Ausgabe 
28.7.1870
 
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Rom nach Rottenburg ein begeistertes Hoch aus- gebracht.

Baden. Karlsruhe. Die oberste Klasse des hiesigen Lyceums hat sich aufgelöst, da fast

alle Schüler derselben als Freiwillige eingetreten iind, oder doͤch ihrer Einkleidung in den nächsten Tagen entgegensehen.

Oesterreich. Wien. DieN. fr. Pr. bringt von Venedig eine Sensationsnachricht, die sie selbst mit dem üblichen 2 kennzeichnet. Hier⸗ nach soll Fürst Latour d' Auvergne, der am 21. hier eingetroffen, ein Handschreiden Napoleons III. überreichen, worin dieser den Kaiser von Oester reich auffordern soll, in Gemeinschaft mit Frank⸗ reich gegen die Südstaaten zu handeln, sobald dieselben den Prager Frieden verletzen.

Schweiz. Basel. Die bhiesigen Deutschen ind enthusiasmirt für die vaterländische Sache. Hiesige deutsche Professoren haben einen Aufruf behufs Unterstützung Angeböriger der im Felde befindlichen deutschen Soldaten vorbereitet. Einige

Frankreich. Paris. In dem Briefe eines Engländers aus Frankreich heißt es u. A: Die Gründe für die Kriegserklärung sind a) die 54,000 Jons der französischen Armee,) die Zusage der Kaiserin Eugenie an die Exkönigin Isabella, keine andere Candidatur als die ihres Sohnes aufkommen zu lassen, c) eine Schuld des staisers im Betrage von 100 Millionen Franes un den Staatsschatz, die im Kriegswirrwarr ge öscht werden soll. Forschen Sie nach keinen indern Gründen. Die obigen sind erschöpfend, abwohl sich an sie noch eine Unzahl schmutziger Details hangen. Von den Gründen à und b war längst überall die Rede, Grund e aber ist tagelneu, doch ist der Schreiber keiner von denen, die bloß wiederholen, was sich mißvergnügte Leute in den Kaffe's erzählen.

Am 22. d. Morgens fuhren, wie das Siecle meldet, die letzten Abtheilungen der Barde nach der Gränze ab. Am Mittwoch Morgen hatte die Garde mit Ausrücken begonnen. Brenadiere, Jäger, Zuaven, Voltigeure, Cavallerie, Artillerie und Gendarmen, Alle sind befördert.

DasJournal offiziell versichert, Frank- eich werde die Regeln der Seerechts-Deklaration von 1856 genau beobachten, und sie auch auf Amerika und Spanien aus dehnen, obwohl dieselben der Deklaration nicht beigetreten sind. Der

Kriegsminister hat den sofortigen Beginn der

Arbeiten, um die Befestigungen von Paris in Bertheidigungszustand zu setzen, angeordnet.

Preußen hat, so heißt es, in den letzten Tagen aus der Bank von Belgien alles Gold und Silber bezogen, das zu entnehmen war, weß⸗ zalb die Bank von Frankreich durch eine fernere en schützende Vorsorge getroffen hat. Die Explosion bei Sprengung der Kehler Brücke war eine furchtbare. Die Brückenthürme sind gleichfalls zerstört. Trümmer wurden bis auf das französische Ufer geschleudert.

Die Kaiserin Eugenie ist in Cherbourg zewesen und wird sich nach Naney und Metz be- zeben und ebenfalls der Rheinarmee ihren Besuch abstatten.

Die österreichische Regierung hat dem Tuilerin-Cabinet officiell ihre Neutralität angezeigt.

Die Truppenmacht der Rheinarmee wird von Einigen auf 350,000 Mann, von Anderen auf 450,000 Mann bereits jetzt geschätzt. Strenges Heheimniß bedeckt die Operationspläne. General Douay ist nicht todt. Es hat eine Verwechslung cattgefunden.

Man versichert, daß der Kaiser zu einigen Generalen, welche sich um das Ergebniß des Krieges Sorge machten, gesagt hätte:Meine Herren, ich werde den Frieden in Königsberg unterzeichner. Am 20. und 21. Abends gab is in Lyon mehrfache Friedens-Demonstrationen. Handen durchzogen die Stadt mit den Rufen: Vive la paix! Vive la république! Vive la brusse! A bas Napoleon III.! Sie wurden ton einer rothen Fahne angeführt, sangen das

6a ira und die Carmagnole und warfen mit Steinen nach den Fenstern der Jesuitenanstalt.

Das Publikum intervenirte und brachte 29 Indi- viduen auf den nächsten Polizeiposten. Die An- stifter dieser Kundgebungen wären nach demCon- stitutionnel Mitglieder der Internationale gewesen. In Paris ist gegen eine Anzahl Mitglieder der Internationale, weil sie öffentlich zu Gunsten des Friedens demonstrirt hatten, gerichtliche Ver⸗ folgung eingeleit worden.

In St. Avold sollen, wenn die Angabe desRappel-Correspondenten richtig ist, 25,000 Mann stehen, nicht ganz ein Armeecorps. Es sind die Truppen von Chalons. Das ganze Städtchen ist in Vertheidigungszustand gesetzt, sogar in der Mauer des Stadthauses sind Schieß- scharten eingeschlagen. Die Armee, heißt es, erwarte von Tag zu Tag den Befehl zum Auf btuch. Zucker, Zucker! schreibt dann Lockroh aus Metz, das ist, was hier fehlt; die Einwohner riefen nur nach Zucker. In Forbach fehlt aber Alles; Fleisch, Gemüse, trinkbares Wasser; Saar gemünd ist mit Scorbut bedroht. Wo die Preußen sind, darum kümmere sich kein Mensch. Man glaube, daß sie defensiv bleiben wollten.

Von einem Augenzeugen wird derMittelrh. Ztg. mitgetheilt, daß die ersten algierischen Truppen am Donnerstag Nacht in Mühlh usen eingetroffen sind. Sie zogen durch einen mit bengalischen Flammen erleuchteten Triumphbogen ein und wurden von der Bevölkerung enthustastisch empfangen.Sie brüllten wie die Löwen. Hoffentlich werden die deutschen Truppen ihnen bald den Spaß verderben.

Die Nachricht, daß sich der französische Gesandte bei den vereinigten Stagten von Nord- amerika, Herr Prevost Peradol, erschossen habe, wird bestätigt. Man bringt diese That mit den gegenwärtigen Ereignissen in Frankreich in Ver

bindung.

Metz. Marschall Leboeuf wird noch immer erwartet; die Armee fängt an ungeduldig zu werden. Für Alle ist diese zögernde Taktik ein

tiefes Geheimniß; viele wollen hierin noch eine Friedenshoffnung erblicken, aber sie werden ent' täuscht werden; der Krieg wird in ungeheurem und furchtbarem Maßstabe geführt werden. Metz beginnt Mangel an Lebensmitteln zu füblen; selt' samerweise ist es der Artikel Zucker, welcher zuerst ausgegangen ist, da die Züge keine Waaren mehr, sondern nur noch Soldaten bringen, für welche überdies Alles zu beliebigen Preisen aufgekauft wird.

Dänemark. Kopenhagen. DasDag bladet meldet, daß bei Harbore(jütische West⸗ küste) zahlreiche Dampfer gesehen wurden. Man hält dieselben für die französische Flotte.

Großbritannien. London. DieTimes theilt jetzt den Text des Offensiv- und Defensiv- tractates mit, welchen Frankreich während des Luxemburger Streites Preußen angetragen und kürzlich abermals als Friedenspreis antragen ließ. Frankreich gestattet danach den Beitritt Süddeutsch- lands zum norddeutschen Bunde, wogegen Preußen ihm zur Erwerbung Luxemburgs und eventuell zur Eroberung Belgiens gegen jede andere Macht beisteht. Preußen hat beide Mal dieses Allianz Anerbieten abgelehnt. Die Enthüllungen der Times über die Absichten Frankreichs in Betreff Belgiens rufen hier einen wahren Sturm der Entrüstung wach, dem alle Blätter, mit Ausnahme der französisch gesinntenMorning⸗Post, energisch Ausdruck geben.

Italien. Florenz. DieGagetta ufficiale schreibt:Die Notificirung des Krieges zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bunde und den süddeutschen Staaten andererseits ist er- folgt. Der Kriegszustand zwischen den mit der italienischen Regierung im Frieden befindlichen Mächten legt Jedermann die Verpflichtung auf, die bestehenden Neutralitätsgesetze gewissenhaft zu beobachten. Die Verletzung derselben wird bestraft.

Mailand. Am 22. d. hat hier eine Kund gebung stattgefunden, wobei die Rufe erschollen: Preußen hoch!Die Neutralität hoch!Nieder mit Napoleon! Zu einer ähnlichen Kundgebung kam es in Padua für Preußen und die Republik.

Nufiland. Petersburg. Das amtliche Blatt sagt: Die katserliche Regierung hat die möglichsten Anstrengungen gemacht, um dem Aus-

bruche des Krieges vorzubeugen. Leider hat die Schnelligkeit der gefaßten Entschlüsse die Be⸗ strebungen, den Frieden zu erhalten, vereitelt; der Kaiser ist entschlossen, beiden Kriegsmächten gegen- über Neutralität zu beobachten, so lange die In⸗ teressen Rußlands durch die Eventualitäten des Krieges unberührt bleiben. Die russische Regierung sichert jedem Streben, welches darauf gerichtet ist, die Gränze der Kriegsoperationen einzuschränken und die Dauer des Krieges zu verkürzen, ihre Unterstützung zu.

J Französische Phrasen und was sie wirklich bedeuten.

Der Kaiser Napoleon hat eine Proclamation erlassen, in welcher er erklärt, er komme nicht um die Unabhängigkeit Deutschlande zu bedrohen, sondern um der deutschen Bevölkerung das Recht wiederzugeben, daß sie über ihr Geschick selbst be stimmen könne. Es ist wirklich merkwürdig, wie die französische Politik Deutschland gegenüber durch einen Zeitraum von über 300 Jahren sich selbst gleich geblieben ist, von den französischen Königen zur Reformationszeit an bis zu Napoleon III. im 19. Jahrbundert. Die französische Politik war Deutschland gegenüber immer aggressiv, immer verderblich, immer von den schönsten Phrasen be gleitet. Der französische König Heinrich II. im 16. Jahrhundert erhob die Waffen gegen den deutschen Kaiser alsRächer der deutschen Frei beit d. h. um die Unabhängigkeit der deutschen Reichsfürsten zu vertheidigen gegen ihren Kaiser. Für diese Mühwaltung belohnte er sich dadurch, daß er die 3 Bisthümer Metz, Toul und Verdun vom deutschen Reich abriß und französisch machte, obgleich er feierlich in einem an die deutsche Nation gerichteten Manifest vorherbei Gott dem Allmächtigen bezeugt hatte, daß eraus diesem mühsamen Vorhaben keinen andern Nutzen oder Gewinn suche. Ludwig XIII., der katholische König, kämpfte im 30jährigen Kriege gegen das katholische Oesterreich für die deutschen Protestanten. Dafür nahm Frankreich beim Friedensschluß das Elsaß. Ludwig XIV., dieser berühmte Eroberer, ließ sich durch seine Reunionskammern das Besitz recht auf eine große Anzahl deutscher Städte und Landschaften zusprechen. Als Vollstrecker des Rechtes ließ er dann seine Soldaten marschieren und die betreffenden Städte und Landschaften wegnehmen, darunter das schöne und als Festung so wichtige Straßburg. Um das pfälzische Erbrecht zur Gel tung zu bringen, ließ er durch seine Mordbrenner (Melac ꝛc.) die Pfalz verwüsten, so entsetzlich, daß selbst der schreckliche Melac erklärte:ich glaube, der Teufel ist Präsident im Kriegs rath zu Paris. Ludwig XV. ergriff die Waffen, um die Ansprüche des Stanislaus Lescinsky auf den polni⸗ schen Thron zu vertheidigen. Dafür mußte ihn das deutsche Reich bezahlen durch die Abtretung von Lothringen. Derselbe Ludwig XV. stritt für das Recht Karls VII. gegen Oesterreich im österreichischen Erbfolgekrieg, für das europäische Gleichgewicht gegen Preußen im 7jährigen Krieg, und Deutschland lieferte die Schlachtfelder, be⸗ zahlte Contributionen und ward schmählich miß⸗ handelt. Nach Ausbruch der französischen Revolution erklärten die Umsturzmänner, das französische Volk ergreife nicht die Waffen, um Eroberungen zu machen, der Krieg gelte nicht den Nationen, son dern ihren ungerechten Fürsten, gleichgesinnte Völker würden sie als Brüder ansehen. Wir Deutsche aber ernährten und kleideten ihre ausgehungerten und zerlumpten Soldaten, wir stillten die Habgier ihrer Commissäre und Generale und traten ihnen endlich das ganze linke Rheinufer ab. Der Kaiser Napoleon I., der, so lange er herrschte, Kriege führte und einen Staat nach dem andern nieder- warf, zertrümmerte auch das deutsche Reich, ver- schenkte deutsche Länder an seine Verwandten und Generale, schlug die deutsche Nordseeküste zu Frank- reich und stiftete den Rheinbund. Seine Räubereien, seine Tyrannei und Grausamkeit, seine menschen⸗ mörderischen Kriege sind in so frischem Andenken, daß wir nicht nöthig haben, das weiter auszu- führen. Aber an schönen Worten hat es ihm nie gefehlt. So erklärte er bei Stiftung des Rhein-