Ausgabe 
20.9.1870
 
Einzelbild herunterladen

ide J ind u pa ut, benthunz dtn dedruitz talsche Otgealn nilgertanatt

ern e e- cru A

n dun A ie Nren rng der

ditlacht dur dig. Men

alu Ne

sich um eine Anleihe, da die französische Bank erschöpft sein soll, und Thiers offerirt die Verpfändung von Staatseigenthum, des Tabak⸗ monopols und andere Sicherheiten. Die Aus⸗ sichten für die Realisirung dieses Planes sollen ndeß sehr gering sein.

Frankreich. Paris, 17. Sept. Officiell. Die Wahlen für die Munieipalräthe finden in zanz Frankreich am 25. September statt. Die Wahlen zur constituirenden Versammlung erfolgen vereits am 2. Oktober. Glais- Bizoin und Admiral Fourichon gehen nach Tours, um mit Irémieux die Delegation der provisorischen Regie rung zu bilden. Die Nordbahn gebt jetzt nur noch bis St. Denis. Die Orleansbahn ist zwischen Ablon und Athis unterbrochen. 4000 Preußen daben Mühlhausen, Cernay(Dep. Haut-Rhin, Arr. Belfort) und Bussang(Dep. Vosges) besetzt.

Belgien. Brüssel, 17. Sept. DieInde⸗ zendance belge meldet aus Paris: Die Panzer- lotte kehrt zur Vertbeidigung von Cherbourg und Havre zurück. Die letzte Depesche des Com- nandanten von Straßburg lautet sehr traurig.

Aus Paris wird gemeldet: Wegen der

eklagenswerthen Mißbräuche, die unter dem Vor-

dand, Spione zu suchen, vorkommen, hat der Dolizeipräfekt angeordnet, daß Niemand ohne üchterliche Ermächtigung in Bürgerhäuser ein- ringen und Verhaftungen vornehmen darf. 000 Mobilgarden, welche sich weigerten, die stepublik anzuerkennen, sind in die Provinz zu⸗ ückgekehrt.

Die telegraphische Verbindung mit Paris i unterbrochen. Noch immer kommen französische Flüchtlinge aus Sedan über die Gränze, wo sie fangen genommen werden.

Holland. Hier erregt der gegenwärtigt Frieg eine solche Entrüstung, daß man überall zur Zildung einer allgemeinen europäischen Liga gegen en Krieg auffordert und von verschiedenen Seiten

ne Revision des Grundgesetzes beantragt wird, mit für die Folge den gesetzgebenden Kammern ind nicht der Krone das Recht zugestehen soll, Lrieg und Frieden zu erklären. Die Holländer nd practische Leute; sie ergreifen den Stier bei den Hörnern.

Italien. Florenz. Torre Orleande tei Civitavecchia hat sich ohne Widerstand et⸗ eben. Die Truppen besetzten die Stadt. Officiell wird mitgetheilt: Cadorna sandte einen Parlamentär an General Kanzler, um Rom auf⸗ zufordern, sich dem Einmarsch der Truppen nicht n widersetzen. General Kanzler lehnte dies ab.

Die»Italie meldet: Die italienischen Irnppen sind in Civitavecchia mit großem mthusiasmus und lebhaften Hochrufen auf Lictor Emanuel empfangen worden. Der Independance zufolge gilt es für sicher, daß der Papst Rom nicht verlassen wird, falls die engelsburg und die Citta Leonina von der Lesetzung durch die italienischen Truppen aus⸗ geschlossen bleibt. Mit Rücksicht hierauf gilt für gewiß, daß eine solche Besetzung nicht lsttfinden wird.Opinione erfährt, daß ie Deputation römischer Bürger sich an zutonelli gewandt hat, mit der Bitte, jedes ut vergießen bei dem Einmarsch der italienischen zruppen in Rom zu verhindern, und namentlich Maßregeln zu treffen, um die von den Zuaven um dgegebene Absicht, den italienischen Truppen uch in den Straßen Roms Widerstand zu essten, zu vereiteln.

Man versichert, der König werde der Drcupationsarmee auf dem Fuße folgen. Es werden große Vorbereitungen zum feierlichen eEnzug in Rom getroffen. Niemand kam mit einem Schreiben des Papstes an den König. Die Zolllinie gegen den Kirchenstaat ist aufgehoben.

Rom, 14. Sept. Die päpstlichen Truppen id im vollen Rückzug hierher. Der Papst will un schwachen Widerstand, doch dürften sich die emdtruppen kaum bändigen lassen, da sie sich i Hihre Waffenehre schlagen wollen, Große Jenschenmassen auf allen Straßen. Man berech die Ankunftsstunde der italienischen Truppen

und wird sie mit Entbusiasmus empfangen. Hier ist eine Adresse an Victor Emanuel in Umlauf. Eine päpstliche Regierung existirt factisch nicht mehr. Alle Thore sind verbarrikadirt.

Civitavecchia. Im Auftrag der pro⸗ visorischen Regierung in Paris lief der Dampfer Ganges hier ein, um die päpstlichen Zuaven und die übrigen päpstlichen Soldaten franzö sischer Nationalität aufzunehmen und in die Heimath zu bringen.

Großbritannien. London. Aus Exeter wird gemeldet, daß die Kaiserin Eugenie in Be⸗ gleitung ihres Sohnes auf der Durchreise nach dem Seebade Torquay begriffen, daselbst an⸗ gelangt sei.

Die Mission Thiers kann unbedenklich als ein hoffnungsloser Versuch bezeichnet werden. Ob der greise Staatsmann gar keine Friedensvor⸗ schläge zu machen hatte, oder ob diese Vorschläge zu unbestimmter Natur waren, und der Versuch, eine neutrale Liga zusammen zu bringen, die Hauptsache war, gilt gleichviel der Thatsache gegenüber, daß die Sendung gescheitert ist und daß im gegenwärtigen Augenblick kein einziges der englischen Blätter einem thätigen Eingreifen zu Gunsten der unversehrten Aufrechterhaltung von Frankreichs Länderbesitz das Wort redet. Sehr bemerkenswerth ist, daßDaily News mit auf⸗ fallender Schärfe erklärt, Thiers komme durchaus nicht als Abgesandter, sondern auf eigene Faust, um hier seine Ansichten vom europäischen Gleich gewicht, oder besser gesagt von der Nothwendig- keit des französischen Uebergewichts den englischen Ministern darzulegen.

Man meldet von hier: Vertrauliche Ver handlungen neutraler Diplomaten im Hauptquartier des Königs Wilhelm zu Gunsten des Friedens haben zur Erkenntniß geführt, daß der König auf dem Einzug von Paris als Vorbedingung für den Frieden beharrt und daß erst dort die Frage, mit welcher französischen Gewalt der Frie dens schluß möglich, zur Verhandlung kommen kann. Die neutralen Mächte haben daher jede diplomatische Intervention vertagt.

Daily News versichern, daß Birming ham, Sheffield und London für Frankreich 400,000 Gewehre und 30 Millionen Patronen fabriziren.

Die Rinderpest.

Die Rinderpest, die furchtbarste aller Vieh krankheiten, ist leider im Gefolge des Krieges, des Transports ungarischen oder podolischen Schlachtviehes in mehreren Gegenden Deutschlands namentlich in einigen Kreisen der Rheinprovinz, in der bairischen Pfalz u. s. w. aufgetreten und es sind neuerdings auch Fälle von Rinderpest in unserer nächsten Umgebung vorgekommen, so in Friedberg, Butzbach und Gießen.

Jedes Stück Rindvieh, welches von der Rinderpest ergriffen wird, ist fast ausnahmslos dem Tode verfallen. Die Krankheit ist in so furcht barem Grade ansteckend, daß in Gegenden, wo sie sich verbreitet, in der Regel der ganze Vieh⸗ stand ausstirbt. Von Seiten der Behörden werden daher die umfassendsten Maßregeln getroffen, um der Verbreitung dieser Krankheit entgegen zu treten.

Diese Maßregeln belästigen und hemmen den Verkehr im höchsten Grade, aber sie sind uner läßlich, um der Verbreitung des furchtbaren Uebels über ganze Landstriche vorzubeugen. Ihre Durchführung und ihre Wirksamkeit ist aber nur dann vollständig gesichert, wenn alle Einwohner, und vor allem alle Landwirthe darauf bedacht sind, die Behörden mit dem größten Eifer zu unterstützen. Nur dann, wenn jeder mit größter Gewissenhaftigkeit mit dazu beiträgt, Alles zu verhindern, was die An steckung befördern kann, werden wir den Feind mit Erfolg bekämpfen. Diese Zeilen sollen daher hierzu auffordern, sie sollen Belehrung über die Krankheit und ihre große Gesahr verbreiten und das angeben, worauf jeder zu achten hat, um ihrer Verbreitung vorzubeugen.

Die Rinderpest(auch Löserdürre genannt), tritt in der Regel nur bei Rindvieh auf; die An steckung kann aber auch durch Schase und Schweine übertragen werden.

Die Krankheits- Erscheinungen sind in der Regel folgende: f

Die Krankheit beginnt mit Fieberschauern, Zittern und Schütteln des Kopfes, zuweilen tritt hohl klingender Husten ein. Nase und Schnauze sind Anfangs heiß und trocken, später tritt Schleim Ausfluß, Geifer und kleine Blasen auf Zunge, Lippen und Zahnfleisch ein, die Haut löst sich hier ab. Die Thiere ziehen die Füße zusammen und krümmen den Rücken, es tritt heftiger Durch⸗ fall ein, Luftgeschwulst unter der Haut und in 4 bis 7 Tagen erfolgt der Tod.

Bei der Oeffnung des Thieres ist der Blätter⸗ magen sehr ausgedehnt, hart, zwischen den Blättern ganz trockenes, fast pulverartiges Futter, die Ge⸗ därme sind entzündet, die Gallenblase übermäßig groß, das Fleisch mißfarbig.

Die Rindeipest wird nur durch Ansteckung verbreitet, sie entsteht nie von selbst aber sie ist in einem so furchtbaren Grade ansteckend wie keine andere Krankheit. Jede Berührung eines Stückes Rindvieh mit einem erkrankten Thier, mit Abfällen desselben, mit Futter, von dem dieses ge⸗ fressen, jeder Aufenthalt in dem Stall oder an der Krippe, an der erkrankte Thiere gestanden, steckt sicher an. Die gefallenen Thlere müssen da⸗ her mit Haut und Haar auf das sorgfältigste vergraben, die Ställe ganz neu ausgeputzt, der Fußboden ausgegraben, alles Geräthe vernichtet werden. Wenn ein krankes Thier über eine Weide oder einen Weg gegangen ist, so genügt dies, um eine Heerde, die bald darauf diese Weide oder den Weg betritt, zu vergiften. Wenn ein Mensch aus einem kranken Stall kommend einen andern betritt, selbst nach Tagen oder in stundenweiter Entfernung, so überträgt er die An⸗ steckung, wenn er sich und seine Kleider nicht auf das sorgfältigste gereinigt hat. Der Dünger aus einem angesteckten Stall oder Gehöfte, das Futter und das Stroh, welches mit dem Dunst aus einem solchen Stall in Berührung lam, die Häute und Haare der Thiere, Schafe und Schweine, die in der Nähe standen, übertragen die Ansteckung.

Es wird hieraus jeder ersehen, welch außer⸗ ordentliche Vorsicht geboten ist. Das, was jeder thun kann und thun muß, um die große Gefahr abzuwenden, ist nun Folgendes;

1) Genaue Achtsamkeit auf den Gesundheits⸗ zustand des Rindviehes und gewissenhafte und schnelle Anzeige, sobald ein verdächtiger Krank heitsfall vorkommt. Diese ist nöthig, damit so fort die gehörigen Maßregeln von der Behörde getroffen werden können. Nur wer sofort Anzeige macht, hat Anspruch auf Entschädigung.

2) Jeder einzelne muß darauf bedacht sein, seinen Viehstand vor Ansteckung zu bewahren. Er dulde nicht, daß ihm Gegenstände in Haus und Hof gebracht werden, welche die Ansteckung ver⸗ mitteln könnten, er dulde nicht, daß Personen in seinen Stall und an sein Vieh kommen, welche möglicherweise vorher in angesteckten Ortschaften oder Ställen gewesen sein könnten.

3) Die Ortsvorsteher müssen mit größter Strenge darüber wachen, daß die Controle des Viehes auf das genaueste geführt wird, daß kein Stück ohne Erlaubniß und ganz zuverlässigen Gesunoheitsschein in den Ort kommt, sie müssen ebenso streng darüber wachen, daß jeder Verkehr mit angestecktem Vieh vermieden wird, daß kein Vieh, keine Häute, Nichts von alle den Stoffen über die Grenze gebracht wird, welche die Ansteckung verbreiten könnten.

4) Endlich und vor allen Dingen muß jeder bemüht sein, die Ortsbehörde in der Ausführung der getroffenen Anordnungen willig und gewissen haft zu unterstützen, denn nur durch gute und gründ- liche Durchführung dieser Maßregel kann die große Gefahr abgewandt, und das Land vor ernstem Schaden bewahrt werden.

Gießen. Nach dem biesigen Anzeiger sind dabier in den letzten Tagen Erkrankungen an Blattern vor⸗ gekommen.

Frankfurt. Wir haben vor Kurzem die Helden that eines deutschen Kanoniers gemeldet, der vor Straß burg am 6. eine feindliche Bombe, die in seiner Nähe niederschlug, sofort ergriff und weit hinaus über den Graben

schleuderte, wo sie ohne Schaden platzte. Wir erfahren

9 f 1 N 0 0

9

15 N

9 ö N

D