
Darmstadt. Die„Darmstädter Zeitung“ enthält folgendes Schreiben aus dem Felde: Vignory, 10. April.
„Einem Felbpostbrief entnehmen wir—“ jedesmal, so oft ich eine Mittheilung mit diesen einleitenden Worten in einem öffentlichen Blatte lese, bin ich darauf gefaßt, kaum den dritten Thell der dann folgenden Nachrichten glauben zu können. Solche„Felopostbriefe“ sind oft sehr trübe Quellen, und manche unwahre Erzählung über Er⸗ lebnisse des Felbzugs verdankt ihnen ihre Entstehung. Vielfach liegt derartigen brieflichen Referaten— und deren Verfasser sind, wie die Erfahrung lehrt, gerade nicht immer unter den weniger gebildeten Elementen der Truppen⸗ körper zu suchen— die an sich harmlose Absicht zu Grunde, zu Hause die vollbrachten tapferen Thaten oder die aus- gestandenen Strapazen gehörig herrorzuheben. Mir sind diese Bemerkungen hier in die Feder geflossen, als ich dieser Tage wiederum verschiedene Nolhschreie aus Feld— postbriefen in unseren heimathlichen Blättern las, denen zufolge die Entbehrungen, die Anstrengungen und die Mängel der Verpflegung bet unserer hessischen Division wieder einmal sehr groß sein sollen. Es ist wahr, daß bei der diesmaligen Dislocirung unserer Division nicht gerade der beste Rayon zugefallen ist, aber auch ebenso wahr, daß die Unterkunft und die Verpflegung der Mann- schaften eine solche ist, die keine Veraulassung zu den bit⸗ teren Klagen geben können, wie solche dieser Tage repro— ducirt wurden. Wer in das Feld zieht, muß eben den Gedanken an lucullische Genüsse aufgeben, er muß mit dem vorlieb nehmen, was er findet, und es ist eine bekannte Sache, daß es häufig keineswegs die besten Soldaten in der Truppe find, welche am meisten Klagelieder über ihre Mühen, ihre Strapazen und Entbehrungen ausstoßen. Unsere Truppen haben, wie ich Ihnen aus eigener Wahr⸗ nehmung versichern kann, eben ihre ausreichende Ver— flegung und ein genügendes Unterkommen, und es würde mich freuen, wenn ich durch diese Berichtigung den unge⸗ heuerlichen Gerüchten über die Leiden unserer Truppen die Spitze abbrechen könnte. Die 25. Division, die bekannt⸗ lich im Verband des 9. Armeecorps steht, ist nicht schlech⸗ ter verpflegt, wie andere Divisionen— darum sollte man sich aber auch hüten, dergleichen Jammerrufe zu ver⸗ breiten, welche in nichthessischen Tagesblättern weit seltener zu finden sind.
Darmstadt. Der berühmte Augenarzt Professor v. Gräfe in Berlin, welcher den Herrn Dr. A. Weber dahier schon seit Jahren als seinen besten Schüler aner— kannte, hat demselben seine reiche und einzig dastehende Justrumentensammlung testamentarisch vermacht und ist dieselbe dieser Tage hier eingetroffen. Herr Dr. Weber hat diese Sammlung kurze Zeit für dafür sich Interessirende in seiner Klinik ausgestellt.
Mainz. Es kommen, nachdem das Barackenlager fast geleert war, in letzter Zeit bier wieder frische Zuzüge französischer Gesangenen an. Man will hierin eine Be— stätigung der Nachricht erblicken, daß dahier die Formation der ehemaligen Kaisergarde vorgenommen und die frisch equipirten Mannschaften, wie man hört, bis zur Höhe von 28000 Mann, dann gleich gegen die Insurgenten verwendet werden sollen.
Königsberg. Aus dem französischem Kriege ist, seltsamer Weise, ein preußischer Soldat mit einem franz ö sischen Orden nach Königsberg zurückgekehrt, einer Reliungsmedaille, die sich der brave Deutsche für die in Nancy bewirkte Rettung eines Franzosen aus der Gefahr des Ertrinkens verdiente.
Wien. Der Versfasser der„Kleinen Chronik in einem Wiener Blatte leistet bei Beschreibung des in Meran zum Empfange des Kaisers Franz Joseph arrangirten Schützenfestes folgenden Satz, der es verdient, ebenbürtig neben den der„Allerhöchst strotzenden Gesundheit J. Maj. der Kaiserin? gestellt zu werden, welche vor wenigen Monaten der Feder seines Innsbrucker Collegen entströmte. Besagter Satz lautet wörlich:„Ueber das Anllitz des Kaisers huschte zuweilen ein leises Lächeln, rasch wie Eidechsen uber Felsen— das übrigens die ernste Haltung Sr. Majestät kaum alterirte.“
Verloosung des Gustav-Adolf-Frauen-Vereins.
Der unterzeichnete Vorstand beabsichtigt nun in diesem Monat die, schon im Mai vorigen Jahres. angekündigte und wegen des Krieges verschobene Verloosung vorzunehmen und wendet sich deßhalb an die Freundinnen des Vereins mit der ver— trauensvollen Bitte, denselben zu diesem Behuf mit weiblichen Arbeiten unterstützen zu wollen. Zur Empfangnahme derselben, sowie anderweitiger Gaben, welche vor Ende dieses Monats erbeten werden, erbieten sich folgende Mitglieder des Vor- standes: Frau Bindernagel, Frau Fertsch, Frau Huber, Frau Köhler, Frau Meier, Frau Schwabe.
Friedberg den 2. April 1871.
Der Vorstand des Gustav- Adolf-Frauen-Vereins.


