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chronik
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Samstag den 27. August.
N 101.
Enthäl: die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Miedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Umtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 41. sub. 1. Bekanntmachung, den Abschluß einer Consularconventlon zwischen Hessen und Italien betreffend.
Friedberg den 22. August 1870.
Betreffend: Die Musterung, Abschätzung und Aushebung der bei eintretender Mobilmachung erforderlichen Pferde.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.
Friedberg den 24. August 1870.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Es stehen noch viele mit Erledigung unserer Verfügung vom 6. d. M., Oberhessischer Anzeiger Nr. 93, zurück. Wir erinnern hier— mit an die umgehende Einsendung der geforderten Verzeichnisse bei Meidung von Wartboten.
Bu Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 10. 4
d. J. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Belheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden:
Mittwoch den 14. September d. J. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre
1831 geboren sind;
Donnerstag den 18. September d. J. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre
1852 geboren sindz
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.
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Großherzogliche
Trapp.
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Samstag den 17. September d. J.
fün diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1833 geboren, sowie für die Angehörigen eines anderen Staates, welche nach§. 20 der Militär-Ersatz⸗Instruction im Groß⸗ herzogthum gestellungspflichtig sind.
Die Prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens um 8 Uhr in dem Locale der„Polytechnischen Schule“ dahier.
Darmstadt den 20. August 1870.
PrüfungsCommission für einjährig Freiwillige Gerlach. Srecker.
*
Heinrich Hammer von Gambach ist zum Polizeidiener dasiger Gemeinde ernannt und verpflichtet worden.
Die Feldstrasen vom III. Quartal 1870 können an den be
Bekanntmachung.
Als besonderen Erhebungstag bestimmen wir für den Landgertchtsbezirk Butzbach:
Samstag den 3. September d. J., V
slimmten Zahltagen Dilenstag und Donnerstag an das unterzeichnete Rentamt bezahlt werden.
ormittags von 9—11 Uhr, im Gasthause des Herrn Joutz.
Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien dieses im Interesse ibrer Ortsangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem
15. September d. J. die Mahnung erfolgt. Friedberg den 22. August 1870.
Friedberg den 24. August 1870.
Bekanntmachung.
Mit den Steuern pro September J. J. werden auch die Tilgungsrenten erboben.
Groß herzogliches Rentamt Friedberg Lin deck.
Großherzogliche Distrietseinnehmerei Friedberg Keim.
Kriegs nachrichten. Offieielle militärische Nachrichten.
Bar⸗le⸗Duc, 24. August, 9 Uhr Abends. Chalons ist vom Feinde geräumt, unsere Spitzen darüber hinaus. Die Armee setzt den Weitermarsch fort,
Berlin, 25. August, Nachmittags. Der „Staatsanzeiger“ meldet: Das k. Hauptquartier st von Pont à Mousson nach Bar le Due ver— legt. Dem Marschall Bazaine sind Corps der ersten und zweiten Armee gegenüber geblieben; der andere Theil des deutschen Heeres tritt ent— chlossen den Vormarsch auf Paris an.
Karlsruhe, 24. Aug., Vormittags. Unter dem Feuer der Feldgeschütze und der Batterien n Kehl hat sich die Infanterie in vergangener Nacht auf 1000 Schritt von der Festung Straß— vurg eingenistet und den Bahnhof ohne Verlust genommen.(Es wird dieß der Bahnhof an der Vorte d'Austerlitz sein; der Straßburger Bahn— vof ist innerhalb der Festungswerke gelegen.)
Karlsruhe, 25. Aug. Gestern fand bei Straßburg den ganzen Tag über ein Artillerie- ampf statt, der sich Abends und Nachts bis heute Norgen 5 Uhr noch steigerte. Derselbe hatte uten Erfolg. Die rechte Seite der Citadelle ist ibgebrannt. In der Stadt sind Feuersbrünste wahrnehmbar. Von den Mörserbatterieen ist eine um Schweigen gebracht. Unsererseits ist kein Zerlust, dagegen ist Kehl neuerdings stark beschä—
digt; es sind abermals 20 Häuser abgebrannt, andere bedeutend beschädigt.
Ueber die Betheiligung der hessischen Armee— Diviston in der am 18. stattgebabten Schlacht bei Gravelotte werden nachstehende Detaile gemeldet: Die Hessen kamen Morgens gegen 7 Uhr in das Feuer und standen theilweise über 10 Stunden in demselben. Die Franzosen hatten treffliche durch Feldbefestigungswerke und die Natur sehr feste Stellungen ein, deren Wegnahme speziell unserem 3. Infanterie-Regiment, den Jägern und der Artillerie, die dem Feind durch wohl ange— brachtes Feuer enormen Schaden zugefügt, leider große Verluste gebracht. Das erste Infanterie— Regiment wurde von den Franzosen stundenlang sehr stark mit Granaten beworfen, die jedoch, da das Regiment hinter einem Bahndamm Deckung gefunden, bis auf 2 oder 3 keinen Schaden ver— ursachten. Die Franzosen schossen mit dem Chassepot auf 1500—1600 Schritte und so kommt es, daß mancher Mann verwundet wurde, der noch keinen Schuß gethan. Der Lärm, den die Mitrailleusen verursacht, war mitunter ein wahrhaft betäubender.
— Weitere bezügliche Details entnehmen wir der„Wormser Ztg.“:„19. Aug., Abends 5 Uhr. Wir(Hessen) hatten vorgestern nach unserm abend— lichen Waldgefecht bei Gorce unweit der Mosel auf dem Schlachtfelde campirt, rückten Morgens in Schlachtordnung vor, bis wir beim herrlichsten Wetter um 12 Uhr einen solchen Hagel von
Granaten bekamen, daß es wie Wolken über uns zog. Das Granatfeuer dauerte bis beinahe 9 Uhr und richtete große Verluste an. Schon um 4 Uhr hatten wir einen Wald besetzt in dem noch eben die Hälfte der dort Gebliebenen liegt. Abend Sturm auf die Höhen und Sieg. Rings herum brennen fünf Ortschaften— es war ein furchtbarer Kampf.“ —„20. Aug. Wir bleiben vorerst auf dem Schlachtfelde zur Cernirung der nach Metz ge— worfenen französischen Armee in Hüttenlagern liegen,— wahrscheinlich bis der Kronprinz in Paris den Frieden dictirt. Die Schlacht von vorgestern wurde von beiden Armeen in ganzer Stärke geschlagen und heißt„die Schlacht bei Verneville.“— Nach weiteren Berichten desselben Blattes aus dem„Bivouak bei Hebonville“ beträgt der Verlust des 1. Regiments außer den bereits bekannten Officieren, 242 Mann todt oder verwundet und 127 Mann vermißt(wohl zum größten Theil ebenfalls todt und verwundet). Die Leute haben sich gut gehalten. Die Ver- theidigung war eine außerordentlich hartnäckige. Unser(J.) Regiment stand Anfangs nahezu 2 Stunden im tollsten Granatfeuer und verlor da— bei viele Leute. Major v. Röder wurden zwei Pferde unter dem Leibe erschossen, die meisten be— rittenen Officiere verloren ihre Pferde. Um ½9 Uhr endigte die Schlacht, die mit colossalen Verlusten von beiden Seiten geschlagen wurde. Wir bivouakirten die Nacht unter Leichen auf
dem Schlachtfelde, auf dem es grauenhaft aus-


