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nihberg.
Beilage.
Sileßen. Der„Gieß. Anz.“ enthält folgenden Brief eines Soldaten unseres 7. Inf. Regis.„Nun bin ich wie⸗ der ganz gesund, die Blattern haben wenigstens mein Ge— sicht nicht verunstaltet. Ich bin am 14. Januar mit emei⸗ nen Blattern zu Fuß mitgegangen; ich wollte nicht ge— fangen sein; noch 18 Cameraden haben es ebenso gemacht. Doch hätte es uns nichts genützt, mit der Bagage fortzu⸗ gehen, wenn unser Oberst nicht gewesen wäre. Denn die Bagage, die Reiterei und die Artillerte konnten nicht mehr weiter zurück, ein ganzes feindliches Bataillon stand hinter uns aufmarschirl. Alles lief untereinander; wir waren eingeschlossen, von allen Seiten hörte man schießen. Da entstand plötzlich ein furchtbares Hurrahgeschrei auf der Eisendahn. Wir sahen unseren Oberst mit einer Com- pagnie sich auf dieses feindliche Bataillon stürzen und sahen bald die Franzosen davon laufen. Sqhnell setzte sich die ganze Colonne in Bewegung und wir Alle kamen glück⸗ lich durch. Es war unsere 8. Compagnie, welche diesen Sieg erfochten hatte. Hinter Gien kamen wir erst zu ihr. Alle schrieen Hurrah! als sie den Oberst sahen.
Frankfurt. Unsere aus der Gefangenschaft nach Hause zurückkehrenden neuen Landsleute aus dem Elsaß sind bier an der Elsenbahn mitunter Gegenstand kleiner Gaunercten. Es treiben sich daselbst nämlich einige junge Taugenichtse umher, welche sich erbötig zeigen, den Abfah— zenden Besorgungen zu machen, mit dem erhaltenen Geld aber spurlos verschwinden. So ging erst vor einigen Tagen wieder ein solcher junger Gauner mit einem Zwei-Franken⸗ stück durch und der arme Elsässer sah weder Flasche, noch Wein, noch Geld und suhr durstig und geprellt von dannen. Da der Polizei Mittbhellung gemacht wurde, wird den Gaunern das Handwerk wohl gelegt werden.
Frankfurt. Unsere sog. Reichslaterne, welche der Artilleriemajor und Stadteommandant, auch Abgeordneter zum ersten deutschen Parlament, v. Deetz, vor nun 22½ Jahren errichtete, ist nunmehr bei Restauration des Pfarr⸗ thurms von ihrer erhabenen Stellung verschwunden, nach— dem sich nie Gelegenheit geboten, sich ihrer der ursprüng—
lichen Bestimmung gemäß als Signal bei allenfallsigen
Unruhen in Frankfurt zu bedienen.
Darmstadt. Am Montag Morgen bielt das Merse— durger Landwehr⸗Husarenregiment seinen festlichen Einzug in unsere Stadt. Dasselbe wurde am Neckarthere, wo sich Tausende von Menschen eingefunden hatten, von einer De— putation des Gemeinderaths, dem Stadt Commandant und verschiedenen Stabsofficieren begrüßt und nahm dann unter fortwährendem Jubel der Zuschauer Ausstellung auf dem Marienplatz, wo die Quartierbillete vekäbreicht wurden. Viele Einwohner batten aus Anlaß des Einzuges geflaggt, und war am Neckarthor eine Eyrenpforte errichtet.
Darmstadt. Bis zu Ende dieser Woche werden sämmtliche hier noch internirten französischen Kriegsge— fangenen nach Frankreich zurücktransporkirt werden. Aus— genommen sind diejenigen, welche kriegsrechtlich zuerkannte Sttafen zu verbüßen haben. Erwähnt dürfte werden, daß bereiis 3 Elsässer freiwillig in das 4. Regiment eingetreten sind und daß etwa 30 seither hier internirte Gefangene, darunter einige Nationalfranzosen, welche lohnende Arbeit bier gefunden und theilweise zarte Verhältnisse angeknüpft haben, sich entschlossen haben, ganz hier zu bleiben. Ein franz. Capitain hat sich bereits ein Haus gekauft.
Darmstadt. Hiesige Blätter meiden vom 1. April: Heute Nacht um 2 Uhr creignete sich auf dem Bahnhof der Hess. Ludwigsbahn ein bedeutendes Unglück. Eine Tenderlocemotive(, Westphalen“) fuhr mit noch einem Packwagen mit voller Dampfkraft trotz der durch frühere Unfälle veranlaßten Hemmvorrichtungen mitten in das Gebäude, in welchem sich das Etappen-Commando be— findet, wo sie wahrhaft grauenhafte Verwüstungen an⸗ richtete In die dicke Mauer, die aus Quadern bestand, ist eine förmliche Bresche gerissen, in welchem die Maschine sest steckt; starke eiserne Träger sind wie leichte Strohhalme geknickt. Veranlaßt wurde der Unfall dadurch, daß Loco— motivführer und Heizer in Folge des furchtbar anstrengenden Dienstes eingeschlafen waren. Einen noch festeren Schlaf muß indeß die Ordonnanz des Etappen ⸗ Commandos ge— habt haben, welche von dem ganzen Unfall nichts merkte und erst durch das zum Tod erschrockene Bahnpersonal geweckt wurde..
Darmstadt. In dem kürzlich ausgegebenen 26. Jah— resbericht des Malhilden⸗Landkrankenhauses zu Darmstadt wird durch Zahlen die allmählig steigende Ent⸗ wickelung des Hauses nachgewiesen. Um den Betrag von 2550 fl. wurde ein Neubau geschafsen für Magazin und Weißzeugverwaltung und besondere Zwecke der Krauken— pflege. Es wurde eine zweite Badeanstalt errichtet, die Hoftaithe Fanalisirt, ein Krankenzelt erworben, 6 Draht, matrazen beschasst ꝛc. Es bestanden in 1869 145 Pflege⸗ verträge mii Gemeinden, und wurden 22,816 Pflegetage gereicht. Das Einlaufeprotocoll der Registratur des Jah⸗ res beirug 1403 Rummern. Der höchste Monatsbestand 105 Kranke. Die Totalsumme der klinisch behandelten Krankheiten 423. Die Tolalsumme größerer Operalionen 97. Die Jahresausgabe betrug 12,173 fl.; die Schenkungen und Vermächtnisse 1526 fl. 40 kr.; die Pflegevergülung 5180 fl. 3 kr.; die Beiträge 4177 fl. 42 kr. ꝛc. Der Vor⸗ stand dankt allen denen aufs Wärmste, welche die Anstalt unterstützten.— Die vertragsmäßige Pflegegebühr mußte auf 12 kr, für je 24 Stunden erböht werden.
Wiesbaden. Der um das Wohl seiner Heimath und die Hebung der Elwerdelhätigkeit hochverdiente be—
Oberhessischer Anzeiger.
N 42.
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kannte Champagnerfabrik⸗Besitzer, Herr C. Burgeff, wurde am 3. d. dahier zur Erde bestattet. Da der katholische Geistliche die Thellnahme an der Leichenfeierlichkeit abge— lehnt hatte, sprach der evangelische Pfarrer die Leichenrede. Eine große Menschenmenge betheiligte sich bei dem Be— gräbniß, das sich zu einer erhebenden Trauerdemonstration der ganzen Stadt gestaltete.
In Baden blabsichtigt man badische Kreuzer mit enisprechendem Gepräge zur Erinnerung an die erlebten großartigen Ereignisse prägen zu lassen. Wenn diese „Friedenskreuzer“ noch vor der im ganzen Deutschen Reiche in Aussicht genommenen Friedensfeier in Umlauf gesetzt werden, so werden dieselben voraussichtlich in vielen Ge— meinden des Landes als eine passende Gabe für die Schul— jugend benützt werden können.
München. Ein Nürnberger Apotheker bat bei dem Sladimagistrat von Regensburg für den durch Franzosen in barbarischer Weise geblendelen bayetischen Soldalen, Joh. Kirmayer von Elterzhausen, die Summe von 750 fl. unter Bedingungen deponirt, welche die nachhaltige Ver⸗ wendung des Capftals zum Besten des Unglücklichen sichern.
Minden. Die Turce⸗Verlobung scheint zu Wasser zu werden. Der Schwarze, welcher sich bekanntlich mit einem hiesigen Mädchen, Tochter eines früheren Eigarren⸗ machers und jetzigen Schenkwirthes, verlobt hatte und der auch dem Vater 2000 Thlr. als Verlobungspreis gezahlt haben soll, ist nämlich, da er als Offizier zurückteisen durfte,— verduftet. Ob er„spurlos? verschwunden, sieht noch nicht fest.
Schaffhausen. Auf Arenenberg sind die Lieblings- pferde Napoleon's III. angekommen, darunter auch das „Schlachtroß von Sedan“ d. h. das Thier, welches der Exkaiser bei der Schlacht von Sedan ritt,„als et den Tod suchte und nicht sand“. Das Schlachtroß ift— auch unverletzt geblieben, sonst aber ein schönes Thier.
Verloos ungen.
Karlsruhe, 31. März. Bei der heutigen Prämien⸗ ziehung der badischen 35 fl.⸗Loose fielen auf folgende Loose die beigesetzten Gewinne: Nr. 236570 35,000 fl., Nr. 182692 10,000 fl., Nr. 182663 5000 fl., Nr. 44228 342461 330149 236556 und 342447 je 2000 fl., Nr. 207966 160910 298756 109892 14771 164863 193344 146078 11948 68768 75753 und 204925 je 1000 fl.
Karlsruhe, 1. April. Bei der heutigen Serien Ziehung der badischen 1755fl.⸗Loose wurden folgende Scrien gezogen: Serie 79 177 197 234 263 279 287 316 539 867 907 1266 1346 1389 1494 1499 1502 1513 1514 1813 1690 1720 1976 1982 2385.
Braunschweiger 20⸗Tylr.⸗Loose. Prämien Zithung am 31. März. 80,900 Thlr. auf Serie 8599 Nr. 49; 6000 Thlr. auf Serie 7538 Nr. 48; 2000 Thlr. auf Serie 8599 Nr. 14; 800 Thlr. auf Serie 3229 Nr. 8.
Wien, 1. Aptil. In der heutigen Ziebung der 100 fl.⸗Loose der zsterreichischen Creditanstall(Eisenbahn. Prämien⸗Anleihe) füll der Hauptgewinn von 200,000 fl. auf Nr. 60 Serie 4004; 40,000 fl. auf Nr. 86 Serie 3259; 20,000 fl. auf Nr. 29 Serie 4004; ferner wurden folgende Serien gezogen: 126 512 677 1374 1438 1547 1569 1612 1699 1818 1966 2441 und 3328.
Wien, 1. April.(1854 r Staatsloose.) Bei der heute vorgenommenen 33. Verloosung der Gewinn-Num— mern der Schuldverschreibungen des vierprocentigen Staats- anlehens vom Jahre 1854 fiel von den verloosten 26 Serien: Nr. 128 197 272 358 445 1007 1120 1275 1278 1281 1355 1528 1735 1893 2107 2340 2570 2768 2762 3110 3136 3197 3317 3326 3 94 3708 der Haupttresser mit 110,000 Gulden C.-M. auf Serie 2107 Nr. 33 und der zweite Treffer mit 20,000 fl. C. M. auf Serie 2762 Nr. 48. Auf alle übrigen in den obigen verloosten 26 Serien enthaltenen und bier nicht besonders aufge— führten 1298 Gewinn-Nummern der Schuldverschreibungen fällt der geringste Gewinn von je 300 fl. C.-M.
Versuche mit Probsteier Gerste. (Von Lehrer Epple zu Ocksiadt.)
Durch Vermittlung des landw. Bezirksvereins Fried⸗ berg gelangte ich zu Probsteier Gerste, stammend aus dem Herzogthum Schleswig. Das Malter kostete in Friedberg 8 fl. 40 kr. und wog, gemessen mittelst gestrichenen Sim— mers, 176 Pfd. 132 Uslafter(Versuchsfeld Nr. J.) be⸗ samte ich mit 10 Gescheid derselben und erzielte 396 Pfd., macht per Normalmorgen 1200 Pfd., oder, da 160 Pfd. 1 Malier sind, 7½ Malter. Auf das II. neben anliegende, dem I. an Quantität und Qualität gleiche Versuchestück verbrachte ich ebenfalls 10 Gescheid gewöhnlicher Gerste. Hier war das Nesultat 330 Pfd., macht per Morgen 1000 Pfd., also 6¼ Malter. Von der von mir erzielten Probsteier Gerste wog das gemessene Malter 176 Pfd., also ebenso viel wie die Probegerste, wogegen das Malter der erzielten gemeinen Gerste 168 Pfd. wog. Die Körner der mit Recht zu empfehlenden Probsteier Gerste sind dicker und gleichmäßiger, die Aehren länger, als die der einbei— mischen. An einer Aehre befanden sich durchschnittlich 28 Körner, während die Anzahl einer Aehre der gewöhnlichen Sorte durchschnittlich nur 24 betrug. Zur Reife bedurfte erstere 8 Tage mehr Zeit, als die mit ihr zu gleicher Zeit ausgestellte andere Sorte. Aehnliche günstige Resultate (per Morgen 1 Malter mehr) erzielte mit fraglicher Gerste der hiesige Oekonom Martin Groningen III.
(Aus Landw. Zeitschrist für Hessen.)
Die treue Wacht in der Kaffeeküche zu Friedberg.
Was deutet die Hütte im Bahnhof dort?
Im Tannenschmuück, von Fahnen umwehet! Welch“ Leben und Treiben an jenem Ort? Wie, wenn Ihr emsig Bienenvolk sähel.
Sind Männer und Frauen aus jedem Stand, Die bei Wind und Wetter, Tag und Nacht— Ein Scherflein zu bringen dem Vaterland— Im Bahnbof halten„die treue Wach.“
Sie halten die Wacht, mit Speise und Trank Zu laben passirende Krieger,
Zu pflegen die Tapfern, verwundet, krank, Und heimkehrende fröhliche Sieger.
Nicht dürfen die Brüder nach heißer Schlacht Auf glücklicher Heimfabrt noch dulden,
Sie haben so Großes für Uns vollbracht; Gern zellet den Dank, den wir schulden.
Wohl wissen es Alle aus deutschem Gau, Daß Honig und Milch bei uns fließet, Wie freudig sich mühet die Wetterau, Daß gaftlich sie würden begrüßet.
Soll aber den Siegern„die treue Dachte Der Gaben nech fernerbin spenden,
So bleib' auch dankbare Liebe bedacht,
Zu opfern mit stets vollen Händen!
Denn wären gekommen in unsere Gau'n
Des Krieges verwüftende Spuren—
Wer denkt nicht daran mit Schrecken und Grau'n— Daun weh' unsern herrlichen Fluren!
So harret benn aus auf der„treuen Wacht,“ Erlahmt nicht in eurem Bestreben;
Es sei Euch dafür warmer Dank gebracht,— — Nicht können Euch Orden wir geben!
Die Absendung von äratischen Grgeuständen, Privat- packheten und Liebtsgaben an dit Großherzogliche Division.
In den allerersten Tagen geht eine Sendung aͤrarischer Gegenstände an die Großherzogliche Division ab. Es wird dies zur Kenntniß des Publikums gebracht mit dem Anfügen, daß nach höherer Anordnung die Privatpackete und Liebesgaben für Angehörige der Feldtruppen an die betreffenden Ersatz-Abtheilungen einzu⸗ senden sind, welche solche mit den ärarischen Stücken an die Etappen-Commandantur zur Beförderung an die Bestimmungsorte übergeben.
Darmstadt, den 5. April 1871.
Die Gr. Etappen⸗Commandantur. Der Verpflegungsbeamte: Köhler, Stabsquartiermeister.
Mathilden-Landkrankenhaus.
Die im Monat Januar d. J. im Kreise Friedberg vorgenommene Sammlung freiwilliger Beiträge hatte einen Ertrag von 275 fl. 31 kr., was dankend hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Der Vorstand.
Original-Becensionen über die„Victoria“.
Die im Verlage der Buchhändler-Firma„Victoria⸗Ver⸗ lag“ in Berlin erscheinende illustrirte Muster- und Mode- zeitung:„Victoria“(Abonnements-Preig 1 fl. 12 ke. pro Quartal) ist bis jetzt mit jedem Jabre höher in der Gunst des Publikums gestiegen. Jeder Unparthefische wird sagen mit vollem Rechte, denn Alles, was dieses vortreff⸗ lich redigirte Journal bringt, zeugt von einem auser⸗ lesenen Geschmacke und verbindet mit der Schönheit zu⸗ gleich eine anerkannte Nützlichkeit. Die Illustrationen, wie sämmtliche Musterzeichnungen, sind von entschiedenem Werthe und leisten den Damen in allen Ständen nicht boch genung zu schätzende Dienste. Besonders hervorzuheben sind die prachtvollen colortrten Modekupfer, welche den Beweis liefern, daß wir auch hierin Paris den Rang ab— gelaufen haben. Zugleich dietet das mit der Modenzei— tung vereinte Unterhaltungsblatt Aufsätze, die sich über jede gewöhnliche Literatur novellistischer Gattung durch die Gediegenheit ihres Inhalts und die Eleganz ihres Styles erheben, außerdem noch, daß sie moralisch beleh— rend sind und nach Veredlung des Herzens und Bildung des Geistes der Leserinnen streben. Erlaubt es der uns knapp zugemessene Raum in diesem Blatte auch nur die Victoria mit kurzen Werten zu empfeblen, so wird doch das Wenige hinreichend sein, um das Interesse unserer Leserinnen für dieses vorzüglichste aller Damen-Journale, dessen Preis noch obendrein sehr billig gestellt ist, aus's Neue zu erwecken.(Hamburger Novellenzestung.)


