Benutzung anderer, wenn auch weniger naher, erfolge.— Nicht allein die Mehrzahl unserer Polytechniker sind in die Armee eingetreten, auch einer der Lehrer der Anstalt nimmt an dem Kriege Theil. Herr Professor Thiel ist kürzlich als Freiwilliger in ein preußisches Ulanenregiment eingetreten.
— Die auch in diesem Blatte gebrachte Nachricht über die Besetzung militärischer Com- mandostellen bei der hessischen Division wird dahin vervollständigt resp. berichtigt, daß dem Obersten v. Lyncker die Führung der ersten Großh. Brigade übertragen worden sei.
„Friedberg. Des Großherzogs K. H. reiste am Montag Morgen 4 Uhr nach Darm— stadt, um die von dort ausrückenden Truppen, welche auf dem Exereierplatze aufgestellt waren, vor dem Abmarsche noch zu inspiciren. Nach— mittags 2 Uhr traf derselbe dahier wieder ein und wird, wie man vernimmt, seinen Aufent— halt auch ferner in unserer Stadt nehmen.
* Friedberg. Das Oberconsistorium hat unterm 25. d. folgende Verfügung erlassen: Des Großherzogs Königliche Hoheit haben unter dem heutigen anzuordnen geruht, daß künftigen Mitt⸗ woch den 27. d. M., wie in den preußischen Landen, so auch in allen evangelischen Orten des Großherzogthums im Hinblick auf den bevor— stehenden Krieg ein allgemeiner Bettag stattfindet, wovon wir im Auftrage Großherzoglichen Mini— steriums des Innern die evangelischen Geistlichen der Gemeinden hiermit in Kenntniß setzen, mit dem Gebete zu Gott, daß Er das gemeinsame deutsche Vaterland in seine gnädige Obhut nehme. — Bei der Kürze der Zeit und dem durch die Truppentransporte unterbrochenen regelmäßigen Postverkehre konnte diese Verordnung bedauerlicher Weise nicht in allen Orten des Landes so recht- zeitig bekannt werden, um derselben überall nach- kommen zu können.
H. Wetterau. Auch in unsern Landge— meinden ist die hier und da so lange geschlum— merte Vaterlandsliebe erwacht.„Gott schütze unser liebes deutsches Vaterland!“ hört man jetzt von Leuten aussprechen, deren Gedanken sonst nur bei den friedlichen Landbauarbeiten waren. Hülfsvereine zur Unterstützung ver— wundeter Krieger bilden sich und reichlich kommt man ihnen mit Gaben aller Art entgegen. So ließ das Hülfs-Comité zu Bönstadt letzten Sonntag einen Aufruf an die Bewohner da— selbst ergehen und schon am Mittag saßen etwa 40 bis 50 erwachsene Mädchen, um das reich— lich gespendete Leinen für Verbandsachen zu verarbeiten, während die ganze Schuljugend Charpie zupfte. Junge Burschen sammelten Geldunterstützungen und konnte schon am Abend über 70 fl. verfügt werden. Eine große Summe für eine kleine Gemeinde in solch' armer Zeit und wahrlich es ist mancher Schweiß— kreuzer dabei. Ehre den edlen Gebern! Möge der Segen Gottes auf jedem Pfennige ruhen und unserm lieben Vaterlande zu Gute kommen.
Preußen. Berlin. Wie im französischen Lager, so wird auch preußischer Seits die Zu— lassung fremdländischer Offiziere abgelehnt.
— Die„Berl. B.⸗Z.“ meldet:„Das Gerücht, daß noch in diesem Augenblick von Seiten Frank- reichs die Vermittelung Rußlands in Anspruch genommen sei, tritt in einer so bestimmten Weise auf, daß wir als Gerücht dasselbe wenigstens er⸗ wähnen wollen.“— Aus London ist, wie dasselbe Blatt meldet, an französische Handelshäuser die Nachricht gelangt, daß die französische Regierung dem englischen Cabinet die Blokade der Häfen von Bremen, Hamburg, Stettin, Danzig und Königsberg mit dem Bemerken notificirt habe, daß die Blokade in kürzester Frist vollzogen werden würde.
— Fürst Lichnowsky hat der„C. S.“ zufolge am Donnerstag im Reichstage eine Subscription eröffnet, deren Ertrag für denjenigen Soldaten bestimmt war, welcher die erste französische Fahne eroberte. Der Fürst zeichnete 10 Frdsd'or. und schon nach Verlauf einer halben Stunde konnten 149 Frdsd'or. in der Kasse des Reichstages de⸗ ponirt werden.
— Die Generalcommandos unserer Armee sind jetzt festgestellt: Das Gardecorps befehligt der General der Cavallerie Prinz August von Würt⸗ temberg, das 1. Armeecorps der General Frhr. v. Manteuffel, das 2. Fransecki, das 3. Alvens⸗ leben II., das 4. Alvensleben I., das 5. Kirch⸗ bach, das 6. Tümpling, das 7. Zastrow, das 8. Goeben, das 9. Manstein, das 10. Voigts⸗Rhetz, das 11. Bose, das 12.(sächsische) der Kronprinz von Sachsen. Als Generalstabs-Chefs der Operations- Armeen werden genannt: bei dem Kronprinzen Blumenthal, bei dem Prinzen Friedrich Karl der Oberst v. Stiehle, beim General von Steinmetz der Generalmajor v. Sperling. Der bisherige Commandeur der 21. Division, General v. Boyen, ist als Generaladjutant in die unmittel- bare Nähe des Königs gerufen worden.
— Der König erläßt folgende öffentliche An⸗ sprache: Aus allen Stämmen des deutschen Vater⸗ landes, aus allen Kreisen des deutschen Volkes, selbst von jenseits des Meeres, sind mir aus An- laß des bevorstehenden Kampfes für die Ehre und Unabhängigkeit Deutschlands von Gemeinden, Corporationen, Vereinen und Privatpersonen so zahlreiche Kundgebungen der Hingebung und Opferfreudigkeit für das gemeinsame Vaterland zugegangen, daß es mir cin unabweisliches Be- dürfniß ist, diesen Einklang deutschen Geistes öffentlich zu bezeugen und dem Ausdrucke meines königlichen Dankes die Versicherung hinzuzufügen, daß ich dem deutschen Volke Treue um Treue entgegenbringe und unwandelbar halten werde. Die Liebe zu dem gemeinsamen Vaterlande, die einmüthige Erhebung der deutschen Stämme und ihrer Fürsten, hat alle Unterschiede und Gegensätze in sich geschlossen, und versöhnt und einig, wie kaum jemals zuvor, darf Deutschland in seiner Einmüthigkeit wie in seinem Recht die Bürgschaft finden, daß der Krieg ihm einen dauernden Frieden bringen und aus der blutigen Saat eine von Gott gesegnete Ernte deutscher Freiheit und Einig— keit sprießen wird. Berlin, den 25. Juli 1870. Wilhelm.
— Eine bei den in's Feld ziehenden Truppen neu eingeführte Einrichtung besteht darin, daß jeder Mann eine unter den Kleidern zu tragende, um den Hals zu hängende, mit einer Nummer versehene Marke erhält, damit auf diese Weise die Namen der Gefallenen aus den Stammrollen der Regimenter leichter ermittelt werden können. Man nennt dies Abzeichen das Todtenglöckchen.
— Die norddeutsche Bundesarmee soll in dem bevorstehenden Kriege nur Eine Cocarde tragen und zwar die schwarz roth weiße mit Ablegung der besondern Landescocarden.
Magdeburg. Der„Voss. Ztg.“ geht von hier Folgendes zu: Derjenige tapfere Krieger, welcher die erste französische Fahne oder Standarte erobert, erhält Einhundert Thaler von Frau In- tendanturrath Neumann in Magdeburg.
Köln. Die Truppen, welche Köln passiren, sind alle guten Muthes und haben ihren Humor nicht eingebüßt. So kamen vor einigen Tagen die Ersatztruppen des„Augusta⸗Regimentes“, ein schönes Häuflein Westphalen aus Dortmund und Umgegend, eine Fahne an der Spitze, auf welcher man las:„Eilgut nach Paris“, Parodie auf das geflügelte Kaiserwort:„in Königsberg erst werde der Friede geschlossen!“
— Die Festung Köln-Deutz ist bereits in den Belagerungszustand erklärt.
— In sämmtlichen Kölner Blättern zeigt der dortige Apotheker J. B. Becker an, daß die Frauen und Kinder der eingezogenen Landwehr männer und Reservisten Kölns auf Bescheinigung des Arztes die nöthigen Medicamente in seiner Apotheke unentgeltlich erhalten.
— Das„Fr. J.“ meldet vom Kriegeschau⸗ platz: Es deutet Mancherlei darauf hin, daß der⸗ jenige Theil der feindlichen Armee, welcher laut officleller preußischer Angabe in der Stärke einer Division bei Forbach concentrirt ist, noch immer im Zustand der Sammlung, höchst ungenügend equipirt und sogar durch Mangel an Lebensmitteln desorganisirt ist. Die Absicht scheint auch nicht
zu sein, bei Saarbrücken die Gränze wirklich zu
forciren, sondern vorläufig nur durch einiges Ge⸗ plänkel dort abzulenken und die Preußen zurück⸗ zuschrecken. orientirt aussehende Notiz der„Neuen fr. Presse“ bemerkt, daß die Pfalz, sowie die an dieselbe an⸗ gränzenden Gebietstheile Preußens der Schauplatz der ersten Gefechte, ja vielleicht der ersten bedeu⸗ tenden Schlacht sein werden.„Da die Neutralität Luxemburgs und Belgiens von beiden kriegführen⸗ den Parteien anerkannt wird“, heißt es da,„da der Weg von Saarbrücken das Nahethal hinab oder über den Hundsrück und durch die Eifel, um an den Niederrhein zu gelangen, für ein großes Heer fast unüberwindliche Schwierigkeiten bietet und dasselbe auf Schritt und Tritt der Gefahr aussetzen würde, in diesen engen Thälern und Schluchten von viel unbedeutenderen Heerhaufen die empfindlichsten Verluste zu erleiden, so scheint nur dieser Eine angegebene Weg übrig zu bleiben. Die preußische Armee hat dabei jedenfalls den großen Vortheil, das stark befestigte Mainz als festen Stützpunct im Rücken zu haben.“
Saarbrücken. Die„hiesige Ztg.“ berichtet unterm 23. d.: Heute Morgen in aller Frühe versuchte der Feind, in der ungefähren Stärke eines Bataillons, sich in den Besitz der Brücke bei Wehrden zu setzen, was ihm jedoch nicht ge⸗— lang, indem der Commandant der Festung Saar- louis ein Infanterie-Bataillon und eine Abtheilung Ulanen dorthin entsandt hatte, um den Feind würdig zu empfangen. Derselbe mußte sich un⸗ verrichteter Sache wieder zurückziehen. Gegen 7 Uhr wollten die Franzosen, welche Gersweiler
Schanzenberge bemächtigen, vermuthlich in der Absicht, dadurch die Eisenbahnverbindung mit Saarlouis ꝛc. um so leichter unterberchen zu können. Die Füsiliere vom 40 Infanterie-Regiment ver- hinderten den Feind daran, der sich nach lebhaftem Kugelwechsel in seine frühere Stellungen zurück⸗ zog. Ob er Verluste gehabt, ist noch unbekannt.
— Am 24. d. nahm eine Compagnie unserer Infanterie das Zollhaus Schrecklingen nebst der Zollkasse. Die Douaniers wurden theilweise ge⸗ tödtet, theilweise gefangen. Unsererseits 1 Offizier verwundet. Fünf französische Deserteure haben sich bei unseren Vorposten gemeldet.
— Einige 30 Mann vom 7. Ulanenregiment rückten am 24. d. früh über die Gränze und unterbrachen die Verbindungsbahn von Saargemünd nach Hagenau dadurch, daß sie einen Viadukt in die Luft sprengten und vielfach die Schienen aufrissen.
— Ein weiterer Fall von Interesse ist die von der„Frankf. Ztg.“ einem Privatbriefe ent⸗ nommene Nachricht, daß bei Hagenbach in der Pfalz, eine halbe Stunde von der französischen Gränze, ein kleines Vorpostengefecht zwischen Turkos und den Unserigen stattgefunden hat. Die Turkos wurden über die Gränze zurückgejagt.
— Die zwei von den Franzosen vor einigen Tagen mit fortgeschleppten Gränzbeamten wurden mit noch einer Anzahl anderer Civilisten mit ver⸗ bundenen Augen durch die französische Vorposten⸗ kette geführt, und sind wieder auf deutschem Gebiet eingetroffen.
Bayern. Der erste Präsident der Kammer der Reichsräthe, Generalmajor à la suite Franz Schenk Frhr. v. Stauffenberg, hat dem Kriegs- ministerium 500 fl. für diejenige bayerische Heeres⸗ abtheilung zur Verfügung gestellt, welche die erste feindliche Kanone nehmen wird.
— Der einzige Bruder des Königs, Prinz Otto, welcher zur Heilung eines hartnäckigen Rheumatismus in Italien verweilte, ist hierher zurückgekehrt, um sich die Erlaubniß, am Kriege Theil zu nehmen, vom Könige zu erbitten. Am Kriege werden nun folgende bayerische Prinzen Theil nehmen: Prinz Otto, der Bruder des Königs; Prinz Luitpold, der Onkel des Königs; die Prinzen Ludwig, Leopold und Arnulf, die Söhne des Vorigen(Vettern des Königs) und der Herzog Emanuel, der Bruder der Kaiserin von Oesterreich, aus der herzoglich bayerischen Familie.
ürtemberg. Dem Bischof v. Hefelt wurde in Reutlingen auf seiner Durchreise von
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