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Donnerstag den 24. März.
MN 36.
berheffischer Anzeiger
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren:
Nr. 8. sub. 1. die Einziebung der Grundrentenschelne betreffend. Friedberg den 21. März 1870.
Bekanntmachung, die Ergebnisse der Verwaltung des Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke betreffend.
sub. 2. Bekanntmachung,
Großherzogliches Kreisamt Friedberg T i W d p.
Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden: Nr. 5. Nr. 433. Gesetz, betreffend die Bewilligung von lebens länglichen Pensionen und Unterstützung von. Militärpersonen der Unterclassen der ehemaligen
Schleswig⸗Holsteinischen Armee, sowie an deren Wittwen und Walsen. Vom 10. März 1870.— Nr. 435. Vom 10. Maͤrz 1870.— Nr. 436.
Norddeutschen Bundes für das Jahr 1870. vom 17. Auguft 1868 detreffend.
deutschen Bundes und des deutschen Zollotreins. Vom
Vom 3. März 1870.— Nr. 434.
2. März 1870
Betreffend: Den Erlaß einer Spnagogenordnung für den Kreis Friedberg, Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die sämmtlichen Vorstände der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises—. Diejenigen, welche unsrer Verfügung vom 16. v. M. Oberhessischer Anzeiger Nr. 22 noch nicht nachgekommen sind, wollen dies
binnen 8 Tagen thun.
Gesetz, betreffend die Abänderung des Haushalts⸗Etats des Gesetz, wegen Ergänzung der Maas- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen Bund Bekanntmachung, betteffend die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrath des Nord⸗
Friedberg den 22. März 1870.
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Preußen. Berlin. Der Reichstag ge- nehmigte in zweiter Lesung unverändert das Gesetz, betreffend die Ausgabe von Banknoten. Der Antrag, das Gesetz auf das Staatspapiergeld auszudehnen, wurde zurückgezogen. Abg. v. Sybel weist namentlich auf die Nothwendigkeit hin, daß die definitive Regelung der Münzfrage, von welcher die Banksrage untrennbar sei, im Einverständniß mit Süddeutschland erfolgen müsse.
Frankfurt. Es finden hier bereits Ver⸗ sammlungen in Betreff der bevorstebenden Reichs- Eine derselben, aus Mitgliedern der verschiedenen demokratischen Vereine bestehend, hat folgendes Programm aufgestellt und angenom- men: Wir erwarten und fordern, daß der von uns zu wählende Abgeordnete eintrete 1) für Herabsetzung der dreijährigen Dienstzeit auf eine
einjährige, 2) für entsprechende Herabminderung
des Präsenzslandes wie des Militärbudgets, 3) für jährliche Feststellung des letzteren, 4) für die durch das Recht gebotene Erweiterung der Wählbarkeit mittelst der Bewilligung von Diäten an die Reichs— tagsabgeordneten; und serner erwarten und ver. langen wir, daß der Abgeordnete für den Fall der Ablehnung vorstehender Forderungen dem Bundespräsidium jedwede Bewilligung von Geld-
mitteln für das Militär versage.“
Mecklenburg⸗Schwerin. Der„Volks-
1 zeitung“ schreibt man:„Die Verpflichtung zur
Cautionsleistung für die in unserem Lande erschei⸗ nenden periodischen Druckschriften ist durch eine im Regierungsblatt vom 12. d. veröffentlichten
Berordnung aufgehoben worden, was nur dadurch erklärt werden kann, daß auch die mecklenburgische Regierung, gleich der oldenburgischen, die Cautions-
weiter übernehmen.
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1 pflicht durch die Gewerbeordnung für beseitigt er-
achtet. Wird nun der norpdeutsche Bund noch hinter Mecklenburg zurückbleiben wollen 20 Bayern. München. Das Gerücht, der Kriegsminister habe die Entlassung eingereicht, ist unbegründet, resp. verfrüht, sicher aber, daß der- selbe erklärt hat, er könne, wenn die Anträge des Ausschusses bezüglich der Creditforderung für die Armee und des Militärbudgets überhaupt zur Annahme gelangen sollten, die Verantwortlichkeit für die Leitung des Kriegsministeriums nicht
*
Wauürtemberg. Stuttgart. Die Dele⸗ girtenversammlung der Volkspartei in Sachen der Militäragitadson hat am 20. d. stattgesunden.
Die eingelaufenen Adressen trugen an 150,000 Unterschriften. Die Versammlung sprach den Ab— geordneten den Dank des Volkes aus, welche den Antrag auf Abänderung des Kriegsdienstgesetzes gestellt haben und erklärt:„daß nur diejenige Regierung das Vertrauen des Volkes verdiene, welche ebense bedacht auf die Selbständigkeit des Landes, wie auf die Wohlfahrt seiner Bürger, die militärischen Einrichtungen auf die wahrhaft all— gemeine Wehrpflicht zu gründen entschlossen ist. Die Versammlung begrüßt mit Freuden das über— einstimmende gleichzeitige Vorgehen der bayerischen Nachbarn gegen den durch Preußen aufgedrängten Militarismus und mahnt zu demselben Thun das ganze deutsche Volk, im Süden wie in Oesterreich und im Nordbund, um so vereint den Staaten Europa's ein Beispiel der Freiheit und eine Bürg—
schaft des Friedens zu geben.
— Man versichert in gut unterrichteten Kreisen, daß gesammte Ministerium habe seine Entlassung gegeben.
Baden. Karlsruhe. Die erste Kammer nahm einstimmig nach den Commisstonsanträgen das Gesetz über die Abänderung einiger Bestim- mungen des Gesetzes über die Vexfassung und die Verwaltung der Gemeinden an, also insbesondere die Beibehaltung des Bestätigungsrechts der Re— gierung bei den Bürgermeisterwahlen und des Classensystems.
Oesterreich. Wien. Die„N. fr. Pr.“ meldet: Der Minister des Innern Giskra hat seine Demission gegeben und wird dieselbe ohne Zweifel erhalten. Die übrigen Minister verbleiben im Amte. Der Entschluß Giskra's ist durch die Entscheidung, die Wahlreform in der gegenwärtigen Session des Reichsraths nicht mehr zu verhandeln, herbeigeführt worden.
— Im ungarischen Abgeordnetenhause wurde der von einem Mitgliede der Linken gestellte An- trag auf Unterstützung der Honvedveteranen von 1848-49 mit 196 gegen 126 Stimmen ver- worfen. Die Dealpartei, welche gegen die staat— liche Unterstützung der Honveds oder ihrer Hinter— lassenen stimmte, will im ganzen Lande Privat- subseriptionen organisiren. Der Ministerpräsident Graf Andrassy hat 10,000 fl., d. h. ein Drittel seines Gehalts, gezeichnet.
— Die Wiener Blätter sind wieder in dem früheren Umfang erschienen. Die„Vorstadtztg,“ beginnt ihren Leitartikel mit den Worten:„Ge—
Es waren auf derselben vertreten von den 64 Wahlbezirken des Landes 60 durch Delegirte.
endigt nach langem verderblichen Streit ist die
setzerlose, die schreckliche Zeit!“ Der Setzerstrike hat gerade vier Wochen gedauert. 5
Frankreich. Paris. Auf der Mittelmeer⸗ Eisenbahn hat wieder ein Raubanfall staltgefunden. Ein Kaufmann, der sich von Marseille nach Lyon begeben wollte, wurde nämlich des Nachts um 2 Uyr in seinem Waggon von zwei Kerlen, die sich mit ihm allein in demselben befanden, an⸗ gepackt, gebunden und beraubt. Der Kaufmann hatte die Besinnung verloren und konnte erst in der Nähe von Lyon, wo er wieder zum Bewußt⸗ sein kam, durch Hülferufen die Aufmerksamkeit der Beamten auf sich lenken. Die beiden Räuber hatten sich selbstverständlich aus dem Staube gemacht.
— In der Sitzung des gesetzgebenden Körpers wurde ein Gesetzentwurf vorgelegt, welcher das Contingent für 1870 auf 90,000 Mann normirt. Die Discussion über die Interpellation wegen Abschassung der Todesstrafe wurde nicht zu Ende geführt. Dieselbe wird in der nächsten Sitzung fortgesetzt.
— Die Pariser sind jetzt von dem Prozeß Bonaparte in Anspruch genommes, dessen Schau- platz ihnen entrückt ist. Rochefort ist nach Tours gebracht worden, seine Begleitung waren zehn Polizeiagenten und ein olfiejer de paix. In der Stadt Tours selbst herrscht das regste Leben. Obgleich man es vermieden hat, unnütze Aus- gaben zu machen, so wird der Prozeß doch sehr theuer kommen. Man berechnet die Unkosten auf nahe an 200,000 Fr. Die Zahl der Zeugen, welche eitirt sind, beläuft sich auf nahe an 70, davon hat die Staatsbehörde 47, die Civilpartei über 20 citirt. Der Kaiser scheint sich für den Prozeß sehr zu interessiren. Man hat für die Tuilerien einen besonderen telegraphischen Dienst hergestellt und es so eingerichtet, daß dieselben alle zwei Stunden einen genauen Bericht über die Debatten erhalten.
Tours. In dem ersten Verhöre des Prinzen Peter Bonaparte über den Vorgang in Auteuil wiederholte derselbe genau dieselben Angaben, welche er in der Voruntersuchung gemacht hatte. Der Prinz behauptete, stets einen Revolver bei sich zu tragen. Der als Zeuge vorgeladene Fon— vielle wiederholte seine frübere Darstellung des Ver laufs. Prinz Peter Bonaparte erklärt dieselbe für durchaus falsch und sagt:„Fonvielle drang bewaffnet in mein Haus, er sollte Angeklagter, niche Zeuge sein.“ Fonvielle läugnet, je gesagt zu haben, daß der Prinz von V. Noir geschlagen worden sel.


