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1870.
Donnerstag den 21. Juli.
M 85.
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Oberhessischer Anzeiger.
A dedergezerd ade ai Schi Sinpff. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. * icht! * Hessen. Darmstadt. Das Großher i i önig wies di f 3 5 en. 2 zog⸗ meister— und an demselben Tage dem Lehrer an der zu wiederholen. Der König wies die Audien aich denn liche Regierungsblatt Nr. 26 enthält: ersten Classe der Stabt⸗Mädchenschule zu Gießen Drescher,— da er keine Antwort zu—— habe, 405
t Dantt meiner telt zabe. Der⸗ u pause und it 1 dis 3 lur*
* Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern. In Verfolg der Bekanntmachungen vom 24. September und 13. October 1869 werden die weiteren Aenderungen des Re⸗ glements zu dem Gesctze über das Postwesen des Nord— deutschen Bundes, welche berelts in Wirksamkeit getreten
N r. Trapp. sind, zur öffentlichen Kenniniß gebracht. Fe II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der urst Finanzen, die Denaturirung des abgabefrei zu verabsolgen⸗ den Salzes betteffend. — Hanstein. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Kriegsmini⸗
—— steriums, die Gerichtsbarkeit über die außerhalb des Di⸗ visions verbandes stehenben Beamten mit Militärrang betr.
ertlact IV. Bekanntmachung Großherzoglicher Provinzial⸗ Di⸗ teclion Oberbessen, die Aufbringung der Mittel zur Ve⸗
5 flreitung der Bedürfnisse der Landjudenschaft der Provinz
die Pofzpotdel. n Ob erhessen für 1870 betreffend.
F. Go 4 f 8
5 Görtz V. Bekanntmachung Großherzoglicher Commission für etrun Post⸗Augelegenheiten.
gerung. In Armsheim ist am 29. v. M. eine Postexpedition
86 1 Ur, feln II. Classe in Wirksamkeit getreten.
tan dte Guß, VI. und VII. Uebersicht der Umlagen zur Bestreitung t benen u der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden in Arigtrung bela den Kreisen Bingen und Worms.
en et und e VIII. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamtes lei Alzey, den Ausschlag des Gehaltes des Großherzoglichen Rabbinen zu Alzey für das Jahr 1870 betreffend.
54 IX. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. Ii Seine Königliche Hoheit der. Großherzog haben aller⸗ 3 gnädigst geruht: am 28. Juni dem Bahn⸗Ingenieur und
git Stützen,
lelttr% Vorstande der Main⸗Neckar⸗ Eisenbahn ⸗ Verwaltung 143 Darmstadt Geßner die Erlaubniß zur Annahme und zum r 230% Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Kaiser von
0— Rußland verliehenen St. Aunen⸗Ordens III. Classe— 0— und am 29. Juni dem Hauplstaatskasse⸗Buchhalter Hof⸗ rath Feidel, die Erlaubuiß zur Annahme und zum Tragen
derzudtütn- des ihm von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland verliehenen St. Stanislaus⸗Ordens 3. Classe— zu er⸗
6. Sonsussthn t heilen. X. Naniens veränderungen.
n besten
a Seine Köuigliche Hoheit
* D der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 24. Juni be der Anna Karoline Heßler von Offenbach zu gestalten, lau daß dieselbe künftig stait des bisherigen den Familien⸗ „ Ota de namen Dörr— und am 29. Juni der Katharina Keller Tama be. 1 zu Griesheim zu gestatten, daß dieselbe slatt ihres bis⸗ cheng.) i herigen künstighin den Familiennamen Feldmann— und e bam der Katharina Marie Trumpfheller von Beerfelden, der⸗ An Abbe malen in Darmstabt, zu gestatten, daß dieselbe künftig
8 fiatt des bisherigen den Familiennamen Jonas führe.—
XI. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der
J Großherzog haben allergnädigst geruht: am 21. Juni der Schulamtsaspirantin Monschau aus Mainz die fünfte katholische Mädchenschulstelle des Schulbezirks St. Emmeran Peier in Mainz, dem Schulamtsaspiranten Hottes aus Groß⸗Zimmern, die zweite evangelische Schulstelle zu Leisel⸗ heim, dem Schulamisaspiranten Jung aus Leiselheim die Gemeinde⸗Schulstelle zu Ibersheim,— sowie am 22. Juni dem Schulamtsaspiranten Lehleitner aus Marien⸗ dagen, im Königreiche Preußen, die evangelische Schul⸗ stelle zu Rödgen,— und dem Schulamtsaspiranten Sengler aus Frei⸗Laubersheim die katholische Schulstelle zu Lindenfels— zu übertragen; am 24. Juni dem Hauptzollamtsassistenten I. Classe, characterisirten Revi⸗ sions⸗Controleur Adolph Gölz die Stelle eines Revisions- Controleurs bei dem Haupfkzollamte baselbst zu ver⸗ leihen; an demselben Tage den von dem Stadtvorstand zu Gießen auf die Lehrerstelle an der ersten Classe der Stadt⸗Mäsdchenschule zu Gießen präsentirten Pfarramts⸗ Candidaten Drescher aus Nidda für diese Sielle zu be⸗ stätigen; am 28. Juni dem Schulamtsaspiranten Guthter aus Kirschhausen die zweite katholische Bleber zu übertragen; am 29. Juni dem Hauptzollamts⸗
Assistenten I. Classe bei dem Hauptzollamte Gießen Balzer
in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptzollamt Darmstadt und die damit verbundene Ortseinnehmerei der inneren
inbirecten Auflagen zu versetzen und den Hauptzollamts⸗ Assistenten II. Classe bei dem Hauptzollamte Mainz, Frank, zum Hauptzollamts⸗Assistenten J. Classe bei dem Hauptzollamte Gießen und der damit verbundenen Orts⸗
4 4„ ennehmerei der inneren indirecten Auflagen zu ernennen.
bade 100 XII. Charakterertheilungen. Seine Königliche Hoheit
4 90% en der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 18. Juni
„ 200 bem Tüncher, Maler und Stuckaturer Krauter zu Mainz
1 17 5˙0. l ben Charakter als Hostüncher, Hoszimmermaler und Hof⸗ f 8. ö
1 stuckaturer— am 24. Juni dem Gemeinde-Einnehmer
Schulstelle zu f
den Charakter als Mitprebiger— zu verleihen.
XIII. Concurrenz für die evangelssche Schulstelle zu Ziegenberg mit einem Gehalt von 300 fl. nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullokals; dem Freiherrn Wilb. Löw von und zu Steinfurth steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.
— In patriotischen Kreisen ist eine bedeutende Summe zusammengebracht worden, welche dem⸗ jenigen deutschen Soldaten zugestellt werden soll, welcher das erste französische Feldzeichen erobert. — Eine für verflossenen Sonntag angekündigt gewesene Volksversammlung wurde auf Veranlassung des Kriegsministeriums, weil die militärischen Operationen bereits im Gange seien, von der Polizeibehörde untersagt.— Der Krieg gegen Frankreich begegnet hier unter allen Parteien offen- baren Sympathien. Bei der Jugend äußern sich dieselben durch„freiwilligen“ Eintritt in den Kriegsdienst. Seit einigen Tagen haben sich nicht weniger als 40 Polptechniker als Freiwillige ge meldet. Auch zahlreiche Studenten der Hochschule zu Gießen haben sich bereits entschlossen, an dem Kriege Tbeil zu nehmen. Die Hülfsvereine für Krankenpflege, der Alice Frauenverein und das Turner⸗Sanitätscorps sind bereits vollständig bereit, die Schrecken des Krieges durch ihr humanes Wirken zu lindern.
— Auf Mitlwoch, den 20. d., 9 Uhr Vor⸗ mittags, ist die zweite Kammer zu einer Sitzung einberufen.
* Friedberg. Ministerpräsident v. Dal⸗ wigk traf am 19. d. dahier ein und begab sich nach kaum einer Stunde Aufenthalt wieder nach Darmstadt zurück.
E. Nauheim. Es hat sich dahier die Nachricht verbreitet, daß in unserer Stadt ein Restrvelazareth durch die Militärbehörde errichtet werden wird. Offenbach. Die hiesigen Schützen und Turner haben den Beschluß gefaßt, eine Wehr⸗ mannschaft der Ordnung zu bilden und am Tage des Ausmarsches des hler garnisonirenden Jäger- bataillons in Thätigkeit zu treten.
Preußen. Berlin. Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht zur Würdigung der von den fran- zösischen Ministern in der Sitzung dom 15. Juli vorgebrachten Behauptungen unter Vorbehalt wei⸗ terer Mittheilungen zwei Aktenstücke. Das Erste, unter unmittelbarer Approbation des Königs re— digitt, berichtet, Benedetti habe am 9. Juli vom Könige verlangt, derselbe solle dem Erbprinzen von Hohenzollern befehlen, die Annahme der Krone zurückzunehmen. Der König erklärte, er habe keinen Befehl zur Annahme gegeben; er könne denselben daher nicht zurücknehmen. In der zweiten Audienz am 11. Juli versuchte Benedetti auf den König eine Pression zu üben, damit der— selbe in den Prinzen dringe, der Krone zu ent⸗ agen. Der König erwiderte, der Prinz sei in seinen Entschließungen frei und gegenwärtig verreist. Auf der Brunnenpromenade am 13. Juli übergab der König dem Grafen Benedetti ein Extrablatt der„Kölnischen Zeitung“ mit einem Privat-Telegramm bezüglich der Abdankung des Prinzen von Hohenzollern, indem der König dazu bemerkte, er habe kein Schreiben aus Sigmaringen. Benedetti erklärte, die Verzichtleistung zu kennen und verlangte, der König solle bestimmt versichern, niemals wieder seine Einwilligung zu der Can-⸗ didatur zu geben. Der König wies diese Zu—
alle Verhandlungen durch das Ministerium zu gehen hätten. Den Wunsch Benedetti's, sich zu verabschieden, gewährte der König, indem er Benedetti bei der Fahrt nach Koblenz im Vor⸗ übergehen auf dem Bahnhof begrüßte. Das zweite Aktenstück ist der Bericht des Flügeladjutanten vom Dienst, Fürsten Radziwill, über die Aus⸗ führung des bekannten Auftrags an Benedetti, wodurch das Begehren desselben nach einer neuer⸗ lichen Audienz abgelehnt wird. Sämmtliche Audienzen trugen den Charakter von Privat- gesprächen, da sich Benedetti niemals als Beauf⸗ tragter oder Unterhändler gerirte. Der„Staats⸗ anzeiger“ bemerkt, daß es der französischen Re⸗ gierung vollkommen bekannt war, daß Freiherr v. Werther nicht abberufen worden, sondern aus persönlichen Gründen Urlaub erhalten und die Geschäfte, wie schon früher, öfter dem Grafen Solms abgetreten, dies auch dem Gouvernement angezeigt habe.
— 19. Juli. Der König eröffnetete den Reichstag des norddeutschen Bundes mit folgen⸗ der Thronrede:„Geehrte Herren vom Reichstage des norddeutschen Bundes! Als ich Sie bei Ihrem letzten Zusammentreten an dieser Stelle im Namen der verbündeten Regierungen willkommen hieß, durfte ich es mit freudigem Danke bezeugen, daß meinem aufrichtigen Streben, den Wünschen der Völker und den Bedürfnissen der Civsilisation durch Verhütung jeder Störung des Friedens zu entsprechen, der Erfolg unter Gottes Beistand nicht gefehlt habe. Wenn nichtsdestoweniger Kriegs- drohung und Kriegsgefahr den verbündeten Regie- rungen die Pflicht auferlegt haben, Sie zu einer außerordentlichen Session zu berufen, so wird in Ihnen wie in uns die Ueberzeugung lebendig sein, daß der norddeutsche Bund die deutsche Volks- kraft nicht zur Gefährdung, sondern zu einer starken Stütze des allgemeinen Friedens auszu⸗ bilden bemüht war, und daß, wenn wir gegen⸗ wärtig diese Volkskraft zum Schutze unserer Un⸗ abhängigkeit anrufen, wir nur dem Gebote der Ehre und der Pflicht gehorchen. Die spanische Throncanvidatur eines deutschen Prinzen, deren Aufstellung und Beseitigung die verbündeten Re- gierungen gleich fern standen, und die für deu norddeutschen Bund nur insofern von Interesse war, als die Regierung jener uns befreundeten Nation daran die Hoffnung zu knöpfen schien, einem vielgeprüften Lande die Bürgschaften einer geordneten und friedliebenden Regierung zu ge— winnen, hat dem Gouvernement des Kaisers der Franzosen den Vorwand geboten, in einer dem diplomatischen Verkehr seit langer Zeit unbekannten Weise den Kriegsfall zu stellen und denselben auch nach Beseitigung jenes Vorwandes mit jener Ge— ringschätzung des Anrechts der Völker auf die Segnungen des Friedens festzuhalten, von welcher die Geschichte früherer Herrscher Frankreichs ana- loge Beispiele bietet. Hat Deutschland derarkige Vergewaltigungen seines Rechts und seiner Ehre in früheren Jahrhunderten schweigend ertragen, so ertrug es sie nur, weil es in seiner Zerrissen⸗ heit nicht wußte, wie stark es war. Heute, wo das Band geistiger und rechtlicher Einigung, welches die Befreiungskriege zu knüpfen begannen, die deutschen Stämme je länger desto inniger ver— bindet, heute, wo Deutschlands Rüstung dem Feinde keine Oeffnung mehr bietet, trägt Deusch-
muthung bestimmt zurück, demungeachtet verlangte
ber Gemeinde Heppenheim und Rechner der katholtschen Kiiche zu Heppenheim, Schwarz, ben Charakter als Rent-⸗
Benedetti eine dritte Audienz, um den Gegenstand
land in sich selbst den Willen und die Kraft der


