Ausgabe 
27.8.1870
 
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Ertra-Geilage. Hberhe sischer Anze ige r. 101.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben folgenden Tagesbefehl an die im Felde stehenden hessischen Truppen erlassen

Tages befehl.

Friedberg den 25. August 1870.

Soldaten! Euer ruhmwücdiges Verhalten in den siegreichen Schlachten am 16. und 18. August hat die allgemeine Aner-

kennung Eurer Führer gefunden und den Namen der hessischen Truppen mit neuen Ehren bedeckt.

haben den Sieg mit ihrem Blute erkauft. für die Ihr zu kämpfen berufen seid.

Möge die Erinnerung an sie Euch zu neuen Thaten aneifern

Viele unserer wackeren Kameraden würdig der großen Sache,

Ich danke Euch für Cure Tapferkeit und opferwillige Hingebung und bin überzeugt, daß auch fernerhin Eure Leistungen sich ebenbürtig denen der bewährten Truppen unserer deutschen Mitstreiter anreihen werden,

Gott segne unsere Waffen!

Ludwig.

Mundolsheim, 26. Aug., 9 Uhr Morgens. Seit dem 23. Abends wird die Stadt und Festung Straßburg von Kehl mit Belagerungsgeschützen beschossen und zwar von der Südfronte des Nachts mit Feld artillerie, von der Nordfronte seit dem 24. früh mit Belagerungsgeschützen. Die Vor posten stehen 5 800 Schritte von der

FJestung. Der Schaden in Straßburg ist bedeutend. Kleinere Pulvermagazine sind in

die Luft geflogen. Die Citadelle, die Ma gazine und eine große Anzahl Gebäude stehen in Flammen. Die Verluste diesseits sind sehr gering. v. Werder.

Kriegs nachrichten.

Darmstadt. DerDarmst. Ztg. entnehmen wir folgenden Artikel: Wie bereits erwähnt, war es der Großherzoglichen Diviston vergönnt, so wohl am 16. d., bei dem großartigen strategischen Zug des Prinzen Friedrich Carl, wodurch Mar schall Bazaine in seiner Rückzugslinie überholt und von der übrigen französischen Armee abge schnitten wurde, Verwendung zu finden, als auch bei der Entscheidungsschlacht am 18. d. eine ebenso schwierige als wichtige Position einzunehmen und, wenn auch mit schweren Opfern, ruhmvollst zu behaupten. Ueber beide Tage können wir nach stehendes Nähere berichten:

Am 15. d. hatte die Diviston von Dorf und Schloß Mercy⸗le-Haut, beide von ihren Bewohnern verlassen und beinahe gäuzlich zerstört, die Festung Metz zu beobachten. Obgleich nicht viel mehr als eine Stunde von der Festung entfernt, wurde die Division durch keinen Schuß belästigt. Um 6 Uhr Abends kam der Befehl ein, nach dem etwa Wegstunden südlich gelegenen Cherisey zu marschiren und daselbst für die Nacht Bivouak zu beziehen. Der Divisions-Commandeur, Prinz Ludwig, fand für die Nacht ein Unterkommen im Schlosse daselbst. Nachdem der Prinz am Morgen des 16. zum Corpscommandanten General von Manstein berufen, gab er bei seiner Rückkehr Befehl zur Ueberschreitung der Seille, indem er den einen Theil der Division über Pournoys la- Grasse und Verny, den andern über Pommerieux nach den beiden von unsern Pionnieren bei Coin und Sillegny geschlagenen Brücken dirigirte. Von hier aus marschirte die Division nordöstlich über Fey nach der Mosel und erreichte dieselbe bei Corny. Schon in der Nähe von Fey war Kanonen donner vernehmbar, der sich bei Corny bedeutend verstärkte. Nachdem die Truppen etwas gerastet, wurde Befehl zur Ueberschreitung der Mosel gegeben.Haltet Euch brav! Macht dem alten Namen Ehre! rief der Prinz seinen Leuten zu. Und munter eilten die Truppen vorwärts, trotz Hitze und trotz des bellenden Magens, der bei der kurzen Rast leer ausgegangen war. Auf dem jenseitigen Ufer angelangt, wandte man sich nach

dem wenige Minuten südwärts gelegenen Noveant, geschickt, als Befehl zum Vormarsch kam.

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ziebenden Chaussee Gore zu erreichen. In Gorte stieß man bereits auf die ersten preußischen Ver wundeten aus dem Kampfe des Tages. Vor dem Städtchen wurde der Division die Aufgabe, den Feind in seiner linken Flanke anzugreifen. Die Colonnen bogen rechts von der Chaussee in den Wald ab, den man nur von kleiner Ausdehnung glaubte, der jedoch 17½ Stunden lang sich hinzog (bois des Ognons). Die Vorhut wurde durch das 1. Infanterie-Regiment und eine Batterie gebildet, hierauf folgte der Stab und nach ihm die übrige Division. Den Batterien Hofmann und Frank war es noch vergönnt, bei Gorce in das Gefecht mit bestem Erfolge einzugreifen. Hauptmann Hofmann erhielt hier, wie am 18. das Pferd unter dem Leibe erschossen. Beiden Batterien wurde am folgenden Tage von den Waffenbrüdern das größte Lob gespendet. Die Infanterie zog inzwischen auf schmaler Schneise durch den Wald, an dessen Ausgang sie mit einem Kugelregen überschüttet wurde, ohne die durch Bäume gedeckten Franzosen zu sehen. General v. Manstein befand sich selbst mit dem Prinzen bei der Vorhut. Die Truppen gingen mit Hurrah voran, ohne jedoch auf den Feind zu stoßen. Er war, wie am folgenden Tage sich zeigte, durch eine breite Schlucht von uns getrennt. Da es inzwischen dunkel geworden, befahl General von Manstein, das Gefecht abzubrechen. Wir zählten 6 Todte und 40 Verwundete, meistens vom 1. und 2. Infanterie- Regiment, darunter den Lieu- tenant Kraus, dem die rechte Hand durchschossen war. Wir behielten den Wald besetzt und bivoua kirten auf einem freien Platze. Weit und breit war nichts zu haben; einen Brunnen hatte ein Offizier aus dem Stabe des Prinzen entdeckt; nur den lechzenden Verwundeten konnte Wasser gereicht werden. Die Nacht war schön, doch bitter kalt; kein Feuer brannte, und auch den Offizieren ging, da Bagage und Handpferde zurückgeblieben, jede Bequemlichkeit ab.

Am 17. früh um 5 Uhr erfolgte der Auf bruch. Wieder ging es auf schmalem Pfad vor wärts durch den Wald. Der Weg führte bald über das Schlachtfeld des vorigen Tages; hunderte von Todten, Freund und Feind, deckten die Wahl statt. getragen. Wiederholt sah man unsere Prinzen einem Schmachtenden sich nähern, um ihm die Feldflasche zu reichen. Lange Heersäulen der preußischen Brüder zogen an uns vorüber; stumm war der Gruß; und doch wie beredt waren die gewechselten Blicke! welcher Erust beherrschte jeden, welche Entschlossenheit, welcher Siegesmuth erglänzte aus aller Augen! Bei Flavigny südlich der Straße von Rezonville nach Mars-la-Tour, zunächst Vionville, bezogen wir Bivouaks.

Am 18. war die Division bereits um 5 Uhr Morgens zum Abmarsch bereit, der um 7 Uhr erfolgte. Nach 8 Uhr standen wir bei Cautre, einem Gehöfte an der Straße von Gravelotte nach Doncourt, etwa in der Mitte zwischen beiden Orten. Eben hatten wir uns zum Abkochen an Das

um in Eilmärschen auf der im Thal nordwestlich Wasser, was wir mühsam zusammengeschleppt,

Verwundete wurden immer noch hinweg

mußte ausgeschüttet werden. Die Cavalerie ging zur Aufklärung des Terrains der Division weit voraus. Um 12 Uhr batten wir, zwei Stunden nordöstlich, hinter dem Walde bei Amanvillers in der Gefechtslinie Stellung genommen. Unser IX. Corps bildete den linken Flügel des Centrums; nördlich stauden uns zunächst die preußischen Gar den und zu äußerst das XII.(königlich sächsische) Corps, südlich das VIII., VII. und II. Corps. In der Reserve auf der Pariser Straße das III. und X. Corps. Der Feind batte auf den gegen überliegenden, im Halbkreis sich hinziehenden Höhen in drei Etagen Stellung genommen und seine günstige Position durch Schützengräben verstärkt. Den Garden und Sachsen war die Aufgabe ge worden, die rechte Flanke des Feindes zu umgehen; wir hatten das Centrum zu halten. Dem beftigsten Kreuzfeuer der feindlichen Artillerie war diese Stel lung ausgesetzt. Das erste Infanterie-Regiment machte eine Vorwärtsbewegung, um zum Bajonnet⸗ angriff gegen den Feind überzugehen. An der neuen, noch unvollendeten Bahnlinie Metz-Verdun angelangt, glaubte es im Schutze des steilen Bahn⸗ dammes einen Augenblick rasten zu können, als es plötzlich von den gegenüberliegenden Höhen aus durch den Feind in der Flanke beschossen wurde und schwere Verluste erlitt. Doch das Regiment ging über den Damm vorwärts und besetzte noch ein jenseits gelegenes Haus. Unsere brave Artil⸗ lerie hatte an einer Waldecke Posto gefaßt und ließ keinen Gruß des Feindes unerwiedert, wobei sie des besten Erfolges sich rühmen konnte. Furcht- bar war der Kanonendonner. 3695 Schuß wur- den allein von den hessischen Batterien gethan. Weit vorgeschoben stand unsere reitende Batterie; ihr Chef, Hauptmann v. Schäffer, ward verwundet und aus dem Gefecht getragen; Ober- Lieutenant v. Grolman übernimmt das Commando und schickt den Lieutenant Draudt nach rückwärts, um Deckung durch Infanterie zu verlangen. Als der Lieutenant zurückkehrt, liegt v. Grolman mit zerschmettertem Schädel am Boden. 4 Geschütze sind demontirt und nur noch 8 Mann unversehrt, mit denen der Lieutenant die beiden übrigen Geschütze aus dem Gefechte zurückführt. In der 5. Batterie bat Lieutenant Kehrer drei Contustonen an einem Bein; da fällt der Chef, Hauptmann Ronstadt.Der Lieutenant arbeitet sich wieder mühsam aufs Pferd und führt noch 6 Stunden lang das Commando. Und von jeder Batterie ließe sich Rühmliches be richten. Alle Offiziere der Artillerie sollen zu Orvensdecorationen vorgeschlagen sein. Endlich ist es dem linken Flügel gelungen, den Feind zu um gehen. Die Garden greifen um 5, die Sachsen um 6 Uhr in das Gefecht ein. Allgemeiner Vor- marsch. Die Franzosen werden auf allen Puncten zurückgedrängt. Um 8 ½ Uhr endet der beiße Tag bei Metz, in welchem die hessische Dipision seit 12 Uhr im Feuer gestanden. Des Abends wurde in der Nähe des Schlachtfeldes Bivouak bezogen. Auf allen Bauernhöfen rückwärts webt die Fahne mit dem rothen Kreuz in weißem Felde. Alles liegt voll von Verwundeten. Unermüdlich sind die Aerzte in Hülfeleistung, nachdem sie schon während des Tags manchen Blessirten inmitten der