Einzelbild herunterladen

u e, Hberhessischer Anzeiger.

enmäntel,

Servietten trnd derabgz

ͤ

15

uren

chin!

Wil

1 trauß

Aua

1 krter für da/ tun den Ste Seraltung 1 en tri titssen ten

hing n Jertsch n Jerlse Aan

12 113

Hessen. Darmstadt, 21. Sept. 2. Kammer. Der Gesetzentwurf, betreffend die Darlehenskasse,

vird bei der Schlußberathung mit allen gegen

46 Stimmen abgelehnt. Die Mehrzahl der ab- ehnenden Stimmen war der Ansicht, daß ein Be⸗ vürfniß nicht mehr vorhanden sei. Wirtb und v»ie Conservativen, Vollhard und die Fortschritts⸗ vartti, Hallwachs und die Conservativ Liberalen zellen Anträge betreffs Hebung des bei der hessi chen Division vor Metz berrschenden Mangels an ebensmitteln. Abg. Metz beantragt sofortige Er edigung der Sache. Die verschiedenen Anträge verden unmittelbar an das Kriegsministerium ab- zesandt und beschließt die Kammer, in einer Nach nittags eder morgen stattfindenden Sitzung mit dem Kriegsministerium über diese Gegenstände ins Benehmen zu treten.

22. Sept. 2. Kammer. Oberst Dorn⸗ eiff, Director des Kriegsministeriums beant wortet die gestern eingebrachten Interpellationen über die Verpflegung und Bekleidung unserer Truppen dahin, daß dieselbe reglementsmäßig aus den gemeinschaftlichen Magazinen des 9. Armee rorps zu geschehen habe und von dem Kriegs- ministerium nur die Geldmittel hierzu beschafft würden. Das Kriegsministerium könne hiernach eine Verantwortung nicht treffen und da die hier abgeschlossenen Lieferungsverträge gekündigt worden, tehe ihm auch eine unmittelbare Einwirkung nicht zu. Die Truppen seien bei ihrem Ausmarsch mit vollständig neuer Bekleidung versehen worden, össizielle Anforderungen für außeretatsmäßige An- prüche, wollene Hemden, wollene Socken, Wein, Num u. s. w. noch nicht hierhergelangt, der Ge und heitszustand der Truppen sei nach den Um- tänden ein guter, eine Ruhrepidemie nicht in ungewöhnlichem Grade vorhanden. Der Kriegs- minister erklärt ferner die diesbezüglichen Zeitungs- artikel für unwahr und entstellt. Die Truppen iiten keine Noth, der Gesundheitszustand sei den Umständen nach gut. Später vertheidigt der Kriegsminister das Kriegsministerium sowie das Divisionscommando energisch gegen die Angriffe Hallwachs und Dernburgs und wird hierbei von Dumont unterstützt. Bamberger und die Mehr- ahl der Redner finden die gegebenen Aufklärungen efriedigend. Die Kammer nimmt schließlich ein- timmig den Antrag Wirth an, an die Regierung nit dem Anerbieten, die erforderlichen Mittel zu bewilligen, das Ersuchen zu richten, darauf hin wirken, daß den hessischen Truppen die noth⸗ vendigen, im Etat nicht vorgesehenen, Nahrungs- nittel und Kleidungsstücke geliefert werden.

Der Bundesfeldherr, Se. Majestät der König von Preußen, haben abermals die Gnade sehabt, der Großh. Division eine Anzahl eiserner Kreuze zuzutheilen. Es wurden decorirt:

S. Gr. H. Prinz Wilhelm von Hessen, die Offiziere: a) vom Divisionsstab Ordonnanzofstzier Rittmeister Heyl und Oberlieutenant und Adjutant Nothez; b) die Adjutanten der beiden Insanterie Brigaden Oberlieutenants Mangold und Krömmel lein; c) vom 1. Inf.-Regt. Major Frhr. Röder 1. Diersburg, Hauptmann Frhr. Röder v. Diers lurg und Oberlieutenant Stürz; d) vom 2. Inf. Fegt. Hauptmann Balser und Oberlieutenant Metzler; e) vom 3. Inf-Regt. Hauptmann Frank; vom 4. Inf. Regt. Major Bechstatt, Haupt- mann Frhr. v. Rotsmann; g) vom 1. Jäger- Pataillon Lieutenant Cramolini; h) vom 2. Jäger-Bataillon Hauptm. Pennrich und Lieutenant Becker; 1) von der Divistons⸗Artillerie Oberlieu- nant und Adjutant Becker und Hauptmann Reh.

Unteroffiziere und Mannschaften: Vom 1. Inf. Regt. Sergeant Heinrich Keller, die Corporäle beinr. Möser und Arn. Ludw. Germann, die Hardisten Heinrich Knöchel, Georg Hofmann und Inton Sprey.

Vom 2. Inf.⸗Regt. Feldwebel Emanuel Frohn hiuser, die Sergeanten Conrad Kuhl, Valentin

Köhler und Wilhelm Dreher, die Gefreiten Carl Sauer und Johann Baptist Krantz.

Vom 3. Inf. Regt. Zugsfeldwebel Anton Blum, die Sergeanten Andreas Eschborn und Wilhelm Listmann, Corp. Heinr. Leitermann, Gefr. Andr. Schmidt, Musketier Joseph Hübner.

Vom 4. Inf.⸗Regt. Feldwebel Friedrich Wil⸗ helm Dick, die Sergeanten Johannes Koch, Johann Georg Stay und Georg Peter Ewald, Gefreiter Philipp Bott und Musketler Ludwig Bosand.

Vom 1. Jäger⸗Bataillon. Feldwebel Heinrich Vonhof, Sergeant Johann Friedrich Dietz, Ge freiter Johannes Erzgräber.

Vom 2. Jäger-Bataillon. Eichholz, Sergeant Georg Bruder, Heinrich Aschenbach.

Von der Divisions⸗Artillerie. Die Sergeanten Franz Illig, Martin Schneider und Karl Hötzel, Corporal Johannes Landvogt und Kanonier Michael Vock.

Hofgerichtsrath Kraft in Gießen ist zum Oberappellationsrath befördert worden.

Aus bester Quelle kann ein hiesiger Corre- spondent der Fr. Ztg. mittheilen, daß in diesen Tagen durch gr. Edict eine Amnestie der wegen politischer Vergehen Verurtheillen oder Beschul digten verkündigt werden wird. Ueber den Um- fang dieses Actes läßt sich gegenwärtig Näheres noch nicht sagen; nur so viel mag bemerkt sein, daß derselbe selbst weitgehende Wünsche zu be⸗ friedigen geeignet sein dürste.

Auf den Antrag des Stadtvorstandes auf Errichtung einer Darlehenscasse- Agentur ist von Berlin aus eine ablehnende Verfügung erfolgt, da das Gesetz vom 21. Juli d. J. die Errich- tung solcher Anstalten außerhalb des Gebietes des norddeutschen Bundes nicht gestattet.

Bayern. München. Staatsminister Delbrück ist am 21. hier eingetroffen.

Baden. In letzter Zeit hatten sich besonders viele Straßburger und Franzosen in den Grenz städtchen Badens aufgehalten und besonders Offen burg und Umgegend gewählt, um von da die Belagerung Straßburgs zu beobachten. Man muß aber doch dringende Ursache gehabt haben, sie aus dieser Nähe fortzuweisen, denn am Samstag wurde ihnen der Befehl, sofort abzureisen und weiter ins Innere sich zu begeben.

Oesterreich. Wien. Die Dienstesentlassung der Statthalter von Tyrol, Mähren und Schlesien ist erfolgt, wegen deren bei der Abstimmung in der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses für Vertagung der Präsidentenwahl an den Tag gelegten Oppo sition gegen den Standpunkt der Regierung. Diese Maßregel macht hier die größte Sensation und wird als ein Zeichen von der Annahme einer energischen Haltung Seitens des Cabinets Potocki betrachtet.

Schweiz. Basel. Der zweite Zug ge⸗ flüchteter Straßburger brachte uns 315 Frauen, 95 Kinder und 25 Männer. Sie fanden in den Gasthöfen in Privatquartieren und im Hülfsspital genügende Unterkunft. 110 Personen gingen nach Bern ab.

In Zürich sind für die Straßburger 10,000 Fr.

Feldwebel Ludwig Corporal

gesammelt worden; die Liebessteuer in den Kirchen der Schrecknisse des Krieges.

ein, um den Genannten zu ergreifen, obgleich er seit zehn Jahren naturalisirter französischer Bürger ist. Glücklicherweise war Herr Bohn abwesend. Die Furcht vor Plünderung ist allgemein, und man wünscht daher, daß die Preußen anwesend seien.

Frankreich. Paris, 20. Sept. Heute 4 Uhr Morgens fand ein Eisenbahnzusammenstoß zweier Züge in der Nähe von Tours statt. 11 Todte, darunter Duval, der Redacteur des Journal des Debats, und 25 Verwundete sind zu beklagen. Es bestätigt sich, daß Thiers in Tours angelangt ist.

DerConstitutionel meldet, Trochu habe die Avantgarde der ihm signalisirten 10,000 nord⸗ amerikanischen Freiwilligen empfangen.(2) Der Präfect von Versailles hat Versailles für eine offene Stadt erklärt.

Der Correspondent derMorning Post führt eine Reihe von Fällen an, aus welchem hervorgeht, wie geringes Vertrauen die Fran⸗ zosen in ihre Führer setzen und wie leicht sie be⸗ reit sind, den gehässigsten Anklagen gegen dieselben Glauben zu schenken. Marschall Vaillant, obgleich Mitglied des Vertheidigungscomite's und mit einem Passe von General Trochu versehen, ward gestern auf den Festungswerken gefangen und d. Pöbel halb todtgeschlagen; und heute wird, meldet, daß der Privatsecretär Em. Arago's, des Bürgermeisters von Parie, als preußischer Spion entlarvt worden ist. Ward doch sogar vor ein paar Tagen General Trochu's eigener Adjutant in voller Uniform verhaftet, während er Befehle des Generals an eines der Forts überbrachte.

Die communistischen Umtriebe des Generals Cluseret, welcher den von Rechesort desavouirten Aufruf in derMorseillaise erlies, erregen die Beunruhigung der Bürger in dem Maße, daß man die Aueßerung mehrfach hören konnte:Lieber unter das Joch der Preußen, als in das der Communisten!

Der französische General Ducrot ist bei Sedan mit kriegsgefangen worden, aber bei Pont à Mousson geflüchtet und jetzt in Paris ange- kommen. Sein Ordonnanzofsizier, der sich gleich falls nach Paris gerettet hat, exläßt nun ein Rechtfertigungsschreiben, läugnet, daß bei Sedan das Corpe Ducrot den Damen einen Ball gegeben habe und behauptet, der General Ducrot habe seinen Plan, der unfehlbar zur Niederlage der Preußen geführt haben würde, nämlich bei Illy statt bei Sedan die Armee zu concentriren, nur deßhalb nicht ausführen können, weil General Wimpffen plötzlich mit einem kriegsministeriellen Befehl erschienen sei, der an Wimpffen den Ober⸗ befehl übertrug.

DasSiecle wie derReveil erheben lauten Protest gegen einen schimpflichen Frieden. Auf das bloße Gerücht, die Preußen wären in Joinville-le-Pont, berichtet das erstere Blatt,strömte aus der Bannmeile eine unge heure Menschenflut nach Paris. Die Baun⸗ meile ist jetzt fast ganz verlassen. Diesen Morgen herrschte große Aufregung in den meisten Pariser Haushaltungen; die Milch war ausgeblieben. Es ist dies der Anfang Die Brücken

daselbst hat am eidgenössischen Bettag 21,000 Fr. werden gesprengt, die Straßen werden aufge⸗ ergeben, wovon die Hälfte eberfalls den Straß rissen, man muß sich entschlißen, Milch, frische

burgern, die andere Hälfte den verwundeten Sol daten beider Armeen zufällt. Auch in Aarau hat eine kleine Sammlung an den Kirchenthüren 850 Fr. ertragen.

Eine kleine Anzahl von Mühlhäusern sind hier angekommen, welche vor der Wuth des dortigen Pöbels geflohen waren. Alsbald, nachdem die deutschen Truppen Mühlhausen verlassen hatten, begann die Razzia gegen die Deutschen. Zwei Erwachsene, sowie 2 Kinder wurden getödtet und die Letzteren gräßlich verstümmelt. In das Haus des Fabrikanten Bohn drang man mit Gewalt

Gemüse und mancherlei andere Dinge daran zu geben. Die alten Weiber, welche es nicht glauben wollten, daß die Preußen Paris be lagern werden, sind in ernstes Nachdenken über den Mangel an Milch versunken und fangen an zu glauben, daß der Feind nun da ist. Es heißt, daß die Belagerungsgeschütze gegen Paris zwischen Bar-lesdue und Chalous heranrücken.

Die Gesandten von Oesterreich, England und Rußland sind am 18. d. in Tours ange kommen; diejenigen von Nordamerika, Belgien und der Schweiz bleiben bei Jules Favre.