Ausgabe 
12.12.1871
 
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Ausland.

Oesterreich. Wien. DieN. Fr. Presse deutet an, daß der Justizminister eine Strafrechts reform durch den Antrag auf Einführung des deutschen Strafgesetzbuches in Oesterreich zu be⸗ werkstelligen gedenke.

Frankreich. Parte. Aus dem nunmehr vorliegenden Wortlaute der Botschaft Thiers sind solgende Sätze hetvorzuheben:Frankreich will den Frieden; es erklärt dies auf Ehre und wird von diesem feierlich gegebenen Worte nicht ab · weichen. Uebrigens werde diese Anschauung von anderen Staaten getheilt. Diejenigen, welche am Kriege theilgenommen, find ermüdet, die Anderen von Schrecken erfüllt. Der Krieg werde gegen wärtig so furchtbar geführt, daß jeder rechtschaffene Mann, Fürst oder Bürger, vor der bloßen Idee zurückschrecken muß, die Menschheit ohne dringendste Nothwendigkeit demselben auszusetzen. Da Frank- reich, welches ein Recht hätte, mit seinem Schick sal unzufrieden zu sein, den Frieden will, so gibt es keine mögliche Voraussicht, welche den Krieg desorgen ließe. Ferner heißt es:Wir be⸗ schwören die Bevölkerung, mit Geduld die Occu⸗ vation zu ertragen und das Uebel nicht zu ver größern durch unvorsichtige Handlungen, welche das Uebel nicht abfürzen würden, sondern im Gegentheil von Neuem die Sicherheit Frankreichs oder seine Würde gefährden könnten. Für Die⸗ jenigen, welche glaubten, daß man durch Tödtung tines Fremden keinen Mord begehe, muß ich hin⸗ zufügen, daß dies ein veräbscheuungswürdiger Irr- hum ist, daß ein Fremder ein Mensch ist und daß für ihn die heiligen Gesetze eben so unver letzlich bestehen, wie für unfere eigenen Lands⸗ leute. Schließlich berührt Thiers die Frage der definitiven Regierungsform und sagt: Sie sind ts, welche diese Frage angeht. Wir würden Ihre Rechte verletzen, wenn wir in dieser Beziehung tine übereilte Initiative ergriffen. Sie sind Sou⸗ verän. Ich bin nur einfacher gewählter Ad⸗ ninistrator. Wenn meine Hingebung Ihnen für lurze Zeit noch nutzbringend ist, können Sie be⸗ timmt darauf zählen. Wenn jedoch dieselbe nicht nehr unerläßlich erscheint, wenn Ihre Einsicht in tinem Punkte meine Absichten nicht billigt, so deuten Sie es an, und ich werde das Werk, das Sie mir anvertrauten, in besserem Zustande zurück- geben, als ich es übernommen habe.

Die Verkündigung des Belagerungszustandes in sämmtlichen von den Deutschen befetzten Ge⸗ bieten hat hier eine tiefe Niedergeschlagenheit her⸗ vorgerusen und in der Presse macht sich denn doch auch ein Gefühl der Reue über die bekannten von den französischen Geschworenen gefällten Verdicte geltend. So schreibt derSoir, allerdings niit ohne sich felbst zu widersprechen;,Wir können diese Verfügung nur bedauern, müssen jedoch an⸗ trkennen, daß, wenn Niemand die Gewalt hatte, das Erkenntniß eines französischen Schwurgerichts⸗ hofs zu beeinflusfen oder umzustoßen, unsere 4 chrerseits keinen Grund haben, mit einem Bo schonend umzugeben, welches sie wie gemeingefähr⸗ iche Thiere behandelt, die man ungestraft tödten ann. Die Deutschen haben sich sechs Monate lang bei, uns als wahre Barbaren aufgeführt; se haben gegen uns mit echt teulonischer Wildheit berfahren und das alte jüdische Gesetz:Zahn um Zahn, Auge um Auge zu ihtem Vortheil bis in die zehnte Potenz getrieben. Es steht ihnen also nicht an, sich jetzt darüber zu wundern oder 5 bellagen, daß wir ihre Lehren beherzigt haben.

DasJournal des Debate constatirt, taß die Maforität der Nationalversammlung im Ganzen durch vie Botschaft befriedigt fa. Die radikalen Blätter dagegen tadeln die Botschaft, weil dieselbe zuviel Nachgiebigkeit. die Najoritab an den Tag lege und weil darin veder von der Rücktehr nach Paris, noch 1 einer Amnestie die Rede sei. Viele Journale der Partei- Färbungen bedautrn, vaß Thiers

Serhessschet

zuschlagen.

Volk bleibt unwissend.

sich nicht habe entschlicßen können, 1 vollständige Durchführung der allgemeinen Militaͤrpflicht vor⸗

Es wird verfichert, daß bie Orleans, falls die Schrilte, welche die Prinzen Aumale und Joinville bei Thlers gethan haben, nicht zu einem Resultat führen, ihre Mandate niederlegen und eine neue an nichts gebundene Wiederwahl pro⸗ vociren werden..

Versailles. In der Nationalversammlung brachte der Finanzminister Pouyer⸗Quertler einen Gesetzvorschlag, betreffend die Zurückerstattung der Güter der Familie Orleans, ein. Duchatel ver⸗ langt. daß sich die Versammlung fir die Dring⸗ lichkeit seines Antrags auf Verlegung des Sitzes der Nationalversammlung, der Exeécutivgewalt und der Mixisterien nach Paris ausspreche. Der Minister des Innern erklärt hietauf, die Regierung werde erst nach begonnener Debatte ihre Ansicht in dieser Angelegenheit äußern. Die Dringlichkeit des Antrags wird mit einer schwachen Majorität verworfen. Die Dringlichkeit des Antrages Heivs ein Plebiscit über die Frage auszuschreiben, ob die Regierungsform Mornarchie oder Republik sein solle, wird fast einstimmig abgelehnt. An⸗ träge auf Aufhebung des Belagerungszustandes im Rhonedepartement und die Freiheit der öffent⸗ lichen Versammlungen bei den Generalrathswahlen werden verworfen. Ein Antrag Rouvier's, be⸗ treffend die Aufhebung des Belagerungszustandes in Marseille, wird abgelehnt. Ordinaire greift in heftigen Ausdrücken die Begnadigungscommission an. Die Kammer spticht fast einstimmig einen Tadel gegen denselben aus. Der Justizminister legt einen Gesetzentwurf vor, welcher die Verfolgung derjenigen Blätter bezweckt, die die Begnadigungs⸗ commission beleidigen. Die Dringlichkeit für den Entwurf wird mit grpßer Majorität genehmigt.

Großbritannien. London.Times, Daity News undMorning post sprechen sich in scharfen Worten über Thiers' Botschaft aus und bedauern dessen vollständiges Schweigen über die brennenden Fragen. Die genannten Blätter halten das Vertrauen Thiers auf den Erfolg der angekündigten Finanzpolitik für illusorisch. Die Times sagt: Die Aussichten für die Zukunft sind: Ein gelähmter Handel, verminderte Gehalte und Einnahmequellen und Abnahme des Nationalreichtums; dagegen ge⸗ steigerte Ausgaben, Vermehrung des Papier⸗ geldes und eine große militärische Organisation. Thiers schafft hierdurch zwar eine geschickte Armee, aber das mit Steuern überbürdete Die Franzosen über⸗ nehmen mit ihm die Verantwortung, wenn sie eine so traurige Politik nicht hindern.

Itaien. Rom. Der internationale Telt- graphencongreß ist besuchter als man erwartete; unter den Delegirten sind vertreten: Türkei, Ser⸗ bien, Rumänien, Griechenland, Rußland, Schweden, und Norwegen, Dänemark, Niederlande, Belgien, Luxemburg, England, Frankreich, Spanien, Por- tugal, Oesterreich, Ungarn, Deutschland, Bayern, Würtemberg, Persien, Japan.

Rußland. Petersburg. Bei dem Georgsordensseste brachte der Kalser Alexander folgenden Toast aus:Auf das Wohl des Kaisers Wilhelm, des ältesten Ordensritters, auf das Wohl der anderen Ordensritter seiner Armee, deren würdige Repräsentanten heute um mich zu sehen mich mit Stolz erfüllt. Ich wünsche und hoffe, daß die innige Freundschaft, die uns verbindet, in künftigen Generationen fortdauern wird, ebenso wie die Waffenbrüderschaft beider Armeen, welche qus unvergeßlicher Zeit datirt. Ich sehe darin die beste Garantie für den Frieden und die ge setzliche Ordnung in Europa.

Türkei. Konstantinopel. DerLevant Herald meldet, daß gelegentlich der Verbringung einer Reliquie von Landungsplatze zum griechischen

meiger.

M 146.

versammelte. Die Polizei suchte das Eindringen der Volksmenge in das Patriarchalgebäude zu verhindern, wodurch Unordnungen entslanden. Der Patriarch selbst mußte flächten und konnke nur auf Umwegen in das Patriarchalgebäude gelangen.

Amerika. Los Angeles in Califonlen, war am 24. Oct. der Schauplatz schrecklicher Greuel⸗ stenen, worüber wir einem Berichterstatter der Newyork Tribune das Folgende entnehmen: Nachdem sich die Nachricht verbreitet hatte, die Häuser einiger dort ansässiger Chinesen seien mit Gold angefüllt, versammelte sich ein Pöbelhaufe, aus Irländern und einigen Mexikanern bestehend, vor einem dieser Häuser, um es zu plündern. Die Chtnesen verbarrikadtrten fich, Schüsse wurden gewechselt, und ein Amerikaner wurde getödtet. Dann folgte Mord und Plünderung. Der Pöbel erzwang sich den Eingang, schoß 4 Chinesen nieder, verwundete 7 bis 8 und machte 17 Ge⸗ fangene, welche sofort aufgeknüpft wurden. Das Aufknüpfen geschah alle 17 Mal nach einem Muster. Daher genügt die Beschreibung der erstenHin⸗ richtung: Zwei Irländer führten Weng Chin, tinen chinesischen Kaufmann, unter dem Jauchzen der Menge durch die Stadt, und wenn der Un⸗ glückliche einen Augenblick zögerte, oder sich los⸗ zumachen suchte, dann stieß ihm ein halbtrunkener Mexikaner, welcher die Nachhut bildete, die Spitze seines Dolchmessers in den Rücken. Der Aermste beschleunigte darauf seint Schritte, gab aber keinen Laut des Schmerzes von sich. An der improvi⸗ sirten Richtstätte angelangt, wurde er nach kurzen Vorbereitungen aufgeknüpft. Aber er schiennicht recht zu hangen. Deßbalb kletterte ein brutaler Irländer auf seine Schultern und tanzte auf den⸗ selben herum, so daß er ihm den Halswirbel zer⸗ brach. Als ob dies den Tod noch nicht genug beschleunigte, 88 auf ihn geschossen und nach ihm gestochen, während der Pöbel auf teuflische Welse gellte. Dikse und ähnliche Greuelscenen kamen bei den verschiedenen vorgenommenen Hin⸗

richtungen vor. 1

Mittheilungen aus dem Verein der Gustav- Adolphs⸗ Stiftung. 3

Vor einem Jahre war die franzöoͤsische Stadt Le Mans in allet Mund. Hter hatten die Franzosen ein befestigtes Laget errichtet, das nach einer dreitägigen Schlacht von unsern tapfern Truppen erstürmt und genommen wurde. In Le Mass gibt es eine kleine evangelische Gemeinde, diese hesitzt ein unscheinbares Gotteshaus, das von außen nur durch ein Kreuz und die Inschrift teinple Gvangeligue erkennbar ist. Bel der Oceupatlon wurde es als Pferde⸗ stall benutzt und in Folge davon ihm ein Schaden von 800 900 Fres. zugefügt. Als der Divistonsprediger Schröder davon Kenntniß erhielt, trug er alsbald Sorge, daß es durch den Major des Bataillons, der das Gottes⸗ haus in Benutzung genommen hatte, wieder geräumt wurde. Ferner hat er bei Gelegenheit eines Gottes⸗ dienstes eine Collecte für Herstellung dieser Kirche erhoben. Da diese guten Erfolg hatte, wandte er sich an sämmt⸗ liche Truppentheile der Brandenburger Division, um für denselben Zweck weitere Gaben zu erbitten. Auf diesem Wege kam für die Kirche 1670 Fres. zusammen. Der günstige Erfolg hat nun den Gedanken erregt für die evangel. Gemeinde in Le Mans ein neues Gotteshaus an würdigerer Stelle und in würdigerer Ausstattung zu erbauen. Herr Pfarrer Schröder schreibt darüber:Wenn man nach dem Kriege von 1866 der Evangelischen in Böhmen und Mähren zwiefach hülfreich gedacht hat in dem Gustav⸗Adolphs⸗ Verein, sollte nach diesem viel größeren Kriege und Siege nicht ein Aehnliches für die ebangelischen Glaubensgenossen Frankreichs geschehen konnen? Sollte nicht gerade Le Mans ein geeigneter Punkt sein zur Bezeichnung des Siegeszuges der deutschen Heere im Westen Frankreichs, um dork noch ein anderes Denkmal zu stiften, als verwüstete Dorfer und Felder und bald vergessene Heldengräbek, zugleich Bollwerke des Streites und Sieges des Wängelisch n Glaubens? Auch in Le Mans fehlt es nicht an evangelischen Deutschen, denn es ist eine große Fabrikstadt. Nach der Austreibung der Deutschen sind mir noch persöͤnlich deutsche Schneider, Dienstboten u. s. w. begegnet, welche an unserm Militär-

ottesdienste Theil Nene Für die Provinz Maine rere die festere Beg ung der evangellschen Kirche und deren Hauptstadt von

Patriarchalgebäude sich eine große Menschenmenge

roßer Bedeutung, da es außerdem nur noch eine wwangelsche Gemeinde in Angers gibt.