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Beilage.
Hherhessischer Anzeiger.
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Preußen. Berlin. des Koͤnigs hat in Berlin die freudigste Auf— regung hervorgerufen. Bald nach ihrem Be— kanntwerden hatten alle Häuser geflaggt. Gegen Abend versammelte sich eine ziemliche Volks— menge vor dem Palais der Koͤnigin, der eine Ovation dargebracht wurde.
— 18. Januar. Abgeordnetenhaus. Nach der Verlesung der kgl. Proclamation durch den Minister Itzenplitz erklärt Präsident Forckenbeck: Mitten in dem unserem Vaterlande zur Wahrung seiner Rechte und seiner Ehre und zur Verthei⸗ digung seiner Sicherheit aufgezwungenem Kriege, am Gedächtnißtage der Krönung der preußischen Könige, empfaugen wir tiefbewegt soeben die kgl. Botschaft. Wir boffen, daß auch der letzte deutsche Stamm bald dem großen Vaterlande seine Schuld abtragen werde, daß zur Gewährung der Sicherheit Deutschlands der Zustand der Bedrohung auf— hören und die Zeit steten Friedens beginnen werde in einmüthiger Vereinigung aller deutschen Stämme unter der Leitung der Krone Preußens. In diesem Sinne fordere ich Sie auf, diesen Ge— fühlen Ausdruck zu geben in dem Rufe: Der deutsche Kaiser, unser allergnädigster König und Herr lebe hoch!— Das Haus stimmt begeistert ein. Der Präsident schlägt vor, zur Beantwortung der königl. Botschaft eine Adreß Commission von 21 Mitgliedern zu wählen, welche sofort unter dem Vorsitz des Präsidenten zusammentritt.
— 18. Jan. Herrenhaus. Der Handels- minister Itzenplitz verliest die Proklamation des Königs, welche das Haus stehend anhört. Nach Verlesung sagt der Präsident: Ich darf hier wohl Namens des Hauses auesprechen, daß wir Alle mit tiefbewegtem Herzen die Proklamation des theuern Königs vernommen. Wir wissen, daß das Band, welches uns mit ihm vereint, kein festeres werden kann, aber mit freudiger Zuversicht wollen wir im Aufblick auf die wunderbare Fügung Gottes von Herzen zustimmen und ausrufen: „Unser König, der Kaiser von Deutschland lebe boch!“ Das Haue stimmt begeistert ein und wiederholt den Ruf drei Mal.
— Die„Provinzial Corresp.“ schreibt be- züglich der Londoner Conferenz: Die vorgängige Verständigung unter den Mächten über die wesentlich in Betracht kommenden Punkte bürge dafür, daß die Conferenz nicht ohne günstiges Ergebniß ver laufen werde.
— Wie verlaulet, hat Lord Granville in einer Depesche an den Grafen Bismarck seine volle Genugthuung über die Behandlung der Angelegenheit wegen der in ber Seine versenkten Schiffe kundgegeben. Am Schluß der Depesche ist die Erwartung ausgesprochen, daß diese Be- handlung zur Befestigung der zwischen Deutsch⸗ land und England bestehenden freundschaftlichen Beziehungen dienen werde.
— Die„Nortd. Allg. Zeitung“ bestätigt, daß wegen des völkerrechtswidrigen Verfahrens der Franzosen gegen deutsche Handelsschiffe be⸗ schlossen wurde, den bei dem Beginn des Krieges ausgesprochenen Verzicht auf die Aufbringung und Wegnahme französischer Handelsschiffe zurück, zunehmen. Da indessen neutrales Gut im Ver- trauen auf den obigen Verzicht in französische Schiffe verladen sein kann, so wird die Maßregel erst in vier Wochen vom 12. Januar ab in Vollzug gesetzt. Die erforderlichen Verfügungen zur Ausführung des gefabten Beschlusses sind dem Vernehmen nach bereits ergangen.
Luxemburg Eine Abtheilung luxemburgi⸗ scher Chosseurs hat die Ortschaften Dieffendingen, Niederkorn, Rodingen und Pettingen bei Longwy besetzt. Die Altersklasse 1868 ist einberufen worden. Dem Vernehmen nach ist die luxem- burgische Regierung damit einverstanden, daß ein — Commissär für Luxemburg ernannt wird. Frankreich. Bordeaux. Es liegen folgende zwei Telegramme des Generals Faidherbe
Die Proklamation] vor:„Arras, 12. Jan., 3 Uhr 35 M. Nach-
mittags. General Faidherbe an den Commissär der Vertheidigung und den Major-Adjuncten. Bei meiner Ankuft in Bapaume erfahre ich mit Bestürzung, daß Peronne in den Händen der Preußen sich befindet; ich war ja doch in der destimmtesten Weise benachrichtigt worden, daß am 3. Jan. in Folge der Schlacht bei Bapaume die Belagerung aufgehoben worden sei und die Belagerungsartillerie sich vom Platze zurückgezogen habe. Seitdem hatte ich Angesichts der preußlischen Armee, im Vertrauen auf die täglichen Berichte, die mir anzeigten, daß das Bombardement nicht begonnen habe, manövrirt. Was ist vorgegangen? Wenn Sie es erfahren, lassen Sie es mich wissen. Es ist gewiß, daß während der Beschießung die Artillerie von Peronne die Belagerungsartilleri: vernichtet hatte, und daß die Werke dieses Platzes unberührt geblieben waren.“—„Achiet, 13. Jan., 10 Uhr 15 Min. Vormittags. Oeneral Faid⸗ herbe an den Vertheidigungs- Commissär, den Major-Adjuncten und den Kriegsminister. Ich habe entschieden, daß der Commandant des Platzes Peronne vor ein Kriegsgericht gestellt werden soll, um Rechenschaft abzulegen für die Uebergabe dieses Platzes, da seine Werke unversehrt waren und eine Hülfsarmee 5 bis 6 Meilen entfernt davon zum Entsatz manövrirte.“
— Eine Depesche aus Laval vom 13. d. sagt: Die Armee Chanzp's hat am Donnerstag in sehr guter Ordnung die Rückzungsbewegung auf neue Positionen vollführt. Das 21. Corps kämpfte mit großer Energie gegen 3 Divisionen des Großherzogs von Mecklenburg. Die Haltung des Generals desselben, Jaures, kann nicht genug ge⸗ lobt werden. Der Feind hat in den letzten drei Tagen viel gelitten. Die französischen Verluste sind auch ernstlich.
— Eine Depesche Bourbaki's aus Onans
vom 13. sagt: Wir haben die Dörfer Arcey und St. Marie mit Begeisterung genommen, ohne all— zugroße Verlaste im Vergleich zu den gewonnenen Resultaten. Ich gewinne noch immer Terrain. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Armeecorps— Commandanten und Truppen. Manövrirend habe ich Dijon, Gray, Lure, Vesoul vom Feind ge— räumt; den letzteren Ort haben meine Plänkler besetzt. Die Tage von Viller-Sexel und Arcey gereichen der ersten Armee zur großen Ehre, welche seit 6 Wochen in der strengsten Jahreszeit be— ständig operirt hat und trotz Kaͤlte und Schnee marschirt ist. Eine Depesche des Generals Bourbaki vom 15. d. sagt: Die Armee hat sich den Tag über geschlagen. Diesen Abend halten wir ver— schiedene Positionen und Montbelliard, mit Aus— nahme des Schlosses, besetzt. Morgen werden wir bei Anbruch des Tages den Kampf fortsetzen. Wiewohl wir starke Streitkräfte und hauptsächlich eine mächtige Artillerie vor uns haben, hoffe ich doch, noch Bahn zu gewinnen und vorzurücken.
— Das„Journal des Dedats“ ergeht sich des Längeren und Breiteren über die aus Anlaß der Räumung des Mont Avron veröffentlichten deutschen Berichte, und beschuldigt dieselben der Lügenhaftigkeit, da weder ein Geschütz noch irgend- welche Munition dort in die Hände der Deutschen gefallen sei. Das Blatt schöpft seine Information, wie es versichert, aus dem Munde glaubwürdiger Personen, und schließt daraus: man müsse allen Er— zählungen mißtrauen, die man in den den Gefangenen oder Getödteten abgenommenen Blättern finde.
— Die Bestätigung der Wegnahme französi⸗ scher Schiffe durch die„Augusta“ und deren Miischleppung bis Plymouth erregte hier tiefere Sensation, als alle Vorfälle bei der Ostarmee. Die gesammte Presse verlangt energisch die Ab- setzung Fourichon's, der auf Gambetta's Bitte nur noch dessen Heimkehr von der Westarmee abwartet.
— Gambetta hat sich auf Wunsch des Generals Changy zur Westarmee begeben. Es ist die Meldung
hierher gelangt, daß die Preußen Tours bedrohen. Die Telgraphen⸗ und Eisenbahn- Verbindung zwischen Tours und Le Mans ist unterbrochen.
— Aus Nevers, 17. Jan., wird gemeldet, daß der Feind in einer Stärke von 4—5000 Mann Avallon angegriffen und später ostwärts gegangen ist. Gambetta ist am 17. Januar in Laval eingetroffen.— General Faidherbe hat die Nachricht hierher gesandt, daß er am 16. d. durch eine fliegende Colonne St. Quentin besetzen ließ.
Aus Paris wird gemeldet, es seien Vor— kehrungen beabsichtigt, die Bewohner des linken Seine- fers, soweit als möglich, auf dem rechten Ufer unterzubringen. Das Bombardement er— reichte bisher das 4., 5., 6., 7., 14., 15 und 16. Arrondissement.
Valenciennes. Der Präsident der Muni⸗ cipalcommission ordnet auf Befehl des Gent ral Faidherbe die Unterwassersetzung, der Umgebung der Stadt an und fordert die Einwohner auf, Vorsichtsmaßregeln zu treffen.
— Der„Moniteur universel“ theilt in seinem amtlichen Theil ein Decret der Regierung mit, nach welchem in Ansehung dessen, daß Gründe vorliegen, die Sympathien der nach Algier geflüchteten Hannoveraner anzuerkennen, in Algier eine In- fanterie-Compagnie als Corps unter der Begeich⸗ nung„Hannövrische Hülfstruppen“ gebildet wird. Es soll eine Stärke von 200 Mann haben und wird wie eine französische Compagnie nach Sold, Leistung und Uniform organisirt. Der Kriegs- minister ist mit Ausführung des Beschlusses be⸗ auftragt.
Brest, 18. Jan. Heute erhielten 7 Trans- portdampfer den Befehl, nordwärts abzusegeln, vermutblich nach Cherbourg, um die im dortigen Lager befindlichen Truppen schleunigst nach St. Malo zu bringen, von wo die Eisenbabhn in drei Stunden nach Rennes führt.
Havre. Die Preußen haben den Maire und die Notabeln von Bolbeck gefangen weg— geführt. Sie verlangten 100,000 Frs. Lose⸗ geld. Die 50,000 Mann Verstärkung, welche von Cherbourg abgegangen waren, um sich mit Chanzy's Armee zu vereinigen, konnten nicht zu derselben gelangen, da die Eisenbahn unterbrochen war. In Cherbourg ist eine große Anzahl Truppen und Matrosen concentrirt
Belgien. Brüssel. Aus Arlon, 16. Jan. wird gemeldet: Am Freitag, Sonnabend und Sonntag haben Ausfälle der Besatzung von Longwy stattgefunden, um die Erbauung der Be— lagerungs-Batterien zu verhindern. Augenscheinlich wurde der Zweck in keiner Weise erreicht, da heute die Einschließungslinie— selbstverständlich mit Ausnahme der belgischen Seite— vollendet ist. Dem Vernehmen nach wurde die luxem— burgische Regierung von Seiten Preußens auf preußenfeindliche Vorgänge in der Gegend von Grevenmachern aufmerksam gemacht.
— Der Präfekt vom Departement du Nord, Legrand, ist durch Paul Bert ersetzt. Legrand hat seine Entlassung selbst nachgesucht, weil er das Todesurtheil der verurtheilten Mobilgarden nicht unterzeichnen wollte.— Das Bombarde— ment von Longwy vom 17. d., ist wirkungslos geblieben. Deutscherseits will mau zur Wieder⸗ aufnahme desselben die Ankunft von Belage— rungsgeschützen abwarten.
— Die„Etoile belge“ bringt eine Depesche aus Blandin vom 18. d.: Die Armee des General Faidherbe ist am Montag in Fins (einem Dorfe auf der Straße von Cambrai und Peronne) angekommen. Gestern Morgen hat ein Gefecht zwischen den Vorposten statt— gefunden. Die Preußen haben sich vor der Uebermacht zurückgezogen. Gestern Abend wurden die Preußen unweit Bapaume und in der Umgegend von Akras signalisirt. Nach Arras ist Befehl ergangen, das Eifenbahn— material nach Lille zu flüchten.


