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1870.
Vienstag den 30. August.
* 102.
berhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Fiedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Saustag.
Nr. 42. sub 1. Friedberg den 27. August 1870.
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Weka n nu 2 Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 10. Juni d. J. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: Wer. Mittwoch den 14. September d. J. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre
1851 geboren sind;
au 152 Donnerstag den 18. September d. J. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre
1852 geboren sind;
Amtlicher Theil.
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Bekanntmachung die Besteuerung des im Inland erzeugten Rübenzuckers betreffen„
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.
nag.
Samstag den 17. September d. J.
fuͤr diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1839 geboren, sowie für die Angehörigen eines anderen Staates, welche nach§. 20 der Militär-Ersatz⸗Instruction im Groß⸗ herzogthum gestellungspflichtig sind.
Die Prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens um 8 Uhr in dem Locale der„Polytechnischen Schule“ dahier.
Darmstadt den 20. August 1870.
Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige
Gerlach. Srecker.
Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Bar⸗le⸗Duc den 26. August, Nach⸗
mittags 3 Uhr. Die kleine Festung Vitry hat sich gestern früh am 25. August ergeben. 16 Kanonen wurden vorgefunden. Zwei Bataillone Garde⸗Mobile, welche sich verirrt hatten, wurden von unsrer Kavalerie gesprengt. 17 Offiziere, 850 Mann gefangen. Dies⸗ seitiger Verlust Major v. Friesen schwer blessirt, 3 Mann verwundet. v. Podbielsky.
Pont à Mousson, 22. Aug. Die Fran- zosen selbst geben ihre Verluste an Verwundeten in der Schlacht bei Gravelotte auf 15,000 Mann an. Dazu kommen noch etwa 5000 Todte; außerdem sind bis heute Morgen aus diesem Treffen ca. 3000 Gefangene hier durchgebracht. Demnach beläuft sich der Gesammtverlust der Franzosen auf ungefähr 23,000 Mann.— Eine Anzahl von kleinen Telegraphenstationen in Deutschland wird vorläufig eingehen, da man im Felde in den eroberten Theilen Frankreichs ca. 100 Telegraphen⸗ beamte bedarf, die hier nothwendiger sind als daheim. Selbstverständlich werden die betreffend en Stationen nach Beendigung des Krieges wieder aufleben.
Bar⸗le-Duc, 25. Aug. Das Schießen auf Parlamentäre scheint Kriegsgebrauch bei den Franzosen zu sein. An den constatirten Vorfall reihen sich neue Beispiele. Vor Toul wurde der Parlamentär und der Trompeter erschossen; vor Verdun wurde auf den Parlamentär des General v. Alvensleben, den Rittmeister Stechow, Feuer gegeben.— In Metz liegen, abgesehen von den benachbarten Dörfern, nach französischen Angaben 15,000, nach unserer Berechnung 20,000 fran⸗ zösische Verwundete, unter denen das Lazarethsieber hertscht und der Typhus ausgebrochen ist.
— Seit den Siegen bei Metz und der Ein- schließung der Franzosen in der dortigen Stellung sind die zu der letzteren nicht erforderlichen Truppen in raschem, ununterbrochenen Vorrücken. Chalons ist von denselben besetzt. Die Letzten stehen bereits zwischen dort und Epernah. Das königliche Hauptquartier befindet sich in Bar le- Duc.— Plänkler der kronprinzlichen Armee streifen bereits nach offizieller Berliner Nachricht zwischen Chalons und Epernay; der„Mainzer Anzeiger“ theilt sogar nach Telegrammen, die in Mainz eintrafen, mit, die ersten preußischen Dragoner(5. rhein.,
Mainz Frankfurt) seien schon am 24. August Nachmittags in Epernay eingerückt. Die neue
(vierte) Armee, die jetzt gleichfalls zum 1 J
auf Paris gebildet ist und unter dem Oberbefehl des sächsischen Kronprinzen steht, scheint in nörd⸗
licher Richtung vorzugehen, wie die Pariser Mel⸗
dependance belge“ befand sich in Etain, einer Stadt in der Nähe von Verdun, als ein Trupp von fünfzehn preußischen Ulanen einritt, als⸗ bald Besitz von der Stadt ergriff und Niemand mehr hinausließ. Der Unteroffizier stieg vor dem Telegraphenbüreau vom Pferde, der Tele⸗
dungen von feindlichen Streifzügen bei Varennes graphist wollte schnell den Apparat demontiren,
und Stenap, nördlich von Verdun, andeuten. Chalons.
Das Lager ist von den Fran⸗
wurde aber vom Unteroffizier verhindert, der alsbald den Platz des Telegraphisten einnahm
zosen nicht allein geräunt, sondern auch aus⸗ und die von Verdun einlaufenden franzoͤsischen
gebrannt.
der am 19. von Chalons aufgebrochen war, die Armee Bazaine's aufzusuchen, aber sie nicht finden konnte und deßhalb nach Chalons zurück-
kehrte, kam am 21. gegen 6 Uhr Nachmittags im Lager an. Er fand die Zelte noch stehen, aber überall Todesschweigen und Verwüstung. Die von den Soldaten früher errichteten
Statuen und Monumente waren 1
der Boden mit Trümmern aller Art bedeckt, denn die Soldaten hatten bei dem beschleunigten Abzuge ihre Tornister leichter gemacht: überall lagen Schuhe, Hemden, Gamaschen, Bürsten, Cigarrenbüchsen u. s. w. vor den Zelten, überall zeigten sich die Spuren der Eile und der Ent⸗ muthigung. Die Truppen hatten das Lager des Morgens 8 Uhr mit einem Gefolge von 4000 Bagagewagen verlassen. Es war fast Nacht als der Berichterstatter sich auf den Weg machte, um der Armee zu solgen. Plötzlich gegen 8¼ Uhr erblickte er auf einem Hügel, der die Ebene beherrscht, eine Feuersbrunst, die bald hoch über die Waldungen aufflammte— das ganze Lager stand in Flammen. Schon am Tage vorher war den Telegraphenbeamten und mehreren im Dienste des Staates befind⸗ lichen Etablissements angezeigt worden, sie möchten schleunigst ihre Habseligkeiten in Sicher— heit bringen, so daß der Befehl, das Lager anzustecken, außer Zweifel steht.
— Nach einem in Chalons erscheinenden Blatte wurde diese Stadt, wie früher Nancy, durch vier preußische Husaren, eingenommen; einer von ihnen ritt ein, gemüthlich seine Pfeife rauchend. Als der Trupp auf dem Marktplatz hielt, sammelte sich eine große Menschenmenge, welche auf die französische Cavaleriedivision schimpfte, die eben fortgeritten sei und sie im Stiche gelassen hatte. machte eine drohende Geberde gegen einen Husaren, der Husar wandte seine Pistole gegen den Droher, worauf die ganze Masse aus— einanderstäubte. Ein Correspondent der„In—
Ein Berichterstatter des„Monde“, militärischen Nachrichten abnahm.
Einer aus der Menge Nachts sehr
Die Be⸗ völkerung der Stadt hatte sich staunend auf der Straße versammelt. Plötzlich stockte der Apparat, ein auf Kundschaft geschickter Ulan hat vermuthlich in uübergroßem Eifer den Drath abgeschnitten. Wenn ich den Kerl hätte, ruft der Unteroffizier zornig aus, ich würde ihn füstliren lassen. Der Bürgermeister des Ortes war mit Kaffee requirirt worden und wartete eigenhändig den Ulanen auf. Wenn ich es nicht selbst gesehen hätte, würde ich es nicht glauben, schreibt der Correspondent; vier
Spitzbuben könnten, nach ihm, jetzt ein Ver⸗
mögen machen, sie brauchten nur in Ulanen⸗ uniform in Frankreich herumzureiten und zu requiriren. Die inneren Verhältnisse werden immer trostloser, bereits beginnt in mehreren Departements die sogenannte Jaquerin, der Krieg gegen die Besitzenden und Freisinnigen, ihr Haupt zu erheben. Den Republikanern, Legitimisten und Orleanisten wirft die wüthende Menge vor, sie hätten das Land verrathen und schickten ihr Geld nach Preußen. Es stehen in dieser Richtung furchtbare Vorgänge in Aussicht, das Landvolk ist fanatisirt und wird an ihm von bonapartistischen Agenten noch gehetzt. Der Abgeordnete Graf Estourmel, der in seinem Wahlkreise von Absetzen des Kaisers sprach, wurde von den wüthenden Bauern gebunden und hatte schon den Strick am Halse, mit dem man ihn aufknüpfen wollte, als ihn Mobilgardisten befreiten.. Vor Straßburg, 25. August. Gestern Mittag Brand in Straßburg. Gleich darauf Brand in Kehl, der großen Umfang annahm. Abende Brand beim Zollhause von Straßburg. Nachts von 8 Uhr an bis heute früh surchtbares Bombardement. Feuermeer in Kehl. Um 2 Uhr bedeutender Brand in Straßburg. Diesen Vormittag rubig. Heute Nacht soll das Bombardement bedeutend verstärkt werden. Citadelle von Straßburg in Folge der Beschießung aus- gebrannt, Arsenal zerstört. 26. Aug., Morgens.


