wirksamkeit der Regierung hat sich, seitdem die
Orte ze, Wiedervergeltungsfrage in ein diplomatisches en dg. Stadium getreten ist, auf die Verfolgung der Rauber beschränkt. Sie thut ihr Moöglichstes,
kandwitth. um durch beispiellose Energie den Schandfleck rein zu waschen: die verfolgenden Truppen, sowie die
inquirirenden Richter sind gleich thätig, um dem
er Lande Genugthuung zu verschaffen. In ganz . Nordgriechenland sind in der letzten Woche wieder
1 1870 außerordentlich glückliche Erfolge gegen die Räuber
erzielt worden, indem mehrere vereinzelte Räuber, zu verschiedenen Banden gehörig, gefangen oder getödtet wurden, und eine ganze Räuberbande, die des Spyropulos, vollständig aufgerieben worden ist.
Rußland. Warschau. Alle Fremden werden hier wegen der bevorstehenden Ankunft des Kaisers Alexander strenge überwacht. Man mun⸗
dutdeilen, daß nͤßigen Be, det in eigener
II
u. kelt von einem Complot gegen das Leben des Czars. Die Polizei wurde verstärkt.
— Amerika. Mit der letzten amerikanischen
ie an ich. Post wird der in Baltimore erfolgte Tod von
uch dan i Jeromt Napoleon Bonaparte, Neffen Napoleon's
des Großen und Sohn des Königs von West—
phalen(aus dessen erster Ehe), gemeldet. Der
Verstorbene war 64 Jahre alt und wird von seiner neunzigjäbrigen Mutter, die in Baltimore ansässig ist, überlebt.
zertens wandern techlicher Grit i als sonft. Leiden wiede en Sommer zu vird in einigen t übtrfitdeln. den 18. Jul eis ein beruft 74 Angeklagt it zum Priß⸗ trnannt; das 1 Orandpertt, tletier besither. in den Gentril⸗ k. N. erfolgen. dat der Kaist,
Frankfurt. Am 15. d. Miitage brach in dem Schwanbeimer Wald ein starkes Feuer aus, welches er⸗ hbeblichen Schaden anrichtete. Die Rauchwolken wälzten sich bis in die Stadt. Eine große Menschenmenge schaute
vom Katharinenthurm aus dem großartigen Brande zu. Zur Bewältigung des Brandes stand milttärische Hülfe bereit, doch gelang es, das Feuer noch rechtzeitig, ohne
größere Anstrengungen zu machen, zu löschen. Circa 160 Morgen Stadtwald wurden durch das Feuer beschädigt.
Darmstadt. Nach Mittheilung des Kreismedicinal⸗ amis Darmstadt I. an Großh. Kreisamt hat die Zahl der Blatternerktankungen dabier und zwar in den ver⸗ schiedensten Straßen und Richtungen der Stadt dergestalt dent it, den zugenommen, daß eine auffallend große Empfänglichkeii dir. jür das Blatterncontagium vorhanden zu sein scheint, 1 Die hiesigen Einwohner werden daher durch die Verwal— en 10. Juni wüungsbehörde eindringlich aufgefordert, sich durch den t Unfchlbarltit Kreisarzt oder durch ihre Hausärzte nachimpfen zu lassen,
änsbesondere auch ihre, wenn auch ftüher schon geimpften,
Kinder von 12 Jahren ab zur Nachimpfung zu schicken. Darmstadt. Am 3. Dezember vorigen Jahres wurde 3 der Viehstand des Großherzogthums aufgenommen. Der⸗ selde ergab 43,745 Pferde, 279,497 Stück Rindvieh, 174,554 Schafe, 182 978 Schweine, 71,683 Ziegen, 580 Esel und Maulesel, endlich 39,619 Bienenstöcke, welche einen Gesammtwerih von 33,117,349 fl. repräsentiren. Gegen das Vorjahr ergibt dies eine Werthabnabme im Betrage von 989480 fl. Der damalige Capitalwerth des
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„„che du 5 daugebabten
dntinnig be ien tinpurtichn . J. 0 it in Nun der sogt nannt
die zur Ausloosung gelangende Sexienzahl 100 und der.
kleinste Gewinn 65 Thlr. beträgt. Schon mit der nächsien Ziehung steigt für die folgenden fünf Jahre die Zahl der zur Ausloosung kommenden Serien auf 120 und der kleinste Gewinn auf 70 Thlr., während der größte Gewinn der vorerwähnten fünfjährigen Periode 40,000 Thlr. berrägt. Nassau. Am 13. d. ist die Kreuzblume, die das Steindenkmal krönt, gesetzt worden. Es ist nun bis auf die Seitenpyramiden fertig, welche binnen kurzer Zeit auf⸗ gebaut sein werden. Dann wird auch das Gerüst, das den freien Blick hindert, abgelegt werden.
Köln. Die beiden Vereine Columbia und Union veranstalteten in diesem Frühjahre Wettflüge der Brief— tauben in großem Maßstabe, haben aber dabei das Pech gehabt, daß von über 600 aufgelassenen Tauben über 400 bis jetzt ausgeblieben sind, ohne Zweifel wegen der ungünstigen Witterung. Man hofft, daß das Preisfliegen am 19. und 26. d. M. von Bremen und Hamburg wegen der in Aussicht stehenden hellen Witterung ein besseres Resultat zur Folge haben werde.
Hamburg. Am 15. d. war es cin Jahr, daß die deutsche Nordpolexpedition in See gegangen ist. Ende Juli v. J. wurden, wie man sich erinnert, die Schiffe zum letzten Mal von einigen Grönlandsfahrern gesehen. Bei Reichenbach wurde letzter Tage ein 14jähriger Knabe weit unten im Thale von einem mächtigen Läm— mergeier überfallen, zu Boden geworfen und erlitt an Kopf und Brust durch den Schnabel und die Krallen des Geiers ziemliche Verwundungen. Der Ueberraschte erhob ein Zetergeschrei und wehrte sich nach Leibeskräften. Mit Noth konnte er sich dem Raubvogel entwinden, der, von einer herbeieilenden mit einem Karste bewaffneten Frau endlich verscheucht, sich langsam kreisend stolz in die freien Lüfte schwang.
Gegen den Moorrauch. „Alljährlich geschieht es, daß dald nach Eintritt der ersten trockenen Frühlingstage langsam am westlichen Horizont ein gelblichgrauer Nebel emporsteigt und sich all⸗ mählig wie ein Schleier über die Gegend legt, ein Vielen Unheimlicher, Allen beschwerlicher Gast. Die Sonne wird verdüstert, die grünen Farben von Wald und Feld nehmen einen falben Schein an, ein häßlicheg, brenzlicher Geruch läßt sich spüren, die Brun fühlt sich beklemmt, die Seele zu trüben Betrachtungen gestimmt.“ So schildert ein Comiteebericht aus dem Herzogthume Aremberg-Meppen vor Kurzem den Moorrauch, und leider müssen wir in diesen Tagen wieder die Wahrheit dieser Schilderung em⸗ pfinden. Es gap eine Zeit, wo man es sich ruhig ge— fallen lassen zu müssen glaubte, wenn wir nach langem
Winter und stürmischem Vorfrühjabre den Genuß der schönen Frühlingszeit uns vergällt sahen durch den
häßlichen Moorrauch. Das Moorbrennen, meinte man, sei eben das Mittel zur Kultivirung des Moores und somit zur Existenz der Moockolonisten unbedingt noth⸗ wendig. Die Dinge liegen jetzt glücklicherweise anders. Aus den landwirthschaftlichen Kreisen unseres Norddeuisch⸗ lands heraus, haben sich zahlreiche Stimmen für Be⸗ seitigung des Moorbrennens erhoben, indem sie nachweisen, daß diese Art der Kultur nichts als ein Raubsystem sei. Während der ersten 7 bis 8 Jahre wird die beste oberste Kruste weggebrannt, dann bleibt der Boden 30 bis 40 Jahre brach liegen, bis er schließlich ganz ruinirt ist.„Im Interesse der Landeskultur,“ sagt ein uns vorliegender Bericht des landwirthschaftlichen Vereins sür Westfalen, „muß man die Kulturmethode des Moorbrennens bekämpfen: sie beraubt den Boden und gewährt doch als einzigen Er— trag nur einen mäßigen Tagelohn; sie führt die ganze Gegend dem Untergange entgegen, ohne ihr als Ersatz erspartes Kapital zu geben, sie bringt zugleich für Millionen eine Verkümmerung der frischen freien Lust, und das Moorbrennen könnte schon deshalb mit Fug und Recht von der Polizei verboten werden. Kein einzelner Mensch hat das Recht, 100, ja 1000 seiner Nachbarn auszuräuchern, diesen für einen Thaler Schaden zu thun,
damit er selbst einen Pfennig Nutzen habe.“ Die Schwierigkeit besteht darin, daß der Moorcolonist, mittellos wie er ist, ohne Hülfe nicht zu einer andern Kultur⸗ methode übergehen kann. Es müssen kostspieliege Ab⸗ wässerungskanäle geführt, bessere Werkzeuge angeschafft,
künstliche Düngmittel verwendet werden. Bereits bestehen
aber schon verschiedene Vereine, welche sich die Abstellung des Moorbrennens und dessen Ersetzung durch bessere Kulturmethoden ernsflich zum Ziele gesteckt haben, so die „Gesellschaft für Moorbewirthschaftung und Abstellung des Moorbrennens im Kirchspiele Neu-Aremberg“ und zwei Vereine derselben Tendenz im Hümling.(Auch in Bremen hat sich soeben ein Verein gegen das Moorbreunen ge— bildet.) Die Regierung hat den Bau von Kanälen be⸗ günstigt resp. in Angriff genommen. Allein diese Ab⸗ hülfsmittel sind nur local und nicht von dem Umfange, welchen das Uebel erheischt. Haben doch allein die Moore im Meppen'schen, Bentheimischen und in Ostfriesland eine Größe von 59 Quardratmeilen. Der Vorschlag der land⸗ wir thschaftlichen Zetlung für Westfahlen und Lippe, daß man einen„Norddeutschen Zentralverein für Beseitigung des Moorrauchs“ gründe, scheint deßhalb in unserer Zeit der Selbsthülfe wohl der Beachtung werth.„Dieser Ver⸗ ein,“ so lautet das proponirte Programm,„muß überall das Interesse für die Sache wecken, viele Hundert Lokal⸗ vereine müssen seine Organe sein, er muß das Material sammeln, Jedermann zugänglich machen, beim Publikum, in der Presse, bei den Behörden agitiren.“ Die Bedeutung dieses Vorschlags hat die wirthschaftliche Gesellschaft für Nordwestdeulschland auf ihrer vorigen Herbstver— sammlung in Emden ausdrücklich anerkannt und sie bat ihren Vorstand ermächtigt, in Verbindung mit näher bezeichneten Sachverständigen der Gründung eines solchen Vereins näher zu treten. Hoffentlich ist seitdem eiwas in der Sache gethan. In der holländischen Proving Friesland ist man unendlich viel weiter in der Moorkultur⸗ Eine umfassende Kultiftrung der Moore durch Kanalisirungen würde ein großartiger Fortschritt für die wirihschaftlichen Verhältnisse Nordwestdeutschlands sein.
Dank und Bitte!
Es sind uns bis heute zu einer Verloo⸗ sung zum Besten des Baues einer ka- tholischen Kirche zu Friedberg an 300
recht geeignete Gegenstände gütigst zugesendet worden. Wir sagen dafür allen Wohlthätern in
unserer Stadt, sowie außerhalb, besonders in Bad Nauheim, unsern herzlichsten Dank.
Ueberzeugt jedoch, daß noch viele Bewohner Friedbergs, denen bis jetzt unsere Verloosung nicht bekannt geworden ist, auch gerne eine Gabe zu einem so edlen Zwecke spenden, erneuern wir hier unsere Bitte, uns mit zur Verloosung geeig⸗ neten Geschenken zu beehren.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg hat am 5. April 1870 die Erlaubniß zur Verloosung ertheilt.
Loose à 15 kr. sind bei den weltlichen Mit⸗ gliedern des katholischen Kirchenvorstandes, den Herren: Jacob Burck, Jacob Morschel, Postmeister Brentano und Martin Mondigler I., sowie im katholischen Pfarrhause dahier, woselbst auch die zur Ausloosung bestimmten Gegenstände eingesehen werden können, zu haben. Der Tag der Ver- loosung, die unter polizeilicher Aufsicht stattfindet, wird in diesem Blatte angezeigt werden.
Friedberg, am 20. Mai 1870.
Für den Kirchenvorstand: Gabel, Pfarrer.
Aug di Viehstandes belief sich auf 34,106,829 fl. Diese Abnahme aut Aug 1 krifft jedoch zum weitaus größten Theil die Provinz Ober⸗ i in der 3˙ hessen, welche, durch die anbaltende Trockenheit des Sommers 110 zpti Pis⸗ heimgesucht, keine zureichende Erndte an Futlergewächsen
„, ini erzielte und in Folge dessen ihren Viehstand auf das 1 Nothwendigste beschränkte. Auch in Starkenburg machen i Dan 1 sich diese Verhälinisse, wenn auch im minderen Grade,
v btr dame fühlbar, während in Rbeinhessen, hiervon noch weniger
gent nil berührt, sich der Viehstand nach Werih und Stückzahl
tt dabin gehoben hat.
1 Jet fa Kassel. Die am 1. Juli stattfindende Prämienziehung uugt füt 45 ber kurhessischen 40 Thaler⸗VLoose ist die letzte, in welcher den Prin
acht 2 5 2 n e Oeffentliche Aufforderung. 5 Bel putze 1578 Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nach un Bc ea Magde wars Cbriffepb Schäfer von Bad⸗ 40 tallass NMauheim fird binnen einer zerfförlichen Frift von 8 14 Tagen, vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung
J 900 in den öffentlichen Blättern an gerechnet, bei dem unter 10 Henzes a0 7 7 Gerichte anzumelden, widrigenfalls sie bei der 1 Wecht 0 ertheilung ves Nachlasses unter die Intestaterben des a Nad. Berstorbenen nicht berückfichtigt werden können.
1 igen 6 Bad Nauheim am 2. Junt 1870. 11 4 1 ö en Ne Bad⸗Nauhelm
ches, e.:
Leden Wa S b 7 h n,
N sordtrl tin Landgerichts Assessor. 1 A N
lünen Gras-Versteigerung—
7 1707 Künftigen Freitag den 24. d. Mis., Vormittags 18 200% 9 Uhr, wird das Gras von den gemeinheitlichen Wiesen
dahier auf hiesigem Rathhause in einzelnen Abthellungen verfleigert. Niedber⸗Wöllstadt den 18. Junk 1870.
Versteigerungs⸗ Anzeige. 1686 Mitiwoch den 22. Juni d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathbause auf freiwilligen Antrag der Litquidations Commission des aufgelösten Friedberger Schützenvereins und zum Zwecke der Regelung der Angelegenheiten dieses Vereins die erst vor einigen Jahren neu massiv von Steinen erbaute Schützenhalle nebst Schleßmauern am Usaflusse und dem Nauheimer Promenadewege, ganz in der Nähe der Stadt gelegen, gettennt und im Ganzen öffentlich melfsbietend ver⸗ steigert, auch bei entsprechenden Geboten den Letzl⸗ bletenden die Genehmigung alsbald ertbeilt werden, da wahrscheinlich weitere Versteigerungen dieser Objekie nicht flastfinden. f
Frievberg den 17. Juni 1870. f
Großherzogliches Ortsgericht Friedberg F oe ue
. 1———
7 51 Grasversteigerung. 1698 Donnerstag den 23. Juni l. J., Vormittags 9 Uhr, kommt in dem Wirthschaftslocal der Pyilipp Arnolds Wittwe in Niederwöllstadt das diesjährige Heu und Grummetgras von circa 190 Morgen Gräfl. Wlesen in Niederwöllssädter Gemarkung in einzelnen, meift zwei Morgen Lokalmaas haltenden Abthellungen,
zum Verkauf. den 16. Junk 1870,
31 ü. 5 1 Großherzogliche 1 e. Nieder ⸗Wöllfladt + 800 5 10 10 l. 14 4 A
1 7 4 10. nnonee. 10 em. 1 1704 Der obere Stock meines Hauses ist zu vermlethen *— 61000 und kann Ende September bezogen werden. *
M Philippi, Hofconditor.
Assenheim Gräff. Solms Rödelhelm'sche Renskammer.
Oeffentliche Aufforderung. 1618 Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nach⸗ laß des Philipp Hörtler, ledig, von Ossenheim, sind bis zum 25.. M. dahier anzumelden, widrigenfalls sie bei Regelung des Nachlasses nicht berücksichtigt werden. Friedberg den 1. Juni 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Hofmann, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.
Heugras-Versteigerung. 1696 Mittwoch den 22. Juni d. J. Vormittags 9 Ubr anfangend, soll das der biesigen Gemeinde gehoͤrige Deugras von eltea 150 Morgen auf dem Rathhause
dahler verfleigert werden.
Staden den 14. Juni 1870. ö 5
Großherzogliche Bürgermeisterei Staden Da uch.
Bekanntmachung.
1643 Meine Wobnung befindet sich von beute an in dem pause des Herrn Friedrich Schwab auf dem Seltersberg(Neue Straße neben dem Hessischen Hof in der Nähe des Eisenbabhnhobes).
Gießen den 15. Juni 1870.
Diery,
Hofgericht Addokat.


