Ausgabe 
4.2.1871
 
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dag mastu ert fran; des tina

das Recht,

liche Steigerung der ohnehin schon hohen Preise der Lebensmittel herbeiführen werden.

Früher hatte jeder deutsche Soldat jeden französischen Offizier, welcher laͤnger als 10 Uhr Abends sich auf der Straße oder in einem Wirthshause aufhielt, zu arretiren und zur Wache zu bringen. Seit einigen Tagen hat sich dies geändert. Soldat außer der Wache das Recht, einen fran

zöͤsischen Offizier zu arretiren; auch müssen für die Folge die Soldaten jeden in Uniform befind- lichen feindlichen Offizier grüßen.

Frankfurt. Die Main- Necker-Bahn hat nunmehr, nachdem sie im vergangenen Jahte umfassende Versuche machte, eine große Anzahl Wagen dritter Classe heizbar gemacht. Die dazu verwendeten Oesen sind Füllen von der Firma Heß dahier, die 1 zu diesem Zwecke ganz besonders geeignet erweisen. Ein solcher Ofen wird in Frankfurt gefüllt und geheizt und bedarf bis zur Rückkehr nach Frankfurt, also in vollen 15 Stunden, keiner weiteten Nachfüllung und Wartung mehr.

Frankfurt. Nachdem am 31. Januar Nachmittags ein Dreodener Lazarethzug bier durchgekommen, traf Nachts drei Uhr ein württembergischer ein, welcher einige unfteiwillig mitgekommene Darmstäbdter, Sanitiätsdienst verrichtende Soldaten mitbrachte, die den in Darmstadt in Bewegung gesetzten Zug nicht rechtzeitig verlassen hatten. Da der deutschen Verwundetenpflege jetzt einige

dreißig solcher praktischen Züge zur Disposition sieven,

theils von den Regierungen, theis von Eisenbahnen, theils von Städten bergerichtet, so dürfte von jetzt ab, besonders wenn die Kämpfe ihr Ende gefunden haben, nur noch in ihnen der Massentransport stattfinden.

Frankfurt. Unter den Ankömmlingen, welche der Krieg uns brachte, war ein interessanter Deserteur, von zwei Kameraden bewacht. In Friedenszeiten im Auslande, halte er versäumt, sich zu rechter Zeit zu stellen. Da kam plötzlich der Krieg; sein Vaterland will er vertheidigen, er eilt herbei und ititt, um nicht durch langen Arrest daran verhindert zu werden, an fremdem Ort unter falschem Namen in ein Regiment. So machte er den ganzen Krieg dis vor einigen Tagen mit, wo die Sache enideckt wurde.

Darmstadt. Dem Vernehmen nach, so meldet die Hess. B., wird der füngste Prinz des Großherzoglichen Dauses am 2. d. die Taufe empfangen und Kaiser Wilbelm Pathenstelle vertreten. S. Gr. H. Prinz Lud⸗ wig wird hier erwartet, um der Feierlichkeit beizuwohnen.

Oarmstadt. Vor einigen Tagen passirte hier ein deklagenswerthes Opfer der barbarischen französischen Kriegsführung durch. Es war ein Unteroffizier von der⸗ jenigen Abtheilung der sächsischen Artillerie, welche seinerzeit Nachts in Etrepagny von französischen Mobilgarden und Franctircurs überfallen wurde. Demselben war eine

Es hat von nun an kein,

explostele französische Flintenkugel durch den Backen in den Mund gedrungen, dieselbe hatte sich hier entzündet und grauenhafte Verletzungen verursacht, unter anderen Zunge und Zähne sast gänzlich weggerissen. Trotz dieser schweren Wunden ist nes der ärztlichen Kunst gelungen, den unglücklichen Soldat am Leben zu erhalten, indeß die Sprache hat er beinahe vollftändig verloren und sie wird ihm wohl schwerlich wiedergegeben werden können.

Mainz. Die Hausuntersuchungen nach französischen Waffen und Armaturgegenständen kommen noch tagtäglich in Mainz und auf den vorzugsweise an der Bahustrecke liegenden Ortschaften vor. Die Resultate sind nicht so ergiebig, als dies bei Anfang der Nachsuchungen der Fall war. Die Besitzer von Chassepots scheinen vorsichtiger zu sein und verstecken, oder, wie dies in Weisenau vorgekom men, werfen, um sich nicht zu compromittiten, ihren Vor⸗ rah in den Rhein.

Crefeld. Zwei riesige Ballons, unzweifelhaft aus der Welistadt Paris, wurden am 25. Jan. hoch oben in den Lüften, von Westen nach Osten über unsere Stadt ziehend, bemerkt, einer gegen Mittag, woran die Gondel fehlte, der andere einige Stunden später.

Berlin. Ein wohl seltener Fall der Flucht ereignete sich am Dienstag Nachmittag auf der Berlin-Potsdam- Magdeburger Bahn. Von einem aus Coblenz zur Deter⸗ nirung nach schlefischen Festungen bestimmten Kriegsge fangenentransport sprang dei der Station Großkreutz, als der Zug sich in Fahrt befand, ein Soldat aus dem Waßgon hinab in den zur Seite des Schienenstranges befindlichen Böschungsgraben, blieb unversehrt und suchte von bier aus das Weite. Sein Fortkommen war jedoch nut von kurzer Dauer, schon an demselben Abend erfoltte seine Festnahme in Wuflerwitz.

Luzern. Dic in Metz sabticirten und duch die Kriege⸗ 8 verbälmisse bisher in Pont ⸗a⸗Mousson zurückgehaltenen Schienen für die Rigibahn sind glücklich angekommen.

Brüssel. DieIndependance belge⸗ gibt folgende Liste von Extegenten, welche zur Zeit sich noch am Leben befinden: Prinz Gustav Wasa von Schweden, Graf von Chambord, Herzog Karl von Braunschweig, Geaf von Paris, Herzog Rodert von Parma, Großherzog Ferdinand von Toscana, Herzog Franz von Modena, Franz II. von Neapel, die Wittwe des Königs Otto von Griechenland, Herzog Adolph von Nassau, König Georg von Hannover, Kurfürst von Hessen, Kaiserin Charlotte von Mexiko, Isabella von Spanien und Napoleon III.

London. Eine Riesenkanone ist kürzlich im Kriegs arsenal zu Wool wich fertig geworden, welche zwar nicht ganz so schwer ist, wie das große Krupp'sche Geschütz, aber ein noch slärkeres Caliber bat. Dieselbe wiegt 35 Tonnen 7 Ceutner(das Ktrupp'sche Geschütz wiegt 40 Tonnen) und wirft ein Geschoß von 700 Pfund SGe⸗ wicht, während die gewöhnliche Pulverladung 120 Pfund, die Probeladung 250 Pfund beträgt. Das Krupp'sche Geschütz wiegt 600 Pfund. Das neue Kiesengeschütz welches im Stande sein soll, Eisenblatten von 15 Zoll Dicke zu durchdringen, hat 2500 Sterl. gekostet.

Verloosung.

Wiesbaden, 1. Febr. Bei der heute stattgehabten Ziehung der nassauischen 25 fl. Loose wurden bis jetzt gezogen: Nr. 98517 60274 25598 100454 97281 103726 80943 89339 100426 102594 und 93729 je 60 fl., Nr. 86456 100 fl., Nr. 36525 200 fl., Nr. 19719 78572 und 78552 je 400 fl., Nr. 103753 2000 fl., Nr. 89913 4000 fl.

In der am 31. Januar stattgefundenen Ziehung der Stadt Venediger Frs. 30 Loose wurden folgende Haupt⸗ treffer gezogen: Serie 7504 Nr. 5 25,000 Ls., Serie 4454 Nr. 12 1000 Ls

Wien, 1. Febr. In der heute erfolgten Serten⸗ ziehung der 1860er Staats-Anlehens⸗Loose wurden folgende Serien gezogen: 523 547 572 752 849 951 975 1612 2010 2402 2561 2587 2605 2677 3431 4080 4196 4330 5069 5179 5188 5321 5664 5788 5790 5935 6115 6229 6580 6990 7054 8130 8221 9144 9545 9557 9714 11062 11065 11116 11178 11836 12239 12330 12467 12625 12878 13339 13383 13453 13670 14201 14407 15200 15521 16944 17616 18214 18397 18763 18791 19077 19124 19363 19492.

Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten im hiesigen Bahnhofe.

Achtzehnte Liste det Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend:

a) An Naturalien: Von Friedberg 3 Laib Brod Soldaten), 18 Flaschen Rothwein, 300 Cigarren,

Pfund Kaffee und Cichorien; von Schzell 117 Laib Brod, 13 Pfund Wurst und Fleisch, 105 Eier, 12 Pfund Kaffce, 9 Pfund Butter, Dörrobst, Käse, Brödchen, Honig, Stroh und Tabak; von Dornassenheim 48 Laib Brod, 2 Pfund Wurst und 27 Eter; von Bingenheim 75 Laib Brod, 3 Pfund Dörrobst und 1 Topf Honig; von Reichels⸗ heim 77 Laib Brod, 99 Pfund Wurst und Fleisch, 28 Eier, 10 Pfund Kaffee, 6 Pfund Butter, 500 Cigarren, 3 Schoppen Branntwein, Dörrobst, Acpfel, Honig und Kotb Gemüse.

b) An Geld: Kirchenrath Görtz und Familie in Florstadt 7 fl. 30 kr., Kirchenopfer von Ostbeim durch Pfartet Walloth 6 fl. 16 kr., Gemeinde Echzell 12 fl., Gemeinde Bingenbeim 10 fl. 16 kr., Gemeinde Reichels⸗ heim 15 fl. 12 kr., Hüljsverein in Assenheim 25 fl., Pfarrer Bornagius in Fauerbach 1 fl., Z. Grödel Wittwe bier 1 fl., Ossenheimer Wäldchen 17 kr., Büchsengeld 22 kr, Gemeinde Dornassenbeim 5 fl. 13 kr., zusammen 84 fl. 6 kr., dazu von voriger Liste 241 fl. 23 k., im Ganzen 325 f. 2 kr.

Unter bestem Dank für die reichen Gaben bittet um weitere gülige Spenden

Friedberg den 3. Jebruar 1871.

Das Comits.

Jaselochs⸗ Verkauf. 270 Donnerstag den 9. d. M., Vormtttags 10 Ubr, soll ein der biesigen Gemeinde gehöriger, Jahr alter, zur Zucht noch tauglicher Faselochse dei Gast⸗ witth G. Pöres an den Meistbietenden versteigert werden.

Heuchelbeim den 2. Februar 1871.

Großherzogliche Bürgermeisterel Peuchelheim Gatze rt.

Arbeits-⸗Versteigerung 253 Freitag den 10. Februar, Nachmittogs 1 Uhr, ollen zu Ober⸗Florstadt nachstebhende Ardetten on die Wenigstnahmenden verßeilgert werden:

fl. kr. 1) Zertigung eines eisernen Tores en die Schulhofraithe, veranschlagt zu 70 2) Unterhaltung der Ottsstraßen und Vici nalwege 3. Brechen von 150 Kbm. Steinen 150 b. Fahren derselben 75 o. Zerschlagen berselben 240 3) Ausräumung von 1500 f. M. Gräben im Feld 4) Fertigung eines nenen Actenschranks 2. Schrelnerarbeit 26 20 b. Schlosserarbelt 3 44 e. Weißbinderardelt 3

rledberg den 27. Januar 1871. Der Bezirks-Bauaufseher Schneider.

Arbeits-Versteigerung. 254 Freitag den 10. Februar. Vormitiags 11 Uhr, oll auf dem Rathhaus zu Staden das Brechen, Fahren, Zerschlagen und Messen von 50 Kom. Unter- saltungsfitinen auf dem Weg nach Ober- Florstadt an ie Wensafinehmenden in Accord gegeben werden.

Friedberg den 1. Februar 1871. Der Bezirks⸗Bauausseher Schneider.

Ein Pferd,

258 7 Zahre alt, ven anerkannter Güte, mit und obne Wagen und Oeschirr, verkaufe ich unter günssigen Be

ngungen. L. H. Strauß.

55 Von böchdder Wichtigkeit für

Augenkranke

durch das in seiner außerordentlichen Heilkraft unerreichbare seit 1822 in allen Welttheilen bekannt und berühmt gewordene echte Dr. White's Augen⸗ wasser von Traugott Ehrhardt in, Großbrettenbach in Thüngen(worauf beim Ankauf ganz besonders zu achten ist) find schon Tausende von den verschieden⸗ sten Augenkrankheiten geheilt gestärkt und sicher vor Erblinden geschützt worden, und erfreut sich deshalb eines allgemeinen Weltruhmes, welches auch die täglich einlaufsenden Loberhebungen und Atteste beweisen. ODasoselde ist concessionirt, von dohen Medizinalstellen geprüft und begutachtet, als bestes Augen Heil- und Stärkungsmittel empfohlen und à Flacon 10 Sgr. zu bezieden durch Jos. Hoffmann u in Friedberg.

Versteigerung.

266 Freitag den 10. Februar d. J. läßt der Unter zeichnete im Schloß hof zu Ziegenberg nachßehende Mo bilien öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigern; Ein leichtes Cbaischen, 2 Doppelflinten, 1 Büchse, 1 Sopha, Kommode, Schränke, Tische. Sessel, Stühle, etliche Wagen Polz, Bilder, Rehgeweihe, Krüge, Flaschen und Küchengeräathe. Anfang 10 Uhr.

Malbach den 2. Februar 1871. 256 Mehrere hundert Ceutner

Dickwurz

sind abzugeben bei 4 Melbach. H. J. Halm. Halm.

Ein Mädchen,

257 ifrael. Confession, das kochen und einer Haus- haltung vorstehen kann, wind gegen guten Lohn zu miethen gesucht. Eintiltt sofort. Von wem? sagt die Expedition d. Bl.

F. Frey.

Tapetenhandlung.

272 Bolfländig assortirtes Lager von Tapeten zu den bill* Preiseu* 2 C. Horn.

Ein reinliches Dienstmädchen,

260 gesttzten Allers, in allen Dausarbeiten*. welches sogleich eintreten kann, wird in Dienst gesuch Bad- Nauheim, Fürstenstraße 333(. Stock.

268 Gute auserlesege

Kartoffeln

sucht in größeren Partien zu kausen h. Zingler in Bonn a. RNöein.

Durchsichtige Glycerinseife! 120 auerkanntdestes Mitte! zur ine der Haut, empfiehlt in Stücken zu 4. 6. 9. 12. 18 kr.

Wilb. Fertich.

Ein braves Dienslmädchen

249 wird in eine Hausbaltung dei gutem Lohn auf Petrtlag gesucht. Näheres det der Expedition d. Bl.

Schwarze seidene Halstücher,

81 45 farbige Umknöpftücher und Foulards bei K. ri neden der Pot in Irierderg.

Gele oer

15805 am 2. Februar 1871. Preussische Kassenscheine.. fl. 1 44¼45½ Preuss Friedrichsd'or 9 5859 Pistolen* 9 4648 Holländische f. 10 Stücke. 39 5456 Ducaten 3 e

* al marco. 5 308 40 20 Franes-Stücke. 9 3031 Englische Sovereigus, 11 5559 Russ, Imperiales 8 9 1749 Behne en 2 N28