rischen Artillerie-Regiments v. Brodesser be⸗ schossen.
Saarbrücken, 19. Aug. Aus Holland ist gestern ein aufs Beste und Praktischste ein⸗ gerichtetes Feldlazareth hier eingetroffen und hat zugleich eine Anzahl männlicher und weib— licher Bedienung mitgebracht. Es ist in dem Hof der Kaserne Nr. 1 aufgeschlagen und kann als wahres Muster betrachtet werden.— Es wird mitgetheilt, daß ein bei einem hiesigen Einwohner als leicht verwundet aufgenommener französischer Capitän sein Ehrenwort gebrochen und das Weite gesucht hat. Es dürfte ein solches Verfahren nicht geeignet sein, das Loos seiner hier weilenden Schicksalsgenossen zu er— leichtern.
Swinemünde, 18. Aug, Abends. Heute Vormittag gegen 11 Uhr erschienen 6 feindliche Kriegsschiffe, anscheinend 2 Panzer⸗Fregatten, 2 Panzer⸗Corvetten, 1 Holz-Corvette und ein Aviso vor dem hiesigen Hafen. Sie blieben kreuzend in einer Entfernung von circa zwei Meilen; um 3 Uhr steuerte die Holz-Corvette (Glattdeck) unter Parlamentärflagge auf den Hafen zu, ging circa eine halbe Meile von den Moolen entfernt vor Anker und sandte ein Boot dem gleichfalls unter Parlamentär— flagge in See gegangenen Lootsen-Schooner entgegen. Ein im Boot befindlicher Marine— Offizier übergab dem diesseitigen Offizier auf dem Lootsen- Schooner zwei die Blokade— Anmeldung enthaltende Briefe an den Bürger— meister von Swinemünde und den englischen Consul.
Nancy. Am Freitag(12.) waren bereits fünf- undzwanzig Ulanen in Nancy eingeritten und hatten eine Kriegscontribution von 50,000 Frs. erhoben, nachdem sie in Blainville die Communi⸗ cationen der Stadt mit Epinal und dem südlichen Frankreich zerstört hatten. In Frouard führten andere Ulanen dieselbe Unterbrechung aus. Ein
in Nancy erscheinendes Blatt berichtet über das Einrücken deulscher Truppen:„Gestern, Freitag, ten 12. August, um 3 Uhr Nachmittags, ein
schmerzliches Datum für uns und unsere Nach- kommen, haben vier preußische Soldaten Besitz ergriffen von der Stadt Nancy, vormaliger Haupt- stadt von Lothringen und Hauptort des Depar- tements der Meurthe. Fügen wir um unserer Ehre willen gleich hinzu, daß Nancy eine offene Stadt, seit dem Tage zuvor keinen einzigen Sol— daten mehr besaß und daß im Interesse der Stadt die städtische Behörde für gut befunden hatte, Ruhe zu empfehlen. Eine halbe Stunde später rurchzog eine Abtheilung von 26 Preußen die Stadt und nahm Besitz von der Eisenbahnstation, deren Chef zum Gefangenen auf Ehrenwort gemacht wurde. Der Herr Maire wurde vor den Com- mandanten der Expedition berufen, die zwischen St. Max und der Straße nach Essey campirte Während dieser Zeit durchritt ein Ulanenoffizier, von 2 Mann gefolgt, im Galopp die Stadt, um die Ortslage zu recognosciren. Bei der Rückkehr des Herrn Maire mußte der Stadtrath eine Summe von 50,000 Fr. votiren und große Rationen Hafer. Sie hatten Anfangs nicht weniger als 300,000 Frs. verlangt und fanden, daß 50,000 für eine Stadt mit so schönen Ge bäuden nur eine Kleinigkeit wäre. Für die kurze Dauer ihres Aufenthaltes haben die Preußen ihre Zeit nicht verloren. An der Eisenbahnstation vornehmlich haben 20 Bürger unter preußischer Leitung vielen Schaden anrichten müssen, indem sie die Schienen bis nach Maxeville aufrissen, wo die Schienen in den Canal geworfen wurden. Die Telegraphenstangen wurden auch niedergehauen. Die Zahl der Ulanen war 150; zwei Gasthöfe von Nanch wurden in Requisition gesetzt, jedes für ein Mittagsessen für 75 Personen; der Speise— zettel war wie solgt: Suppe, Rindfleisch, Gemüse, ein Litre Wein und 6 Cigarren für den Mann Ueberdies hatte man Kaffee bestellt für den nächsten Morgen um 4 Uhr, aber um 4 Uhr waren alle Ulanen verschwunden. Tags darauf sind denn natürlich größere Abtheilungen gefolgt.
Darlehenskassen
— Das Elsaß ist durch eine Menge kleiner Forts, die größtentheils noch von früheren Zeiten her⸗ rühren, geschützt und die stärksten und wichtigsten davor, Weißenburg, Hagenau, Bilsch, Pfalzburg und Lützelstein, sind theils von den deutschen Truppen gewaltsam erstürmt worden, theils von den Franzosen oft in größter Eile und mit Zurück- lassung der Geschütze und Vorräͤthe geräumt wor⸗ den, theils darch kleine Landwehrabtheilungen ein- geschlossen. So kann man mit Recht behaupten, daß mit Ausnahme des vollkommen cernirten Straßburg fast das ganze Elsaß sich bereits definitiv in unserer Gewalt befindet, indem es von unseren Cavaleriecorpe kreuz und quer ungebindert durch- streift wird. Wahrscheinlich sind diese sehr starken Streifcorps jetzt schon viel weiter in das Innere von Frankreich hineingegangen und schneiden den französischen Truppen so viel nur immer möglich alle Transporte ab. Es sind jetzt an 74 deutsche Cabalerieregimenter allein auf französischem Boden, und doch bleiben der Hauptarmee, trotz aller dieser großen Streifcorpe, noch immer beträchtliche Cavaleriemassen zur freien Verfügung. Allein im Elsaß stebt eine Reiterdivision von 6 Regimentern und zwei Batterien, deren Abtheilungen den ganzen Elsaß durchstreifen bis nach Mühlhausen und Colmar hin und täglich reiche Beute machen.
Hessen. Darmstadt. Den 27. d., Vormittags 10 Uhr, tritt die zweite Kammer zur Berathung der Gesetzesvorlage über die zusammen. Einen weiteren Gegenstand der Tagesordnung bildet die das Schullehrerpensionsgesetz betreffende Recom— munication der ersten Kammer.
Preußen. Berlin. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bringt folgenden Artikel: Privatberichte aus Italien melden, es sei das Gerücht ver⸗ breitet, der norddeutsche Gesandte in Rom habe dem Papste Besatzungstruppen angeboten. Wir sind zur Erklärung berechtigt, die Regierung habe weder durch die Gesandtschaft, noch auf anderem Wege irgend Jemanden ein derartiges Anerbieten gemacht und ebensowenig sei von Rom das Verlangen nach Besatzungstruppen
Frankfurt. Schon am 21. d. konnte man einfache Briefe, mit 1 Silbergroschen⸗ Marke versehen, von hier nach dem Elsaß und Lothringen senden.
Sachsen. Dresden. Das„Dr. 8 berichtet: Ein beim Kriegsministerium einge⸗ gangenes Telegramm über den Antheil der Sachsen au der Schlacht bei Rezonville(Grave⸗ lotte) sagt: Das sächsische Armeekorps trat neben den preußischen Garden um 4 Uhr mit gutem Erfolg in das Gefecht ein. Die Ver⸗ luste und Details sind noch unbekannt. Es wurden viele Gefangene gemacht. Engagirt waren das 2., 7., 8, 9., 12. und 3. Corps, die Garde und Artillerie.
Baden. Karlsruhe. Drei franfösische
Geschütze, welche unsere Truppen bei Straßburg
erbeutet, wurden hierher gebracht.
Frankreich. Paris Das„Journal officiel“ sagt: Da der Regierung wegen der Unter ⸗ brechung der telegraphischen Verbindung keine Depesche von der Rheinarmte zugegangen ist, hat sie Ursache zu glauben, daß der Plan Bazaine“s noch nicht zur Ausführung gelangt ist. Die hel⸗ denmüthige Haltung unserer Soldaten bei den verschiedenen Kämpfen mit dem an Zahl sehr überlegenen Feinde läßt ein Gelingen der weiteren Operationen hoffen. Der Feind ist in Saint⸗ Dizier erschienen.
Chalons, 20. August, Abends. Ofsiciel. Der Kaiser besichtigte gestern zu Pferde mehrere Armeecorps. Ueberall wurde er von den Soldaten umringt, die vorwärts zu marschiren verlangten.
Italien. Florenz. Die Linke verlangt entweder sofortige Besetzung des Kirchenstaates oder Zurückziehung der Observationsarmee.— Die schweren Niederlagen der Franzosen machten in den höheren Kreisen einen ungewöhnlich tiefen Eindruck.
— Die Commandanten der Observationsarmee in Mittelitalien, Cadorno, Cosenz, Maze de la Roche und Ferrero, sind nach in Florenz abge⸗ baltenem Kriegsrath in Orvleto eingetroffen. Man spricht von dem sofortigen Einmarsch in den Kirchenstaat. Die„Gazz. d'Italia“ dagegen will wissen, nach getroffenem Uebereinkommen werde der
zu erkennen gegeben.
— Der aus dem„Journal de Bruxelles“ mitgetheilte Briefwechsel zwischen dem Papste und dem Könige von Preußen wird nach der⸗ selben Quelle jetzt auch im„Staatsanzeiger“ abgedruckt. Seine Aechtheit ist somit außer Zweifel.
— Wie aus der„Köln. Volksztg.“ zu ersehen, ging am 17. Nachmittags auf zwei Ertra⸗Eisenbahnzügen ein großer Belagerungs— park, von Minden kommend, zur Belagerung von Strasburg durch Köln.
— Die„Kriegszeitung“ schreibt:„Was jetzt geschehen wird, laßt sich schwer voraus- sagen und wird sich wesentlich nach dem Ver— halten der auf Metz zurückgeworfenen Feinde richten. Eine Armee von 4½ Corps repräsen— tirt ca. 160,000 Mann, zu denen dann noch die Garnison von Metz hinzutriit. Allerdings haben einzelne Corps bereits stark gelitten und es wird vielleicht nicht unrichtig sein, die Armee bei Metz auf Total 150,000 Mann anzunehmen. Dies ist eine sehr respectable Macht selbst für einen weit uͤberlegenen Gegner; sie wird um so respectabler, wenn sie sich auf einen Waffen⸗ platz ersten Ranges wie Metz stuͤtzt, der ein— mal die ganze Armee aufnehmen kann und ihr dann ferner erlaubt, an jedem Tage und nach jeder Richtung hin eine beliebig große Truppenmacht zu verwenden. Die Armee, welche einen solchen Feind in einer Festung eingeschlossen hält, muß stärker sein als dieser, denn sie muß jeden Augenblick in einer weit— läufigen Dislocation auf einen Angriff des stets concentrirten Gegners gefaßt sein. Rechnen wir nun die 1. und 2. Armee pp. zu 330,000 Mann(11 Corps, Garde: 1., 2., 3., 4., 6., 7., 8, g., 10, 12. und wahrscheinlich 2 Land— wehrdivisionen), so könnten dieselben immer
noch 2 bis 3 Corps an die 3. Armee zum Vormarsch auf Chalous abgeben.“
gonze Kirchenstaat, mit Ausnahme Roms, von italienischen Truppen besetzt, Rom aber bliebe neutrale und moralische Hauptstadt Italiens.
Abendlied eines verwundeten Kriegers auf dem Schlachtfeld.
Abendroth— Abendroth, Leuchtet Manchem nun zum Tod. Wie viel Blut ward heut' vergossen! Ach, wie liegen sie zerschossen
Auf dem weiten Leichenfeld!
Um mich her— um mich her— Ach wie wird das Herz mir schwer!— Bluten tausend muth'ge Krieger, Ruhmvoll starben sie als Sieger,
Auch mein bester Kamerad.
Wunde brennt— Wunde brennt, Ach, vielleicht naht bald mein End. Mir ist doch ein Trost geblieben, Der sei mir auf's Grab geschrieben: „Sterbe für mein Vaterland.“
Vaterland— Vaterland, Blutend grüßt dich meine Hand. Moͤcht' dich gerne wieder sehen, Neu wirst du jetzt auferstehen In der Einheit lichtem Glanz.
Gute Nacht— Gute Nacht! Glücklich, wem der Morgen lacht; Ob ich hier auf fremder Erde Morgen schon begraben werde, Steht allein in Gottes Hand.
Gnäd'ger Gott— Gnäd'ger Gott, Sieh' herab auf meine Noth!— Doch ich will nicht feige weinen, Gott der Herr verlässet Keinen, Der auf seine Gnad' vertraut
Heidelberg. Emil Otto.
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