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stellte Initiative der Regierung abzuwarten“,„ein ganzes fertiges Preßgesetz beschlossen“. Das Blatt meint ziemlich sicher annehmen zu dürfen,„daß die Regierung, falls sie sich nach dem selbstwilligen provocatorischen Verhalten des Abgeordnetenhauses in dieser Frage überhaupt noch veranlaßt siebt, mit ihren Vorschlägen in dieser Session hervor- zutreten, den Entwurf an derjenigen Stelle ein- bringen werde, po die Berathung jetzt lietzt, nämlich im Herr ausc.“
— Von Berlin aus kommt ein Circular zur Verbreitung, welches Aufschluß bringt über die schon länger angekündigte Reorganisation der national-liberalen Partei. Der in demselben mit— getheilte Organisationsplan soll die Billigung der national-liberalen Partei des gegenwärtigen preußischen Landtages bereits gefunden haben, über den Anschluß der national- liberalen Partei in Baden, Hessen und Würtemberg würde noch Unterhandlung gepflogen. Endlich wird in dem Circular zu einer Versammlung in Berlin auf den 5. Februar eingeladen, in welcher folgende Gegenstände zur Erörterung gelangen sollen: 1) Berathung und Beschlußfassung über den vor⸗ stehenden Organisationsplan. 2) Die Anregung der Vereinsthätigkeit. 3) Die Erneuerung der beinahe aufgezehrten Parteifonds. 4) Unser Ver⸗ hältniß zu den anderen liberalen Parteien in Norddeutschland, so wie zu den national-liberalen Parteien in Süddeutschland.
Oberursel. Nach einer Mittheilung des „Taunusboten“ soll gegen den vielberufenen Pfarrer v. Linde hierselbst von bischöflicher Seite eine
Untersuchung eingeleitet worden sein, hauptsächlich
aus Anlaß seiner Erdbeben Theorie, da er gepre— digt haben soll, daß die Erdbeben als Züchtigung Gottes hauptsächlich in protestantischen Ländern vorkämen ꝛc.
Braunschweig. Die Braunschweigische Landesversammlung lehnte die Regierungsvorlage in Betreffs des Verkaufs der Herzoglichen Staats- bahnen ab, erklärte sich dagegen im Prinzip für den Verkauf, sofern ein Kaufpreis von 11 Mill. Thlrn. baar und eine 64 jährige Annuität von 875,000 Thlr. von einem Kaufconsortium gewährt werde, in welchem wo möglich die Bergisch-Mär— kische und Berlin-Potsdam- Magdeburger Bahn sich befinde.
Sachsen. Dresden. Die erste Kammer hat den Abrüstungsantrag May's mit 24 gegen 21 Stimmen angenommen; die Minister v. Friesen und Fabrice hatten sich mit großer Entschiedenheit gegen denselben ausgesprochen.
Bayern München. In öffentlicher Magistratesitzung wurde mit 22 gegen 6 Stimmen die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an den Stiftsprobst Dr. Döllinger beschlossen.
Oesterreich. Wien. Im österreichischen Abgeordnetenhaus vertheidigte Graf Beust sein vielangefochtenes Verhalten in den inneren Ver— fassungsangelegenheiten. Seine Rede euthält das Versprechen, für die Majoritätsapresse, also für die Minister Giskra und Genossen stimmen zu wollen, wenn er auch in einzelnen Punkten von dem Programme der Letzteren abweiche. Im Uebrigen war es Herrn v. Beust ausgesprochener— maßen darum zu thun, das in neuerer Zeit gegen ihn wachgerufene Mißtrauen der verfassungstreuen Partei nach Kräften zu beschwichtigen, wobei er jedoch zugestehen mußte, daß einiger Anlaß zu diesem Mißtrauen vorhanden war. a
— Es ging bier das Gerücht von ernsten Miß— helligkeiten zwischen den eisleithanischen Ministern und dem Grafen Beust, als eine Folge der von Beust am Samstag im Reichsrath gehaltenen Rede. Heute versichert man, das Einvernehmen sei her— gestellt und die Cabinetsergänzung werde noch vor Ende der Woche erwartet.
a Frankreich. Paris. Der„Reveil“ vere öffentlicht einen Brief Ledru-Rollin's, in welchem
derselbe die Vertretung der Familie Noir ablehnt,
da die Annahme der Vertretung ein Anerkennen der kaiserlichen Richter mit sich führen würde. — Nachrichten aus Creuzot melden, daß bei— nahe sämmtliche Arbeiter wieder die Arbeit auf— genommen haben, und man erwartet, daß auch
die noch Zurückgebliebenen diesem Beispiele folgen werden. Nur einige der Strikenden haben sich, ohne die Ordnung stören zu wollen, entschlossen, auszuharren.
— Im gesetzgebenden Körper brachte Simon einen Antrag bezüglich der Abschaffung der Todes⸗ strafe, Cremieux einen Antrag, die Wahl der Municipalitäten von Paris und Lyon betreffend, ein und Forcade entwickelte in einer Rede seine Ansichten über den Freihandel.
— Es bestätigt sich, daß nach der Publication des neuen Preßgesetzes eine Amnestie für Preß- vergehen erlassen werden soll.
— Zum Prozesse des Prinzen Peter Bonaparte citirt das Journal„Le Havre“ eine Erzählung des Prinzen Louis Bonaparte(des jetzigen Kaisers), wonach der gedachte„Prinz“ einst in New-Nork (inen Amerikaner über einen unbedeutenden Streit niederschoß; so daß sowohl Prinz Louis als Prinz Peter Bonaparte zwei Monate Untersuchungshaft in New⸗Nork auszustehen hatten, aus der sie nur durch die Gefälligkeit eines bestochenen Richters erlöst wurden. Eine andere Mittheilung besagt, daß die Prinzessin Peter Bonaparte, als Zeugin in dem Prozesse gegen ihren Mann citirt, Depo— sitionen gemacht haben soll, welche an dem Vor— bedacht bei dem begangenen Verbrechen kaum mehr einen Zweifel ließen.
Italien. Rom. In der von dem Cardinal- Erzbischof Rauscher verfaßten Adresse gegen das Unfehlbarkeitsdogma richten die Unterzeichner an den Papst die Bitte, es möge Krast Ausspruchs des Papstes die Lehre, deren Sanctionirung ver— langt werde, dem ökumenischen Concil nicht als Gegenstand der Discussion vorgelegt werden. Es sträube sich das Herz vor dieser Discussion und darum bitten die Kirchenfürsten, daß man ihnen eine Nothwendigkeit über solche Dinge zu berathen, nicht auferlegen möge. Ueberdieß, sagen sie weiter, da wir unter den bedeuten— deren katholischen Nationen des bischöflichen Amtes pflegen, so kennen wir den Stand der Dinge bei denselben aus täglicher Erfahrung; uns aber ist bekannt, daß die verlangte Definition den Feinden der Religion neue Waffen liefern würdt, um auch bei den bessern Männern Feind schaft gegen die katholische Sache zu erregen, und wir sind gewiß, daß dieselbe in Europa, wenig— stens den Regierungen unserer Bezirke Anlaß oder Vorwand bieten würde, die noch bestehenden Rechte der Kirche anzugreifen. Unterzeichnet ist die Adresse von den bedeutendsten Kirchenfürsten aus Deutschland und Oesterreich-Ungarn, darunter die Erzbischöse von Prag, Wien, Olmütz, Bamberg, München, Kalcesa, Köln, Salzburg, Lemberg; die Bischöfe von Breslau, Hildesheim, Trier, Osna⸗ brück, Mainz, Rottenburg, Augsburg, St. Gallen, Lavant, Gurk, Triest, Budweis, Fünfkirchen, Großwardein, Djakovar, Temesvar, Szathmar, Tarnow, Parewz, Gorizia, Cassovia, Crisio, Lai bach, Raab, Leontopolis, Siebenbürgen; die Aebte von Prag, Strahow und Martinsberg.— Der von den deutschen und ungarischen Erzbischöfen und Bischöfen erlassene Protest gegen die Geschäfts⸗ ordnung des Concils trägt folgende Unterschriften: Fürst Schwarzenberg, Fürstenberg, Scherr, Dein— lein, Haynald, Förster, Dinkel, Viery, Simonovicz, Legat Zirzik, Dobrila, Stepnisnigg, Bonnaz, Eberhard, Jacob, Fogarassy, Stroßmayer, Lipov— nieczky, Kovacs, Ferwerk, Beckmann, Smieiklas, Zeidler, Ketteler und Kemrick.
— Ueber die Haltung des Coneils zur Un— fehlbarkeit des Papstes schreibt der römische Be— richterstatter der gutkatholischen„A. Postztg.“: „Das Conecil wird sich erklären, muß sich wohl erklären, um des katholischen Volkes willen. Es wird erklären, was jedes katholische Kind weiß und glaubt, was das katholische Volk immer ge— glaubt hat. Die Form wird so gefaßt sein, daß Jeder zufrieden sein kann. Das Concil wird nie und nimmermehr erklären, daß dem Papst Un- sündbarkeit zukomme, oder daß Alles und Jedes, was der Papst bei irgendeiner Gelegenheit aus— spreche, unfehlbar sei.“
Nustland. Am 15. Januar hat das Donische
Kosalkenheer sein 300 jähriges Bestehen gefeiert.
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. Friedberg. Herr Seminarlehrer Stamm hielt am 18. d. M. seinen Vortrag über den„Prediger Salomo.“ Nach einigen einleitenden Worten über die Wahl bes Thema's und über die Schwierigkeit der Beurtheilun eines Buches bei nur oberflächlicher Bekanutschaft damit trat der Reöner seinem Gegenstand näher mit einer vor⸗ läufigen kurzen Inhaltsangabe des Buches:„Alle mensch⸗ lichen Bestrebungen sind nichtig, eitel; bleibend ist nur bie Furcht Gottes und das Halten seiner Gebote.“ Diese Gedanken läßt der Bersasser des Buches den König Salomo in einer Reihe von Betrachtungen aussprechen, die sich in zum Theil wahrhaft großartigen Bildern ergehen. Und dazu, sagt der Redner, konnte kein Mann geeigneter sein als Salomo, der im Streben nach Weisheit und Erkennt- niß, nach Machtentwickelung und Peachtentfaltung und Genuß das Menschenleben wie kein Zweiter durchgekostet halte. Im weiteren Verlauf des Vortrags führte der Redner das Buch selbst in seinen wesentlichsten Betrachtungen vor und knüpfte daran eine scharssinnig durchgeführte krilische Beleuchtung, die durch das erläuternde Herein— ziehen ähnlicher Erscheinungen auf dem Gebiete der mo— dernen Literatur, wie B. Göthe's„Faust“ und Shakespeare's„Hamlet“ besonders interessant wurde. Dec Vortrag zeigte eindringlich, welchen Schatz von Lebens- weisheit das Buch enthalte, das ein Lieblingsbuch des großen Friedrich von Preußen gewesen und von ihm ein wahrhaftes Fürstenbuch genannt worden sei, und wie för⸗ derlich das Lesen desselben zur Begründung einer ernsten, gediegenen Lehensanschauung sich erweise, wenn man tiefer in seie Verständniß eindringe und die scheinbaren Wider- sprüche und einzelne bedenklich aussehende Sätze in ihrem richtigen Zusammenhaug auffasse. 0
Frankfurt. Das Volfsconcert am Sonntag in der Landwirthswastlichen Halle war von über 3000 Personen besucht. Die Mannsfeldt'sche Capelle fand stürmischen Beifall. Leider mar der Staub in der Halle der Art, daß man nicht lange in derselben verweilen konnte. Bis zum nächsten Concert wird diesem Uebelstand durch Legen eines Fußbodens abgeholfen sein. 5
Frankfurt. Die Zeichnungen für Einrichtung eines städuschen Gaswerks übersteigen bereits die Summe von 30 Millionen Cubilfuß.
Frankfurt. Dem Vernehmen nach wird nächste Woche ein verheiratheter Mann vor der Strafkammer erscheinen, welcher sich für ledig ausgegeben, sich mit einer wohl— habenden Wittwe verlobt und sich von ihr, nachdem er ihr nicht unbedeutendes Vermögen durchgebracht, durch die Flucht entserute. Die Betrogene, welcher er geschrieben hafte, er sei hier wegen Uebertretung des Gewerbegesetzes in eine Geldbuße verurtheilt und müsse in das Gefängniß, wenn sie ihm nicht umgehend die benöthigten 100 Thaler sende, traf ihn im Schooße seiner Familie dei Frau und Kindern im vollsten Wohlsein an.
Darmstadt. Der„Darmst. Z.“ schreibt men aus Ober⸗Klingen, 21. Jan.:„Wie in Großgerau, so wurden auch hier neuerdings Erderschütterungen, wenn auch nicht in der früheren Stärke und ohne unterirdisches Rollen. verspürt.“ Ferner aus Kostheim, 23. Jan.:„Heute früh kurz vor 5 Uhr wurden einige leichte Erschütterungen verspürt.
Darmstadt. Was den Verbrauch der Reibzünd⸗ hölzchen anbelangt— schreibt das„Gewbl, f. d. Groß herzogthum Hessen“— so nimmt man in runder Summe an, daß in Frankreich die Person täglich 7, in England 8 und in Belgien 9 Stück verbraucht. Legt man nun das französische Verhältniß zu Grunde und trägt es auf die übrigen europäischen Staaten nach Maßgabe ihrer gegenwärtigen Bevölkerung über, so dürfte der läͤgliche Verbrauch von Reibzündhölzchen in ganz Europa auf die außerordentliche Höhe von 2 Milliarden sich erheben. Wie viel Holz aber gehört dazu, um die Massen von Zünd— hölzchen zu beschaffen? Bekanntlich ist das Gewicht dieser Hölzchen nicht gleich; es gibt z. B. in Frankreich Zünd⸗ hölzchen, und diese sind allerdings die schwersten, von denen nahezu 3000 Stück ein Kilogramm(gleich 2 Zoll⸗ pfund) wiegen; dafür kommen aber in anderen Staaten Europa's Sorten vor, von denen ca. 10,000 Stück auf das Kilogramm gehen. Wählt man nun als Durchschnltts⸗ zahl 6000 Stück auf das Kilogramm, so sind l(äglich 300,000 Kilogramm Holz nothwendig, um den Bedarf an Reibzündhölzchen zu decken. Aber noch mehr: Das Holz. aus welchem man die Reibzündhoͤlzchen schneidet, liefert fast ausschließlich die gewöhnliche Pappel und Espe; berechnet man nun den Kubikmeter Holz von der ersteren zu 430 Kilogramm und den von der letzteren zu 650 Kilogramm Gewicht, und zwar von der Trockenheit, wie sie von der Fabrikation verlangt wird; bringt man ferner die hohlen Räume, welche beim Aufbau des Kubik meters zwischen den einzelnen Scheiten bleiben, in Rechnung, wo⸗ durch das Gewicht des käuflichen Kubikmeter Holz im Durchschnitt bis auf 300 Kilogramm reducirt, und taxirt man den Abfall an Rinde und untauglicher Holzsubstanz mit 10— 12 pCt.: so werden um(äglich jene 300,000 Kilogramm gutes Holz zu liefern, jährlich nahezu au 400,000 Kubikmeter käufliches Holz nothwenbig sein. Bezüglich der anderen zur Fabrikation der Reibzünd⸗ hölzchen nothwendigen Materialien, so sind diese zwar nicht zahlreich, gleichwohl läßt sich ihr täglicher, resp. jähr⸗ licher Verbrauch auch nur annähernd kaum bestimmen; nur vom Phosphor weiß man, daß der jährliche Bedarf daran in den Zündhoͤlzcheufabriken Europa's sich mit ca. 210,000 Kilogramm beziffern mag. Die übrigen Materialien sind bekannt: Schwefelchlorsaures Kali, Men⸗ nige, Schwefel-Anlimon, Gummi, Gelaline de.
Mainz. Am 23. d. Mittags brach in einem Hause auf dem alten Kästtich zunächst der Brey'schen Actien- Brauerei Feuer aus, welches globald auch die Brauexei ergriff und in Asche legte. Erst Abends 6 Uhr war der Brand gelöscht.
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