Ausgabe 
6.5.1871
 
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Deutsches Reich. Dar mstadt. Das Großherzogliche Regie- rungsblatt Nr. 15 enthält:

I. Bekanntmachung Großh. Ministertums des Innern, die Bestäligung von Stiftungen und Vermächtnissen be treffend.

902 Uebersicht der für das Jahr 1871 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Offenbach.

III. Desgleichen der israelitischen Religionsgemeinden im Kreise Alsfeld.

IV. Uebetsicht der für das Jahr 1871 geuebmigten Umlagen zur Bestreitung det Communalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Offenbach.

a V. Desgleichen in den Gemeinden des Kreises Bens eim.

VI. Desgleichen in den Gemeinden des Kreises Mainz.

VII. Uebersicht der für das Jahr 1871 zur Bestrei⸗ ung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden les Kreises Darmstad! genehmigten Umlagen.

VIII. Oienstnachtichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. April dem Schulamtsspiranten Heußel aus Klein-Bieberau, im Kreise Dieburg, die evangelische Schulstelle zu Raibach, im Kreise Dieburg, zu übertragen; an demselben Tage den von dem Herrn Fürsten zu Isenburg⸗Birstein auf die Elementar⸗ debrerstelle an der Vorbercitungsschule der Realschule zu Offenbach präsentirten Schulamtsspiranten Reinig aus Pickenbach, im Kreise Bensheim, den von dem Herrn fürsten zu Solms⸗Lich auf die evangelische Schulstelle zu Oben⸗Hörgern im Kreise Nidda, präsentirten Schulamts⸗ ispiranten Müller aus Bottenhausen, im Kr. Nidda, ind den von dem Gemeinderath der Kreisstadt Grünberg tf die 1. evang. Knabenschulstelle zu Grünberg, im Kr. Grünberg, präsentirten Pfarramts⸗Candidaten Ferisch aus durg⸗Gräfenrod, im Kreise Vilbel, für diese Stellen u bestätigen.

IX. Dienstentlaffung.

X. Concurtenzeröffnungen. Erledigt sind: 1) die ev. farrstelle zu Dauernheim, im Dek. Nidda, mit einem u 2197 fl. jährlich veranschlagten Einkommen, auf welchem ndeß eine jäbrliche Abgabe von 300 fl. zu Gunsten des Agemeinen evang. Pfarrverbesserungsfonds für die evang. kirche des Großherzogthums ruht; 2) die evang. Schul⸗ sselle zu Raibreitenbach, im Kreise Neustadt, mit einem jährlichen Gehalt von 300 fl. nebst einer Vergütung von 30 fl. für Heizung des Schullocals.

Für die baldige Rückkehr der hessischen Truppen aus Frankreich scheinen sich noch keine Aussichten eröffnen zu wollen. Ein kürzlich hier⸗ her dirigirtes Reserde⸗ Feldlazareth ist, obgleich hi dem gan normalen Krankenstand der Division bberflüssig, wieder zu dieser zurückberufen worden und haben die seither gänzlich sistirten Absen⸗ dungen von Exsatzmannschaften wieder aufgenom den werden müssen. Hieraus und aus analogen Naßnahmen für andere Truppen schließt man, daß unsere Hessen aus dem Verbande der Occu pationsarmee vorerst nicht entlassen werden, und daß die letztere in voller Stärke voraussichtlich noch längere Zeit in Frankreich verbleiben dürfte.

Friedberg. Einem Briefe desMainz. Abendbl. von der hessischen Division ent⸗ nehmen wir folgende Stellen:Doulaincoburt (paute-Marne), 26. April. Es ist nun beinahe un voller Monat, daß sich unsere Division in ihren Cantonnementsquartieten befindet, und Viele zu Haus mögen sich vielleicht keinen rechten Be- gtiff von dem Leben und Treiben unserer Sol daten machen. Besonders angerehm und unter- haltend ist es allerdings nicht, und der Wunsch nur allzusehr gerechtfertigt, bald aus der hiesigen Gegend entfernt zu werden. Allein viel Lang⸗ utile hat man auch nicht. Des Morgens um 6 Uhr wird Tagesreveille geblasen oder getrom⸗ nil, je nach der Waffengattung, die in den ein- inen Orten cantonnirt. Dann bereiten sich die Soldaten ihten Kaffee, der von der Militärver⸗ waltung geliefert wird. Gegen 8 Uhr werden ßleisch, Brod, Reis, Kaffee u. s. w. in Empfang genommen. In verschiedenen Blättern wurde über sclechte Verpflegung unserer Truppen bitter ge lagt. Im Anfange, als die Cantonnements- quartiert bezogen wurden, stieß die Verpflegung auf besondere Schwierigkeiten; man bedenke, daß uit uns in einem Lande befinden, in dem seit nun Monaten Krieg geführt wird, wo die ganze sanzösische und deutsche Heeresmacht sich aufhielt, un man wird dieß begreiflich finden. Ueber die

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Verpflegung, wie sie jetzt unsere Soldaten erhal ten, läßt sich nicht klagen, und gewiß essen die meisten derselben zur Zeit mehr Fleisch als sonst zu Hause. Trotzdem sind Gaben von zu Haus sehr erwünscht, und die nun zahlreich an- kommenden Liebesgaben aus der Heimath werden mit großer Freude angenommen, freudiger als Geld, da für Geld auf manchen entlegenen Ort schaften absolut nichts zu haben ist. Nach dem bescheidenen Mittagstisch wird exertirt und ma növrirt, es werden die Soldaten auf's Vorzüg⸗ lichste geschult nach Hause zurückkehren. Die freie Zeit füllen unsere Soldaten mit Ausbessern und Reinigen ihrer Kleidungsstücke und Waffen aus; oft sieht man sie auch mit den Bauern hinaus fahren, um diesen bei den Feldarbeiten behülflich zu sein, wobei unsere Leute es nicht unterlassen, denselben so gut als möglich begreiflich zu machen, wie es bei ihnen mit der Feldwirthschaft gehalten wird. Im Ganzen zeichnet sich das Departement der Haute-Marne durch eine gute rationelle Land wirthschaft aus. Jeden Abend um 9 Uhr wird Zapfenstreich geblasen, und findet man nach dieser Zeit kaum noch einen Soldaten auf der Straße. Bei dieser Lebensordnung geht eben ein Tag nach dem anderen vorüber, so daß wir hoffentlich bald den Tag des Abmarsches erreichen. Unser Rück marsch soll bereits vorgezeichnet sein, und würden wir den Mersch über Toul, Nancy, Forbach, bayerssche Pfalz, Worms nebmen, also den Weg zu Fuß marschiren. Bis Nancy sind es von hier höchstens 5 Tagesmärsche.

Frankfurt. Der bevorstehende Frühjahrspferdemarkt verspricht, was die Pferdezufuhr anbelangt, der großartigste von allen bis jetzt stattgehabten Märkten zu werden. Es sind so viele Pferde aus Württemberg, Oesterreich, Hannover, Preußen, Mecklenburg, Ungarn angemeldet, daß die seither in Benutzung gezogenen städtischen und Privat⸗Stallungen nicht mehr ausreichen und der laudwirthschaftliche Vetein sich deßhald genöthigt sieht, die landwirihschaftliche Halle zu Stallungen einzurichten. Der Absatz der Loose zur Markt Lotterie ist ein sehr großer.

Frankfurt. Man hat dabter einen Industrieritter ganz besonderer Art abgefaßt und hinter Schloß und Riegel gebracht. Derselbe machte sich ein Geschäft daraus, nächt licher Weile die an den Ecken der Straßen angebrachten Briefkasten, so viel es möglich war, zu entleeren. Er eignete sich jedoch nur diejenigen Briese an, welche Rech⸗ nungen enthielten: diese quittirte er unter dem Namen des betreffenden Ausstellers und präsentirte sie zum Zwecke sosortiger Zahlung. Theilweise soll es ihm gelungen sein, alsbald die auf der Rechnung bezeichnete Summe zu erhalten.

Offenbach. Vor einigen Tagen ereignete sich bier ein beklagenswerthes Unglück. Ein in einem Eisengeschäfte beschäftigter junger Mann stellie eiserne Stangen in Ord- nung, als plotzlich eine umfiel und ihm das Genick abschlug.

Vom Taunus. Der Bau des neuen Feldberghauses ist jetzt mit Eifer in Angriff genommen worden und soll möglichst rasch seiner Vollendung entgegengebracht werden, Dieses neue Haus, welches unter gleichzeitiger Erhöhung des Thurmes mit dem alten verbunden wird, kostet fl. 10,000 und enthält neben einem Saal von 1287 Quadratfuß 11 Gastzimmet im ersten und im Dachstock 6 Mansarde-Kammern. Der Bau eines Hauses auf den Alikönig, wofür bis jetzt etwa fl. 2000 zusammen find, kann bis jetzt noch nicht unternommen werden, da neben der Unzulänglichkeit der finanziellen Mittel noch forstwirthschaftliche und ökonomische Bedenken der Ausfüh⸗ rung wohl noch auf längere Zeit entgegenstehen.

Aus Worms wird gemeldetz Die regnerische, für die Jahreszeit ganz milde Witterung ist dem Pflanzen reich sehr günstig, so daß die Fruchtfelder in unserer Gegend gut und gesund aussehen und bis jetzt nichts zu wünschen übrig lassen. Die Repspflanze war vor Wochen noch sehr zurück, hat sich aber durch die gute Witterung außerordent lich rasch erholt und sieht jetzt recht üppig aus.

In Ludwigshafen a. Rh. hat der Krieg eine großarsige Anstalt ins Leben gerufen. Die ganze dritte deutsche Armee, 280,000 Mann stark, soll ihren Weg in die Heimath über Ludwigshafen nehmen und hier gepflegt und gespeist werden. Der Staat hat deßhalb eine gran diose Küche und Speiseanstalt erbaut, welche 8000 Thlr. kostete. Eine Dampfmaschine von 15 Pferdekräften ver sieht die nöthigen gröberen Arbeiten, 9 große Kessel sind aufgestellt, darunter zwei Fleischkessel von je 1300 Litres Gehalt, dem entsprechend ein Wasser-, ein Gemüse⸗, ein Kartoffel- und 4 Kaffeekessel. Die Vorbereitungen sind der Art, daß alle zwei Stunden 1000 Mann gespeist werden können. Ein besonderes elegautes Ofstzierskasino ist für die Tage des Durchzugs hergerichtet worden.

Aus der Pfalz. DerLandauer Anzeiger? schreibt: Aus dem Briefe eines in Metz garnisonkrenden Unter

4 1 53. offiziers an seinen Vater entnehmen wir, daß man am 24. April in Metz in dem Gewölbe eines Hauses von sehr schlechtem Rufe einen Unteroffizier vom 4. bayerischen Infanterie Regiment, sowie drei preußlsche In santeristen auf schändliche Weise ihres Lebens beraubt, gefunden. Ebenso sand man vor 10 Tagen in der Mosel die Leiche eines preußischen Cürassiers und am 22. April die eines preußischen Infanteristen auf scheußliche Art verstümmelt. Außerdem vermißt man schon seit acht Tagen einen pteußi⸗ schen Feldwebel. Deutschenhaß soll das Motiv dieser Morde sein. Nürnberg. Am 29. April schlug der Blitz in die Wohnung des Philosophen Dr. Ludwig Feuerbach, der auf dem einsamen Schlößlein Rechenberg bei Nürnberg refidirt. Dadurch, daß sich die Magd kurz vor dem Blitz⸗ schlage aus der Küche entfernt hatte, wurde dieselbe vor sicherem Tode bewahrt. Eine Kiste mit Kleidern wurde versengt. Die Familie kam mit dem Schrecken davou. Berlin. Die Berliner Buchdruckergehülfen haben während des Krieges 3300 Thlr. für die Frauen und Kinder der zu den Fahnen einberufenen Collegen zu⸗ sammengelegt.

Berlin.

Für Jakob Venedey's Hinterbliebenen wird auf Anregung Dr. Löwe-Calbe's in Berlin ein Natlonalgeschenk gesammelt. Bis zum 22. April waren dafür 2404 Thlr. 29 Sgr. eingegangen. Es sieht zu et⸗ warten, daß die Summe sich noch um ein Erhebliches vermehren werde.

Nord⸗ Amerika. Interessant sind die Ausschlüsse, welche die Verschiffungslisten der Vereinigten Staaten über die Neutralität Nord⸗Amerika's in dem deutsch⸗französischen Kriege geben. Nach denselben sind in der Zeit vom 3. September 1870 bis 28. März 1871 19 Dampfer mit Waffen und Munition von Newyork nach Frankreich expedirt worden und zwar enthielten die⸗ selben: 609,531 Musketen, 95,530 Büchsen, 41,750 Cara⸗ biner, 35,860 Pistolen, 21,760 Revolver, 116,982,954 Patronen, 10,800 Säbel, 10,925 Bajonnette, 420,000 Zündschnüre, 91 Feldbatterien, 109 Kisten Artillexiestücke, 13,982 Kisten Munition, 4775 Kisten Sattelzeug und 80,040 Tornister. In den Declarattonen war der Ge⸗ sammtwerth dieser Sendungen auf 14,617,886 Dollars Gold, ungesähr gleich 2,5000,000 Thaler angegeben.

Aus Bombay kommt die Nachricht, daß Livingstone lebe, sein Befinden sei gut.

Verloosung.

München, 1. Mai. In der veutigen Ziebung der bayerischen 4% Prämien⸗ Anleihe fielen auf Nr. 12027 175,000 fl., Nr. 57575 28,000 fl., Nr. 93631 10,500 fl., Nr. 81681 2800 fl., Nr. 104996 93646 109156 und 15428 je 1400 fl.

Brannschweig, 1. Mai. Bei der heute stattgehab⸗ ten 10. Serienziehung der Staats- Prämien⸗Anleibe wurden nachfolgende Serien gezogen: 275 397 468 512 702 789 867 912 997 1013 1052 1135 1192 1216 1219 1493 1737 1937 1966 2136 2283 2301 2750 2881 2954 3382 3643 3758 3763 3837 3884 3965 4214 4241 4336 4358 4427 4643 5076 5379 5543 5572 5889 5954 5957 6047 6332 6336 6699 6931 6933 7049 7316 7330 7545 7564 7988 8283 8296 8326 8374 8724 8972 9329 9584 9621 9658 9861.

Gotha, 1. Mal. Bukarester 20⸗Fr.⸗Lodse von 1869. Bei der heute staltgehabten Ziehung fielen

auf folgende Nummern vͤhere Gewinne: Nr. 81 Serie 1319 100,000 Fr., Nr. 62 Serie 1147 25.000 Fr., Nr. 22 Serte 7185 5000 Fr. Sonstige gezogene Serien: 654 1096 1147 1306 1319 1382 2921 3199 4191 4226 4965 5127 6128 und 7185. Die Zahlung erfolgt am 5. September.

Lütticher Loose von 1860. Siebung am 1. Mai. Hauptteeffer: Nr. 59736 5500 Fr., Nr. 11134 3000 Fr., Nr. 21467 2000 Fr., Nr. 18808 1500 Fe., Nr. 4540 1000 Fr.

Oldenburgische Eisenbahn Prämien⸗Auleihe. Ziehung am 1. Mal. Haupttreffer: Nr. 44005 35,000 Thlr. Nr. 110838 1000 Thlr.

Die Verloosung des Gustav Adolf-Frauenvereins soll in hiesigem Rathhaus saale nächsten Dienstag den 9. Mai, Nachmittags

2 Uhr stattfinden. Die zur Verloosung kommenden Gegenstände werden daselbst Samstag den 6. d. Nachmittags von 26 Uhr, Sonntag den 7. d. Vormittags v. 11 12 und Nachmittags von6 Uhr und Montag den 8. d. Nachmittags von 26 Uhr zur Ansicht des Publikums ausgestellt sein und laden wir dasselbe zu zahlreichem Besuche freundlichst ein.

Der Vorstand.