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1871.
Donnerstag den 20. April.
n 46.
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Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
sischer Anzeiger.
Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 13 sub 1. Bekanntmachung, die Geltung des Gesetzes über die Verpflichtung zum Kriegedtenst vom 9. November 1867 in Würtemberg, Baden und Hessen südlich des Mains betr. sud 5. Bekanntmachung, den Verlust von Juvaliden⸗Wohlthaten wegen flrafgerichtlicher Verurtheilung betr.
Friedberg den 18. April 1871.
Betreffend: Die Vornahme der Feuervisitatton für d
as Jahr 1871.
Krelsamt Friedberg.
Großherzogliches Trapp.
Friedberg am 18. April 1871.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Assenheim, Bauernheim, Beienheim, Bruchenbrücken, Friedberg, Ilbenstadt, Langenhain, Maibach, Nieder-Wöllstadt, Ober-Wöllstadt, Ockstadt, Oppershofen, Rödgen und Steinfurt.
An die sofortige Erledigung unserer Verfügung vom 14. Februar d. J. erinnern wir Sie.
Tra p. p.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Johannes Reitz II. von Kirch⸗Göns ist als Mitglied des dasigen Wiesenvorstandes bestellt und verpflichtet worden.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der„Frkft. Pr.“ wird von hier gemeldet: Am 26. April wird S. K. H. der Großherzog den Tag seines 50jährigen mili— tärischen Dienstjubiläums begehen, resp. den Tag, an welchem derselbe vor 50 Jahren in das groß— herzogliche 1.(Leib-Garde-) Infanterie-Regiment eintrat. Dieses Regiment ist— beiläufig bemerkt — eines der ältesten in Deutschland; es feierte unlängst den Charakter seines 250 jährigen Be— stehens.
— Hr. v. Dalwigk ist zum Regierungs- Commissär bei den hiesigen Banken an der Stelle seines Nachfolgers ernannt worden. Durch die Ernennung des Hrn. v. Bechtold zum Minister würde außerdem die mit dem Präsidium der landwirthschaftlichen Vereine verbundene Stelle eines Raths im Ministerium des Innern frei werden.
— Der Provinzial-Direktor der Provinzial Direktion Starkenburg und Kreisrath des Kreises Darmstadt Dr. Theodor Goldmann ist zum Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Starkenburg und in Verbindung hiermit zum Präsidenten der Centralstelle für die Land- wirthschaft und die landwirthschaftlichen Vereine ernannt worden.
— Eine Anzahl Einwohner der Stadt Wimpfen hat sich kürzlich mit einer Eingabe an die hessische Regierung und an den Reichskanzler gewendet und um Abtretung ihrer Stadt, welche als Enclave zwischen Würtemberg und Baden durch den staat- lichen Zusammenhang mit Hessen im Aufblühen geschädigt werde, an Würtemberg oder Baden, am liebsten an ersteres, gebeten. Es wird die Willfahrung dieser Bitte wegen der in Wimpfen befindlichen Saline und wegen Mangels eines geeigneten Tauschobjektes ihre großen Schwierig- keiten haben.
Berlin, 17. April. Reichstag. Staats- minister Delbrück beantwortet die Interpellation des Grafen Luxburg, betreffend die handelspolitische Lage des Elsasses. Delbrück erklart, dieselbe sei nach Ansicht des Bundesrathes unhaltbar. Die französische Regierung zu Versailles hat indessen angeordnet, daß die Erzeugnisse des Elsasses und Lothringens bis zum definitiven Friedensabschluß zollfrei nach Frankreich eingeführt werden können, wenn sie mit dem Ursprungszeugniß versehen sind. Die Zollbewachung der neuen Grenzen gegen Frankreich sei noch nicht eingeführt. Die Einfuhr französischer Erzeugnisse nach dem Elsaß sei jedoch sehr unbedeutend, erheblicher sei die Einfuhr aus der Schweiz; es ist daher die Besetzung der Grenze gegen die Schweiz angeordnet.— Ein
Gesetzentwurf, welcher die Aufhebung der gegen— wärtigen Zollgrenze Deutschlands gegen den Elsaß und Lothringen bezweckt, wird dem Reichstag noch in dieser Session vorgelegt werden.
— 18. April. Reichstag. Auf eine Inter- pellation des Abg. Lucius wegen der Beförderung von Packeten an die Truppen in Frankreich erklärt Staatsminister Delbrück, die Postverwaltung habe vor acht Tagen Schritte gethan, um festzustellen, ob die Beförderung von Packeten jetzt möglich sei; die Lage sei gegen den Krieg verändert, da die französischen Behörden die Eisenbahnverwaltung übernommen hätten; die Postverwaltung habe mit diesen Verhandlungen angeknüpft, es werde Alles geschehen, um die der Packetbeförderung entgegen stehenden Schwierigkeiten zu beseitigen. Die Interpellation Gerstner's wegen der Verkehrs- stockungen auf den Eisenbahnen erklärt derselbe Minister in acht Tagen beantworten zu wollen.
— Die Fractionen des Reichstages haben augenblicklich folgende Stärke: Nationalliberale 114, Centrum(Clericale) 56, Conservative 48, deutsche Fortschrittspartei 43, deutsche Reichspartei 35, liberale Reichspartei 28, Polen 13,„Wilde“ 38, erledigte Mandate 7, in Summa 382.
— Bekanntlich ist das Herzogthum Lauen⸗ burg nur in Personalunion mit Preußen. Wie das W. T. B. aus Ratzeburg sich melden läßt, soll dem auf Freitag über acht Tage einberufenen Landtage von Lauenburg eine Vorlage wegen Einverleibung des Herzogthums in den preußischen Staat gemacht werden.
— Die Telegraphenstationen des Elsasses und Deutsch Lothringens werden vom 20. April an zur Annahme und Beförderung von Privatdepeschen in demselben Umfange ermächtigt, wie die übrigen Stationen des norddeutschen Telegraphengebietes
— Das am 13. April ausgegebene Verzeich⸗ niß der Mitglieder des deutschen Reichtages weist zunächst 366 Mitglieder nach; darunter befinden sich 3 Prinzen, 1 Herzog, 6 Fürsten, 66 Grafen und Rittergutsbesitzer, 8 Minister a. D., 15 wirkl. geh. Räthe, Oberpräsidenten und geh. Regierungs- räthe, 23 Erblämmerer, Hof- und Reichsräthe, Regierungs-Präsidenten, Legationsräthe 10, 23 Landrätbe, 1 Präfekt des Departements Nieder rhein(Graf v. Luxburg), 8 Militärs, worunter 1 General, 12 Geistliche, darunter 1 Bischof, 44 richterliche Beamte, 18 Advokaten, 24 Rechts- anwälte und Justizräthe, 3 Staatsanwälte, 15 Gutsbesitzer, 9 Buͤrgermeister in und a. D., 12 Senatoren, Stadtverordnete und Stadtverordneten— vorsteher, 18 Professoren, 9 Schriftsteller und
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Redakteure, 2 Buchhändler, 20 Kaufleute und Fabrikanten, darunter 4 Commerzienräthe, 14 Reutiers, 6 Aerzte, 1 Apotheker, 14 Gymnasial⸗ Direktoren und Lehrer und 1 Drechslermeister. Das adlige Regiment ist außerordentlich stark, über 150 Mal vertreten, so daß auf 4 bürger⸗ liche Abgeordnete drei vom Adel kommen.
— Der preußische„Staatsanz.“ schreibt: „Nach nunmehr auf allerhöchsten Befehl erfolgter Auflösung der Südarmee sind die Commando- Verhältnisse innerhalb der otcupirten Gebietstheile Frankreichs vorläufig wie folgt geregelt: Die 1. Armee unter Befehl des Generals der In- fanterie v. Göben umfaßt das 1. und 8. Armee⸗ corps, die 17. Infanterie- und die 3. Cavalerie- Division. Die 2. Armee, deren Oberbefehl während der längeren Beurlaubung des General- Feldmarschalls Prinzen Friedrich Karl der General der Cavalerie Freiherr v. Manteuffel führt, besteht aus dem 2., 3., 5., 9., 10. Armetcorps, der 1., 2., 4. und 6. Cavalerie-Division. Die 3. Armee, unter dem Oberbefehl des Kronprinzen von Sachsen, setzt sich aus dem Garde-, 4., 6., 11., dem 1. und 2. bayerischen Armeecorps, der Garde- und 5. Cavalerie-Division zusammen. Außer diesen drei Armeen bestehen als selbständige Militär-Commandos direkt unter dem Oberbefehl über die gesammten deutschen Heere die General- Commandos des 7., des 12.(sächsischen) Armee⸗ corps, letzteres mit der zugehörigen Cavalerie- Division, und das Commando der würtembergischen Feld⸗Division. Auch das General-Commando des 15. Armeecorps in Straßburg, sowie das dortige General- Gouvernement für Elsaß und Deutsch Lothringen ressottiren direkt vom Ober- commando der deutschen Heere.“
München. Das entschiedene Auftreten von Döllinger's und seiner Gesinnungsgenossen hat namentlich unter der katholischen Bevölkerung Bayerns eine große Aufregung hervorgerufen, welche sich auf der einen Seite durch zahlreiche Zustimmungsadressen an v. Döllinger zu erkennen gibt, auf der andern Seite Proteste und Ver⸗ wahrungen des Clerus und seiner Anhänger zur Folge hat. Ein dahier erscheinendes Blatt, das „Vaterland“ stellt dem König von Bayern,„sofern er dem Dr. Döllinger Glauben schenke, ihn be— schütze, begünstige oder vertheidige“, die Aus- schließung aus der katholischen Kirche in Aussicht. Mit großer Spannung steht man deßhalb aller wärts dem weiteren Verlaufe dieser religtösen Streitigkeiten entgegen, die zwar zunächst. die katholische Kirche berühren, dennoch aber auch für den Protestantismus von hohem Intexesse sind.


