Ausgabe 
20.8.1870
 
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letzt decimirt, entkräftet und demoralisirt in den Festungsmauern von Metz. Die französische Armee kann nach einem solchen Schlage ihre Concentri⸗ rung bei Chalons nicht mehr beenden, und schon in allernächster Zeit dürfen wir der Nachricht von einer Entscheidungsschlacht entgegensehen, deren Ausgang unter den jetzigen Verhältnissen nicht mehr zweifelhaft sein kann. Das kühne Vor- dringen der dritten deutschen Armee, dem man bereits nicht ohne einige Besorgniß zusah, hat sich nun als eine Operation von glänzendem Erfolge erwiesen; es wird diese Armee bestimmt sein, der kranzösischen Hauptmacht den Gnadenstoß zu geben. Bazaine befindet sich mit seiner Armee in geradezu verzweifelter Lage; er wird erdrückt werden, wie Mac-Mahon bei Wörth, und hat nur noch die Wahl zwischen verzweifeltem, aber hoffnungslosem Kampfe und mutbloser Resignation.

Saarbrücken, 16. August. Nach Aus- agen von hier eingetroffenen, in der Schlacht don Pange verwundeten Offizieren fand der Zu ammenstoß bei Ars⸗Laquenexy statt, rechts seitwärts der Eisenbdaͤhn zwischen den Stationen Courcelles und Peltre, ungefähr eine Stunde vor Metz. leber die Verluste auf unserer Seite besagt das Telegramm nichts; leider sollen dieselben sehr dedeutend gewesen und namentlich einzelne Truppen⸗ heile des 7. Armeecorps stark mitgenommen vorden sein.

Karlsruhe, 17. August. Amtlichen Nach- zichten der Karlsruher Zeitung aus dem badischen Hauptquartier Lampertheim vom 14. ds. zufolge vird jetzt in Straßburg an der Armirung der Wälle, der Rasirung der Glacis und der Ver varrikadirung ic. eifrig gearbeitet. Die Ver heidigungsarbeiten zu stören, ist die augenblickliche Aufgabe der Belagerer. Am 13. August fanden »rei kleine Gefechte mit glücklichem Erfolge zu »iesem Zwecke statt. Bei einem derselben wurde in Bahnzug im Bahnhofe von einem badischen Detachement in Brand gesteckt. Eine Feldbatterie zing bis auf 3000 Schritte an die Festung vor und feuerte auf die von dem Brand erleuchteten Werke. Der badische Verlust betrug 3 Todte und 17 Verwundete.

18. Aug. Privatnachrichten zufolge hat zuch heute früh ein Ausfall aus Straß⸗ urg statigefunden, welcher gleichfalls zurück zeschlagen wurde.

Kehl, 16. Aug. DieB. Ldsztg. schreibt: Gestern feierten die Straßburger ihr Napoleons- est. Dasselbe wurde dieses Mal Morgens um Uhr von badischen Pionnieren angeschossen, so vom Donner unsere Häuser erzitterten. Die serne Brücke nämlich die unterhalb der Orangerien nach der Ruprechtsau führt, ist von denselben in zieser frühen Stunde gesprengt worden. Daher nieser feierliche Festanfang. Den Tag über wehte zon den sog. Schnecken des Münsterthurms die ranzösische Tricolore, auf welche Kundgebung man wohl das Fest beschränkt hat, denn während des Tages lag tiefe Stille über der Stadt. Der onst am Abend des 15. August im Lichtglanz und in allen Farben prangende Münster hatte zieses Mal sein Haupt in Nebelschleier gehüllt. Vorgestern Abend ist bei einem Ausfall in er Ruprechtsau einer unserer Pionniere todt zeblieben, ein anderer verwundet worden. Die bichtung der Umgebung der Festung ist sehr un vollständig.

Vionville, 13. August. DerKöln. Ztg. vird von hier aus geschrieben: Unsere Vorposten sehen bereits hinter Metz und haben heute Morgen mitten aus den französischen Vorposten heraus in Fouragemagazin weggeschleppt. Keine Aus- scht auf einen Kampf innerhalb der Festungelinie. Norgen werden die Unserigen wohl schon über sieselbe hinaus in der Richtung von Chalons narschiren. Unsere Eisenbahntechniker haben bereits ihre Schienen bis hinter Metz ge gt.(Es wird wohl die Bahn Nanzig-Frouard⸗ Fontenay gemeint sein.)

Forbach. Von dem Schlachtselde bei For-

lach liest man noch folgende Mittheilungen: Der

Weg von Saarbrücken bis hier war zum Theil nit Blutlachen bedeckt.

Ueberall sah man Leutt

beschäftigt, Todte zu beerdigen, während die Ca- daver erschossener Pferde am Wege lagen. Alles aber ist nichts gegen das Bild, welches sich am Bahnhofe Forbach darbot. Man sollte glauben, die ganze französische Armee hätte ihre Vorräthe hier aufgespeichert, so reichlich haben wir hier Alles vorgefunden. Viele tausend Säcke Hafer, große Lager Brode und Mehl, ein Schuppen Champagner und andere Weine, sage 1 Schuppen

voll. Große Offiziers-Bagage, Bibliotheken, Waffen, Munition, Uniformen u. s. w. Alles in bunten Haufen durcheinander. Auch große

Massen feiner Damengarderobe unter der Offtzier⸗ Bagage, was darauf schließen laßt, daß die Armee die demi-monde bei sich führte.

Hessen Friedberg, 19. Aug. Des Großherzogs K. H. hatten sich heute Vormittag mit telst Exfrazug nach Gießen begeben, um die daselbst befindlichen Verwundeten mit einem Besuche zu beehren und die dortigen Lazaxetheinrichtungen zu besichtigen. S. K. H. besuchten sowohl die Klinik als auch die Turnhalle, unterhielten sich aufs Huldreichste längere Zeit mit jedem einzelnen der Verwundeten und sprachen sich sodann noch sehr be friedigt über die dortigen Lazaretheinrichtungen aus.

Friedberg, 19. Aug. Heute Morgen gingen die Mitglieder des hiesigen Sanitätscorps, die sich zum auswärtigen Dienst gemeldet hatten, 23 an der Zahl, in Folge einer von Darmstadt im Auftrag des Fürsten Pleß ergangenen Auf- forderung, nach Pont-à-Mousson ab. Es sind dies die Herren: Wilh. Kümmich, Jac. Kühnle, Friedr. Büdel, Ludw. Deweil, Friedr. Müller, Gust. Müller, Rich. Volk, Carl Wagner, Conrad Stotz, Flegler, cand. theol., Gust. Zinßer, Jacob Weiffert, Herm. Zöll, Heinr. Bertermann, Weigold, cand. theol., Werner, cand. theol., Wahl, cand. theol., Adolph de Beauclair, Carl Holder, Friedr. Rodaug, Gg. Hanstein, Friedr. Nees, L. Schmidt.

* Friedberg. DemStaatsanzeiger zu- folge war unsere, die 25.(Großh. hess.) Division in der Schlacht bei Mars la tour am Kampfe betheiligt. Näheres ist bis jetzt nicht bekannt.

Mainz. Dieser Tage traf dahier auch ein Bahnzug ein, welcher mit der Auflese von dem Schlachtfelde befrachtet war. Mehrere Wagen bargen Tornister von Freundes- und Feindesseite bunt durcheinander, einige andere waren mit Chassepots und Zündnadelgewehren, Kürassen und Helmen gefüllt. Einen Wagen hatte das groteske Inventar einer französischen Regimentsmusik aus gefüllt. Nicht eine, sondern drei französische Lokomotiven und etwa vierzig Wagen, darunter einige schöne neue Personenwagen der franzö sischen Westbahn, laufen als Prise im deutschen Dienste und cursiren fast täglich über den hie sigen Bahnhof. Auf den französischen Strecken sind dagegen bis jetzt etwa sechszig der schönsten, schwersten und leistungsfähigsten deutschen Ma- schinen imDienste des Vaterlandes, das heißt des Krieges.

Preußen. Berlin, 18. August. Der Staatsanzeiger meldet: An Stelle des Generals Bonin ist der General v. Canstein, bisher Gou verneur v. Magdeburg und stellvertretender com mandirender General des 4. Armeecorps, zum Generalgouverneur von Berlin ernannt. Den bisherigen Commandanten von Berlin, Grafen Bismarck-Bohlen, wird Generallieutenant Stück- radt vertreten. Unter den Gefangenen bei Mars la tour befinden sich auch zwei Generale. Die 25. Division war ebenfalls am Kampfe betheiligt.

Die erste Nummer der preußischen Verlust- listen ist imStaatsanzeiger publicirt. Sie umfaßt die Vorpostengefechte bei Saarbrücken, die Schlachten von Weißenburg und Wörth, aber nur zum Theil, da die Listen noch nicht voll ständig und correet eingegangen sind. Ebenso sind auch die Verlustlisten der bayerischen württembergischen Armee bereits im Drucke er schienen,

Bayern München. Alle wegen Preß⸗ vergehens oder Majestätsbeleidigung Verurtheilten in Bayern sind amnestirt worden.

Aschaffenburg.

und

ist eine große Anzahl französischer Eisenbahnwagen, die von unsern Truppen erbeutet worden sino, hier durchgekommen. Am 16. d. passirten auf einmal 36 Stück den hiesigen Bahnhof.

Frankreich. Paris. DieHistoire meldet:Die Kaiserin hat in Aussicht der ernsten Eventualitäten cin Inventar der Kronjuwelen aufnehmen lassen, damit man sie nicht anklage, solche für ihren persönlichen Gebrauch behalten zu haben, wie man dies der letzten Königin von Spanien nachgesagt hat.

Die wuthschnaubenden, derzweifelten Artikel der Pariser Blätter sind mitunter zu ergötzlich, als daß wir nicht zur Heiterkeit unserer Leser hier ein Pröbchen geben sollten: DasPays sagt in einemSieg oder Tod überschriebenen Artikel:Erhebe dich, Frankreich, schwinge alle deine Standarten, die Oriflamme von St. Denis, die rothe Fahne, die Tricolore. Lass' den gallischen Hahn los und den kaiserlichen Adler, pflanze das Lilienbanner auf oder die phrtgische Mütze; nur vorwärts! Sie sind nach Frankreich gekommen; sie werden da bleiben. Nicht Einer wird zurück- kebren, um in den Dörfern Deutschlands zu er⸗ zählen, daß sein Fuß den Boden der französischen Nation besudelt hat. Und die, welche nicht in den Ebenen der Champagne den ewigen Schlaf schlasen werden, sollen in den Rhein hinabkollern, um den Völkern des Nordens die große nationale Rache zu verkünden!

Die France bringt verschiedene Einzel- heiten über die Verluste der Franzosen in der Schlacht bei Wörth. Von den 600 Mann des 8. Cuirassierregiments haben sich nur 170 wieder zusammen gefunden, fast alle Offiziere desselben sind verwundet oder todt. Der Oberst des 9. Cuirassierregiments ist getödtet, der Oberst⸗ lieutenant, drei Escadronchess und an 30 Offiziere dieses Regiments sind todt oder werden vermißt, 220 Mann desselben haben sich wieder gesammelt. Der Oberst des 1. Cuirassierregiments soll ge⸗ fallen sein. Die Obersten des 56. und 96. Linien- regiments sollen todt sein. Die Oberstlieutenants des 1., 2. und 3. Zuavenregiments, des 56. Linien- und ein Commandant des 96. Linien- regiments sind verwundet. Dasselbe Blatt ver- öffentlicht einen Brief des Obersten Bocher vom 3. Zuavenregiment, woraus hervorgeht, daß von 65 Offizieren 47 verwundet, todt oder vermißt sind. Zwei Bataillons-Commandeurs sind ver⸗ wundet, ein dritter todt, der Oberstlieutenant tödtlich verwundet. Drei Adjutanten todt, ebenso fast alle Unteroffiziere und Sergeanten. Von dem ganzen Regimente sind nur 5600 Mann übrig geblieben, ohne Zelte, ohne Gepäck, nur mit ihren Waffen. Der Oberst sagt, das Regiment, ohne Offiziere und fast ohne Unteroffiziere, könnte vor⸗ läufig nicht wieder in's Feld geführt werden. Der Oberst hat seine Pferde und alle seine Bagage verloren, sowie die ganze Reglimentskasse.

17. Aug. Im gesetzgebenden Körper sagt der Kriegsminister bezüglich der Nachrichten von der Armee: Wir haben einen kleinen Erfolg. Die Feinde griffen Pfalzburg an und verloren 1300 Mann.(22 Von deutscher Seite liegt bis jetzt keine bezügliche Nachricht vor.) Der Minister bittet die Kammer, im Uebrigen diese Fragen zu vertagen, bis wichtige Nachrichten eingegangen wären. Thiers drückt die Hoffnung aus, daß die Stadt Paris dem Feinde eventuell unüberwind lichen Widerstand entgegenstellen werde, dazu müsse man in der Umgebung des Feindes Mangel her- vorrufen, dagegen in Paris Ueberfluß anhäufen, indem man den Landbewohnern gestatte, sich mit all ihren Produkten in die Hauptstadt zu flüchten. (Allgemeine Zustimmung.) Minister Duvernois erklärt auf Befragen, daß die Frage der Nahrungs- stoffe der beständige Gegenstand der Ueberlegung des Ministeriums sei; die Regierung sei voll⸗ kommen in der Lage, die Verproviantirung, be sonders durch das von dem Abg. Thiers vor- geschlagene Mittel, garantiren zu können. Die Kammer wird morgen wieder tagen. Die Aus- treibung der Deutschen dauert fort.

Die Franzosen betrachten das Treffen

In den letzten Tagensvor Metz am 14. d., worüber doch ganz