Ausgabe 
27.10.1870
 
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Sachsen Dresden. DasDresdner Journal meldet, daß der Staatsminister v. Friesen in Folge einer Einladung in das k. Hauptquartier nach Versailles abreist.

Hesterreich. Wien. DieAbendpost enthält solgendes Telegramm: Tours, 24. Okt. Die hiesige Regierungsdelegation hat die englischer Seits gemachten Vorschläge wegen des Waffen⸗ stillstandes im Princip angenommen. Thiers ist bestimmt, nach vorgängiger Verabredung mit der Centralregierung in Paris in Verhandlungen mit dem Grafen Bismarck einzutreten.

Frankreich. Tours, 24. October. Die Regierung veröffentlicht folgendes Telegramm: Lille, 23. October. Der Feind räumte gestern St. Quentin. Amiens wurde nicht angegriffen. Die Regierung läßt die Wege und Stadt verbarrikadiren. Der Belagerungszustand ist für Tours und das ganze Departement Indre und Loire erklärt. Nach derFrance vom Sonnabend wohnte Thiers einem im erzbischöf lichen Palais abgehaltenen großen Regierungs- Conseil bei. Dasselbe war in Bezug auf die Frage der Wahl der Constituante getheilter Ansicht. Die Majorität war dafür, Gambetta dagegen.

DieFrance bringt folgenden Schrei der Entrüstung und patriotischen Zornes:Wir sind keine Franzosen mehr, denn unsere Soldaten nehmen die Gewohnheit an, sich zu Gefangenen machen zu lassen, unsere Armeen capituliren, unsere Generale haben zu siegen verlernt. Wir sind nicht mehr Franzosen, denn zu Paris weicht ein Regiment vor dem Feinde, ohne eine Patrone verschossen zu haben, zu Orleans laufen unsere Soldaten, die für die ersten der Welt galten, davon, nur die Mobilgarden und die Freiwilligen des Westens zeigen gute Haltung und geben ein Beispiel, welches micht befolgt wird. Wir sind nicht mehr Fran- zosen, denn unsere Offiziere studiren nicht mehr den Krieg und folglich verstehen sie nichts davon. Diese große Kunst des Krieges, worin es unsere Väter so weit gebracht hatten, baben sie vergessen. Unser militärisches Ansehen ist verloren. Wir sind nur noch ein Volk von Schwätzern, von Genußmenschen und Schönrednern, welche im Theater und auf ben öffentlichen Plätzen Demonstrationen machen, über Regierungsformen verhandeln, eifersüchtig muf einander, uns gegenseitig überwachend, be⸗ meidend; uns theilend, wenn der Feind uns das Schwert an die Kehle setzt. Wir sind nicht mehr Franzosen, nicht mehr, wie die Griechen zur Zeit Philipp's Griechen waren, nicht mehr, wie die Nömer zur Zeit der Völkerwanderung Römer waren. Die neuen Macedonier werden uns be⸗ handeln wie Philipp und Alexander die Athenienser behandelten, oder vielmehr, wie Alarich die Römer und die Türken Constantinopel. Sie werden nicht mur die Einheit Deutschlands schaffen, sondern

Europa unterjochen, ohne uns, trotz uns und gegen uns. 0

Paris, 24. Oct. Thiers wird morgen hier erwartet und sich voraussichtlich am Nach⸗ mittag nach Versallles begeben.

In Paris herrschen die Blattern. Brust⸗ entzuͤndungen sollen auch äußerst häufig sein, was kein Erstaunen erregen kann, wenn man bedenkt, daß jede Nacht ein Drittel der waffen fähigen Leute der Hauptstadt, die meistens an ein Wohlleben gewohnt sind, in freier Luft auf den Wällen zubringen müssen. Dabei erreichen die Preise der Lebensmittel eine enorme Höhe; das Pfund gesalzene Butter kostet 18 Fr., das Pfund Wurst 8 und das Pfund Pferdefleisch 2 Fr. In den Faubourgs herrscht schon furcht bares Elend, obgleich die Privatmildthätigkeit viel thut.

Nachrichten aus dem Departement du Nord melden, daß die Arbeiterkrisis immer be denklicher wird. In Ascg feiern sämmtliche Fabriken, mit Ausnahme von zweien. Alle Fremden, welche im Departement sich aufhalten und das Alter von 50 Jahren noch nicht er reicht haben, werden eingezogen, die Wider strebenden ausgewiesen. Die Waffenvorräthe sind unzureichend und werden daher Gewehre mit Steinschloß vertheilt.

Belgien. Brüssel. Eine Correspondenz derIndep. belge! aus Tours vom 20. meldet, daß ein Theil der ehemaligen Mit glieder des gesetzgebenden Körpers bei Gam betta Schritte gethan habe, um denselben zu bestimmen, auf den ihm angebotenen Waffen⸗ stillstand einzugehen und so endlich zur Con⸗ stituirung einer regelmäßigen Regierung zu gelangen. Die Ex-Deputirten, welche diesen Schritt gethan, gehören der Linken und dem linken Centrum an, und an ihrer Spitze steht der bekannte Republikaner Grevy, Batonnier des Advocatenstandes von Paris, welcher ener gisch die Berufung der Nationalversammlung verlangte, damit durch dieselbe eine Regierung geschaffen werde, mit welcher Preußen unter handeln könne.

Großbritannien. London. Dem Ver⸗ nehmen nach hat die französische Regierung mit hiesigen Häusern eine sechsprozentige An leihe im Betrage von 250 Millionen zum Emissionscourse von 85, rückzahlbar in 34 Jahren, abgeschlossen. Dieselbe wird in Stücken von 20, 100 und 1000 Pfund ausgegeben. Die letzte Einzahlung erfolgt am 1. Februar.

Italien. Florenz. Garibaldi dementirt, daß er, als er seine Dienste Frankreich anbot, zu gleicher Zeit den Aufstand in Nizza befördert habe. Er versichert einem Freund, daß Beides zu verschiedener Zeit geschehen sei. Die fran⸗ zösische Regierung soll dem General versprochen

haben, daß nach beendigtem Krieg in Nizza ein neues Plebiscit stattfinden würde.

Rußland. Petersburg. DasJour⸗ nal de St. Petersbourg sagt die Friedens⸗ frage dürfe nicht mit der Frage über die Waffenruhe vermengt werden. Gegenwärtig liegt nur die letztere vor, Behufs Zusammen tritt der Versammlung, welche die Friedens⸗ frage prüfen müsse.

1 Mit einem dieser Tage eingetroffenen Kranken⸗ Zuge von 976 Mann hat die Zahl der Mainz passirten Kranken und Verwundeten die Summe von 50,000 über⸗ schritten und beläuft sich jetzt auf 50,200. Nicht allein diese 50,000 fanden je nach Bedürfniß ärztliche Hülfe und Verpflegung und wurden mit den nöthigen Bekleidungs⸗ stücken versehen, sondern außerdem erhielten noch circa 18,000 gesunde Soldaten, Pariser Ausgewiesene ꝛc. Ver⸗ pflegung, wie ferner deren Wünsche in Bezug auf Kleider auf's Beste erfüllt wurden.

Leipzig. Das hiesige Tagblatt sagt in einem Artikel über das Kringscontingent det Leipziger akademischen Jugend, daß die Universität Leipzig im Ganzen eine halbe Compagnie auf den Kriegsfuß gestellt hat, 128 Mann. Theologen wurden nur zwei eingezogen, Juristen 82, Mediciner 11. Aus ben verschiedenen Fächern der philo⸗

sophischen Facultät waren 33 in die Feldarmee einzustellen.

Bon diesen 33 studirten bis dahin 2 Philosophie, andere 2 Pädagogik, 3 Landwirthschaft, je 4 Chemie, Mathematik, Naturwissenschaften und Pharmgcie, endlich 14 Philologie.

Paris. Auf großen grünen Maueranschlägen ist die Ankündigung von der projectirten Bildung von 10 Weiber⸗ Bataillonen zu lesen, welche den TitelAmazonen der Seine führen werden und sich zwar auch mit der ersten Pflege der Verwundeten beschäftigen, aber auch neben den Männern auf den Wällen und hinter den Barrikaden kämpfen werden. Dazu gedenken sie fich mit leichten Flin⸗ ten, die etwa 600 Fuß tragen, zu bewehren, und sich in folgendes Kostüm zu setzen: schwarze Hosen mit Orange⸗ streifen, wollene Blousen, schwarzes Käppi an Orangeband, Patronen-Tasche mit Schultergürtel. Das Werbe⸗Bureau ist in der Rue Turbido; jedes Bataillon wird 8 Compag⸗ nien à 140 Weiber zählen und sofort gedrillt werden. Jede Kriegslustige muß übrigens von ihrem Mann, Vater, Bruder oder einem Nationalgardisten präsentirt werden, damit kein schlechtes Gesindel in die Amazonenlegion kommt. Für die äußerste Nothwehr werden sie sich mit einem Gummifingerhut bewaffnen, der in einem Stachel Blau⸗ säure enthält, um jeden etwa zudringlich werdenden Preußen auf der Stelle tödten zu können.

1 Kostensteie Jen dungen an Angehörige der Großh. hess. Division! Unsere 8. Expedition ging heute von hier weg, dieselbe bestand aus 1700. Collis. Der Abgaug der 9. Expedition erfolgt den 2. November. Zusendungen für uns richtet man gefälligst an unser Mitglied, Herrn Blumenthal hier. Umfang und Gewicht der Collis nach Belieben der Absender. Vermögende Zusender sind ge⸗ beten, die Poststücke zu frankiren! Darmstadt 26. October 1870. Comité zur Versorgung der Hessischen Feldtruppen.

Pfänder-Vetsteigetung

zu Friedberg. 2466 Montag den 31. October d. J., Vormittags Uhr anfangend, sollen im biefigen Rathbause die bis zu diesem Termin die Verfallzeit erreicht habenden und micht ausgelösten oder renovirten Pfänder der hlesigen Pfand und Lethanstalt, bestehend in: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Weißzeug, Manns, und Frauenkleidern, goldenen und silbernen Taschenuhren sowie sonstigen Begenständen, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung Hersteigert werden. N Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Auslösung und Renovation der Pfänder nur an den hierzu bestimmten Tagen Dienstag, Donnerstag und Samflag stattfinden ann und daß das Pfandhaus vom 27. October d. J. an bie nach beendigter Versteigerung geschlossen bleibt. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises Friedberg werden ersucht, dieß im Interesse ihrer Ge⸗ meindeangehörsgen ortsüblich bekannt machen zu lassen. Friedberg am 14. October 1870. 0 Großherzogliche Sa e, Friedberg

Steinhäuser, Beigeordneter.

licht wird.

Bekanntmachung.

2543 Nach angestellten Ermittelungen ist der Schmied Friedrich Heck zu Dörnigheim überschuldet. Zum Guteversuch behufs Abwendung des förmlichen Con- curses ist Termin auf

den 22. November d. J., Vormittags 9-10 Uhr, in das Local des unterzeichneten Gerichts Schloß⸗ straße Nr. 26 anberaumt, wozu die Gläubiger des ꝛc. Heck mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die nicht erscheinenden als dem Beschluß der Mehrheit bei⸗ tretend augesehen werden, und ein etwaiger Vergleichs bescheid nur durch Anschlag im Gerichtslocal veröffent⸗

Danau am 22. October 1870. Königliches Amtsgericht Abtheilung II. st er. vdt. Stönkel.

Tüchtige Reisende

2526 finden jederzeit lohnende und dauernde Beschäf⸗ tigung bei Wimmer, Firma: Frz. Cramer Buchhandlung in Darmstadt.

Aepfelwein⸗Fässer, 2522 2, 3, 4 Ohm e eee

1

Frankfurt a. M., Langstraße Nr. 19.

Ein gesitteter Zunge,

2543 welcher die Schuhmacher peofession erlernen will, kann mit oder ohne Lehrgeld sofort eintreten bei

Frledberg. Heinr. Wilh. Kautz.

Wo Männer, wie

2541 Professor J. Moscheles Hofcapellmeister Julius Rietz Hofcapellmeister Karl Krebs die ehrendsten Urtbeile über die schöͤnßen Walzer: Jugendträume von O. Hübner⸗-Trams Burschentänze von Jobannes Schondorf Frühltingsreigen von Julius Lammers, abgeben, da darf man verfichert sein, daß diese Piocen auch wirkliche Cabinetsftücke find. Preis pro Opus (4 Bogen stark) nur 12½ Sgr. Zu beziehen

von Robert Apitzsch in Leipzig und durch alle Buch- und Mufikalien handlungen.

Einen Ochsen,

2528 reine Berner Race, hat zu verkaufen Wohnbach. Georg Weckmann v.

Bienen ⸗Versteigerung 2536 Montag den 31. October, Vormittags 10 Uhr, läßt Friedrich Kriegek Wittwe zu Gettenau elf Bienenstöcke mit Bienen einer öffentlichen Versteigerung aussetzen, wozu Kaufliebbaber eingeladen werden.

Kasseler Loose de Bod.

Peter Döll.

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