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Hessen. Darmstadt. Das Großberzogliche Regierungsblatt Nr. 50 enthält:
I. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern: S. K. H. der Großherzog haben als Beitrag zum Bau einer kath. Kirche zu Friedberg die Summe von 300 fl. Allergnädigst zu schenken geruht.
II. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Justiz, die Vergrößerung des Familien⸗Fideicommisses der Herrn Grafen zu Stolberg-Roßla⸗Ortenberg betreffend.
III. Bekanntmachung Großherzogl. Kreisamts Gießen, Kriegskosten, insbesondere diejenigen der Stadt Lich aus 1866 betreffend.
IV. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Vilbel, die Niederschlagung des letzten Ziels der Umlage 3. Klasse der Gemeinde Groß-Narben, im Kreise Vübel, betr.
V. Bekanntmachung, die Vertheilung der Preise in dem philosophischen Seminar zu Gießen betr. Folgenden ordent⸗ lichen Mitgliedern des philosophischen Seminars auf der Landes⸗Universität zu Gießen sind für ihre Leistungen während des Wintersemesters 1869/70 und des Sommer- Semesters 1870 Preise zuerkannt und ertheilt worden, nämlich: 1) der erste Preis dem Stud. phil. Carl Schwabe aus Friedberg; 2) der zweite Preis dem Stud. phil. Ernst Rettig aus König; 3) der dritte Preis dem Stud. phil. Carl Germann aus Heimersheim; 4) der vierte Preis dem Stud. phil. Friedrich Klink aus Darmstadt.
VI. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. Okt. den Saalwärter Ludwig Wenz zum Hofzimmerwärter zu ernennen;— am 5. Okt. den Finanz⸗Aspiranten, Geometer 1. Klasse Euler aus Miitel⸗Gründau zum Distriktseinnehmer der Distrikls⸗ einnehmerei Büdingen II.— den Finanz-Aspiranten Schmidt aus Darmstadt zum Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Nieder⸗Flörsheim— und den Finanz⸗ Aspiranten Fresenius aus Friedberg zum Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Romrod— zu ernennen: ferner den Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Romrod Dieter in gleicher Diensteigenschaft in die Distriktsein⸗ nehmerei Richen— und den Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Büdingen II. Schmidt in gleicher Diensteigenschaft in die Distriktseinnehmerei Alsfeld— zu versetzen und letzterem zugleich die Stelle eines Rendanten des Nebenzollamts 1. Klasse Alsfeld zu übertragen.
VII. Charakterertheilung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. Okt. dem Photographen Ludwig Schmidk in Friedberg den Charakter als Hof⸗ photograph zu ertheilen.
VIII. Concurrenzeröffnungen. Erledigt find: 1) die evangelische Pfarrstelle zu Lehrbach, im Dekanate Kirtorf, mit einem Gehalte von 662 fl. 3 kr., dem Königlich Bayerischen Kammerherrn Freiherrn Maximilian von Günderrode zu Frankfurt a. M. steht das Präsentations⸗ recht zu dieser Stelle zu; 2) die zweite evangelische Pfarr⸗ stelle zu Grünberg, im Dekanate Grünberg, mit einem Gehalt von 603 fl. 25 kr.; 3) die erste evang. Schulstelle
zu Dienheim, im Kreise Oppenheim, mit einem jährlichen
Gehalt von 480 fl. nebst einer Vergütung von 20 fl. für Heizung des Schullokals.
Preußen. Berlin. Die„Kreuzzeitung“ bemerkt zu den Verhandlungen des Generals Boper mit dem Grafen Bismarck, daß der Marschall Bazaine dieselben nicht nur in voller Unabhängig— keit von der Pariser provisorischen Regierung, sondern auch im Gegensatz und im Widerspruch zu derselben geführt hat.
— 24. Okt. Die„Norddeutsche Allg. Ztg.“ constatirt, daß der erste Eindruck, welchen die Nachricht von den durch England eingeleiteten Schritten wegen Waffenruhe hervorgebracht habe, ein Mißbehagen gewesen sei, hervorgerufen durch den Gedanken, die Einmischung des Auslandes sei minde— stens sehr überflüssig in dem Augenblicke, wo als Früchte der blutigen und mühevollen Arbeiten der letzten Wochen uns Paris und Metz bald zufallen müssen. Uebrigens aber möge man sich beruhigen: wo Schwert und Feder so einträchtig zusammen wirken, werde die Eine dem Anderen sicher nicht hinder- lich sein. N
— Der Ober Berghauptmann und Ministerial— Direktor Krug von Nidda ist, wie gemeldet wird, aus dem Saarbrücker Bergwerk-Revier zurück gekehrt. Er hat dort, nach einer Mittheilung der „B. B.⸗Ztg.“, alle Anordnungen getroffen, daß in kürzester Frist die sämmtlichen staatlichen Kohlen- werke jenes Reviers wieder in vollen Betrieb kommen. Es hat der Export dieser Kohlen nach Frankreich bereite wieder in einem sehr ausge— dehnten Maße bego nen, so daß die Einwirkungen des Krieges auf diesem Gebiete als ziemlich über- wunden erscheinen.
Erfurt. Unter militärischer Escorte ist ein Staatsgefangener, dem Vernehmen nach der Maire
von Argenteuil bei Paris, auf hiesigem Bahnbofe eingetroffen und früh 2 Uhr weiter transportirt worden, um in der Festung Neiße internirt zu werden. Derselbe soll einen Trupp Franctireurs angeführt haben und hierbei gefangen genommen sein.
Köln. Die„Kölnische Zeitung“ meldet: Oberst Stoffel, der frühere französische Militär— bevollmächtigte in Berlin, nach Sedan Kriegs— gefangener auf Ehrenwoct, ist entflohen, angeblich nach Paris.
Bayern. München. Sicherem Vernehmen nach wurde dem General v. d. Tann für den Sieg bei Orleans vom König von Preußen das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen.
Frankreich. Tours, 23. Okt. Es ver⸗ lautet, das englische Cabinet habe in Tours und Berlin unterm 21. Okt. einen Waffenstillstand behufs Einleitung von Friedensverhandlungen vor- geschlagen. Eingetroffene Depeschen aus Wien, London und Brüssel drücken die Hoffnung aus, daß diese Verhandlungen zu einem befriedigenden Resultat führen werden.— Die Regierung hat Depeschen an die auswärtigen Agenten versendet, in welchen sie denselben anzeigt, daß der von englischer Seite am 21. d. vorgeschlagene Waffen- stilltand hoffentlich die beste Aussicht auf Erfolg habe. Bezüglich der Einberufung der Constituante haben ernste Berathungen stattgefunden.— Die Regierung veröffentlicht folgende Telegramme: Evreux, 22. Okt. Heute beschoß der Feind längere Zeit Vernon(Dep. Eure, Arrond. Evreux) und zogen dann wieder ab.— Besangon, 22. Okt. Heute lebhaftes anhaltendes Gefecht zwischen Voray und Cussay(beide Orte im Dep. Haute Saone, etwa 2 Meilen nördlich von Besangon). Näheres fehlt noch.(S. Depesche von Karlsruhe.)
In Tours fährt man fort erlogene Sieges botschaften in die Welt zu senden, wie folgende Depesche des Ministeriums zeigt: Neufchateau, 21. Okt., Abends. Bei einem Ausfalle warf Bazaine mit 80,000 Mann 26 Bataillone und 2 Cavalerie-Regimenter nieder und zerstörte Forges, Eglise und Ars, welche der Feind beschützte; 195 Wagen mit Lebensmitteln und Munition wurden erbeutet. Die Belagerungsarmee wurde mehrere Male erneuert, da Bazaine sie durch falsche Ausfälle äußerst ermüdet, der alle zwei Stunden zum Angriff blasen und schießen läßt und so den Feind zwingt, aufzustehen und zu wachen, während unsere Soldaten, welchen die Ab— sichten Bazaine's bekannt sind, ausruhen. Die preu— ßischen Offiziere gestehen zu, daß der Typhus, Bazaine und die Schlaflosigkeit drei große Feinde sind.
Tours. General Aurelles de Paladine, der an Stelle von La Motterouge zum Oberbefehls— haber der Loire-Armee ernannt ist, hat, nach der Tours ⸗Correspondenz, folgenden Tagesbefehl an seine Truppen erlassen:„Ich verlange von Euch vor Allem die Disciplin und die Beharrlichkeit. Ich bin übrigens vollständig entschlossen, jeden Soldat, der vor dem Feind wanken sollte, über die Klinge springen zu lassen, und wenn zufällig ich selbst nicht meine Pflicht thun sollte, so gebiete ich Euch, mich zu füsiliren“.— Auch General Cambriels hat einen ähnlichen Befehl an die Soldaten der Ostarmee(Vogesen) gerichtet, worin folgende Stelle vorkommt:„Die Disciplin macht die Stärke des Feindes aus; der Mangel an Disciplin macht unsere Schwäche und war großentheils Schuld an unserem Unglück.“
—„Etoile“ schreibt: Givet, 20. Okt. Das Bombardement von Mezieres hat heute Morgen um 3 Uhr begonnen. Mezieres ist die letzte Etappe, ehe man in Charlemont ankommt.
Aus Lille, 22. Okt., wird telegraphisch ge— meldet: Die Preußen sind gestern Vormittag 10 Uhr nach einer halbstündigen Kanonade in St. Quentin eingerückt. Angesehene Bürger jener Stadt sind heute früh mit einem Extrazuge hier eingetrossen um sich bei der Bank die vom Feinde requirirte Summe von 2 Millionen zu beschaffen,
und sind um 7 Uhr wieder zurückgekehrt. Die Eisenbahnverbindung mit Amiens ist unterbrochen; die Züge müssen bei der Station Albert anhalten.
Belgien. Brüssel. Girardin hat am 18. d. ein offenes Sendschreiben an Bismarck ab⸗ gesandt, dessen Schlußstelle folgendermaßen lautet: „Machen Sie vor Paris wie 1866 vor Wien Halt, dieser Beweis von Mäßigung wird uns zu allererst veranlassen, Ihnen vorzuschlagen: 1) alle Bollwerke niederzureißen, weil sie die letzten Hinder⸗ nisse der europäischen Verbrüderung sind; 2) den Eintritt Frankreichs in das Netz des Zollvereins, diesen älteren Bruder des Freihandels. Unser Gold bringt Euch Reichthum, und die Erinnerung an die uns geschlagenen Wunden mag erbleichen durch gemeinsame Interessen und Bestrebungen. Entehren Sie nicht das Zeitalter Plee's und Cavour's, wenn es nur von Ihnen abhängt, einer seiner Größen zu werden.“
— 23. Okt. Die„Indeépendance belge“ ent— hält ein Londoner Telegramm vom heutigen Tage, welches besagt, daß nach einem am 21. d. ab⸗ gehaltenen Ministerrathe Lord Granville an die britischen Gesandtschaften in Tours, Berlin, Peters⸗ burg, Wien und Florenz die Weisung telegraphirte, darauf hinzuwirken, daß die Kriegführenden einen Wassenstillstand annehmen, damit die Constituante inzwischen einberufen werden könne. Wie das Telegramm wissen will, lauteten die eingetroffenen Anworten günstig. a
— Der„Observer“ vom 23. Oktober sagt, General Boyer sei am Freitag in England an- gelangt und habe mit der Kaiserin Eugenie am Samstag conferirt.
Großbritannien. London. Depeschen der„Daily News“ aus Saarbrücken vom 21. Okt. melden: Vorgestern herrschte ernste Unruhe in Metz wegen der Proclamirung der Republik; viele Sol⸗ daten desertiren, demoralistrt und halb verhungert.
Italien. Florenz. Die„Opinione“ be⸗ merkt bei der Besprechung der Verhandlungen über den Abschluß eines Waffenstillstandes zwischen Frankreich und Deutschland, Frankreich würde sich vielleicht fügen, die Friedenspräliminarien anzu⸗ nehmen unter den Bedingungen der Schleifung von Straßburg und Metz, sowie Zahlung einer Kriegsentschädigung von zwei Milliarden; Preußen bestehe aber auf der Abtretung des Elsasses und eines Theils von Lothringen.
Türkei. Constantinopel. Dem Vernehmen nach findet zwischen der Türkei und Griechenland ein diplomatischer Meinungsaustausch statt, welcher ein Einverständniß darüber erzielt hat, sich gegen— seitig gegen jede Macht, die etwa im Orient erobernd auftreten sollte, zu unterstützen.
Amerika. Newpork. Nach den officiellen Berichten wird voraussichtlich die diesjährige Baumwollernte nicht ergiebig sein.
* Friedberg. Am Abend des 25. d. beobachtete man dahier eiwa von 6 bis 8½ Uhr ein sehr schönes Nordlicht, welches sich durch seine intensiv rothe Farbe auszeichnete, obgleich der Himmel mit Wolken überzogen war.
Frankfurt. In den Lokalnachrichten der hiesigen Blätter liest man: Gestern und vorgestern kamen außer einigen hundert Franzosen etwa 800 Kranke und ver⸗ wundete deutsche Soldaten hier durch; einige der Letzteren mußten in die hiesigen Lazarethe verbracht werden. Die Armen waren seit zwei Tagen nicht verbunden worden und waren deren Wunden in einem sehr bedenklichen Zustande. Sämmtliche Soldaten kamen aus Ponta Mousson. Unter ihnen befanden sich auch einige bei den jüngsten Gefechten blessirte Frankfurter.— Durch Herrn Ph. Hertz auf dem Roßmarkt wurde im Auftrag eines ungenannten Wohlthäters dem Verein für die Pflege verwundeter und erkrankter Krieger im Felde eine elegante zweispännige Kalesche als Geschenk mit dem Ersuchen übergeben, solche zu verwerthen und den Erlös für die Wirksamkeit des Vereins zu verwenden. Die hochherzige Zuwendung wurde mit dem größten Dank angenommen.— Die Gefangnen⸗ züge aus Frankreich sind durch die neuerdings vorge— kommenen siegreichen Gefechte und Scharmützel wieder zahl reicher geworden, aber auch die Zuzüge von Ersatztruppen nach Frankreich dauern fort, unter andern sind dieser Tage fünf Ersatzbataillone Landwehr hier durchgekommen. Wie wir vernehmen, sollen dieser Tage die in Posen an der


